Sonntag, 10. Januar 2010

Der GAZA FREEDOM MARCH

Im vergangenen Jahr nahm ich an zwei Demonstrationen für eine Beendigung der Operation "Gegossenes Blei", in der die israelische Armee innerhalb von 23 Tagen den Gazastreifen, mit schweren Waffen, darunter auch Phosphorbomben und DU-Munition, in ein Trümmerfeld verwandelte.
Das Ergebnis war Folgendes:

Opfer nach 23 Kriegstagen
Palästinenser:
Tote : 1'387
Kinder: 320
Frauen: 111
Hamas: 330
Polizisten: 248
Verletzte : 5'450
Kinder: 2'180
Frauen: 730

Gebäude
Zerstört: 4'000
Beschädigt: 21'000
Moscheen: 40

Israelis:
Zivilisten: 3
Soldaten: 13
Verletzte: 110

Quelle: B'Tselem Israel

Das sind nur Zahlen auf dem Bildschirm. Sie zeigen nicht das Leid. Das Leid ist so weit weg . . .

So weit, daß nur drei meiner persönlichen Freunde und Bekannten sich damals dazu entschlossen haben auch für ein Ende dieses Schlachtens zu demonstrieren. Und so waren es vornehmlich Palästinenser und Araber die sich an den Demonstrationen beteiligten.
Ich habe selten eine so bewegende Demonstrationen erlebt, wie diese.

Mich hat damals die Gleichgültigkeit meiner, sonst so klugen und aufgeschlossenen, Freunde, die an zwei kalten Wochenenden lieber in der beheizten Wohnung wärmten, als auch nur einmal für den Frieden aufzustehen, sehr enttäuscht.
Und was sie alle für wichtige Gründe vorzutragen wußten: Von "Ach nö, ich hab doch ein Kind, der Junge könnte sich erkälten" bis zu, "Keine Zeit, ich muß zum Flohmarkt - Geld verdienen" war alles dabei.
Herr Lehrer, unser Hund hat meine Hausaufgaben aufgefressen . . .

Als hätten die Palästinenser keine Kinder, als würden sie nicht frieren - als wären sie glücklich in ihrem Gefängnis!

Es macht keinen Sinn sich über die Verhältnisse zu ärgern, auch wenn mir damals wieder klar wurde, , warum es möglich ist, daß dieses Land von Psychopathen regiert werden kann.
Weil sich die große Mehrheit wenig um ihre Nächsten schert.

"Ja, ich habe ja eine Familie zu ernähren und bin die ganze Woche sooo mit meiner Arbeit beschäftigt, daß ich am Wochenende auch mal meine Ruhe haben will. Guck mal ich hab mir einen neuen Rechner gekauft!"

Ähnlich verhält es sich mit Petitionen, Aufrufen oder Unterschriftensammlungen für Bürgerrechte, Gewaltfreiheit und Frieden.
Die meisten Menschen sind sogar nach dem Verlust ihrer Arbeit so beschäftigt, dass sie nicht fünf Minuten ihrer teuren Zeit für gelebte Demokratie erübrigen können. Vielleicht haben sie Angst davor, daß ihr Name auf einer auf einer Liste erscheint und ihre Meinung gegen sie verwendet werden kann, oder es ist ihnen einfach nicht wichtig genug.
So kommt es wohl, dass diese so wenig Beteiligung erleben.

Nicht auffallen, dann kann man nicht reinfallen.

Es ist sinnlos die Verhältnisse zu beklagen, aber weil ich die Hoffnung nicht aufgeben will, werbe ich weiter dafür sich zu informieren und zu überlegen wie jede/r einzelne dazu beitragen kann in der sozialen Kälte unserer Gesellschaft ein ein bißchen Wärme zu spenden, denn wer die Augen vor dem Unheil verschließt, wird es ihm irgendwann gegenüberstehen.

Informieren muß sich jede/r selbst und Möglichkeiten sich hierüber Gedanken zu machen und auch zu handeln gibt es reichlich.

Schließlich möchte ich noch um Unterstützung für den GAZA FREEDOM MARCH bitten.
Wer sich informiert, wird feststellen, daß auch hier, auf dem Weg in eine gerechtere Welt, Unterstützung mit Freude angenommen wird. Und was gibt es schöneres, als anderen eine Freude zu sein?

Quellen:

Kommentare:

  1. Hi Grimoire

    ich bewundere Dein Engagement und möchte Dir meinen Respekt hiermit bekunden. Ich war ja auch auf der Demo in Düsseldorf und kann Deinen Eindruck nur bestätigen. Gerne wäre ich auch auf dem Gaza freedom march dabei gewesen. Es ist ist beschämend und unfassbar, wie die westliche Welt dem Unrecht, dem Elend und langsamen Aushungern der Menschen in Gaza tatenlos zuschaut.
    Habe gerade meine Nichte (von der ich Dir heute berichtete) auf Deinen Artikel über Big Brother in Israel aufmerksam gemacht.

    herzliche Grüße
    G.

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  2. Hallo gerina,

    wenn mehr Menschen nur einen Bruchteil Deines Engagements aufbringen würden, wäre das Verständnis füreinander größer, wodurch sich viele Konflikte ohne Barrieren von Vorurteilen miteinander lösen ließen.

    Vielleicht erleben wir das ja noch. ;-)

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. @ mb

    Es ist meine Absicht mit diesem Blog Interesse für ganz verschiedene Themen zu wecken, zu informieren, für Gewaltfreiheit und die Einhaltung der Bürger- und Menschenrechte zu werben und möglicherweise Anstöße zu geben gemeinsam nach Lösungen für ein verständnisvolles Miteinander und einen ebensolchen Umgang untereinander zu suchen, die niemand diffamieren oder diskriminieren.

    Ich vertrete hier, unter anderem, auch eigene Ansichten und erwarte in Kommentaren den Repekt, den ich den Lesern bemüht bin entgegenzubringen.
    Mit diesem Respekt ist es freundlichen Mitmenschen schon gelungen, mich meine Ansichten hinterfragen und sogar ändern zu lassen.

    Leuten wie dir ist das jedoch anscheinend unmöglich, weil es euch ausschließlich darum geht zu provozieren und mit demagogischen Mitteln Hass und Unfrieden zu schüren.
    Feige aus der Anonymität heraus - und das dulde ich nicht!

    Hier sind auch kritische Kommentare erwünscht, aber blinde Demagogie und unreflektierte Hetze, für die du ja nicht nur hier bekannt bist, werde ich auf diesem Blog nicht veröffentlichen.

    Wenn du das Blog mit sinnvollen, kritischen Beiträgen bereichern möchtest, steht dir das frei. Allerdings musst du dich dann an Regeln halten, die sich bestenfalls im normalen menschlichen Umgang, aber auch in einer Vielzahl von Diskussionsforen lernen lassen.

    Hier werden sie vorausgesetzt.

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  5. lass mich raten: sinnvolle kommentare sind diejenigen, die deine meinung unterstützen. wahrscheinlich bin ich ein bezahlter schreiber, oder?

    lass dir deine schöne meinung (die du einfach von verschwörungsparanoikern nachplapperst) nicht durch fakten kaputt machen.

    gottseidank werden solche blogs wie dieser hier praktisch nicht wahrgenommen.

    und: aus der anonymität heraus? wie ist denn dein name, anonymer autor?

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  6. Opfer nach 23 Kriegstagen
    Palästinenser:
    Tote : 1'387
    Kinder: 320
    Frauen: 111
    Hamas: 330
    Polizisten: 248
    Verletzte : 5'450
    Kinder: 2'180
    Frauen: 730

    Gebäude
    Zerstört: 4'000
    Beschädigt: 21'000
    Moscheen: 40

    Israelis:
    Zivilisten: 3
    Soldaten: 13
    Verletzte: 110

    Quelle: B'Tselem Israel


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  7. "Since the beginning of the al-Aqsa intifada, there has been a sharp increase in the number of attacks perpetrated by Palestinian organizations against Israeli civilians. These attacks have killed hundreds of Israelis and wounded thousands, including many minors, inside Israel and in the Occupied Territories.
    Attacks aimed at civilians undermine all rules of morality and law. Specifically, the intentional killing of civilians is considered a “grave breach” of international humanitarian law and a war crime. Whatever the circumstances, such acts are unjustifiable.

    Palestinian organizations raise several arguments to justify attacks on Israeli civilians. The main argument is that “all means are legitimate in fighting for independence against a foreign occupation.” This argument is completely baseless , and contradicts the fundamental principle of international humanitarian law . According to this principle, civilians are to be protected from the consequences of warfare , and any attack must discriminate between civilians and military targets . This principle is part of international customary law; as such, it applies to every state, organization, and person, even those who are not party to any relevant convention.

    Palestinian spokespersons distinguish between attacks inside Israel and attacks directed at settlers in the Occupied Territories. They argue that, because the settlements are illegal and many settlers belong to Israel's security forces, settlers are not entitled to the protections granted to civilians by international law.

    This argument is readily refuted. The illegality of the settlements has no effect at all on the status of their civilian residents. The settlers constitute a distinctly civilian population, which is entitled to all the protections granted civilians by international law. The Israeli security forces' use of land in the settlements or the membership of some settlers in the Israeli security forces does not affect the status of the other residents living among them, and certainly does not make them proper targets of attack.

    B'Tselem strongly opposes the attempts to justify attacks against Israeli civilians by using distorted interpretations of international law. Furthermore, B'Tselem demands that the Palestinian Authority do everything within its power to prevent future attacks and to prosecute the individuals involved in past attacks."

    Quelle: B'Tselem Israel

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    Alles, was der Meinung des Autors widerspricht, gilt als Beleidigugen. Gegenargumente werden in den Artikeln nicht berücksichtigt, da einzig die verzerrte Wahrnehmung durch den Infokrieg die Aufrechterhaltung des paranoischen Weltbilds erlaubt.

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  8. Ich kenne den Artikel über dieses Verbrechen.

    Die gewaltsamen Übergriffe von iraelischen Siedlern illegal erbauter Siedlungen sowie der iraelischen Armee gegen unbewaffnete Zivilisten, deren Lebensgrundlage mit der Besetzung ihres Landes und der Abholzung von Olivenhainen etwa zerstört wird, allerdings auch.
    Und das geschieht häufiger, auch wenn seltener darüber berichtet wird.

    Der Artikel der Menschenrechtsorganisation "B'Tselem Israel" ist ein Beispiel für die Bemühung um objektive Berichterstattung.

    Du, mb, kannst in Zukunft versuchen andere, woanders mit deinen krankhaften und faschistoiden Hetzparolen zu beeindrucken.

    Hier nicht mehr!

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