Freitag, 8. Januar 2010

Rettet die Wale - Umweltschützer von Walfänger attackiert

Es ging durch die Medien (1), dass der zur japanischen Walfangflotte gehörende Walfänger "Shonan Maru" am 6. Januar die "ADY GIL" absichtlich gerammt und so schwer beschädigt hat, dass sie zwei Tage nach der Kollision auf Grund des schweren Schadens, vor dem Erreichen eines Hafens, in antarktischen Gewässern gesunken ist.
Alle Beatzungsmitglieder wurden von anderen Schiffen der Meeresschutzorganisation
"Sea Shepherd Conservation Society" (2) aufgenommen, wobei sich ein Aktivist bei der Kollision mehrere Rippenbrüche zuzog.
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Die "ADY GIL" (3) war ein 23,7 m langer Hochleistungstrimaran der Organisation, die sich dem Schutz von Fischen, Delphinen, Robben und Walen verschrieben hat. Das Boot, früher "Earthrace", stellte im Jahr 2008 mit 56 Tagen den Rekord für die schnellste Weltumrundung auf und wurde dann von der SSCS für 1,4 Mio. Euro gekauft um es für ihre Arbeit zum Schutz der Meeressäuger zu nutzen.

Das die japanische Regierung das 1986 abgeschlossene Walfangverbot (4) untergräbt, steht wohl außer Frage.
Das Fleisch der angeblich zu Forschungszwecken gefangenen, bedrohten Meeressäuger steht nach wie vor auf dem Speiseplan von Restaurants und Imbissbuden und ist auch in Supermärkten zu kaufen, wobei hier häufig das Fleisch von Delphinen als Walfleisch (5) angeboten wird.

Im Jahr 2006 betrug die Anzahl der getöteten Kleinwale (Delphine und Schweinswale) 22.275 Tiere.
In der Jagdsaison 2007, die im April 2008 zu Ende ging, fielen dem Schlachten von ca. 1000 Tieren 551 Zwergwale zum Opfer.
Für das Misslingen der geplanten Tötung von 935 Zwergwalen machte Japan damals die Aktivitäten von Umweltschutzorganisationen verantwortlich. An der Jagd auf Zwergwale beteiligen sich neben Japan auch Rußland, Grönland, Island und Norwegen.
Alle Länder geben wissenschaftliche Interessen an, um das internationale Walfangverbot zu umgehen, wobei Japan immer wieder auf die angebliche Gefährdung der Fischbestände (6) durch die Meeressäuger hinweist. Fakt ist, dass der Mensch die Bestände durch Überfischung bedroht.

Die Aktivisten der SSCS behindern die Fangschiffe mit verschiedenen Mitteln bei ihrer Jagd auf die unschuldigen Meeressäuger und schützen die Tiere nicht zuletzt indem sie die Kosten der Jäger hiermit in die Höhe treiben.

Auch wenn die Aktivisten bei der Wahl ihrer Mittel nicht davor zurückschrecken Schiffsschrauben mit Seilen zu blockieren, oder die Fänger mit Laserlicht zu blenden, dient ihr Kampf dem Überleben der Wale, deren Fleisch im Übrigen mittlerweile so schadstoffbelastet ist, dass Kindern von seinem Verzehr abgeraten wird.
Die Jäger beantworten die Störungen mit Wasserkanonen und Schallwaffen und schrecken nicht davor zurück die Boote der Aktivisten zu rammen und deren Leben zu gefährden, wovon auch Greepeace sich in früheren Jahren überzeugen lassen musste.

Mit dem Angriff der "Shonan Maru" auf die "ADY GIL" hat diese Auseinandersetzung jedoch eine Dimension erreicht, die nach einer Lösung verlangt, welche solche Formen von "Seeschlachten" im Namen von Mensch und Tier überflüssig machen sollte. Man kann nur hoffen das der Vorfall eine öffentliche Diskussion anregt, die hierzu beiträgt.

Das die japanische Fischereibehörde die Aktivisten als Umwelt-Terroristen bezeichnet, ist eine Unverschämtheit und passt in die Propaganda von geld- und machtbesessenen Politikern und Industriellen. Wenn gesellschaftliche Gruppen Kritik üben, wird versucht sie mit genau diesem Begriff zu belegen, zu kriminalisieren und mundtot zu machen, aber glücklicherweise glauben immer weniger Menschen an solch überstrapazierte Begriffe, sondern fangen an nach den tatsächlichen Hintergründen zu suchen.

Die Behauptung, der Trimaran habe die Kollision mit seinem Manöver selbst herbeigeführt entbehrt, in Anbetracht der Bilder, jeder Grundlage. Man sieht hier wie die "Shonan Maru" ihren Kurs wechselt, gezielt auf die "ADY GIL" hält und nach der Kollision wieder beidreht.



Vor Jahren erklärte mir ein spanischer Fischer deutlich und in kurzen Worten, warum er es ablehnte diese wundervollen Tiere zu töten.

"Weil sie weinen, wenn sie sterben."



Nachtrag vom 09.01.2010

Meines rechtlichen Empfindens nach sollten die für den Vorfall politisch Verantwortlichen sowie der Kapitän des Walfängers wegen Verletzung des Seerechts und vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.


Quellen:

  1. http://www.welt.de/vermischtes/article5773426/Schnellboot-Ady-Gil-der-Walfanggegner-gesunken.html?page=3#
  2. http://www.seashepherd.org/site-map.html
  3. http://de.wikipedia.org/wiki/Ady_Gil
  4. http://de.wdcs.org/download/walfang/Japan.pdf
  5. http://www.wdcs-de.org/stop/captivity/story_details.php?select=97
  6. http://www.stern.de/wissen/natur/walfang-japan-laesst-seine-harpunen-nicht-ruhen-509106.html

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