Samstag, 30. Januar 2010

Zum Umgang mit ärztlichen Kunstfehlern

Ärzte sehen eher zu, wie ein Kollege einen ganzen Landstrich dezimiert, als
gegen den Berufskodex zu verstoßen und gegen ihn aufzutreten.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1925

Dieser Beitrag befasst sich in erster Linie mit ärztlichen Behandlungsfehlern, von denen nur die allerwenigsten mutwillig geschehen. Aber auch das soll es geben. So wird etwa der Schaden an durch Zahnärzte veruntreutem Zahngold in Deutschland auf etwa 500 Mio EURO jährlich geschätzt.
Manche ärztliche Behandlungsfehler sind systemimmanent und durch den Sparzwang im Gesundheitssystem bedingt. Menschen mit geringem Einkommen müssen eher damit rechnen davon getroffen zu werden, andererseits laufen gut Versicherte Gefahr nach einem gravierndem Kunstfehler oder bei einer Krankheit mit tödlichem Ausgang unnötig lange von Maschinen am Leben gehalten zu werden, weil sich das einfach für Kliniken rechnet.

Die untenstehenden Zeilen sind einem Artikel aus dem Jahr 2008 entnommen und die Zahl der Todesfälle ist eine vorsichtige Schätzung (andere gehen von weit höheren Zahlen aus). Sie bezieht sich auf Behandlungsfehler mit tödlichem Ausgang in Krankenhäusern. Daneben gibt es noch eine Vielzahl an Behandlungsfehlern, deren Opfer Zeit Lebens an den häufig schrecklichen Folgen dieser häufig durch Zeitmangel und Überarbeitung entstandenen fehlerhaften Behandlungen leiden und nicht selten daran zerbrechen. Leider liegt die Beweislast in solchen Fällen bei den Patienten, von denen sich in dem hier herrschenden Prinzip einer Drei-Klassen-Medizin und eines Drei-Klassen-Rechts die wenigsten zu helfen wissen und so die meisten Fälle unbekannt bleiben, zumal die Kosten die bei einer Auseinandersetzung damit entstehen so hoch sind, dass die Mehrzahl Medizingeschädigter sich eine zívilrechtliche Klage nicht leisten kann und bei strafrechtlichen Verfahren durch überlastete Gerichte häufig den "Göttern in Weiß" mehr Glauben geschenkt wird, als den "dummen" Opfern, denen einfach das fachliche Wissen fehlt.

Nach den Angaben des Aktionsbündnisses Patientensicherheit sterben in Deutschland jährlich ca. 17.000 Menschen in Folge vermeidbarer Fehler bei Krankenhaus-Behandlungen, jeden tausendsten Klinikpatienten trifft es demnach – in den meisten Fällen sind es Infektionen aufgrund mangelnder Hygiene und Nebenwirkungen von Arzneimitteln. Ein Behandlungsfehler wird definiert als eine nicht angemessene, zum Beispiel nicht sorgfältige, nicht richtige oder nicht zeitgerechte Behandlung eines Arztes bzw. einer Ärztin und kann alle Bereiche ärztlicher Tätigkeit – dazu gehören Tun oder Unterlassen - betreffen. Dabei kann der Fehler rein medizinischen Charakters sein, sich auf organisatorische Fragen beziehen, oder es kann sich um Fehler nachgeordneter oder zuarbeitender Personen wie Krankenschwerstern und -pfleger handeln. Auch fehlende oder unrichtige, unverständliche oder unvollständige Aufklärung über medizinische Eingriffe und ihre Risiken zählen zu Behandlungsfehlern.

Rund 40.000 Patientinnen und Patienten beschweren sich nach Angaben des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) jedes Jahr, weil sie glauben, durch einen Behandlungsfehler geschädigt worden zu sein.

(gesundheit.de)

Es gibt aber auch eine Vielzahl an Behandlungsfehlern, die durch niedergelassene Ärzte verursacht werden.
Ich selbst wurde Opfer eines, wie ich nur annehmen kann absichtlich begangenen Behandlungsfehlers durch einen Zahnarzt, der an der von mir geäußerten Kritik an den menschlichen Qualitäten einer Kollegin böswillig Rache übte.

Als ich meine Anwältin in dieser Angelegenheit darum bat eine Akte, deren Einsicht sie mir vorenthalten hatte, ein zweites Mal anzufordern, und um eine Erklärung für mir unverständliche Telefonate mit der Gegenseite, legte sie kurzerhand das Mandat nieder. Die Honorarforderung für diese zweifelhafte Arbeit, die mich in der Sache nicht einen Schrittt weiterbrachte und mich eine Einflussnahme des Arztes auf die Anwältin vermuten lässt, belief sich auf über 600,- EURO.
Die Anwaltskammer übt zwar die standesrechtliche Aufsicht aus, nimmt sich der Beschwerde zunächst nicht an und verweist mich auf die Möglichkeit einer Klage gegen die Anwältin. ;-)

Ähnlich argumentieren übrigens auch Ärztekammern bei gegen ihre Mitglieder vorgetragenen Pflichtverletzungen , denn diese Standesorganisationen sind damit beschäftigt der Öffentlichkeit ein rosiges Bild der zum Teil haarsträubenden Verhältnisse zu malen.
Ähnlich der Pharmaindustrie kontrollieren sich hier Berufsstände selbst, was zu eben diesen Verhältnissen führt.

Meine ehemalige Hausärztin, sagte mir einmal mit einem vertrauensvollen Lächeln: "Ja weißt du, Arztpraxen sind halt auch Wirtschaftsbetriebe."
Kürzlich, nachdem ich Unterlagen des Zahnarztes in ihren Akten fand, deren Versendung meiner Zustimmung bedurft hätten, und mich darüber wunderte, in ihrer Akte einen Eintrag über einen Besuch zu finden, der nie stattgefunden hat, sagte sie grinsend: "Du wirst ihm diesen Behandlungsfehler niemals nachweisen können!"

Ich gehe mittlerweile so weit, zu sagen, dass viele niedergelassene Ärzte reine Wirtschaftsbetriebe betreiben und sich, außer vielleicht bei Privatpatienten, einen Dreck um die Gesundheit ihrer Patienten scheren.
Die Patienten stehen zwar im Mittelpunkt ihrer Arbeit, wie die Kammern immer wieder betonen, der Grund ist jedoch nicht die Erhaltung oder Wiederherstellung seiner Gesundheit, sondern ausschließlich die hemmungslose persönliche Bereicherung, wie die vielen aufgedeckten skanalösen Korruptinsfälle der letzten Jahre beweisen, die immer wieder schnell aus der Tagespresse verschwinden.
Man denke hier an die Kopfprämie von Kliniken und Fachärzten an überweisende Ärzte und nicht zuletzt an die verbrecherischen Machenschaften um die Schweinegrippe und die skandalösen Umstände der Impfung, an der die allermeisten Ärzte, häufig wider besseren Wissens, als ausführende Täter beteiligten.
Bill Gates, der "Gönner der Menschheit", gab übrigens gestern beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos bekannt, völlig selbstlos, 10 Mrd Dollar für die Impfungen in Dritte Welt Ländern zu inverstieren. (Applaus, Applaus!) :-(

Mir wurden in den letzten zwei Wochen zwei Fälle aus meinem Bekanntenkreis bekannt, die die hier dargestellten Verhältnisse unterstreichen.
In einem Fall verweigerte ein Hausarzt einer alkoholkranken Patientin die Einweisung in eine Fachklinik ihrer Wahl, mit der sie aus eigenem Entschluss einen Termin vereinbahrt hatte, was den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung fällt. Sie musste sich als Notfall aufnehmen lassen.
In dem anderen Fall wurde ein Hauttumor vom Hausarzt als keiner weiteren Behandlung bedürfender verschleppter Insektenstich oder "irgendeine" banale Viruserkrankung diagnostiziert und eine Salbe gegen den Juckreiz verschrieben.


Das wirklich Bedauerliche an den Umständen ist, dass auf der einen Seite mündige Patienten oder auch Klienten gefordert werden, diese jedoch andererseits auf berechtigte Fragen oder Kritik mit Repressalien rechnen müssen. Schon die oft langen Wartezeiten, die viele Patienten trotz eines vereinbahrten Termins erdulden müssen, dienen dazu den Anschein völlig überarbeiteter Mediziner zu erwecken, denen Patienten mit "unnötigen" Fragen nur unnötig belasten und ihre wertvolle Zeit stehlen.
Wer sich hierüber beklagt erhält einen Eintrag ins "Klassenbuch" und wird das bei weiteren Behandlungen zu spüren bekommen.

Klar ist, dass ärztliche Eingriffe fast immer einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit darstellen, weswegen dieses heikle Thema einer wirklich differenzierten Betrachtung und Diskussion bedarf, die aber zum Schaden vieler Patienten und dem Ansehen ehrlicher Mediziner nicht geführt wird. Denn wer immer Opfer grober ärztlicher Fehlbehandlung wird, hat bisher kaum eine Chance dies zu beweisen und eine angemessene Wiedergutmachung zu erhalten, was Ärzten einen Freibrief auf Behandlungen ohne die nötige Umsicht ausstellt.

Opfer medizinischer Behandlungsfehler erfahren häufig schwere Traumata, die oft unbehandelt bleiben, weil eben nicht sein kann was nicht sein darf. Opferhilfe gibt es hier so gut wie nicht. Manche bekommen sogar zu hören, dass sie sich freuen sollten nicht im Ausland zu leben und überhaupt behandelt worden zu sein.

Eine der wenigen mir bekannten, empfehlenswertenen Organisationen, die sich mit der hier geschilderten Situation ernsthaft auseinandersetzt und sich um Rat und Hilfe bei der Suche nach möglichen Schritten zu deren Bewältigung bemüht, ist der Arbeitskreis Medizingeschädigter, weshalb ich ihn in die Linkliste aufgenommen habe.

Bei der Suche nach Anwälten übrigens ist in solchen Fällen äußerste Vorsicht geboten, da anscheinend auch einige Fachanwälte für Medizinrecht zwar vorgeben Patientenrecht zu vertreten und sich von den Opfern auch bezahlen lassen, lukrativerweise jedoch den Medizinern zuarbeiten, die ihre "besseren" Klienten sind. (Das stört dann auch die Harmonie in den Golf Clubs der feinen Gesellschaft nicht.)

Ärzte und Anwälte arbeiten zumeist viel und deutlich besser bezahlt als viele andere Berufsgruppen oder gar Menschen deren Arbeit Maschinen übernommen haben, und doch, oder vielleicht deswegen, sind die hier beschriebenen Umstände weiter verbreitet als angenommen wird.
Mit rechtsstaatlichen Prinzipien haben sie nicht das Geringste zu tun, und solange die Umstände weiten Teilen der Bevölkerung, wie vieles andere himmelschreiende Unrecht, schlicht egal sind, wird sich auch an diesen gesellschaftlichen Gepflogenheiten der Oligarchie nichts ändern.


Brave Sklaven!


Ich würde mich freuen in einer Gesellschaft zu leben, die Zeilen wie diese entbehrlich machte.


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