Montag, 16. August 2010

Das juristische Standesrecht

Von grimoire

Nachdem sich eine von mir beauftragte Rechtsanwältin, in einem offensichtlichen Fall vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung und verschiedener Eigentumsdelikte eines anscheinend kriminellen Dentisten, offenbar von der Gegenseite bestechen ließ, verweigern mir andere Rechtsanwälte, sowie deren Kammer jede weitere Hilfe.
Hierdurch bin ich gezwungen auf zivilrechtliche Forderungen zu verzichten!

Auf meiner Suche nach den Gründen hierfür, stieß ich auf das (geheime) juristische Standesrecht.

Hier ein Auszug aus einer Ausführung, die meine Erfahrungen so detailliert wiedergeben, dass es sich nicht um einen Einzelfall handeln kann:
Zwar gibt es dem entgegenstehende, allgemeine Rechte, Verfassungsrecht, Europäische und internationale/weltweite Menschenrechtskonventionen, jedoch werden diejenigen, deren privilegierte Aufgabe darin besteht, über die Einhaltung dieser Rechte zu wachen, durch außer-/überrechtliche, selbst gesetzte, geheime Normen, nämlich dem Standes"recht“, dazu gezwungen, das normative Recht aus Gesetz und Verfassung nicht anzuwenden, um dem Ethos der Standesehre Vorrang zu verschaffen.
Die Berufsordnung erzwingt zudem ein engmaschiges gegenseitiges Kontrollsystem. Es trägt dafür Sorge, dass jeder Anwalt seinen Kollegen vertraulich kontaktiert, wenn er bei ihm eine Verletzung des Standes"rechts" erkennt. Damit wird "jeder Anwalt zum Hilfspolizisten des Kammervorstandes ernannt mit dem Auftrag, seine Kollegen auf die Beachtung des Standes"rechts" zu überwachen – ein Auftrag, den manche angesehenen und erfahrenen Anwälte nur zu gern erfüllen“ (Moller, a.a.O. S. 22). Zusätzlich ist der Kammervorstand zu kontaktieren. Der interne gegenseitige Kontroll- und Disziplinierungsmechanismus verhindert, dass Einzelne sich dem entziehen, da sie anderenfalls riskieren, den "kollegialen" Schutz aus der Gegenseitigkeit zu verlieren und über Disziplinierungen bis hin zum Berufsverbot die Existenz zu riskieren.
Jeder Anwalt ist real gleichwohl durch das Standes"recht", das insoweit zum Standesunrecht mutiert/entartet, gehindert, ein wirksames Mandat zu übernehmen und konsequent im Interesse des Rechtsuchenden - seines Mandanten - zu führen. Unter den Zwängen dieses Standes"rechts" muss jeder Anwalt entweder aus Gewissensgründen bei Erkennen der "bedenklichen" kollegialen Involvierung und der Kollision mit dem geheimen Standes"recht"

a) die Übernahme des Mandats im Voraus abweisen, oder aber

b) versuchen, durch bewusst falsche Beratung den Rechtsuchenden von seinem Rechtsschutzbegehren "abzubringen", oder als förmlich letzte
Notbremse, wenn der Rechtsuchende die Falschberatung erkennt,

c) das Mandat zur Verhinderung einer Postulationsmöglichkeit so spät als möglich niederlegen. (Lingenberg/Hummel, Kommentar zu den
Richtlinien des anwaltlichen Standesrechts, Verlag Dr. O. Schmidt, Köln, S. 82 Mitte).

zu a) Die Verweigerung/“Abweisung“ der Übernahme des Mandats bewirkt Verweigerung der Gewährung von Rechtsschutz entgegen dem Gewissen und den beruflichen Pflichten und schließlich dem berufsspezifischen und rechtsstaatlichen Auftrag. (Der angeblich wahrhaft gewissenhafte, ehrenvolle Anwalt muss verzichten - auf Mandat und Honorar - zu Gunsten des jedenfalls unehrenhaften, skrupellosen "Kollegen")

zu b) Die Verpflichtung zum "Abbringen" durch vorsätzlich falsche Beratung erweist sich als arglistige/hinterhältige Pflicht entgegen den berufsrechtlichen und vom Rechtsstaatsgedanken getragenen und unter Eidesleistung beschworenen Zielsetzungen, entgegen der fachlichen Überzeugung und durch Vergewaltigung des eigenen Gewissens, einzig zur Deckung von Unrecht durch Standesangehörige.

zu c) Die Verpflichtung zur Niederlegung bewirkt absolute Entrechtlichung – insbesondere im Bewusstsein der gleichartigen Verpflichtung aller Anwälte, welcher der Rechtsuchende durch die über die Berufsordnung gesicherten gegenseitigen Kontaktierungspflicht und dem Gebot der "gradlinigen" Fortführung im Sinne des vorausgegangenen Mandats nicht entgehen kann.

Möge es anderen Rechtsuchenden als Warnung dienen!

Quelle und gesamter Text: http://www.scribd.com/doc/26580183/090901-lehrheft-das-juristische-standesrecht

Ein weiterer diesbezüglicher Beitrag:
http://wunderhaft.blogspot.com/2010/07/skandalos-anwaltskammer-begeht.html

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