Dienstag, 14. April 2015

Die Macht von Lügen - Paul Craig Roberts

von Paul Craig Roberts
übersetzt von wunderhaft


13. April 2015
Eine Ironie der Geschichte ist, daß das Lincoln Memorial einen ehrwürdigen Raum für das Civil Right Movement und den von Martin Luther Kings Rede, “I Have a Dream”, darstellt.

Lincoln dachte nicht, daß die Schwarzen den Weißen gleichgestellt seien. Lincolns Plan war es die Schwarzen in Amerika nach Afrika zurǘckzuschicken, und, wäre er nicht ermordet worden, wäre das wahrscheinlich sein Nachkriegskonzept gewesen.

Wie Thomas DiLorenzo und einige unabhängige Historiker zusammenfassend festgestellt haben, marschierte Lincoln nicht in die Konföderation ein, um die Sklaven zu befreien. Die Emanzipationsproklamation erschien nicht vor 1863, als die Opposition im Norden wuchs, obwohl Lincolns polizeistaatliche (nicht staatspolizeiliche / d. Übers.) Maßnahmen Gegner und Zeitungen zum Schweigen bringen sollten. Die Emanzipationsproklamation war ein ein von Lincolns Stab herausgegebenes Kriegsmittel. Die Erklärung bot den Sklaven an der Union Army beizutreten, um sie nach ihren Verlusten aufzufüllen. Es bestand auch die Hoffnung, daß die Proklamation Sklavenaufstände im Süden entfachte und die Weißen der Südstaaten, während sie sich im Krieg befanden, Soldaten zum Schutz ihrer Frauen und Kinder von der Front abzögen. Die Absicht bestand darin, die Niederlage der Südstaaten zu beschleunigen, bevor die politische Opposition gegen Lincoln im Norden an Stärke gewann

Das Lincoln Memorial wurde nicht deshalb errichtet weil er die "Sklaven befreit hat", sondern weil er das Empire erhalten hat. Als Retter des Imperiums wäre Lincoln Herrscher auf Lebenszeit geworden, wenn er nicht ermordet worden wäre.

Wie Prof. Thomas DiLorenzo schreibt: "Lincoln war während seiner gesamten politischen Karriere bestrebt, die staatlichen Gewalten für die Zwecke der kommerziellen Geld-Elite (dem "Einen Prozent" seiner Tage) zu gebrauchen, erst in Illinois und dann im Norden schlechthin, durch protektionistische Zölle, staatliche Hilfen für Straßen- sowie Kanalbau- und Eisenbahnunternehmen und einer Nationalbank, die von Politikern wie ihm selbst kontrolliert würden, um das alles zu finanzieren."

Lincoln war ein Mann des Imperiums. Sobald der Süden erobert, verwüstet und geplündert war, kam seine Auswahl an kriegsverbrecherischen Generälen, wie Sherman und Sheridan, zusammen, um, in einem der schrecklichsten Genozide in der menschlichen Geschichte, die Prärieindianer auszurotten. Selbst heute noch verweisen israelische Zionisten auf Washingtons Ausrottung der Prärieindianer als Modell für Israels Erbeutung von Palästina.

Im Angriffskrieg der Nordstaaten ging es um Zölle und den Wirtschaftsimperialismus des Nordens. Im Norden herrschte Protektionismus, im Süden freier Handel. Der Norden wollte seine wirtschaftliche Entwicklung damit finanzieren den Süden zu zwingen höhere Preise für Industriegüter zu bezahlen. Der Norden erließ den Morrill Tariff, der die Zollgebühr auf 32,6% verdoppelte und eine weitere Erhöhung auf 47% vorsah. Der Zoll leitete die Gewinne des Südens für seine Agrarexporte in die Säckel der nördlichen Industriellen und Fabrikanten. Der Zoll wurde geschaffen, um die Aufwendungen des Südens für verarbeitete Waren aus England in die teureren Waren des Nordens zu lenken.

Das war der Grund, aus dem der Süden die Union verließ, ein verfassungsgemäßes Selbstbestimmungsrecht.

Lincolns Kriegsabsicht bestand darin das Empire zu retten, nicht die Sklaverei abzuschaffen. In seiner ersten Antrittsrede "verteidigte er die Sklaverei eisern". Seine Absicht war es den Süden, trotz des Morrill Tariff, im Empire zu halten. Für den Erhalt der Sklaverei sagte er: "Ich habe weder die direkte noch die indirekte Absicht die Einrichtung der Sklaverei in den Staaten, in denen sie existiert, zu behindern. Ich glaube weder das Recht noch die Neigung zu besitzen dies zu tun." Dieser Standpunkt, erinnerte Lincoln seine Zuhörer, war Teil des Grundsatzprogramms der Republikaner von 1860. Ebenso bot Lincoln seine Unterstützung bei der strengen Durchsetzung des Fugitive Slave Act an, der die Bewohner der Nordstaaten verpflichtete entlaufene Sklaven zu jagen und zurückzubringen, und er versicherte seine Unterstützung, um das Corwin Amendement in der Verfassung festzuschreiben, welches bereits über Stimmen der Nordstaaten durch Parlament und Senat verabschiedet worden war und die Behinderung der Sklaverei durch die Behörden untersagte. Lincoln und seinen Verbündeten waren das Empire weit wichtiger als Sklaven.

DiLorenzo erklärt das Abkommen, das Lincoln dem Süden angeboten hat. So viel wichtiger wie den Nordstaaten das Empire als die Sklaverei war, war, zur Vermeidung hoher Zölle auf verarbeitete Güter, ein Zoll für landwirtschaftliche Produkte der Südstaaten für jene in der Tat wichtiger als Garantien der Nordstaaten für den Erhalt der Sklaverei.

Wenn sie ihre Gehirnwäsche über den Angriffskrieg der Nordstaaten abschütteln wollen, lesen sie DiLorenzos Bücher, The Real Lincoln und Lincoln Unmasked. Der sogenannte Bürgerkrieg war kein Bürgerkrieg. In Bürgerkriegen kämpfen beide Seiten um die Kontrolle der Regierung. Die Südstaaten haben nicht um die Kontrolle der Bundesregierung gekämpft. Die Südstaaten hatten sich abgetrennt und die Nordstaaten verweigerten ihnen eigene Wege zu gehen.

Der Grund warum ich hierüber schreibe ist, um zu illustrieren wie Geschichte zugunsten von Geschäftsordnungen gefälscht wird. Ich stehe voll und ganz zu den Bürgerrechten und habe als Collegestudent an der Bewegung teilgenommen. Was mich unwohl stimmt ist die Transformation Lincolns, eines Tyrannen, der  als ein Agent für das Eine Prozent bereit war alles zugunsten des Empires zu zerstören, in einen Helden der Bürgerrechte. Wer wird der Nächste sein? Hitler? Stalin? Mao? George W. Bush? Obama? John Yoo? Wenn Lincoln ein Held der Bürgerrechte sein kann, können es Folterknechte auch sein. Jene, die in Washingtons Kriegen Frauen und Kinder ermorden, können zu Verteidigern von Frauenrechten und Anwälten von Kindern gemacht werden. Und wahrscheinlich werden sie es.

Das ist die verdrehte, pervertierte Welt in der wir leben. Wladimir Putin, der Präsident Rußlands, ist mit dem Sturz der gewählten Regierung in der Ukraine durch Washington konfrontiert, einem russischen Verbündeten und für Jahrhunderte Teil Rußlands, während Putin fälschlich des Einmarsches in der Ukraine beschuldigt wird. China wird von Washington als Menschenrechtsverletzer angeklagt, während Washington mehr Zivilisten im 21. Jahrhundert ermordet hat als alle anderen Länder zusammen.

Überall im Westen bleiben monströse Lügen unbestritten stehen. Die Lügen sind in Geschichtsbüchern, in Studienplänen, politischen Erklärungen, politischen Bewegungen und -Angelegenheiten sowie in der historischen Rückschau zur Norm geworden.

Um die Lügen, die es lebt, zu überleben, wird Amerika unter schweren Druck geraten.


Quelle: http://www.paulcraigroberts.org/2015/04/13/power-lies/

zusätzliche Quellenangabe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Corwin#Corwin-Amendement



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