Samstag, 27. Juni 2015

Vereinigte Staaten - Mächte der NATO intensivieren Vorbereitungen für Nuklearkriege

von Thomas Gaist
übersetzt von wunderhaft


26. Juni 2015
Gemäß vom Guardian zitierter Quellen der NATO bereitet sich das Militärbündnis, als Antwort auf die vermeintliche "russische Aggression", auf eine aggressivere Kernwaffenstrategie vor.

Laut Funktionären der NATO beinhalten die vorgeschlagenen Veränderungen Maßnahmen für eine größere Beteiligung von Nuklearstreitkräften bei den andauernden Militärmanövern entlang den russischen Grenzen und neue Richtlinien für eine nukleare Eskalation gegen Rußland.

Die Kernwaffendoktrin des Bündnisses war Gegenstand rein informeller Diskussionen "am Rande" des derzeitigen NATO-Gipfels. Die neuen Strategien werden auf einer bevorstehenden Konferenz der Nuklearen Planungsgruppe , die in dieser Woche vorverlegt wurde nachdem Gerüchte über die geheime Planung aufkamen, formal dargestellt und bestätigt.

Es besteht echte Besorgnis über die Art mit der Rußland die Thematik von Kernwaffen öffentlich verbreitet. "So gibt es sicherlich viele Überlegungen zu Nuklearwaffen in dem Bündnis", wie ein ungenannter Diplomat der NATO dem Guardian berichtete.

Die Behauptung, die Diskussion über die Neuregelung der Kernwaffenstrategie sei eine Antwort auf die russische Aggression, stellt die Realität auf den Kopf. Im Nachgang des von den Vereinigten Staaten und der NATO unterstützten Putsches in der Ukraine im vergangenen Jahr waren die größten imperialistischen Mächte mit der schonungslosen Militarisierung Osteuropas beschäftigt, einschließlich der Errichtung einer schnellen Eingreiftruppe von 40,000 Soldaten.

In dieser Woche hat der US-Verteidigungsminister, Ashton Carter, angekündigt, daß die Vereinigten Staaten dauerhaft Panzer, Militärfahrzeuge und anderes Gerät in an Rußland grenzenden Ländern stationieren würde. Weiterhin gibt es andauernde Diskussionen über die direkte Bewaffnung der Ukraine, abgesehen von der umfangreichen Unterstützung, die die dortige Rechtsregierung bereits erhält.

Die NATO plant nun jedem Versuch Rußlands, den aggressiven Bewegungen des US-Imperialismus standzuhalten oder zu erwidern, mit noch mehr massiven militärischen Antworten, einschließlich Nuklearwaffen, zu begegnen.

Ein Bericht der Financial Times gab einen Hinweis auf die Denkweise der NATO-Strategen. Im Falle eines Konfliktes mit einem der Baltischen Staaten "könnte Rußland... das Bündnis beschuldigen den Konflikt anzuheizen und mit dem Einsatz von nuklearen Mittelstreckenraketen drohen." Die Times zitiert Elbrige Colby vom Center for a New Amerikan Security (CNAS): "Die NATO benötigt keine völlige nukleare Umkehr. Aber sie muß in ihrer Antwort realistisch- und gewillt sein Putin zu zeigen, daß er hiermit nicht davon kommen würde."

Diese Szenario ruht auf Behauptungen der Vereinigten Staaten, Rußland habe den INF-Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme verletzt, Behauptungen, welche die russische Regierung dementiert hat. US-Beamte haben verkündet, daß das Pentagon, als Antwort auf Moskaus angebliche Verletzung des Vertrages, den Start von präventiven Angriffen gegen Raketen oder andere Ziele in Rußland vorbereitet, einschließlich den von Nuklearwaffen.

Die Ankündigung weitreichender Änderungen in der Nuklearstrategie der NATO erschien nur Tage nach der Veröffentlichung eines umfangreichen Berichtes, "Project Atom: Defining US Nuclear Strategy and Posture for 2025-2050", des Center for Strategic and International Studies (CSIS). Der Großteil des Berichts stammt aus der Feder eines hauptberuflichen Strategen der US-Regierung, Clark Murdock, einem Mann, der vormals in hochrangingen Strategieabteilungen der Central Intelligence Agency (CIA), dem Department of Defense (DOD), der US Air Force and dem National War College beschäftigt war. Der Bericht schloß Beiträge einer großen Arbeitsgruppe von Forschern und Experten, einschließlich solcher vom CNAS und der National Institution for Public Policy (NIPP) mit ein.

Nach Ansicht der CSIS-Analyse müssen die Vereinigten Staaten die Nutzung ihres nuklearen Arsenals in Kriegen gegen Rußland, China oder andere Mächte vereinfachen. Das Militär muß "eine, für die Realitäten des einundzwanzigsten Jahrhunderts geschaffene", Nuklearstrategie anwenden, die auf neuen Generationen von taktischen Sprengköpfen und Trägersystemen beruht.

Nach der Argumentation des CSIC-Berichts, werden fortschrittlichere taktische Nuklearwaffen Washington in die Lage versetzen kleine Nuklearkriege zu beginnen, ohne sich selbst von der Besorgnis, daß seine Aktionen zu einem nuklearen Holocaust führen können, "abschrecken" zu lassen.

"Die Vereinigten Staaten benötigen die Entwicklung und Stationierung einsatzfähigerer Nuklearwaffen", so der Bericht, einschließlich "geringer Kollateralschäden, erhöhter Strahlung, der Tiefenwirkung auf die Erde, dem elektromagnetischen Puls und anderer technologische Verbesserungen."

Solche Verbesserungen, argumentiert der Bericht, sind, gemeinsam mit der Erweiterung des "Clubs der Atommächte" um mindestens neun Regierungen, der einzige Weg, um der Aushöhlung der technischen Überlegenheit Amerikas durch die wachsenden chinesischen und russischen Atomwaffenarsenale zu begegnen.

Gemäß der vom CSIS und Murdock vertretenen Theorie der "Angemessenen Antwort", könnten diese Art mobiler Kernwaffen in "kontrollierten Nuklearoperationen" durch den Abschuß von "leicht dosierten, akkuraten Spezialeffekten" gegen feindliche Ziele eingesetzt werden, ohne zu einem vollständig Atomkrieg zu führen.

Durch die "Weiterentwicklung eines robusten Satzes unterschiedlicher Optionen der nuklearen Antwort", könnten die Vereinigten Staaten Nuklearschläge über "sämtliche Sprossen der nuklearen Eskalationsleiter"
ausführen, schrieb Murdock.

Solch "kleinformatige" Nuklearkonflikte würden unvermeidlich zehn-, wenn nicht hunderte Millionen Leben fordern, selbst wenn sie nicht zu einem weltweiten Nuklearkrieg eskalierten.

Der Boden der Vereinigten Staaten würde, gemäß dieser Therorie, vor den Konsequenzen der regional begrenzten nuklearen Kriegsführung durch den abschreckenden Effekt von Washingtons riesigem Arsenal an leistungsstarken strategischen Waffen geschützt. Überdies würde jeder von der US-Regierung begonnene “kontrollierte” Nuklearkonflikt keine Nuklearoperationen einschließen, die auf Nordamerika zielten oder von dort ausgehen würden.

"Das Heimatland der Vereinigten Staaten wäre nicht von der Antwort der Vereinigten Staaten auf einen nuklearen Angriff gegen einen regionalen Verbündeten betroffen", schrieb der CSIS.

Kaum verschleiert schlägt das CSIS vor, daß die Vereinigten Staaten die Länder von Verbündeten und Auftraggebern als Austragungsorte und Arenen für die "kontrollierte" nukleare Kriegsführen benutzen sollten.

Als Produkt der Kollaboration eines ausgedehnten Netzwerks von Strategietheoretikern der herrschenden Klasse, sind solche Vorschläge für die Arbeiterklasse äußerst unheilverkündend und stellen eine ernsthafte Warnung dar.

Es hat andere Forderungen nach einer bedeutenden Vergrößerung der US-Kernwaffenkapazität gegeben.  In Kommentaren an den Atlantischen Rat  hat der amerikanischer Kongreßabgeordneter Mac Thornberry, der Vorsitzende des Ausschusses von House Armed Services, Anfang der Woche einen “nationalen Diskurs über den Bau neuer Atomwaffen” verlangt.

"Wir waren nicht in der Lage überhaupt einen Diskurs hierzu zu führen, aber ich denke wir sollten das tun", erklärte Thornberry.

Im vergangenen Jahr hat die Obama-Regierung Pläne für eine 1 Billion Dollar teure, drei Jahrzehnte lange Aufrüstung des Nuklearwaffenpotentials angekündigt.

In den Schreiben des CSIS und den anderen Diskussionen innerhalb des Staatsapparats offenbart sich ein Grad des Wahnsinns. Die Strategen des amerikanischen Imperialismus berechnen kaltblütig die besten Taktiken zur Führung eines siegreichen Nuklearkriegs. Noch entspringt dieser Wahnsinn der Logik des amerikanischen Imperialismus und dem Drang der Finanzaristokratie nach der Kontrolle - immer direkter durch die Anwendung von Gewalt - über die gesamte Welt.

Quelle: http://www.wsws.org/en/articles/2015/06/26/nuke-j26.html

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1 Kommentar:

  1. Haben wir es nur noch mit Geisteskranken zu tun.Statt friedlichen Handel wird nur
    das Morden geplant.

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