Donnerstag, 23. Juli 2015

Geschichtsfälschung zu Gunsten der Tagesordnung - Paul Craig Roberts

von Paul Craig Roberts
übersetzt von wunderhaft 

21. Juli 2015
In einem Artikel von 13. April ( http://www.paulcraigroberts.org/2015/04/13/power-lies/ ) verwendete ich den sogenannten Bürgerkrieg und die Mythen, mit denen Historiker diesen Krieg belastet haben um zu zeigen wie Geschichte zugunsten politischer Agendas gefälscht wird. Ich habe verdeutlicht, daß es ein Sezessionskrieg war und kein Bürgerkrieg, da der Süden nicht um die Kontrolle der Regierung in Washington kämpfte. Hinsichtlich der Sklaverei beweisen alle Erklärungen von Lincoln, daß er weder für die Schwarzen noch gegen die Sklaverei war. Dennoch wurde er zu einen Bürgerkriegshelden gemacht, und der Angriffskrieg der Nordstaaten, deren Absicht, wie Lincoln immer wieder betonte, darin bestand "die Union zu erhalten" (das Imperium), in einen Befreiungskrieg für die Sklaven verwandelt.

Bezüglich der Unabhängigkeitserklärung, sagte Lincoln, daß sie eine "sinnvolle Maßnahme zur Kriegsführung" war, die für den Sieg über die Südstaaten hilfreich wäre und Europa, das die Anerkennung der Konföderierten erwog, überzeugen würde, daß Washington von "mehr als Ehrgeiz angetrieben sei". Die Erklärung befreite nur die Sklaven der Konföderierten, nicht die der Union. Wie Lincolns Außenminister es ausdrückte: "wir  befreiten die Sklaven, wo wir sie nicht erreichen und halten sie in Ketten, wo wir sie befreien können".

Einige Leser haben an der Wahrheit Anstoß genommen und eine Feststellung historischer Fakten als rassistische Verteidigung der Sklaverei mißinterpretiert. In dem untenstehenden Artikel, weist der angesehene Afroamerikaner, Walter Williams, darauf hin, daß der Krieg um Geld, nicht um die Sklaverei geführt wurde. Wird Walter Williams nun als "selbsthassender Schwarzer" bezeichnet, so wie Juden, die die Wahrheit über die Politik Israels aussprechen, "selbsthassende Juden" genannt werden?

Rassistische Erklärungen können sehr irreführend sein. Beispielsweise ist es nun unbestreitbar, daß die Polizei aus Rassisten besteht, weil sie grundlos schwarze Amerikaner töten und fast immer damit davonkommen. Hierbei wird die Beschreibung einer Tatsache gefährlich mißgedeutet. Tatsächlich töten Polizisten mehr Weiße als Schwarze, und kommen mit diesen Morden ebenso davon. Wieso ist die Rasse nun die Erklärung?

Die eigentliche Erklärung ist, daß die Polizei militarisiert und dafür ausgebildet worden ist um die Öffentlichkeit als Feind zu betrachten, der zunächst gewaltsam gebändigt und im Anschluß befragt werden muß. Das ist der Grund, warum so viele Unschuldige aller Rassen so brutal angegangen und getötet werden. Zweifelsohne sind einige Polizisten Rassisten, aber ihre Einstellung zur Öffentlichkeit ist insgesamt eine brutale gegenüber allen Rassen sowie Geschlechts- und Altersgruppen. Die Polizei ist eine Gefahr für alle, nicht nur für Schwarze.

Wir sehen den gleichen Fehler hinsichtlich der Kriegsflagge der Konföderierten. Beim Lesen einiger der Berichte über den kürzlichen Amoklauf in der Kirche von Charlston, bekam ich den Eindruck, daß die Kriegsflagge der Konföderierten und nicht Dyllan Roofs für die Morde verantwortlich war. Jene, die die Flagge zu einem "Symbol des Hasses" erklären, mögen Recht haben. Womöglich ist sie ein Symbol ihres Hasses auf die "weißen Südstaaten", ein Haß der auf der Mißinterpretation des sogenannten "Bürgerkriegs" beruht. Wenn vier Jahre, in denen die Konföderiertenflagge über der Sklaverei wehte, sie zu einem Symbol des Hasses macht, was macht dann, wie ein Kommentator anmerkte, die US-Flagge, die 88 Jahre über der Sklaverei wehte?

Flaggen auf einem Schlachtfeld dienen Soldaten als Hinweis über den Verlauf ihrer Linien. In Zeiten des Schwarzpulvers erzeugten Gefechte enorme Rauchwolken, die den Linienverlauf der sich gegenüberstehenden Truppen verschleierte. In der ersten Schlacht am Bull Run resultierte die Verwirrung aus der Ähnlichkeit der Flaggen. Aus diesem Grund entstand die Kriegsflagge der Konföderation. Es hatte nichts mit Haß zu tun.

Die im zentralisierten Staat geborenen Amerikaner sind sich nicht bewußt, daß ihre Vorfahren sich prinzipiell als Einwohner von Staaten betrachtet haben und nicht als Amerikaner. Ihre Loyalität galt ihrem Staat. Als Robert E. Lee das Kommando in der Union Army angeboten wurde, lehnte er mit der Begründung ab, daß er als Bürger von Virginia nicht gegen sein Vaterland kämpfen könne.

Es wurde der Mythos erschaffen, daß die Südstaatler Schwarze zu Sklaven gemacht hätten, weil sie Rassisten seien. Fakt ist, daß Sklaven als Arbeitskräfte für die großflächige Landwirtschaft in die Neue Welt gebracht wurden. Die ersten Sklaven waren Weiße, die nach europäischem Strafrecht zur Sklaverei verurteilt worden sind. Die Encyclopedia Virginia berichtet, daß "Sträflingsarbeiter zu einem niedrigerem Preis erworben werden konnten als vertraglich verpflichtete weiße oder versklavte afrikanische Arbeiter, und weil sie sich bereits außerhalb der Gesellschaftsnormen befanden, konnten sie einfacher ausgenutzt werden".

Die Versklavung von Weißen gab es auch in Form zeitlich begrenzt vertraglich verpflichteter Knechte unter Arbeitsbedingungen von Sklaven. Eingeborene Indianer waren versklavt. Jedoch erwiesen sich Weiße und eingeborene Indianer als untaugliche Arbeitskräfte für die großflächige Landwirtschaft. Die Weißen waren gegen Malaria und Gelbfieber nicht immun. Es stellte sich heraus, daß einige Afrikaner es waren, und Afrikaner waren auch an das heiße Klima gewöhnt. Durch ihre höhere Überlebensfähigkeit begünstigt, wurden Afrikaner zu den Arbeitskräften der Wahl.

Sklaven waren in den südlichen Kolonien bedeutender als in den nördlichen, weil das Land im Süden geeigneter für die großflächige Landwirtschaft war. Zur Zeit der Amerikanischen Revolution, war der Süden auf Landwirtschaft spezialisiert, und die Sklaverei war, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der Konföderation, eine lange vorher entstandene, übernommene Einrichtung. Der Prozentsatz an Sklavenbesitzern war sehr gering, da die Sklaverei mit großem Landbesitz und dem Anbau von Exportgetreide verbunden war.

Die Sklaverei und die Konföderation mit Rassismus zu begründen wird einigen Agendas gerecht, entspricht jedoch nicht der Geschichte.

Begründungen sind keine Legitimation. Jede Institution, jede Untugend, jede Tugend und jede Sprache hat ihre Wurzeln. Jede Institution und jeder Sachverhalt hat maßgebliche Beteiligte, die sie verteidigen. Es gab einige wenige Bemühungen, wie die Französische Revolution  und die Russische Revolution, zur Neugestaltung der Welt an einem Tag durch die Befreiung von allen Institutionen, jedoch erwiesen sich diese Bemühungen als Fehlschläge.

Kontinuierliche Rassismusvorwürfe können Rassismus ebenso erzeugen wie aufrechterhalten, so wie die kontinuierliche Propaganda aus Washington Islamophobie und Russophobie in der amerikanischen Bevölkerung erzeugt. Wir sollten bei der Benutzung unserer Worte sorgfältig sein und Agenda-gesteuerte Begründungen zurückweisen.

Immerzu werde ich von Lesern gefragt: "Was können wir tun?". Die Antwort ist stets die selbe. Wir können können gar nichts tun, wenn wir nicht informiert sind.



von LewRockwell.com

https://www.lewrockwell.com/2015/07/walter-e-williams/was-1861-a-civil-war/
Historical Truth

By Walter E. Williams

21. Juli 2015
Wir nennen den Krieg von 1861 den Civil War. Aber ist das korrekt? Ein Bürgerkrieg ist ein Kampf zwischen zwei oder mehreren Kräften, die versuchen die zentrale Regierung zu übernehmen. Der Präsident der Konföderierten, Jefferson Davis, hat ebenso wenig begehrt Washington D.C. zu übernehmen, wie George Washington im Jahr 1776 begehrt hat London zu übernehmen. Beide Kriege, der von 1776 und der von 1861, waren Unabhängigkeitskriege. Eine solche Erkenntnis verlangt von niemand die Schrecken der Sklaverei zu billigen. Wir könnten fragen: "Welchen Anteil hatte die Sklaverei an diesem Krieg?"

War Präsident Abraham Lincoln wirklich für die Ächtung der Sklaverei? Betrachten wir seine Worte. In einem Brief aus dem Jahr 1858 schrieb Lincoln: "Ich habe es tausendmal erklärt und wiederhole es jetzt, daß nach meiner Meinung weder die Bundesregierung noch irgendeine andere Macht außerhalb der Sklavenstaaten, Sklaven oder die Sklaverei, wo sie bereits existiert, verfassungs- oder rechtmäßig einschränken kann. In einer Rede in Springfield, Lousiana, erläuterte er: "Meine Erklärungen zur  Versklavung von Negern können zwar mißinterpretiert, jedoch nicht mißverstanden werden. Ich habe gesagt, daß nach meinem Verständnis die Bedeutung der Worte, "all men were createt equal" (alle Menschen (oder Männer?) wurden gleich an Rechten erschaffen / Anm. d. Übers.), nicht in jeder Hinsicht gelten." In einer Diskussion mit Senator Stephan Douglas sagte Lincoln: "Weder heute noch früher habe ich je für das Wahlrecht von Negern oder ihrer Ernennung zu Geschworenen noch dafür plädiert, sie als Amtsträger sowie zur Heirat mit Weißen zu befähigen; und ich will außerdem hinzufügen, daß ein physischer Unterschied zwischen der weißen und schwarzen Rasse besteht, der ein Zusammenleben hinsichtlich der sozialen und politischen Gleichberechtigung für immer verbietet."

Wie sieht es mit Lincolns Befreiungserklärung aus? Hier seine Worte: "Ich betrachte die Angelegenheit (die Befreiung der Sklaven) als eine sinnvolle Kriegsmaßnahme, über die nach ihrem Nutzen oder Schaden bei der Niederschlagung des Aufstands entschieden werden muß." Auch schrieb er: "Ich möchte ebenso einräumen, daß die Befreiung uns in Europa helfen könnte, um sie (die Europäer / d. Übers.) davon zu überzeugen, daß sich unser Antrieb auf etwas mehr als Ehrgeiz gründet." London und Paris hatten erwogen die Konföderation anzuerkennen und und sie im Krieg gegen die Union zu unterstützen.

Die Befreiungserklärung war keine allgemeine Erklärung. Sie regelte genau wo Sklaven zu befreien waren, nämlich ausschließlich in den Staaten, "die gegen die Vereinigten Staaten rebellierten." In Staaten wie Kentucky, Maryland, Delaware und Missouri, die sich an dem Aufstand nicht beteiligt hatten, änderte sich am Personenstand der Sklaven nichts. Die Verlogenheit der Befreiungserklärung geriet unter heftige Kritik. Lincolns eigener Außenminister, William Seward, sagte sarkastisch: "Wir bekunden unsere Sympathie mit der Sklaverei mit der Befreiung von Sklaven dort, wo wir sie nicht erreichen können, und halten sie dort in Knechtschaft, wo wir sie befreien können."

Lincoln artikulierte ein Bild von der Rezession, das von den Konföderierten herzlich begrüßt worden wäre: "Jedes Volk, das dazu tendiert und die Macht hat, hat überall das Recht dazu aufzustehen, sich von der bestehenden Regierung zu befreien und eine neue zu bilden, die besser zu ihm passt. ...noch ist dies Recht auf Fälle beschränkt, in denen das gesamte Volk einer existierenden Regierung entscheidet es anzuwenden. Jeder Teil eines solchen Volkes, der dazu in der Lage ist, kann eine Umwälzung beginnen und sich so viel Land aneignen, wie es bewohnt." Lincoln äußerte diese Ansicht in einer Rede vor dem U.S. House of Representatives zur Unterstützung eines Krieges mit Mexiko und der Abspaltung Texas (von Mexiko) im Jahr 1848.

Warum teilte Lincoln dieselben Gefühle für die Sezession des Südens? Bei der Beantwortung ist es hilfreich dem Geld zu folgen. Durch die gesamte Geschichte unserer Nation bestanden die einzigen Quellen für Staatseinkommens aus Verbrauchssteuern und Zöllen. Während der 1850er Jahre machten Zölle bis zu 90% des Staatseinkommens aus. Welcher "verantwortungsvolle" Politiker würde so hohe Staatseinnahmen abgeben?




Dr. Paul Craig Roberts war stellvertretender Finanzminister und Mitherausgeber des Wall Street Journal. Er war Kolumnist für Business Week, Scripps Howard News Service und Creators Syndicate. Er hatte viele Universitätsprofessuren inne. Seine Internet-Kolumnen genießen weltweites Ansehen. Roberts letzte Bücher sind The Failure of Laissez Faire Capitalism and Economic Dissolution of the West und How America Was Lost.


Quelle: http://www.paulcraigroberts.org/2015/07/21/falsifying-history-behalf-agendas/

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