Samstag, 4. Juli 2015

Pentagon veröffentlicht "2015 Strategy", eine Blaupause für die Weltherrschaft

von Mike Whittney
übersetzt von wunderhaft


3. Juli 2015
Am Mittwoch veröffentlichte das Pentagon seine 2015 Military Strategy, eine 24-seitige Blaupause über die Weltherrschaft durch militärische Gewalt. Während die Sprache des Berichtes feiner und weniger hetzerisch ist als in ähnlichen Dokumenten aus der Vergangenheit, bleibt der Entschluß, US-Interessen durch den einseitigen Einsatz äußerster Gewalt zu verfolgen, der Eckstein der neuen Strategie. Leser werden nicht einen Hinweis auf Gewissensbisse wegen der gewaltigen Zerstörung und den Verlust von Leben finden, welche die Vereinigten Staaten in Ländern verursacht haben, die nicht den Hauch einer Bedrohung für die Nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten dargestellt haben. Statt dessen spiegelt der Bericht die stählerne Entschlossenheit seiner Autoren und Bestandteile der Elite, um das Gemetzel und den Aderlaß fortzusetzen, bis alle potentiellen Rivalen getötet oder beseitigt worden sind, bis zu jener Zeit, in der Washington davon überzeugt ist, daß seine Kontrolle über die Hebel der globalen Macht nicht in Frage gestellt werden kann.

Wie zu erwarten war, verbirgt die NMS ihre feindlichen Absichten hinter dem irreführenden Begriff der "Nationalen Sicherheit". Die Vereinigten Staaten beginnen keine Angriffskriege gegen unbescholtene Staaten, die im Besitz großer Mengen von Bodenschätzen sind. Nein. Die Vereinigten Staaten schaffen bloß "Voraussetzungen für Sicherheit" zum "Schutz der Heimat" und zum "Fortschritt der Nationalen Interessen". Wie könnte jemand schließlich daran Kritik üben, haben die VS nicht erst versucht Frieden und Demokratie nach Afghanistan, Irak, Libyen und nun nach Syrien zu bringen?

Im Vorwort des Vorsitzenden bemüht sich der Joint Chiefs of Staff, Gen. Martin Dempsey, das amerikanischen Volk auf eine Zukunft endloser Kriege vorzubereiten:
"Künftige Konflikte werden schneller auftreten, länger andauern und auf einem technisch viel anspruchsvolleren Schlachtfeld geführt. ... Wir müssen im Stande sein uns an neue Bedrohungen schnell anzupassen, während wir den komparativen Vorteil gegenüber den traditionellen Bedrohungen aufrechterhalten ... Die Anwendung von militärischer Gewalt gegen staatliche Bedrohungen unterscheidet sich sehr von der Anwendung militärischer Gewalt gegen nichtstaatliche Bedrohungen. Wir werden eher ausgedehnten Feldzügen gegenüberstehen als Konflikten, die schnell zu lösen sind ... diese Kontrolle der Eskalation wird schwieriger und wichtiger."
(Document: 2015 U.S. National Military Strategy, USNI News)
Krieg, Krieg und noch mehr Krieg. Das ist die Vision des Pentagons für die Zukunft. Anders als Rußland oder China, die einen Plan für eine asiatisch-europäische Freihandelszone (Seidenstraße) haben, der Arbeitsplätze schafft, wichtige Infrastruktur verbessert und den Lebensstandard erhöht, sehen die Vereinigten Staaten ausschließlich Tod und Zerstörung voraus. Washington hat keine Strategie für die Zukunft, keine Vision für eine bessere Welt. Es gibt nur Krieg - asymmetrischen Krieg, technologischen Krieg, Präventivkrieg. Die gesamte politische Klasse und ihre Zahlmeister aus der Elite unterstützen einhellig die Herrschaft durch Waffengewalt. Das ist die unweigerliche Bedeutung dieses Dokuments. Die Vereinigten Staaten beabsichtigen ihren unsicheren Zugriff auf die globale Macht durch den Gebrauch ihres größten Vermögens zu erhalten - ihr Militär.

Und wen haben sie aufs Korn genommen? Lesen sie diesen Auszug eines Artikels der Defense News:
"Im Besonderen nennt die Strategie Iran, Rußland und Nord Korea als aggressive Bedrohungen für den Weltfrieden. Es erwähnt außerdem China, beginnt dieses Kapitel jedoch bemerkenswerterweise mit der Aussage, daß die Obama-Administration "Chinas Aufstieg unterstützen und es ermutigen will ein Partner für die internationale Sicherheit zu werden" und fährt damit fort die Rolle Chinas als wirtschaftlicher Bündnispartner mit der eines regionalen Wettbewerbers zu verknüpfen.
"Von keiner dieser Nationen wird angenommen, daß sie den direkten militärischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten oder unseren Bündnispartnern suchen", so der Bericht. "Nichtsdestotrotz gibt jede von ihnen Grund zu ernsthaften Sicherheitsbedenken, denen die internationale Gemeinschaft miteinander in Form von gemeinsamer Politik, Informationsaustausch und des koordinierten Handelns begegnet."
(Pentagon Releases National Military Strategy, Defense News)
Haben sie den letzten Teil gelesen?  "Von keiner dieser Nationen wird angenommen, daß sie den direkten militärischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten oder unseren Bündnispartnern suchen", so der Bericht. Nichtsdestotrotz gibt jede von ihnen Grund zu ernsthaften Sicherheitsbedenken..."

Mit anderen Worten will keines dieser Länder die Vereinigten Staaten bekämpfen, aber die Vereinigten Staaten wollen sie bekämpfen. Und die US fühlen sich berechtigt einen Krieg gegen diese Länder zu beginnen, ja, weil sie entweder enorme Ressourcen kontrollieren, große Industriekapazitäten besitzen, eine Region der Welt besetzten, welche für die US von geopolitischem Interesse ist oder weil sie sich schlicht ihre eigene souveräne Unabhängigkeit erhalten wollen, was in der Tat ein Verbrechen ist.

Laut Dempsey begründen all diese fadenscheinigen Ausreden die Berechtigung für Konflikte, hauptsächlich weil sie für die Vereinigten Staaten "ernsthafte Sicherheitsbedenken darstellen", was bedeutet, daß sie die Rolle der US als der Welt einzige Supermacht untergraben.

Das NMS widmet seine besondere Aufmerksamkeit Rußland, Washingtons Lieblingsfeind des Monats, das die Unverfrorenheit besaß seine Sicherheitsinteressen nach einem vom State Departement unterstützten Staatsstreich in der benachbarten Ukraine zu verteidigen. Hierfür muß Moskau bestraft werden. Hierzu aus dem Bericht:
"Einige Staaten versuchen jedoch, Schlüsselaspekte der internationalen Ordnung zu revidieren, und handeln in einer Weise, die unsere nationalen Sicherheitsinteressen bedroht. Während Rußland zu ausgewählten Sicherheitsbereichen, wie der Drogenbekämpfung und der Terrorismusbekämpfung, beigetragen hat, hat es ebenso wiederholt gezeigt, daß es die Souveränität seiner Nachbarn nicht respektiert und gewillt ist Gewalt für die Erreichung seiner Ziele anzuwenden. Rußlands militärische Aktionen unterminieren die regionale Sicherheit direkt und durch Stellvertreterkräfte. Diese Handlungen verletzen zahlreiche Vereinbarungen, die Rußland unterzeichnet und sich hierdurch zur Einhaltung internationaler Normen verpflichtet hat."
(2015 NMS)
Rußland ist ein Bösewicht, weil Rußland sich geweigert hat still zu halten, während die Vereinigten Staaten die ukrainische Regierung stürzten, einen Handlanger der US installierten, einen Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Fraktionen herbeiführten, Neo-Nazis in Machtpositionen der Sicherheitsdienste erhoben, die Wirtschaft in Insolvenz und Ruin gestürzt und ein CIA-Hauptquartier in der Hauptstadt errichtet hat, um das ganze Schützenfest anzuleiten. Deshalb ist Rußland böse und muß bestraft werden.

Aber bedeutet das, daß Washington ernsthaft einen Krieg mit Rußland in Erwägung zieht?

Hier ist ein Auszug aus dem Dokument, das dabei hilft Klarheit in die Angelegenheit zu bringen:
"In der vergangenen Dekade bestanden unsere Feldzüge hauptsächlich in Operationen gegen gewaltsame extremistische Netzwerke. Jedoch werden wir in absehbarer Zukunft größere Aufmerksamkeit auf staatliche Akteure richten müssen. Sie erlangen zunehmend die Fähigkeit die regionale Bewegungsfreiheit anzufechten und bedrohen unsere Heimat. Besonders besorgniserregend ist die Ausbreitung von ballistischen Raketen, Präzisionsschlagtechnologien, unbemannten Systemen, Weltraum- und Cyberfähigketen und Massenvernichtungswaffen, die zur Bekämpfung der militärischen Überlegenheit der Vereinigten Staaten konstruiert worden sind und deren Zugriff weltweit verkürzt ist."
(2015 NMS)
Für mich klingt das als haben Washingtons Bosse ihre Beschlüsse bereits gefaßt. Rußland ist somit der Feind. Rußland muß bekämpft werden. Wie sonst würde man "gegen einem revisionistischen Staat vorgehen" der "unser Heimatland bedroht"?

Natürlich mit Daisy Cutters. Wie jeder andere auch.

Die NMS stellt eine Wäscheliste mit Begründungen für den Beginn von Kriegen gegen (imaginäre) Gegner der Vereinigten Staaten bereit. Tatsache ist, daß das Pentagon hinter jeder Ecke Geister sieht. Ob beim Thema neue Technologien, "demographischer Wandel" oder kulturelle Unterschiede; sie alle werden als potentielle Bedrohung von Interessen der Vereinigten Staaten wahrgenommen, insbesondere alles was mit dem "Wettbewerb um Ressourcen" in Verbindung steht. An dieser verzerrten Realitätsbetrachtung, sieht man wie die Invasion des Irak mit der Begründung gerechtfertigt wurde, daß Sadams Kontrolle über die enormen Ölreserven des Irak eine direkte Herausforderung der US-Hegemonie darstellte. Natürlich mußte Sadam entfernt und über eine Million Menschen ermordet werden, um die Dinge richtig zu stellen und die Welt wieder in Balance zu bringen. Das ist die vorherrschende Ansicht der Nationalen Militärstrategie, die besagt, was immer die Vereinigten Staaten tun ist in Ordnung, weil es die Vereinigten Staaten sind.

Leser sollten nicht erwarten etwas Neues in der NMS zu finden. Das ist alter Wein in neuen Schläuchen. Das Pentagon hat die Bush-Doktrin kaum verändert während sie ihre Rhetorik entschärfte. Es besteht keine Notwendigkeit die Leute mit Gesprächen über Unilateralismus, Bevorrechtung, das Herunterspielen von internationalem Recht oder nicht provozierten Aggressionen in Angst und Schrecken zu versetzen. Dennoch weiß jeder, daß die Vereinigten Staaten tun was immer zur Hölle sie tun wollen, um das Imperium intakt zu halten. Die 2015 National Military Strategy bestätigt diese traurige Tatsache nur.


MIKE WHITNEY lebt in Washington state. Er ist Mitarbeiter an Hopeless: Barack Obama and the Politics of Illusion (AK Press). Hopeless ist auch als Kindle edition erhältlich. Er ist unter fergiewhitney [at] msn.com erreichbar.


Quelle: http://beta.counterpunch.org/2015/07/03/the-pentagons-2015-strategy-for-ruling-the-world/


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1 Kommentar:

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