Samstag, 24. Oktober 2015

Fukushima-Fallout: Bedenken zur Radioaktivität in den Wind geschlagen und über Bord geworfen

von Cynthia McKinney / via RT
übersetzt von wunderhaft


Nach ihrem Dienst in der Legislative gewann Cynthia McKinney 1992 einen Sitz im US-Repräsentantenhaus. Sie war, als Vertreterin von Georgia, die erste afroamerikanische Frau im US-Kongreß. 2005 kritisierte McKinney öffentlich die Reaktion der Regierung auf den Orkan Katrina und war das erste Kongreßmitglied, das Artikel über ein Amtsenhebungsverfahren  von George W. Bush archivierte.




19. Oktober 2015
Im Nachgang der, auf den Tsunami vom 11. März 2011 folgenden, nuklearen Kernschmelze im japanischen Fukushima versagte die internationale Gemeinschaft völlig darin, die Öffentlichkeit hinreichend zu informieren und sie vor dem Fallout zu schützen.

Wissenschaftler und Umweltbehörden sind über die unüblichen Ereignisse weiterhin besorgt und wundern sich über deren Ursachen. Gleichzeitig präsentieren die Medien Fakten aber versäumen, hinsichtlich des anhaltenden Sachverhalts, jegliche Verbindung zu der ursächlichen Tragödie zu ziehen, die sich 2011 in Fukushima ereignet hat.

Hier ein paar Beispiele:

Das vermeldete Massensterben von Seevögeln rund un Kodiak, Alaska: In einem Radiobericht vom September 2015 bestätigt Robin Corcan, Biologe am Kodiak Wildlife National Refuge, örtliche Berichte von Strandungen "abgemagerter" Vogelkörper an Küsten von Kodiak Island. Corcoran berichtet, daß die Vögel "an Orten auftauchen, an denen sie von den Menschen gewöhnlich nicht ... bei der Nahrungssuche, dem Versuch Nahrung zu finden beobachtet werden."

Der Moderator von KMXT zitierte Corcoran damit, daß die Todesursache der Vögel unklar sei, "jedoch mit dem Unvermögen der Vogel Fische zu fangen zusammenhängen könnte", während es alles darauf hindeutet, "daß die Vögel, deren Körper keinerlei Fett aufweist und deren Verdauungsorgane keine Nahrung enthält, verhungert sind."

Corcoran bestätigt, daß sich das letzte große Vogelsterben in der Region im März 2012 ereignet habe. Die Sendung berichtete zusammenfassend von einem hohen Rückgang vieler Vogelarten in anderen Gegenden von Alaska, laut den Beobachtern des Wildlife Refuge. Am folgenden Tag berichtete KTOO, daß Corcocan verschiedene Gründe hinter dem Massensterben vermute: "die Mauser des Fluggefieders", "das Sterben der Wale" oder "die schädliche Algenblüte ... die mit hohen Meerestemperaturen in Verbindung steht."

Einige Tage vor den Berichten aus Kodiak titelte The Daily Astorian: "Wissenschaftler suchen nach Antworten für das Vogelsterben."
Julia Parish, die das Coastal Observation and Seabird Survey Team (Küstenwacht und Vogelwarten / Anm. d. Übers.) der University of Washington vertritt, sagte, daß die Spitzenwerte an toten Vögeln das zwei- bis dreifache der normalen Anzahl betragen.  Josh Saranpaa vom Wildlife Center of the North Coast wurde mit den Worten zitiert: "Jeder Vogel, den wir sehen, verhungert. Es ist sehr schlimm." Saranpaa fügte hinzu: "Wenn sie so viele verhungern sehen, stimmt da draußen etwas nicht."

Der warme Ozean sowie die giftige Algenblüte werden als Erklärung für das Massensterben angeboten. Aufgewärmte Ozeane, so wird erklärt, veranlassen die Fische tiefer zu schwimmen als die Vögel tauchen können, während die giftige Algenblüte sich rasch von Kalifornien bis nach Alaska ausbreitet. Parish faßt zusammen, daß dies ein wirklich "seltsames" Jahr mit mehreren regionalen Großereignissen sei. Sie sagt, daß Forscher nichts weiter tun können als abzuwarten und zu beobachten.

Julia Reis vom Half Moon Bay Review schreibt untertreibend: "Es gab in letzter Zeit beachtliche Veränderungen im Pazifischen Ozean, die der Meeresflora und -fauna Probleme bereitet haben." 

Gerry McChesney vom Farallon National Wildlife Refuge sagt, daß ihn das Massensterben, wegen der für diese Vögel nährstoffreichen kalten Wasserstömung in seiner Region, um so mehr "verblüfft" habe. Ich konnte mir McChesneys Verwunderung bildlich vorstellen, als ich las, daß für ihn Vergiftungen, Hunger und El Niño als Ursachen für das Massensterben in Betracht kommen. Der Artikel endet mit folgendem Kommentar von McChesney: "Möglicherweise werden wir ein paar andere Probleme im Ozean beobachten, bevor wir die Ursache des Massensterbens verstehen."

ENENews.com weist auf das Problem des massiven Aussterbens entlang der gesamten Westküste der Vereinigten Staaten, von San Diege bis nach Alaska, hin. Dort sind Wörter aus verschiedenen Medienberichten, wie "seltsam", "beispiellos" oder "am schlimmsten", einschließlich des folgenden Zitats aus The Sacramento Bee, hervorgehoben: "Unser Bauch sagt uns, daß irgend etwas in der marinen Umwelt vor sich geht."

Behrens [1] (Erik Behrens, Franziska U Schwarzkopf, Joke F Lübbecke, Claus W. Böning / Anm. d. Übers.) veröffentlichete 2012 eine frei zugängliche Modellsimulation der Verteilung des durch das Ereignis in Fukushima ausgetretenen Caesiums (137Cs) aus der sich ergab, daß Isotopenindikatoren nach zwei bis drei Jahren bis in eine Tiefe von über 400 Meter sinken und die hawaiianischen Inseln nach ca. zwei Jahren sowie die nordamerikanischen Gewässer nach etwa fünf bis sechs Jahren erreichen würden.

Wenn auch in geringerer Konzentration als bei seiner ursprünglichen Freisetzung, wird in dieser Simulation das gesamte pazifische Becken mit dem radioaktiven Markierungselement gesättigt. In dieser Studie beträgt die Radioaktivität das Doppelte der Werte vor Fukushima, bis sie nach etwa neun Jahren auf ihre ursprünglichen Werte zurückkehrt. Diese Forschungsarbeit untersucht ausdrücklich nicht die biologischen Auswirkungen der erhöhten Radioaktivität im Pazifischen Ozean.

Lozano [2] veröffentlichte im Jahr 2011 eine Arbeit über den Nachweis künstlicher Radioaktivität in der Atmosphäre über weite Entfernungen, wie der Iberischen Halbinsel. Mangano and Sherman [3] widmeten ihre Untersuchungen über die Strahlung von Fukushima genau der möglicherweise politisch unbequemen, jedoch essentiellen Thematik: der biologische Folgen. Sie betrachten "angeborene Anomalien" im Westen der Vereinigten Staaten nach dem Auftreten des radioaktiven Fallouts von Fukushima. Und sie fanden heraus, daß, während im Rest der Vereinigten Staaten die Mißbildungen um fast 4% zurückgegangen sind, sie an der Westküste um 13% gestiegen waren.

Sehen sie das Interview von Tom Hartman von Russia Today mit Dr. Sheerman, in dem sie ihre Forschungsarbeit erklärt.


Sogar U.S.-Soldaten erfahren jetzt den Fukushima-Fallout, der sie daheim in Form gesundheitlicher Auswirkungen sowie Geburtsfehlern trifft. Die Woods Hole Oceanographic Institution erklärt wie die Radioaktivität von Fukushima die Lebewesen im Ozean sowohl über die Luft als auch über das Wasser erreicht. Diese Entladung von Radioaktivität aus der Luft oder dem Wasser auf den Boden dauert, nebenbei, 24 Stunden am Tag an sieben Tagen der Woche an. Arnie Gundersen von Fairewinds.org schätzt die Menge radioaktiv verseuchten Wassers, das 2015 in den Pazifik gelangt, auf mindestens 23000 Ladungen von Tanklastwagen, "ohne ein absehbares Ende."

Sagen Sie mir bitte was aus dem Vorsorgeprinzip der Öffentlichen Ordnung geworden ist? [4] Wiegt Profit mehr als Besonnenheit? Schließlich stellt die Studie von Synolakis und Kanoglu [5] fest, daß die Tragödie von Fukushima vermeidbar gewesen wäre. Sie fassen zusammen, daß sie Konstruktionsmängeln,  Fehlern der Aufsichtsbehörden sowie "Arroganz und Ignoranz" geschuldet sei und schlußfolgern, daß Fukushima Daiichi eine "auf die Flut wartende, sitzende Ente" war.

Vor diesem Hintergrund werden in Medienberichten über Meeresanomalien die globale Erwärmng und sogar El Niño und die giftige Algenblüte erwähnt, während der Elefant im Raum die Strahlung von Fukushima ist. Diese ohrenbetäubende Stille ist es! Mich wundert wer die Nutznießer des Nuklearenergiegeschäftes sind? Warum ist die Lobby der Nuklearenergie so mächtig, wo die Gefahren doch so offensichtlich sind. Stattdessen wird uns erzählt: "Es sind fossile Energieträger, die den Planeten zerstören. Kernenergie ist sauber und sicher." Auch wird mir erzählt, daß Kernenergie ein Zeichen der Moderne sei, es ist die Zukunft. Aber Solarenergie, Geothermie und Windenergie finden bei genau denselben Individuen kaum Erwähnung. Und man sagt mir, daß diese Fragen zu stellen Panikmache sei.

Ich möchte wissen, warum, angesichts des anscheinenden Massensterbens im Pazifischen Ozean, El Niño erwähnt wird aber nicht die, von Fukushima stammenden, erhöhten Strahlungswerte. Solange ein greifbarer Mangel an Transparenz in der gewöhnlichen Berichterstattung der Mainstream-Medien über ungewöhnliche Umweltereignisse besteht, einschließlich dessen, was man als Verschwiegenheit bei der Diskussion über das Offensichtliche wahrnimmt, sage ich eine Ausbreitung von Bürger-Journalisten und Bürger-Wissenschaftlern voraus, die jedes Stück an neuen Daten ergreifen, um die staatlich festgelegte, unsinnige Darstellung begreifbar zu machen - wieder.
US-Präsident Obama erklärte: "Wir erwarten keine schädlichen Strahlungswerte, welche die Westküste, Hawaii, Alaska oder Regionen der VS im Pazifik erreichen."



Wir sollten nicht darauf vertrauen, daß uns Regierungsvertreter die Wahrheit über das tatsächliche Ausmaß des Fallouts von Fukushima erzählen: Unglaublicherweise riet Obama den Bürgern der Vereinigten Staaten keine Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, außer "informiert zu bleiben". Kanada hat umgehend die Strahlungsmessung um Vancouver aufgehoben. Der japanischen Regierung war von Beginn an über das Ausmaß der Tragödie nicht zu trauen.

Quelle: https://www.rt.com/op-edge/319053-fukushima-fallout-radioactive-japan/


Quellenangaben:

[1] http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/7/3/034004/meta;jsessionid=F1675C41ADEB69C6BFC297D602092D3B.c1

[2] http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160412011001656

[3] dx.doi.org/10.4236/ojped.2015.51013

[4] http://www.unep.org/Documents.multilingual/Default.asp?DocumentID=78&ArticleID=1163

[5] https://news.usc.edu/86362/fukushima-disaster-was-preventable-new-study-finds/


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Videomitschrift - Die Stillegung von Fukushima Daiichi: Folgen sie dem Geld




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1 Kommentar:

  1. Atomkraft ist sicher oder?
    https://aufgewachter.wordpress.com/2012/03/19/atomkraft-ist-sicher-oder/

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