Mittwoch, 16. März 2016

Rußlands militärische Zielsetzung ist erreicht, Putin geht zur Diplomatie über - Paul Craig Roberts

von Paul Craig Roberts
übersetzt von wunderhaft


15. März 2016
Amerikanische Presstituierte, wie die New York Times oder das Wall Street Journal, haben ihr Erstaunen über Rußlands Unterstützung für den Waffenstillstand in Syrien bekundet, den Rußland durch Putin mit der Einstellung der Angriffe auf den Islamischen Staat und dem Teilabzug der russischen Streitkräfte angestrebt hat. Die amerikanischen Presstituierten sind Gefangene ihrer eigenen Propaganda und sind nun erstaunt über die Fehler ihrer propagandistischen Vorhersagen.

Nach der Lähmung der Angriffsfähigkeit des Islamischen Staates und der Befreiung Syriens von den durch Washington unterstützten Terroristen, ging Putin nun zur Diplomatie über. Falls der Frieden in Syrien scheitert, trägt Rußland hieran keine Schuld.

Für Putin ist es ein hohes Risiko der neokonservativ verseuchten US-Regierung zu vertrauen, aber wenn ISIS den Konflikt mit der Unterstützung Washingtons wieder entfacht, werden die zurückbehaltenen Luftwaffen- und Marinestützpunkte die Militäroperationen fortsetzen. Scharfsinnige Beobachter, wie Professor Michel Chossudovsky von Global Research, Stephen Cohen, und The Saker, haben angemerkt, daß der Abzug Rußlands tatsächlich eine Auszeit ist, während der Putins Diplomatie an die Stelle des russischen Militärpotentials tritt.

Durch die Niederschlagung von ISIS ist die Gefahr geringer, daß Washington den friedensstiftenden Waffenstillstand dazu benutzt ISIS erneut aufzurüsten. Das Risiko, das Putin dabei eingeht Washington zu vertrauen, ist es wert, wenn sich als Resultat die russische Diplomatie erhöht und sich über Washingtons Vertrauen auf Drohungen, Nötigung und Gewalt erhebt. Was Putin wirklich anstrebt ist den Europäern klarzumachen, daß, wenn ihre Regierungen als Vasallen Washingtons dienen, sie die Gewalt anstatt Frieden unterstützen und möglicherweise von den Neokonservativen selbst in einen tödlichen Konflikt mit Rußland getrieben werden, der Europas Vernichtung garantieren würde.

Auch hat Putin demonstriert, daß Rußland, anders als Washington, in der Lage ist in kurzer Zeit entscheidende militärische Ergebnisse ohne russische Gefallene zu erringen und abzuziehen, ohne eine dauerhafte Besatzungsmacht zu werden. Diese äußerst eindrucksvolle Leistung läßt die Welt überdenken, welches Land tatsächlich die Supermacht ist.

Der Anschein vom Niedergang Amerikas wird durch den Mangel an fähigen Führern unter den nominierten Präsidentschaftskandidaten der Republikaner sowie der Demokraten verstärkt. Amerika ist nicht mehr in der Lage politische Führer aufzustellen und die Präsidenten werden der Reihe nach zunehmend schlechter. Der Rest der Welt muß sich darüber wundern, wie ein Land, das unfähig ist einen geeigneten Präsidentschaftskandidaten aufzustellen, eine Supermacht sein kann.

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Dr. Paul Craig Roberts war stellvertretender Finanzminister und Mitherausgeber des Wall Street Journal. Er war Kolumnist für Business Week, Scripps Howard News Service und Creators Syndicate. Er hatte viele Universitätsprofessuren inne. Seine Internet-Kolumnen genießen weltweites Ansehen. Roberts letzte Bücher sind The Failure of Laissez Faire Capitalism and Economic Dissolution of the West, How America Was Lost und The Neoconservative Threat to World Order







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