Sonntag, 29. Mai 2016

Großbritannien: EU-freundliche Propaganda gewinnt an Fahrt

Von Stephen McMillan
Übersetzt von wunderhaft


In den vergangenen Monaten hat das britische Establishment die eklatanteste und meist abgesprochene Propagandakampagne seit dem Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands oder dem Irak-Krieg betrieben. Täglich verbreitet das Establishment, mit dieser Propagandakampagne, die den demokratischen Prozeß komplett untergräbt, mehr Angst um Großbritannien in der Europäischen Union zu halten.


Im April hat die britische Regierung fast 10 Millionen britische Pfund für einen EU-freundlichen Propagandabroschüre ausgegeben, den sie an alle Haushalte im Vereinigten Königreich versandte. Obgleich rund um die Uhr Steuergelder für das Töten unschuldiger Menschen im Ausland verschwendet werden, ist die offene Finanzierung einer Propagandabroschüre mit annähernd 10 Millionen Pfund sicherlich eine der größten Steuergeldverschwendungen der vergangenen Jahre, insbesondere in einem Land in dem der Bevölkerung eine Austerität, die der Griechenlands ähnelt, aufgezwungen wurde, und Kürzungen im öffentlichen Dienst eine Schlüsselfunktion bei der derzeitigen Tory-Regierung einnahmen.

Dies wirft auch eine bedeutsame Frage auf: Kann ein von der Regierung veranlaßtes Referendum als fair, frei und demokratisch gelten, wenn dieselbe Regierung eine konzertierte Propagandakampagne betreibt, welche die Bürger zu einer bestimmten Entscheidung anhält? In einer freien und demokratischen Gesellschaft sollte es den Bürgern erlaubt sein zu wählen und sie sollten bei ihrer Entscheidung nicht schikaniert und verängstigt werden, zu Gunsten eines bestimmten Wahlausgangs. In einer freien und demokratischen Gesellschaft sollte die Regierung weitgehend neutral bleiben und der Bevölkerung erlauben für sich selbst zu entscheiden. In einer freien und demokratischen Gesellschaft dient die Regierung den Bürgern und handeln die Bürger nicht auf Geheiß der Regierung.

Das EU-Referendum ist nur ein weiteres Beispiel dafür, daß Demokratie in Großbritannien eine bloße Illusion ist, die kein Fundament in der Wirklichkeit hat. Selbst wenn die Regierung das Referendum nicht direkt manipuliert – es gab einige Spekulationen über die Manipulation des schottischen Referendums im Jahr 2014 – hat sie sich an dem Informationskrieg bis zu dem Punkt beteiligt, an dem das Referendum zu Gunsten des Verbleibs Großbritanniens in der EU bereits manipuliert ist. An diesem Punkt ist es höchst unwahrscheinlich, daß sich die Briten am 23. Juni für einen Austritt aus der EU entscheiden werden. Wie auch immer Ihre Meinung in der Sache ist, sollte jeder verstehen, daß die Regierung, die eine offenkundige Propagandakampagne in einer Frage dieser Größenordnung betreibt, sich gegen den demokratischen Prozeß stellt.

Auch sollte beachtet werden, daß dem britischen Volk nicht erlaubt worden ist darüber abzustimmen, ob es in den 1970er Jahren der EU beitreten wollte. Im Jahr 1973 trat Großbritannien der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bei, dem Vorgänger der EU. Erst zwei Jahre später, nachdem das Land den Mitgliedsstatus erlangt hatte, wurde den Briten erlaubt darüber abzustimmen. Bei einer Wahlbeteiligung von 65% stimmten 67% für einen Verbleib in der EWG. Der zentrale Punkt jedoch – der häufig irreführend vorgetragen wird – ist, daß die Briten, die sich für den Verbleib in der EWG entschieden hatten, nie gefragt worden sind ob sie ihr überhaupt beitreten wollten. Ein Referendum über einen Beitritt Großbritanniens zur EWG hätte im Jahr 1973 womöglich ein anderes Ergebnis gehabt, jedoch hatte die politische Elite kein Interesse an den Wünschen der Bevölkerung.

Es ist klar, daß das Establishment Großbritannien in der EU belassen möchte und das Referendum nur durchführt um EU-feindliche Stimmen abzuwiegeln und um im königlichen Britannien die Fassade der Demokratie zu erhalten. Die Liste von Individuen, die Großbritannien in der EU belassen möchten wächst mit jedem Tag kontinuierlich an. Angefangen bei David Cameron und der derzeitigen Regierung umfaßt sie: Barack Obama, Tony Blair, Peter Mandelson, Angela Merkel, Gordon Brown und zahlreiche ehemalige Befehlshaber der Nord Atlantischen Terror Organisation (NATO).

Das europäische Projekt ist Teil einer viel größeren Agenda der globalen Elite, und es ist unwahrscheinlich, daß es dem britischen Volk im Juni erlaubt sein wird für einen Austritt zu stimmen.

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Steven MacMillan ist unabhängiger Schriftsteller, Forscher und geopolitischer Analyst sowie Herausgeber von The Analyst Report, vornehmlich für das Online-Magazin “New Eastern Outlook”.


Quelle: http://journal-neo.org/2016/05/27/pro-eu-propaganda-in-britain-goes-into-overdrive/


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