Samstag, 11. Juni 2016

Die NATO wird Proteste in Polen unterdrücken

Von Mateusz Piskorski
Übersetzt von wunderhaft


8. Juni 2016, Defend Democracy Press
Am 18. Mai wurde der namhafte polnische Politiker Mateusz Piskorski wegen Vorwürfen der Spionage für "Drittstaaten" verhaftet. Kurz davor hatte er einen Artikel verfaßt, in dem er den Beginn von umfangreichen politischen Repressionen gegen NATO-Gegner in Polen und ganz Europa vorausgesehen hat. Er lag richtig. Katehon präsentiert die folgende exklusive Übersetzung seines Artikels:

Vorhersagen bezüglich des im Juli stattfindenden NATO-Gipfels in Warschau beginnen klar darauf hinzuweisen, daß das vorrangige Ziel des Bündnises derzeit vor allem darin besteht dem Auftreten von sozialen Bewegungen, welche die Befreiung Europas von der Vormundschaft der Vereinigten Staaten fordern, vorzbeugen. Die Worte eines eines leitenden polnischen Armeekommandeurs, die die Financial Times versehentlich veröffentlicht hat, zeigen welche Entscheidungen in diesem Sommer zu erwarten sind. Diese Entscheidungen, welche nicht nut die Souveränität Warschaus auf dem Gebiet der Außenpolitik komplett unterminieren, sondern auch von der Tatsache berichten, daß von diesem Moment an die NATO vermutlich eine Polizeikraft sein wird, die zur Befriedung eventueller sozialer Unruhen oder der Intervention in innerpolitischen Angelegenheiten Polens bereit ist.

Die derzeitigen Absichten der letzten Entscheidungen des Bündnisses wurden aufrichtig, in einer freilich militärischen Art von Brigadegeneral Krzysztof Krol, dem Kommandeur des Multinationalen Korps Nordost aufgedeckt. Die zu behandelnde Frage war das Konzept der so genannten NATO-Speerspitze, die seit Jahren von den Amerikanern befürwortet und von ponlischen Politikern, sowohl der ehemaligen Regierung als auch der derzeitigen, herbeigesehnt wird. Geben wir dem General das Wort: "Wir beabsichtigen die VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) (Superschnelle-Eingreiftruppe) in Situationen einzusetzen, wie sie in Art. 4 des NATO-Vertrages beschrieben sind." Artikel 4 spricht von Kooperation und Konsultation zwischen den Mitgliedstaaten, die nicht wie in Artilel 5 als Erfahrung einer bewaffneten Aggression gegen sie beschrieben werden können, aber tatsächlich das subjektive Empfinden einer paramilitärischen Bedrohung ist. Mit welcher Art von Situationen beschäftigen wir uns hier? General Krol läßt keinen Zweifel: "Der Plan wurde entwickelt, um auf hybride Bedrohungen in unserem Operationsgebiet zu reagieren. Unsere Pläne sind an die Situation anpaßbar," erzählte er der Financial Times.

Das Konzept des hybriden Kriegs oder hybrider Handlungen entstand im Jahr 2014 als Definition der auf die ukrainische Revolution folgenden Aktivitäten Rußlands. Interessant jedoch ist, daß es bis heute keine eindeutige akademische Interpretation erlangt hat und verschiedene Autoren und Experten seinen Umfang unterschiedlich definieren. In The Financial Times lesen wir allerdings, daß die NATO-Speerspitze das Recht hat im Fall einer Destabilisierung der internationalen Situation des Landes einzugreifen, die beispielsweise durch öffentliche Unruhen ausgelöst werden.
Was bedeutet das in der Praxis? Jede innere Störgröße könnte betroffen sein und, wie von einheimischen als auch von amerikanischen  "Speerspitzen-Ideologen" dargestellt, als Teil von Handlungen eines vage definierten hybriden Krieges betrachtet werden. Das kann zu dem Fall führen, in dem Proteste gegen die Auswirkungen des vom polnischen Staat unterstützten TTIP-Abkommens als "hybride Handlungen" betrachtet werden. Wenn Polen gegen Straftaten der in Polen stationierten US-Soldaten protestieren, könnte sich das ebenfalls als "hybrider Krieg" erweisen. Antoni Macierewics kranke Vorstellung könnte Dutzende verschiedene Theorien vorschlagen. Schließlich ist der derzeitige Verteidigungsminister so weit vom gesunden Menschenverstand entfernt, daß er glaubt, daß Radoslaw Sikorski, ein weiterer pro-amerikanischer Falke, derzeit für Moskau arbeitet.

Soziale Unruhen, Proteste, Streiks, Bemühungen zum Aufbau von Establishment-unabhängigen Informationsquellen, die Forderung nach Transparenz in der Verteidigungs- und Außenpolitik der polnischen Behörden – all dies könnte zum Vorwand für den ein oder anderen Anstoß zum Handeln durch die (vornehmlich amerikanischen) Berater der NATO werden, die dann den ihnen unterstellten polnischen Einheiten "brüderliche Hilfe" leisten würden. In dieser Situation ist alles was an Hoffnung geblieben ist, daß Offiziere und Offizielle nicht in einer "mündlichen Beziehung" (der vielfarbige Ausdruck von Sikorski) mit ihren amerikanischen Oberherren bleiben wollen, sich selbst an die Würde der polnischen Uniform erinnern und all diese, "um unsere Sicherheit besorgten", Repräsentanten ausländischer Interessen zurück über den Atlantik schicken. In der Zwischenzeit ist uns eines geblieben: Laut und mit allen gesetzlichen zur Verfügung stehenden Mitteln die Verwirklichung von NATO-Plänen, die im Juli in Warschau verkündet werden, zu blockieren. Auch ist es wert, als Voraussetzung für die Erlangung der elementaren staatlichen Souveränität und einem realistischen Gefühl für Sicherheit, eine soziale Bewegung für Polens Austritt aus diesem Bündnis zu organisieren

Ins Englische übersetzt von Jafe Arnold

Quelle:  http://t1p.de/5b2h



Creative Commons Lizenzvertrag

1 Kommentar:

  1. Blöd, das jetzt faktisch durch die angeblichen Nato-Übungen jetzt sämmtliche Immobilien in Mitteleuropa wertlos gemacht wurden. Oder glaubt auch nur ein Investor er könne jetzt ruhigen Gewissens hier in Mitteleuropa/Deutschland in Immobilien investieren, wo die Nato ihre angeblichen Übungen abhält?

    Was sagen eigentlich die Pleite-Versicherungen dazu, wenn durch ein Autounfall Immobilien beschädigt werden?

    Die Versicherungen müssten, wenn sie die Sachlage richtig erörtern, doch jede Immobilie zur Zeit als wertlos erachten, da Deutschland jederzeit durch die NATO-Übungen in einen Krieg verwickelt werden könnte.Wenn wundert es da, das unsere Regierung eigentlich nur Brosamen für die von den Unwetter betroffene Bevölkerung übrig hat. Das ist an Böswilligkeit von Luzifer nicht mehr zu überbieten.

    AntwortenLöschen

Konstruktive Kommentare und Kritik zu den jeweiligen Beiträgen sind erwünscht, solange sie die geltenden rechtlichen Bestimmungen und die Regeln des friedlichen Miteinander wahren.