Dienstag, 21. Juni 2016

Experte: Die Vereinigten Staaten geraten wegen des Sieges der syrischen Armee über Daesh in Panik

Von Press TV
Übersetzt von wunderhaft


20. Juni 2016
Press TV hat Kevin Barret interviewt, einen Autor und Experten für den Mittleren Osten aus Madison, um mit ihm die Siege der syrischen Armee über die Takfiri-Gruppe von Daesh in der nördlichen Provinz Syriens, Rakka, zu diskutieren.

Hier eine grobe Transkription des Interviews:

Press TV: Wie wichtig ist die Eroberung des Luftwaffenstützpunkts Tabqua bei der Annäherung der syrischen Armee auf Rakka?

Barrett: Nun, sie ist sehr wichtig. Diese Luftwaffenbasis hat sowohl eine symbolische als auch eine besondere strategische Bedeutung und ist ein Meilenstein beim Marsh auf die Hauptstadt von Daesh, aber es ist interessant das plötzliche Interesse der Vereinigten Staaten und ihrer Stellvertreter an einer tatsächlichen Beteiligung am Krieg gegen Daesh zu beobachten, sobald es so erscheint als würde die syrische Regierung Rakka einnehmen.

Die Vereinigten Staaten sagten, daß die Befreiung Rakkas zehn Jahre dauern würde. Sie haben Rakka über all die Zeit nie bombardiert und nun, da die syrische Armee Erfolge erzielt, zeigen sie plötzlich Interesse und haben so etwas wie eine neue Stellvertretergruppe erschaffen, die Syrischen Demokratischen Streitkräfte, diese zusammengewürfelte Truppe aus Kurden und Extremisten, die sich in gewisswe Hinsicht von Daesh nicht wirklich sehr unterscheidet und dabei ist aus dem Westen zu kommen und ein hohes Potential für Chaos in sich birgt, während die syrische Armee sich aus dem Osten nähert, .

So hoffe ich, daß die syrische Regierung bei der Stabilisierung ihrer Souveränität über ihr eigenes Territorium, ohne zu viele Komplikationen Erfolg haben wird, jedoch haben wir so viel ausländische Einmischung beobachtet, daß es schwer erscheint hierauf fest zu vertrauen.

Press TV: Was kann die internationale Gemeinschaft tun um mehr Druck auf die Länder und/oder Instanzen auszuüben, die Daesh mit Söldnern, Waffen und/oder Unterschlupf unterstützen.

Barrett: Nun, die internationale Gemeinschaft ist oft ein Euphemismus für die Vereinten Nationen und verschiedene NGOs etc., und das Problem besteht darin, daß diese Instanzen von den großen Machtakteuren der Welt kontrolliert werden - den Vereinigten Staaten, der NATO usw. - , die Daesh wirklich erschufen. Es waren tatsächlich US-unterstützte Kräfte, die Rakka ursprünglich erobert und die Stadt anschließend an Daesh übergeben haben.

So erleben wir im Westen eine Art von Propagandakrieg gegen Daesh, in dem Daesh für jede Gräueltat unter falscher Flagge, wie der letzten in Orlando, beschuldigt wird und der die westlichen Bevölkerungen in einen hysterischen Haß gegen den Islam hochschaukelt, indem ihnen erzählt wird, daß Daesh eine extreme Form des Islams sei und sie alle die Muslime hassen müssen und wir sind... in einem Krieg mit Daesh, weswegen wir unsere Programme in Syrien aufstocken. Was sie jedoch den Menschen im Westen nicht erzählen ist, daß es tatsächlich die VS-Regierung und die NATO waren, die bei der Entstehung von Daesh behilflich gewesen sind, ihn gewähren ließen, vorsätzlich versucht haben seine Erfolge sicherzustellen sowie daß er tatsächlich nicht geschlagen wird, und nun geraten sie in Panik, weil die syrische Armee dabei ist ihm eine große Niederlage zu bereiten, was ebenso eine Niederlage für den Westen wäre, und sicherlich sollte das bei den Menschen, die sich fragen ´worum es bei der Politik des Westens in Syrien tatsächlich geht´ Stirnrunzeln erzeugen.

Press TV: Warum scheint es, daß immer mehr dieser Terroristen in Syrien getötet werden, und daß die Takfiri-Gruppen einfach neuen Truppennachschub erhalten? Woher kommen all diese Leute und warum scheint ihr Weg nach Syrien so einfach zu sein?

Barrett: Also, es dreht sich alles um Geld. All diese Toyota Land Cruiser, die Ausrüstung und die schweren Waffen, die Daesh erhalten hat, haben sich nicht plötzlich materialisiert, wie Scheich Imram Hosein es ausdrückt, es kam nicht vom Weihnachtsmann. Es wird sehr viel Geld in den Aufbau und die Erhaltung von Daesh gesteckt, und die Frage lautet was die Quelle dieses Geldes ist. Es scheint als sei der Tiefe Staat des Westens hauptsächlich dafür verantwortlich und vieles von dem kommt durch die Türkei.

Wir wissen beispielsweise, daß Rakka in die Hände von Daesh fiel, weil die Vereinigten Staaten tatsächlich den sie stellvertretenden Streitkräften geholfen hat, einschließlich der Al-Nusra Front, die nichts anderes ald Al Quaida ist aber allem Anschein nach nun mit den Vereinigten Staaten befreundet. In Anbetracht der offiziellen Darstellung von 9/11 ist unsicher wie das funktioniert, aber es ist der Fall, und dann kam Daesh, übernahm Rakka und machte sie zu ihrer Hauptstadt.

Was den Versuch betrifft den Truppennachschub der Streitkräfte von Daesh und dieser anderen Takfiri-Terrorgruppen aufzuhalten, muß sich die internationale Gemeinschaft eingestehen, daß es tatsächlich der Westen ist, der die internationale Gemeinschaft betreibt, welche verantwortlich dafür ist und es ist nicht allein das Verschulden der türkischen Regierung. Die Türken reagieren einfach auf die Lage des Landes sowie auf den Druck des Westens und seines Tiefen Staates.

Was wir also wirklich brauchen ist eine Entscheidung auf Seiten des Westens, daß es an der Zeit ist Daesh zu beerdigen, und ich hoffe, daß diese Entscheidung eher früher als später getroffen wird.


Quelle: http://www.presstv.ir/Detail/2016/06/20/471323/Syria-Raqqa-US-Daesh-NATO-terrorists-Turkey

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Dr. Kevin Barrett, ein PH.D. für Arabistik und Islamwissenschaft, ist einer der bekanntesten Kritiker der Kriegs gegen den Terror in Amerika. 

Er ist Moderator von TRUTH JIHAD RADIO, einer LIVE-Radiosendung im Internet. Auch trat er viele Male bei Fox, CNN, PBS und anderen Sendeanstalten auf und hat viele themenbezogene Artikel und Kommentare in der New York Times, dem Christian Science Monitor, der Chicago Tribune, und anderen führenden Zeitungen inspiriert.

Dr. Barrett hat an Colleges und Universitäten  in San Francisco, Paris, und Wisconsin gelehrt, wo er 2008 für den Kongreß kandidierte. Derzeit arbeitet er als gemeinnütziger Organisator, Autor und Rundfunk-Gesprächsmoderator.

Zuletzt editiert: 11. Juli 2017, 04:35 Uhr

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