Donnerstag, 2. Juni 2016

Kriegsverbrecher Blair fordert Bodenoffensive in Syrien und dem Irak

Von Steven MacMillan
Übersetzt von wunderhaft


2. Juni 2016
In einer idealen Welt wäre Tony Blair vor Jahren vor Gericht gestellt und für seine Rolle im Irak-Krieg vor mehr als einem Jahrzehnt zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. In unserer orwellschen Welt, ohne Gerechtigkeit und Verantwortung, macht Blair jedoch das, was er am besten kann: Kriegstreiberei.

Der ehemalige britische Premierminister erklärte in dieser Woche, daß der weitere Westen "einen ordentlichen Bodenkrieg gegen ISIS führen müsse", um diesen zu bekämpfen. Blair befürwortete den Einsatz von Bodentruppen gegen ISIS im Mittleren Osten und in Nordafrika, und forderte deren Einsatz wiederholt im März dieses Jahres.

Blairs Äußerungen sind die Bestätigung dessen, wovor viele in den unabhängigen Medien schon seit Jahren warnen, nämlich daß einige Individuen im Westen versuchen die Bedrohung durch ISIS (die sie erschaffen haben) für das Führen einer groß angelegten Invasion in Syrien und den Versuch der Vertreibung Assads zu benutzen. Wenn der Westen mit genügend Hybris erfüllt ist um in Syrien tatsächlich Bodentruppen einzusetzen, würde das den Westen einen Schritt näher zu einer Konfrontation mit Rußland bringen.


Die illegale Invasion in der Wiege der Menschheit

Es liegen allgegenwärtige Beweise dafür vor, daß der Einmarsch und die Besetzung des Irak im Jahr 2003 eine illegale, kriminelle und höchst zerstörerische Strategie waren. Im Jahr 2004 hat der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Anan, die Invasion als "illegal" gebrandmarkt und fügte hinzu, daß sie die UN-Charta verletze. Der ehemalige Waffeninspektor der UN, Hans Blix hat den Irak-Krieg ebenfalls als illegal gebrandmarkt und argumentiert, daß London und Washington hätten wissen müssen, daß ihre ´Quellen´ hinsichtlich jener flüchtigen Massenvernichtungswaffen dünn waren.

Des weiteren kam eine holländische Untersuchung im Jahr 2010 zu dem Ergebnis, daß der Irak-Krieg illegal gewesen ist und keine Grundlage im internationalen Recht hatte. Es gab in der britischen Presse einige Berichte  darüber, daß leitende Beamte in Blairs Regierung angewiesen worden sind ein 13-seitiges Dokument des ehemaligen Generalstaatsanwaltes, Lord Goldsmith, in dem dieser Fragen zur Legalität des Krieges gestellt hatte, am Vorabend des Kriegsbeginns zu verbrennen.

Ein malaysisches Tribunal, daß die Nürnberger Prinzipien auf den Krieg von 2003 angewandt hat, befand George Bush und Tony Blair Kriegsverbrechen für schuldig. Ein durchgesickerter Aktenvermerk des ehemaligen US-Außenministers, Colin Powell, scheint ebenfalls darauf hinzudeuten, daß Blair ein Jahr vor der Invasion Militäraktionen ausgeführt hat.

Obwohl die Anzahl der Opfer äußerst umstritten und schwer zu berechnen ist, kam eine in dem medizinischen Journal PLOS Medicine veröffentlichte Studie zu dem Ergebnis, daß, infolge des Krieges und der anschließenden Besetzung, zwischen den Jahren 2003 und 2004 im Irak schätzungsweise 500.000 Menschen gestorben sind.


Rückblick: Die VS trafen die vorsätzliche Entscheidung den Aufstieg des ISIS zu unterstützen

Blairs einzige Rechtfertigung für die Befürwortung einer weiteren Bodeninvasion im Mittleren Osten (weil die von 2003 so gut gelaufen ist) basiert auf der durch ISIS dargestellten Bedrohung. Was Blair passenderweise bei seinen kriegstreibenden Äußerungen jedoch ausläßt, ist die Aufdeckung des ehemaligen Chefs der Militärischen Abschirmdienstes, Michael Flynn, aus dem vergangenen Jahr. In einem Interview mit Mehdi Hasan von Al Jazeera offenbarte Flynn, daß die Obama-Administration sich dessen bewußt war, daß sich die syrische Opposition überwiegend aus terroristischen Kräften bestand, aber anstatt die Unterstützung der syrischen Opposition zu beenden, traf die Administration die "vorsätzliche Entscheidung" die Extremisten irgendwie zu unterstützen.

Tony Blair gehört hinter Gitter, mit der Befürwortung eines weiteren haarsträubenden und ruchlosen Krieges im Mittleren Osten nicht auf die öffentliche Bühne. Eine westliche Bodeninvasion wäre desaströs für die Region und würde weiter Benzin in das bereits jetzt sprunghafte Feuer gießen. Jede vernünftige Strategie des Westen sollte sich auf die Beendigung des Stroms an Waffen und Geld an die Extremisten in der Region konzentrieren sowie Rußland und die syrische Armee bei ihrem effektiven Krieg gegen die Syrien destabilisierenden Terroristen unterstützen.

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Steven MacMillan ist unabhängiger Autor, Forscher und geopolitischer Analyst sowie Herausgeber von  The Analyst Report, besonders für das Online-Magazin “New Eastern Outlook”.



Quelle: http://journal-neo.org/2016/06/02/war-criminal-blair-warmongers-for-ground-invasion-of-syria-and-iraq/



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