Montag, 27. Juni 2016

Wollen wir wirklich Krieg mit Rußland?

Von Eric Margolis
Übersetzt von wunderhaft


25. Juni 2016
Ein Krieg mit Rußland erscheint zunehmend wahrscheinlicher, je länger die Satrapen der Vereinigten Staaten und ihrer NATO ihre militärischen Provokationen fortsetzen.

Als Rahmen für die Gefahren, sollten unsere törichten Politiker gezwungen werden Prof. Christopher Clarks meisterhafte Buch, "Die Schlafwandler: Wie Europa in den 1. Weltkrieg zog" zu lesen, und daraufhin  ein zweites Mal. Was zunehmend in die Vergangenheit rückt, erscheint als Prolog.

Prof. Clark beschreibt detailliert wie kleine Kabalen leitender Beamter in Frankreich, Großbritannien und Rußland den 1. Weltkrieg arrangiert haben. Einen katastrophalen Konflikt, der unnötig, idiotisch und widersinnig war. Selbstverständlich teilen sich Deutschland und Österreich-Ungarn die Schuld, aber in weit kleinerem Maß als die kriegerischen Franzosen, Serben, Russen und Briten.

Denselben Prozeßablauf betrachten wir heute. Die Kriegspartei in Washington, gestützt durch den militärisch-industriellen Komplex, die zahmen Medien und die Neokonservativen agitieren für Krieg.

Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten und der Nato werden an Rußlands Westgrenzen in der Ukraine, dem Baltikum und dem Schwarzen Meer gesandt. Die NATO bewaffnet, finanziert (mit bisher 40 Milliarden Dollar) und rüstet die Ukraine in ihrem Konflikt mit Rußland aus. Prominente Amerikaner fordern die VS auf die russischen Truppen in Syrien anzugreifen. Kriegsschiffe der Vereinigten Staaten befinden sich vor den Küsten des Schwarzen Meers, des Baltikums und des Pazifik. Luftstreitkräfte der NATO erforschen die westlichen Luftgrenzen Rußlands.

Einiges davon ist Großmacht-Schattenboxen, mit dem das ungehorsame Rußland zur Akzeptanz der Befehle Washingtons eingeschüchtert werden soll. Jedoch scheint  vieles, ungeachtet des Wunsches der meisten Amerikaner und Europäer nach der Vermeidung eines bewaffneten Konflikts mit Rußland, der Arbeit der Extremen Rechten und der Neokonservativen in den VSA und Europa geschuldet zu sein. Daher die tägliche Flut an anti-russischen und anti-Putin Beschimpfungen in den, von den Vereinigten Staaten kontrollierten, amerikanischen und europäischen Medien.

Unter dem verblüffenden Bruch des normalerweise kriecherischen Verhaltens Berlins, hat Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier Washington und die NATO jüngst aufgefordert ihr "Säbelrasseln" gegen Rußland zu beenden. Er spricht für viele Deutsche und andere Europäer, die über die Provokationen der Allianz gegenüber Rußland tief beunruhigt sind.

Tatsächlich möchten viele Europäer das Ende der von der NATO verhängten Sanktionen gegen Rußland sehen, die von den Vereinigten Staaten befohlen wurden. Niemand in Europa sorgt sich um die Wiederbesetzung der Krim durch Rußland. Die Sanktionen waren ein großer Fehlschlag, der den EU-Exporten nach Rußland in einer von ökonomischer Schwäche gekennzeichneten Zeit großen Schaden zugefügt hat. Noch sind irgendwelche Europäer bereit für so finstere Orte wie Luhansk oder Mariupol im Osten der Ukraine in einen Krieg oder , noch schlimmer, in einen Nuklearkrieg gegen Rußland zu ziehen.

Amerikas dumpfschädligen republikanische Kongreßmitglieder, die, selbst wenn ihr Leben davon abhinge, die Krim nicht einmal auf einer Karte finden könnten, wurden möglicherweise zum Rühren der Kriegstrommeln genötigt, um ihre großen Spender sowie die rechtsextremen, religiösen Spender zufrieden zu stellen.

Der einzige Republikaner , der sich gegen diesen Trend sträubt, ist Donald Trump, der, von all seinen anderen idiotischen Positionen abgesehen, klar zum Ausdruck bringt keinen Nutzen für die Vereinigten Staaten in der Bekämpfung Rußlands und Kriegsbestrebungen in Europa oder dem Mittleren Osten zu sehen.

Was die Vereinigten Staaten und ihr Handlanger, NATO, bisher getan haben war, Rußland gegen sich aufzubringen und ihre tiefe Besorgnis zu bekräftigen, daß der Westen immer ein unerbittlicher Gegner ist. Jedoch scheint es äußerst unwahrscheinlich, daß der zähe Wladimir Putin und seine kampferprobte Nation sich von ein paar Tausend VS- und NATO-Truppen, ein paar Fregatten und einigen Überflügen einschüchtern lassen. Seit Friedrich dem Großen haben weise europäische Staatsführer gelernt, nicht gegen Rußland zu kämpfen.

Nicht so Präsident Obamas strategische Walküren, Samantha Power, Susan Rice und, bis vor kurzem, Hillary Clinton. Sie haben die stümperhafteste militärstrategische Führung unter Beweis gestellt, seit Madame Pompadour von König Ludwig XV kurzerhand das Kommando über die französischen Armeen erhielt, was sich als Katastrophe epischen Ausmaßes erwiesen hat.
Man erschaudert bei der Vorstellung, daß Hillary Clinton das Amt des Oberbefehlshabers anstrebt.

Ebenso ist es unausweichlich, daß sich aus Provokationen gegen Rußland zu Land, zur See und in der Luft schließlich versehentliche Zusammenstöße ergeben und eine ernste Antwort Rußlands. Alles was es braucht, um ein großes Gefecht zwischen Nuklearmächten zu entzünden, ist ein zweites Sarajevo.

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Eric S. Morgolis ist ein preisgekrönter, international veröffenltichter Kolumnist. Seine Artikel sind in der New York Times, dem International Herald Tribune, der Los Ageles Times, Times of London, der Gulf Times, der Khaleej Times, Nation – Pakistan, Hurriyet, – Türkei, Sun Times Malaysia und anderen Nachrichtenseiten in Asien erschienen.

Er ist regelmäßiger Mitarbeiter der Huffington Post und Les Rockwell. Er erscheint als Experte für Auslandsangelegenheiten auf CNN, BBC, France 2, France 24, Fox News, CTV und CBC.

Seine Internet-Kolume www.ericmargolis.com erreicht täglich Leser auf der ganzen Welt.

Als Kriegsberichterstatter hat Margolis von Konflikten aus Angola, Namibia, Südafrika, Mosambik, dem Sinai, Afghanistan, Kashmir, Indien, Pakistan, Es Salvador und Nikaragua berichtet. Er befand sich unter den ersten Journalisten die Libyens Muammar Gaddafi jemals interviewt haben und war unter den ersten, die eine Zugangserlaubnis zum KGB-Hauptquartier in Moskau erhalten haben.

Als Veteran in vielen Konflikten im Mittleren Osten, wurde Margolis kürzlich in einer Sondersendung des britischen Sky News TV als "der Mann, der richtig lag" mit seinen Vorhersagen der gefährlichen Risiken und Verstrickungen, die sich die Vereinigten Staaten im Irak gegenübersehen würden.

Als gebürtiger New Yorker, hat er seinen Wohnsitz in Toronto und New York mit regelmäßigen Aufenthalten in Paris.



Quelle: http://ericmargolis.com/2016/06/do-we-really-want-war-with-russia/



 
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