Samstag, 6. August 2016

Die Regulierung des Schattenbankwesens

Von Dr. Roy Girasa
Übersetzt von wunderhaft


 


3. August 2016, The European Financial Review
In diesem Artikel erörtert Dr. Girasa die existierenden Regulierungen des Schattenbankwesens in den Vereinigten Staaten und der EU sowie die Erfordernisse ihrer Reform unter Beachtung ihrer Vorteile und Risiken.

Das Schattenbankwesen besteht im Wesentlichen aus Bankaktivitäten von Nichtbanken. Vom Finanzstabilitätsrat (FSB) wurde es als "das System der Kreditvermittlung definiert, daß Organisationen und Aktivitäten außerhalb des regulären Bankensystems umfaßt". Wissenschaftler des Federal Reserve Board of New York definieren den Begriff als "Kreditvermittler, die Fälligkeits-, Kredit- und Liquiditätstransformationen ohne eindeutigen Zugang zur Liquididät von Zentralbanken oder Kreditgarantien des öffentlichen Sektors betreiben". In diesem Artiel verwenden wir das breiter gefaßte Schattenbankwesen, das nichtbankgeschäftliche Tätigkeiten einschließlich Hedgefonds, Versicherungsunternehmen, Rückkaufvereinbarungen (Repo) und Investmentfonds einschließt.

Das Schattenbankwesen befaßt sich mit Arten der Finanzvermittlung wie der Kreditvergabe von Automobil- und Hypothekendarlehen, durch besicherte Geldmarktpapiere (ABCP) und ihrer Bündelung und Strukturierung zu Collateralized Debt Obligations (CDO) finanzierte Kreditanlagen, Geldmarktfonds, Kredit-Hedgefonds und strukturierte Anlageinstrumente. Es unterscheidet sich vom ehemaligen traditionellen Bankwesen, weil es, anders als Banken, die streng reguliert wurden, im wesentlichen nicht von Regierungsbehörden reguliert worden ist. Der wesentlich Grund für die mangelnde Regulierung war dem Kundenkreis geschuldet, den Nichtbanken bedienten, und zwar Großunternehmen und Einzelinvestoren, von denen Regierungen annahmen, daß sie der Notwendigkeit des Schutzes vor Betrug und und ernsthaften Abwärtsspiralen nicht bedurften.

Die G-20 Gruppe, die aus Finanzministern, Notenbankgouverneuren und anderen Aufsichts- und Regulierungsbehörden der großen Finanzzentren besteht, gründeten den FSB um unverbindliche Handlungsempfehlungen zu geben. Gemäß seinem Kontrollbericht aus dem Jahr 2015 hat der FSB das Ausmaß des Schattenbankwesens für 26 Rechtssysteme, die 90% der weltweiten Vermögenswerte ausmachen bis Ende 2014 auf knapp 36 Billionen Dollar geschätzt, worin 104 Billionen Dollar anderer Finanzinstitute (OFI), wie Pensionsfonds, Versicherungsunternehmen, Börsenhändler, Finanzierungsgesellschaften und strukturierte Anlageinstrumente, wenn man diese mit OFI verbindet, nicht eingeschlossen sind. Der weiter gefaßte Begriff des Schattenbankwesens läßt sich, besonders hinsichtlich ihres jährlichen Vorjahreswachstums von über 9% gegenüber 6,4% der Banken, mit Banken vergleichen, die 135 Billionen Dollar an Vermögenswerten besaßen. Die Vereinigten Staaten sind mit 40% der Vermögenswerte im Schattenbankwesen führend. Es folgen das Vereinigte Königreich, Irland und China.

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Dr. Roy Girasa ist Experte für Cyber-Recht, internationales Handelsrecht und Sicherheitsrecht und Professor der Fakultät für Rechtswissenschaften und Steuerwesen an der Lubin School of Buisness der Pace University in Neu York. (Leider funktioniert der Link auf die komplette Personenbeschreibung des Autors nicht / Anm. d. Übers.)


Quelle: http://www.europeanfinancialreview.com/?p=8318


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