Dienstag, 2. August 2016

Warum werden die Pyramiden nicht in der Bibel erwähnt?

Von Dr. Ashraf Ezzat
Übersetzt von wunderhaft


“Was wenn die ganze Geschichte des Exodus aus Ägypten gefälscht wäre und wir das beweisen könnten?”

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1. August 2016, Veterans Today
Ich hatte seit jeher ein ungutes Gefühl bei der Geschichte über den Exodus der Israeliten aus Ägypten. Tatsächlich ist der Begriff "ungut" eine Untertreibung, da mich diese berüchtigte Geschichte über Mose und den Pharao von Ägypten stets irritiert hat. Irgendwie schien diese Erzählung der Israeliten weder zu der Geschichte des alten Ägypten noch in mein Hirn zu passen. Anders als die meisten Menschen, konnte ich diese unglaubliche Geschichte nie als selbstverständlich betrachten.

Wann immer wir von "dem Exodus" reden, fällt jedem unbewußt und sofort die Geschichte der unter Mose angeführten Flucht der Israeliten vor dem Zugriff des skrupellosen ägyptischen Pharao ein. Dank den Kirchen, Synagogen, Moscheen und Hollywoodfilmen drang diese Geschichte des Exodus tief in das Kollektive Unbewußte der Massen ein, so tief, daß die Geschichte von Mose und dem Pharao zu einer fast unverrückbaren historischen Wahrheit geworden ist, die sich einst im alten Ägypten abgespielt hat.

Jedoch weist tatsächlich nichts im ´Milieu dieser Geschichte´ darauf hin, daß sie in Ägypten stattgefunden hat, außer vielleicht der mißverstandenen Assoziation zwischen ´Pharao und König´ von Ägypten.

Ebenso sagen die alten ägyptischen Aufzeichnungen nichts über die Tatsache, daß diese Geschichte von Mose sich tatsächlich in Ägypten ereignet hat oder deuten auch nur darauf hin. Noch schockierender ist die Tatsache, daß die alten ägyptischen Aufzeichnungen von den ägyptischen Königen nicht als Pharaos berichten. Ja, Pharao war niemals der Titel von den Königen Ägyptens. Die Verbindung des Begriffs Pharao mit dem alten Ägypten ist nur ein Mythos, der auf einer über Jahrhunderte, durch Mißinterpretation der der biblischen Geschichte, propagierten Irrlehre beruht.

Der einzige Grund aus dem wir wissen, daß der Exodus in Ägypten stattgefunden hat ist, weil die Bibel es so sagt. Wir halten weiter hieran fest, weil die etablierten Ägyptologen mit der biblischen Erzählung übereingestimmt und die ägyptischen Könige geistesabwesend als Pharaonen bezeichnet haben. Wenn wir jedoch den hebräischen Text der Bibel (den wir derzeit vor uns haben) als Referenz benutzen, finden wir merkwürdigerweise keine Erwähnung, daß Ägypten das Land des Exodus gewesen ist.

Die ganze Unordnung/Täuschung entstand im 3. vorchristlichen Jahrhundert während der Übersetzung der hebräisch/aramäischen Geschichten ins Griechische. Zu diesem Zeitpunkt wurde Ägypten entführt und zwangsweise als Bühne für die israelitischen Geschichten ihrer Wahrzeichen in die hebräische Bibel versetzt. Ironischerweise fand dieses gesamte Doppelspiel auf ägyptischen Boden und speziell in der legendären Bibliothek von Alexandria statt.

Aber was wäre wenn die Bibel, wie wir sie kennen, schon lange manipuliert war?
Was wenn die erste westliche Übersetzung der so genannten Erzählungen der Israeliten, die als Septuaginta bekannt wurde, eine verzerrte Übersetzung wäre?
Was wenn die Erzählungen der Israeliten, von denen Ägypten uns allen als Handlungsort gelehrt worden ist, gar nicht dort stattgefunden haben?
Was wenn Ägypten in betrügerischer Absicht als Bühne für die Erzählungen der Israeliten in der Bibel eingefügt worden ist?
Was wenn die Heimat des Judaismus und der frühen Israeliten nicht Palästina ist?
Was wenn das alte Ägypten niemals so genannte Pharaonen kannte?
Was wenn Abraham, Joseph und Mose nie einen Fuß nach Ägypten gesetzt noch je davon geträumt hätten?

Was wenn die ganze Geschichte des Exodus aus Ägypten gefälscht wäre und wir das beweisen könnten?

Haben Sie sich je darüber gewundert, warum die ägyptischen Pyramiden und Tempel nicht in der Bibel erwähnt werden? Wissen Sie, daß Ägypten in der Bibel etwa sechshundert Mal erwähnt wird? Diese Zahl ist deshalb phänomenal und erstaunlich zugleich, wenn jemand so oft nach Ägypten zurückkehrt und nie auch nur eines seiner uralten Wahrzeichen erwähnt – die Pyramiden.

Wissen Sie andererseits wie häufig Israel/die Israeliten in der ägyptischen Geschichtsschreibung erwähnt worden ist? Machen Sie sich auf eine Überraschung gefaßt, nur ein einziges Mal. Ziehen Sie bloß keine voreiligen Schlußfolgerungen, denn das ist nicht unser Beweis, daß Ägypten nicht das Land des Exodus gewesen ist. Tatsächlich ist dies nur das Vorspiel unserer Untersuchungen (welches wir in unserem Buch, "Egypt Knew no Pharaohs nor Israelites", detailliert beschrieben haben).

Uns wurde die Vorstellung anerzogen, daß die Israeliten für annähernd 400 Jahre (manche sagen 260 Jahre) in Ägypten in Ketten gehalten worden sind, und doch enthalten ihre Erzählungen nicht eine Spur ägyptischer Einflüsse. Ferner, und zu unserem Erstaunen, war die Sklaverei in Ägypten überhaupt keine gängige Praxis. Anders als die in den Erzählungen der Israeliten dargestellte weitverbreitete Kultur der Sklaverei, gab es im alten Ägypten nie einen öffentlichen Markt für den Sklavenhandel.

Alles über die altägyptische Kultur, ihre Kunst, Architektur, Monumente, Menschen, Religion, Mythologie und der Pantheon von Gottheiten ist bis zum heutigen Tag einzigartig gewichtig und einflußreich. Nach einem solch langen Aufenthalt im Land des Nils würde man einige Spuren des kulturellen Einflusses der Ägypter auf die Geschichte und die Erzählungen der Israeliten erwarten, jedoch war das kaum jemals der Fall. Obwohl die Israeliten nur etwa siebzig Jahre in babylonischer Gefangenschaft verbrachten, wurde diese kurze Zeitspanne dennoch von den Israeliten sowie von den Babyloniern dokumentiert und Hinweise darauf finden sich auch in den persischen Geschichtsaufzeichnungen.

Andererseits behauptet die hebräische Bibel, daß die Israeliten sich für mehrere hundert Jahre in Ägypten aufgehalten haben, und doch gelingt es uns nicht auch nur eine außerbiblische Dokumentation oder Erwähnung in den ägyptischen und nicht-ägyptischen Aufzeichnungen zu diesem Umstand zu finden, weder über ihren dortigen Aufenthalt noch über den Auszug der Israeliten aus Ägypten.

Es wurden nicht einmal die Pyramiden, eines der Wunder der Antike, in den israelitischen Erzählungen erwähnt. Sie können nicht lange in Ägypten bleiben ohne die Pyramiden zu bemerken. Die meisten ausländischen Historiker und Feldherren, die von der ausgehenden Antike nach Ägypten kamen, wie Alexander der Große, Strabo Diodorus und sicherlich Herodot, waren begeistert davon diese berühmten Orte in ihren Erinnerungen und Kommentaren zu erwähnen und zu dokumentieren.
Der achte König, Chemmis von Memphis, herrschte fünfundfünfzig Jahre und konstruierte die drei Pyramiden, die zu den sieben Weltwundern gehören" Diodorus Siculus (90 - 30 AD), library of history.
Aber die Israeliten und ihre hebräische Bibel schweigen nicht nur zu den Pyramiden, sondern auch zu allen anderen Besonderheiten der ägyptischen Kultur und Architektur.

Siebzig Jahre Gefangenschaft in Babylon haben ihre Spuren in der hebräischen Kultur, im hebräischen Talmud und der Bibel hinterlassen. Themen der Sumerer und Babylonier, wie die Sintflut, Adam und Eva und der Baum der Erkenntnis können in dem hebräischen Buch zurückverfolgt werden. Es können sogar Parallelen zwischen der legendären Geburt des Königs Sargon von Akkad und der von Mose gezogen werden.

Ihr vierhundert Jahre langer Aufenthalt in Ägypten sollte Spuren bei den Israeliten und ihrer Kultur hinterlassen haben, aber diese sind unauffindbar, weil sie niemals in Ägypten gewesen sind. Und nein, die Behauptung, daß die Israeliten den Einfluß des heidnischen Glaubens und seiner Kultur zurückgewiesen haben, kann nicht gelten, da ihre Thora alle Arten von assyrischen und babylonischen (heidnischen) Einflüssen beherbergt.

Der nicht seltene Vergleich zwischen König Echnatons Monotheismus mit dem der Israeliten ist ebenso essentiell ungültig, da der jüdische Kult ein kriegerischer Stammeskult war und es ihm an eigenen künstlerischem Ausdruck mangelte (den er tatsächlich verbot), während der Echnatons (der auf dem altägyptischen Glauben an einen höchsten Gott beruhte) universeller Natur war, und durch revolutionäre Kunst und Architektur zelebriert wurde.

Neben Echnatons Aton gab es eine allumfassende Gottheit, die all ihre Kinder mit einschloß und nicht nur einen speziellen Stamm aus der Wüste.

Egal wie gründlich sie sich mit der Geschichte der Israeliten beschäftigen, werden sie keinerlei ägyptischen Einfluß finden, kein Fleckchen davon, außer vielleicht die Erwähnung der Wortes Pharao. Und wissen sie was? Ägypten hat auch niemals Pharaonen gekannt (welch knallharte Offenbarung).



"Überprüfen Sie ihre alten Glaubensgrundsätze" um herauszufinden, wie sehr sie von ihnen geprägt worden sind. Wir sind in der Tat von unserem Glauben und Geschichten eingeschränkt, wenn nicht vorkonditioniert. Wie sie einst unsere Vergangenheit geformt haben, gestalten dieselben alten Erzählungen unser gegenwärtiges Weltbild. Nur die kritische Überprüfung einiger unserer alten Glaubensgrundsätze wird darüber entscheiden, ob sie in der Zukunft ihre ungerechtfertigte Autorität über uns behalten werden. 

Für mehr Informationen über die (tatsächliche) Geschichte der Bibel und der des alten Ägypten besuchen Sie Dr. Ashraf Ezzats Website.


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Ashraf Ezzat ist ein in Kairo geborener Ägypter und lebt in Alexandria. Er promovierte an der medizinischen Fakultät der Universität von Alexandria.

Froh sich nicht vollständig von seinem Beruf als Mediziner vereinnahmen zu lassen, verbringt Dr. Ezzat viel Zeit mit Forschung und dem Schreiben. Die Frühgeschichte des Nahen Ostens und des alten Ägypten sind seine speziellen, langjährigen Interessensgebiete.

In seinen Werken nähert er sich der Frühgeschichte nicht als Erzählungen längst vergangener Zeiten, sondern als als kausalen Faktor unserer derzeitigen Existenz, die für ihn so relevant und pulsierend ist wie die Gegenwart.

Bei seiner Forschung und in seinen Werken geht Dr. Ezzat stets der Frage nach, warum uralte Weisheiten verbaut und uralte Spiritualität vermindert worden ist, während die jüdisch-christlichen Lehren und ihr Glaube bestehen blieb und gedieh.

Dr Ezzat umfangreiches arabisches Werk befaßt sich mit vielen Fragen und Themen im Bereich der Ägyptologie und der Religionswissenschaft. Er ist Autor des Buches Egypt knew no Pharaohs nor Israelites.

Er schreibt regelmäßig auf vielen bekannten Websites wie Dissident Voice und What Really Happened.

Auch ist Dr. Ezzat unabhängiger Filmmacher. Sein erster Film aus dem Jahr 2011 war The Annals of Egypt Revolution, und 2012 drehte er Tale of Osiris, eine Kurzanimation für Kinder.

Sein Kurzfilm, The Pyramids: story of creation, wurde auf vielen internationalen Filmfestspielen in Europa gezeigt. Und derzeit arbeitet er an seinem ersten Dokumentarfilm, "Egypt knew no Pharaohs nor Israelites".


Quelle: http://www.veteranstoday.com/2016/08/01/why-are-the-pyramids-not-mentioned-in-the-bible/


Zuletzt editiert: 12. März 2017, 03:46 Uhr

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Kommentare:

  1. "Die Intelligenz rennt dir nach, aber du bist schneller!"

    Nach dem "Auszug der Israeliten aus Ägypten", der Weiterentwicklung der menschlichen Kultur von der zentralistischen Planwirtschaft noch ohne liquides Geld zur Marktwirtschaft mit Geldkreislauf (für die mit dem weitesten Vorsprung vor der Intelligenz: die Heilige Schrift ist nicht gegenständlich, sondern funktional zu verstehen), suchten die israelitischen Hohepriester, die das "Programm Genesis" noch kannten, sieben Jahrhunderte lang nach der Lösung, wie die Marktwirtschaft (Paradies) vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus (Erbsünde) zu befreien ist. Da sie aber selbst von der Erbsünde lebten, blieb ihnen die Lösung versagt, sodass sie nur auf einen Propheten hoffen konnten, der ihnen die Lösung verraten würde. Und als dieser erschien, waren weitere fünf Jahrhunderte vergangen, in denen man sich schon so weit mit der Erbsünde arrangiert hatte, dass unter den "Pharisäern und Schriftgelehrten" (heute zu übersetzen mit "Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher") niemand mehr zu finden war, der die Worte des Propheten noch verstehen konnte. Nur beim einfachen Volk hinterließ Jesus von Nazareth einen tiefen Eindruck, aus dem im weiteren Verlauf der Geschichte ein globaler Cargo-Kult entstand, der sich heute "moderne Zivilisation" nennt. Die Bewohner des Cargo-Kultes sind bereits zum Mond geflogen, aber die Basis allen menschlichen Zusammenlebens (Makroökonomie) und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung (Geld) haben die "verlorenen Kinder der See" bis heute nicht verstanden:

    https://youtu.be/JWSLMS_rt5M?t=733

    Erklärungen dazu finden sich im dritten der "Sieben Siegel der Apokalypse"...

    https://www.deweles.de/apokalypse.html

    ...und man darf gespannt sein, inwieweit das einstige Volk der Dichter und Denker diese im Grunde "banalsten Selbstverständlichkeiten" noch vor dem Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform) begreifen wird.

    "Wenn jemand nicht zuerst das Wasser kennt, kennt er nichts. Denn was nützt es ihm, wenn er darin getauft wird? Wenn jemand nicht weiß, wie der wehende Wind entstanden ist, wird er mit ihm hinweggeweht werden."

    http://web.archive.org/web/20070819120335/http://wwwuser.gwdg.de/~rzellwe/nhs/node223.html

    In der originalen Heiligen Schrift (die Bibel bis Genesis_11,9 sowie ein wesentlicher Teil der Nag Hammadi Schriften), die nicht zum Zweck des Moralverkaufs gegenständlich-naiv uminterpretiert wurde, steht "Wasser" für liquides Geld und "der wehende Wind" bedeutet Geldbewegung bzw. Geldumlauf, als Grundvoraussetzung für das Funktionieren der Arbeitsteilung, die den Menschen über den Tierzustand erhob:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2017/03/evolution-der-intelligenz.html

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    1. Vielen Dank für diesen bemerkenswerten Kommentar.

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