Donnerstag, 13. Oktober 2016

Der Westen holt beim Konter gegen den Armata auf

Von SouthFront 
Übersetzt von wunderhaft




6. Oktober 2014, SouthFront
Der Panzer "Armata" wurde zu einer echten Herausforderung für die Waffenschmieden der NATO. Führende Konstrukteure westlicher Staaten waren bei der Inbetriebnahme des derzeit, hinsichtlich Beweglichkeit, Selbstschutz und Feuerkraft, wohl fortschrittlichsten Panzers erschreckt. Darum müssen die Panzerschmieden ihre derzeitige Entwicklung künftiger Panzer korrigieren und sich auf eine mögliche Konfrontation mit dem Armata auf dem Schlachtfeld vorbereiten. Aber sind die bisherigen Bemühungen, sich mit den russischen Ingenieuren zu messen, erfolgreich gewesen?

Auf der im Juni veranstalteten französischen Rǘstunungsmesse, Eurosatory, präsentierte die deutsche Waffenschmiede, Rheinmetall, das aussichtsreiche Modell einer 130-mm-Kanone, L/51, zur Bekämpfung moderner Panzerfahrzeuge, einschließlich der russischen Kampfpanzer T-14 und des Armata. Die neuesten Veränderungen am T-90 wurden ebenfalls vorgestellt. Die Hersteller behaupten, daß die Kanone zehn bis fünfzig Prozent effektiver sei als die vorherige 120-mm-Kanone, L/55, die bei der Armee weitverbreitet ist. Jedoch hat sich der Hersteller bei dieser Einschätzung der Kanone nicht zu den auf ihr basierenden Berechnungen geäußert.

Trotz der erhöhten Feuerkraft der Kanone, bleibt ihr Gewicht fast unverändert: der gesamte Verschluß – mit vertikalem Verschlußmechanismus – wiegt etwa 3 Tonnen, wovon allein 1400 kg auf das Rohr entfallen. Dieses Resultat wird durch den Einsatz von Hightech-Materialien sowie optimalem Design erreicht, das es erlaubt die neue Kanone in bereits existierenden Panzern der letzten Generation, wie dem deutschen Leopard 2A7, einzusetzen. Das bedeutet, daß die Waffe eine breite Anwendung finden kann. Sie kann auch in den künftigen deutsch-französischen Panzer, MGCS, installiert werden, mit dessen Einsatzbereitschaft für das Jahr 2030 gerechnet wird.

Für die erhöhte Durchschlagskraft der Munition der Kanone wurden längere und schwerere Projektile entworfen – panzerbrechendes, flügelstabilisiertes Treibspiegelgeschosse (Armor-Piercing Fin-Stabilised Discarding Sabot / APFSDS) – mit abwerfbaren Hülsen sowie hochexplosive Sprengmunition (high explosive air-bursting munitions / HE-ABM).

Trotz der Erklärung der signifikanten Erhöhung ihrer Feuerkraft durch den Hersteller der Kanone, äußerten Experten Zweifel daran. Das vorgestellte Musterexemplar ist für manuelles Laden konzipiert und Experten haben versichert, daß die Schußfrequenz nicht mehr als sechs bis acht Schüsse in der Minute betragen kann. Der T-14 besitzt eine Ladeautomatik, die eine Schußfrequenz von 10 bis 12 Schüssen in der Minute erlaubt.

Hinsichtlich der von Rheinmetall erklärten "gesteigerten Effizienz" muß angemerkt werden, daß die Munition, DM63, des Vorgängermodells, Rh120 L/55  – das auf dem Panzer Leopard 2 installiert ist – eine Durchschlagskraft von 800 mm bei einer homogenen Panzerung besitzt. Bei einer Effizienzsteigerung von 10% ergibt sich hieraus eine Durchschlagskraft von 880 mm. Im Vergleich verfügt die 125 mm Kanone des Armata, die 2A82-1M, über eine Durchschlagskraft zwischen 850 und 1000 mm. Die 152 mm Kanone, die 2A83 – die in den 1990-er Jahren bis in den Anfang des neuen Jahrtausends getestet wurde, und in Zukunft auf russischen Panzern installiert werden wird – durchdringt 1024 mm einer homogenen Panzerung. Es ist bekannt, daß mit den deutschen Kanonen noch keine Feldversuche unternommen worden, und sie noch nicht in wirkliche Panzer installiert worden sind. Daher ist es schwer möglich eine 50-prozentige Leistungssteigerung vorab zu erklären.

Die russischen Panzerbesatzungen befinden sich in einer separaten Kapsel, die von einer vielschichtigen hitzebeständigen Schutzpanzerung umgeben ist. Zusätzlich bieten das dynamische Schutzsystem, ´Malachit´, sowie das aktive Schutzsystem, ´Afghanit´, dem Armata Schutz vor allen bekannten panzerbrechenden Waffen. Schließlich ist es dem auf ihm montierten Maschinengewehr, das Daten von dem Active Electronically Scanned Array (AESA), einem Radar-System mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung, laut den Entwicklern des Armata möglich, den Panzer durch die Ablenkung von Panzerabwehrraketen und Geschoßen sowie durch die Beschädigung auch mehrerer Kampfflugzeuge zu schützen.

Es erscheint zweifelhaft, ob die neue deutsche Kanone ein solches Bollwerk, selbst mit einer Leistungssteigerung von 50%, überwinden kann. Sicherlich ist vieles beim Einsatz elektronischer Schutzsysteme (Situational-Arwareness-System / SAS), der verwendeten Munition, Zielkorrektursystemen und der elektronischen Kriegsführung situationsabhängig, aber die Entwicklung solch komplexer, korrespondierender Kampfsysteme bis zu ihrer Einsatzfähigkeit wird Jahre wenn nicht Jahrzehnte dauern. Auch darf nicht vergessen werden, daß russische Ingenieure die Konstruktion weiterentwickelter Rüstung fortsetzen werden.

Da es nun möglich ist zu behaupten, daß der Armata der derzeit weltweit leistungsstärkste und am besten gepanzerte Kampfpanzer ist, kann Rheinmetalls Versicherung, daß die Kanone den T-14 besiegen kann, hinsichtlich des tatsächlichen Problems des Bedarfs einer gleichwertigen Waffe gegen den modernen russischen Panzer,  als Marketingstrategie und Versuch betrachtet werden potentielle Kunden anzulocken.

Der Waffenkonzern stellte auch die Frage nach der Ausweitung der Finanzierung solcher Entwicklungen. Die westliche oder zumindest die europäische Panzerindustrie ist der russischen klar unterlegen. Nichtsdestotrotz könnten Militärtechnologien der Vereinigten Staaten eine signifikante Bedrohung für den Armata darstellen, wie die Future Combat Systems (FCS) und ähnliche Doktrinen gezeigt haben. Militärstrategen der Vereinigten Staaten rechnen mit einer Interaktion von, in drei Dimensionen operierenden, unbemannten und gemischten Waffensystemen: am Boden, in der Luft und im Weltraum. Gemäß diesem Denkansatz sollte das Ziel aus einem außerhalb des gegnerischen Sichtfelds gelegenen Gebiet zerstört werden. So war bspw. der Beschuß von durch Drohen (der Klasse T-Hawk oder Fire Scout) anvisierte Ziele aus einer Distanz von 12 km einen aussichtsreichen, leicht bewaffneten 20 Tonnen schwerer Panzer, den XM1202 (Projekt FCM), beabsichtigt. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß wie in den kommenden Jahren mehr Armata-ähnliche und sogar als ´Armata Killer´ bezeichnete Waffensysteme sehen werden.


Quelle: https://southfront.org/the-west-plays-catch-up-to-counter-the-armata/


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