Samstag, 22. Oktober 2016

Erpressung: Die Türkei kommt damit davon die Luftwaffe des ISIS zu sein

Von Ian Greenhalgh
Übersetzt von wunderhaft

 


21. Oktober 2016, Veterans Today, Rudaw.net, RT
[Anm des Verfassers: In einem wahrhaft perplexen Krieg, dessen Analyse schwerfällt, gibt es einen weiteren Zwischenfall der, oberflächlich betrachtet, wenig Sinn ergibt. Angeblich kämpft die Türkei, als Teil der VS-NATO-Koalition, gegen ISIS, denn schließlich ist die Türkei NATO-Mitglied. Doch warum bombardiert die Türkei die Kurden, die ebenfalls Teil dieser Koalition sind und den ISIS aktiv bekämpfen?

Die syrische Regierung hat eine klare Warnung ausgesprochen, nach der sie ankündigt jene türkischen Flugzeuge abzuschießen, sollte die Türkei erneut versuchen die Kurden in Syrien zu bombardieren. Allerdings haben sich weder Rußland noch die VS auch nur mit einer einzigen Silbe zu dem Vorfall geäußert.

Wozu dieses Schweigen? Das ist die Schlüsselfrage hier. Warum schweigen die beiden größten Militärmächte? Eine verstörende Schlußfolgerung aus den wenigen erhältlichen Fakten ist, daß die Türkei etwas gegen sie in der Hand hält, daß ihr erlaubt diese zu ihren eigenen Gunsten zu erpressen.

Eine andere Überlegung kommt zu folgendem Schluß – in der andauernden Offensive zur Befreiung des irakischen Mosul, scheinen die Türken und ihre verbündeten kurdischen Peschmerga das Ziel des Irak ad absurdum zu führen und Mosul, sehr zu dessen Empörung, vermutlich selbst erobern zu wollen... Ian]



Rudaw.net

Das türkische Militär hat erklärt, daß bei Angriffen seiner Kampfflugzeuge auf 18 Stellungen der kurdischen YPG in Nord-Aleppo 160 bis 200 Kämpfer getötet worden sind.

Ankara sagte in einer Erklärung, daß die Luftangriffe als Antwort auf fünf Granatbeschüsse aus der kurdischen Stadt Afrin auf türkisches Territorium nahe Hatay ausgeführt worden sind.

Laut Hürriyet sagte das Militär in einer Erklärung: "Etwa 160 bis 200 Kämpfer der Miliz der kurdischen YPG wurden Mittwochnacht bei 26 Luftangriffen der türkischen Luftwaffe getötet."

In den vergangenen Wochen haben türkische Streitkräfte und Kampfflugzeuge die Freie Syrische Armee (FSA) bei ihrem Kampf gegen ISIS und die YPG in Teilen des Landes unterstützt.

Die YPG wurde in den letzten zwei Jahren von den Vereinigten Staaten im Kampf gegen ISIS unterstützt und Washington hat Ankara und die YPG dringend gebeten Zusammenstöße oder die Eskalation der Gewalt untereinander in Syrien zu vermeiden.


RT

Damaskus hat harsch auf die Bombardierung kurdischer Milizen durch die türkische Luftwaffe am Donnerstagmorgen in Nord-Syrien reagiert und angekündigt, sollte Ankara erneut Flugzeuge über seine Grenzen schicken,beim nächsten Mal zu intervenieren.

In einer Erklärung beschuldigte das syrische Verteidigungsministerium die Türkei "eklatanter Aggressionen, die sich gegen unschuldige Bürger richten" und sagte, "daß es eine gefährliche Entwicklung in Betracht ziehe, welche die Situation eskalieren lassen könne".

"Jedem weiteren Versuch türkischer Kampfflugzeuge in den syrische Luftraum einzudringen wird nachgegangen, und diese werden mit allen verfügbaren Mitteln abgeschossen" warnte Damaskus, dessen Flugzeuge, gemeinsam mit russischen russischen Aufklärern, direkte Konfrontationen mit unbefugten NATO-Jets bisher vermieden haben.

Kurdische Milizen, die nun gegen die von Ankara unterstützten Rebellen um vom Islamischen Staat zurückerobertes Territorium kämpfen, wurden am Mittwoch von türkischer Artillerie beschossen. Die Türkei sagte, daß die Luftangriffe 200 Kurden getötet haben, obwohl die YPG, die kurdische Miliz, ihre Verluste zunächst mit 15 bezifferte.

Syrien nannte die Opfer "150 unschuldige Zivilisten" und sagte, daß "diese verantwortungslosen Taten schreckliche Konsequenzen haben werden, welche die Stabilität und Sicherheit in der Region gefährden werden."

Die Vereinigten Staaten, NATO-Partner der Türkei, haben sich am Donnerstag mit einem Tweet des Sprechers ihres Außenministeriums, John Kirby, in der Zwischenzeit von den Luftangriffen distanziert: "Entgegen einigen anderslautenden Meldungen, waren die VS nicht an den türkischen Luftangriffen der vergangenen Nacht beteiligt."

Kirby fügte hinzu, daß die VS "die Bodentruppen aller Parteien aufrufe unkoordinierte Bewegungen zu vermeiden, welche", wie er anmerkte, "nur dem Islamischen Staat dienen".

Seit den verstärkten Kämpfen rund um Aleppo, bei denen mindestens vier Parteien, mit jeweils eigenen Absichten, versuchen die Kontrolle über Nord-Syrien zu erlangen, haben türkische Verletzungen des syrischen Luftraums zugenommen.

Seit Beginn des Syrien-Konflikts im Jahr 2011, haben die Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern, wegen der Unterstützung des Kampfes bewaffneter Rebellen gegen die rechtmäßige syrische Regierung durch Ankara, zugenommen. Gelegentlich war das türkische Grenzgebiet vom Artilleriebeschuß der heftigen Kämpfe betroffen, was die Situation weiter verschärfte.

Im Juni 2012 hat Syrien ein türkisches Militärflugzeug bei einem Aufklärungsflug, einen Kilometer von der Küste entfernt, über syrischen Gewässern abgeschossen. Während Syrien auf die Verteidigung seiner Grenzen beharrte, wurde es von Ankara des Völkerrechtsbruchs beschuldigt. Die Türkei hat später zwar bestätigt, daß der Jet versehentlich in syrischen Luftraum eingedrungen war aber behauptet, daß er, nach dessen Verlassen, in internationalem Luftraum abgeschossen worden sei.

Im August hat die Türkei mit Unterstützung syrischer Rebellen eine Bodeninvasion auf syrischem Territorium begonnen, deren Ziel die Befreiung der kurdischen Grenzstadt Jarablus vom Islamischen Staat war, der die Stadt seit dem Juni 2012 gehalten hatte. Damaskus verurteilte den Einmarsch als Verletzung seiner Souveränität, während die Kurden die Türkei der Entfesslung eines "Krieges" gegen kurdische Milizen beschuldigten, welche die Stadt von den Terroristen zurückerobern wollten.

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Jan Greenhalgh ist Fotograf und Historiker mit einem besonderem Interesse an Militärgeschichte und den tatsächlichen Gründen von Konflikten.

Sein Studium der Geschichte und der Medienwirtschaft haben ihm einen tiefen Einblick in den Gebrauch der Massenmedien beim Erzeugen von Konflikten in der Moderne ermöglicht.

 
Seine bevorzugten Studiengebiete umfassen staatlich finanzierten Terrorismus, von Medien hergestellte Realität und die Rolle von Geheimdiensten bei der Manipulation der Bevölkerung und der Wahrnehmung von Ereignissen.


Quelle: http://www.veteranstoday.com/2016/10/21/blackmail-turkey-is-getting-away-with-being-isis-air-force/


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