Freitag, 7. Oktober 2016

Im Innern der schemenhaften Werbeagentur, die den Regierungswechsel in Syrien propagiert

Von Max Blumenthal
Übersetzt von wunderhaft


[Anm. d. Übers.: Dieser so aufschluß- wie facettenreiche Beitrag handelt von einer Organisation, deren Existenz und Bedeutung den meisten wohl unbekannt ist und ist es wert in Ruhe gelesen zu werden. Seiner Länge wegen empfehlen wir ihn hierfür auf dem eigenen Rechner, bspw. als PDF, zu speichern]

Die sich als nicht-politische Solidaritätsorganisation ausgebende "Syrien-Kampagne" benutzt lokale Partner und Medienkontakte, um die Vereinigten Staaten zum Sturz einer weiteren Regierung im Mittleren Osten zu bewegen.

3. Oktober 2016 / AlterNet
Am 30. September versammelten sich Demonstranten auf vielen Plätzen in Städten der westlichen Welt zu einem "Aktionswochenende" zur Beendigung des Bombenhagels der syrischen Regierung und russischer Kampfflugzeuge auf den, von Rebellen gehaltenen, östlichen Teil von Aleppo. Tausende nahmen an den Protesten Teil und zeigten Schilder mit Aufschriften wie "Stürzt Assad" und "Genug mit Assad". Wahrscheinlich wußten nur wenige der Teilnehmer, daß die Aktionen unter der Schirmherrschaft einer von der Opposition finanzierten Werbeagentur, namens "Die Syrien Kampagne", stand.

Als Partner lokaler Gruppen wie dem "Syrischen Komitee für zivile Verteidigung" das allgemein als die Weißhelme bekannt ist, und über ein umfangreiches miteinander verknüpften Netzwerk aus Medien und Zentren mit politischem Einfluß, spielte "Die Syrien-Kampagne" bei der Verbreitung von Bildern und Berichten über den Horror des vergangenen Monats in Ost-Aleppo eine entscheidende Rolle. Die Gruppe besitzt die Fähigkeit innerhalb der Machtzentralen in Washington zu operieren und hat die Macht Tausende Demonstranten auf die Straßen zu bekommen. Trotz ihrer übergroßen Rolle bei der Gestaltung der westlichen Sicht auf den syrischen Bürgerkrieg, der nun in sein sechstes Jahr geht und eine seiner abscheulichsten Phasen erreicht, ist ihre Ausstattung der Öffentlichkeit buchstäblich unbekannt.

Die Syrien-Kampagne stellt sich selbst als unabhängige, nicht-politische Stimme für die syrischen Bürger dar, die sich dem Schutz der Zivilbevölkerung verpflichtet hat. "Wir betrachten uns als Solidaritätsorganisation", erzählte mir ihr strategischer Direktor, James Sadri. "Wir werden von niemand dafür bezahlt eine bestimmte politische Richtung zu verfolgen. Wir meinen eine wirklich gute Arbeit beim Aufspüren der Front-Aktivisten, Ärzte und humanitären Helfer geleistet haben und versuchen ihrem bei der Internationalen Gemeinschaft
eine Stimme zu geben.

Doch hinter der hochtrabenden Rhetorik und den Bildern heroischer Retter, die zur Rettung von Menschenleben herbeieilen, steht eine Agenda die eng mit jener Agenda von Riad bis Washington verknüpft ist, die einen Regime-Change fordert. Tatsächlich hat Die Syrien-Kampagne eine Flugverbotszone in Syrien angeschoben, deren Durchsetzung, gemeinsam mit der Zerstörung der Infrastruktur und militärischer Einrichtungen der syrischen Regierung, nach Einschätzung des Pentagon mindestens "70.000 amerikanische Soldaten" erfordert. Es gibt keine Aufzeichnungen über die Einrichtung von Flugverbotszonen ohne anschließenden Regierungssturz – genau das scheint Die Syrien-Kampagne und ihre Partner zu beabsichtigen.

"Für uns würde die Kontrolle des syrischen Luftraums einen Krieg gegen Syrien und Rußland erfordern. Das ist eine sehr fundamentale Entscheidung, die ich bestimmt nicht treffen werde" sagte der Vorsitzende des Generalstabs, General Joseph Dunford, auf einer Anhörung des Verteidigungsausschusses des Senats im vergangenen Monat.

"Während die Militärkreise in Washington den vollen Einsatz ihrer Luftstreitkräfte zur Durchsetzung einer Flugverbotszone nicht zu befürworten scheinen, profitiert Die Syrische-Kampagne von der Empörung, die die Bombardierung des von Rebellen besetzten Ost-Aleppo in diesem Jahr ausgelöst hat, bei der Forcierung der Forderung nach einem massiveren Militäreinsatz der Vereinigten Staaten.

Die Syrien-Kampagne hat den Interventionismus in die liberal-freundliche Sprache der Menschenrechte gehüllt, und stellt einen Militäreinsatz des Westens als "den besten Weg zum Schutz syrischer Flüchtlinge" dar und die Einrichtung einer Flugverbotszone – die, gemeinsam mit so genannten Sicherheitszonen und Bomben-freien Zonen ebenfalls westliche Militärverstärkung erfordern würde – als "einen Weg zum Schutz von Zivilisten und zur Niederwerfung des ISIS".

Zu den prominentesten Vehikeln der Syrien-Kampagne bei der Werbung für eine Militärintervention gehört die sich selbst zu einer "unbewaffneten und unparteiischen" Gruppe der Zivilvereidigung erklärten Organisation, die als Weißhelme bekannt sind. Beweise der Weißhelme von der Rettung von Zivilisten, die von den Trümmern der Bombardements der syrischen Regierung und ihrer russischen Verbündeten eingeschlossen waren, waren bei der Berichterstattung über die Krise allgegenwärtig. Durch ihre Erklärung, zehntausende Leben gerettet zu haben, wurde die Gruppe zu einer Hauptnachrichtenquelle für Journalisten und Menschenrechtsgruppen bei der Suche nach Informationen über die Zahlen der Opfer bis zu Details über die Art der verwendeten Bomben innerhalb des Kriegstheaters.

Jedoch ist Die Syrien-Kampagne, ebenso wie die Weißhelme, alles andere als unparteiisch. Tatsächlich wurde die Gruppe in Zusammenarbeit mit der Agentur für staatenübergreifende Initiativen der Behörde der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung (USAID), einem ausdrücklich politischen Flügel der Behörde, gegründet, die auch Anstrengungen zur politischen Unterwanderung auf Kuba und in Venezuela unternommen hat. USAID ist der Hauptsponsor der Weißhelme und hat der Gruppe seit 2013 mindestens 23 Millionen Dollar zukommen lassen. Dieses Geld war ein Teil von 339,6 Millionen Dollar die USAID für "die Unterstützung von Aktivitäten für einen friedlichen Übergang zu demokratischen und stabilen Strukturen in Syrien" eingeplant hatte – oder für die Einrichtung von parallelen Regierungsstrukturen zum Füllen des Machtvakuums bis zum Sturz von Bashar Al-Assad.

Dank einer aggressiven Werbekampagne der Syrien-Kampagne, sind die Weißhelme für den Nobelpreis vorgeschlagen worden und haben bereits den, als Right Livelyhood Award bekannten, "alternativen Nobelpreis" erhalten. (Frühere Preisträger waren unter anderem Amy Goodman, Edward Snowden und der israelische Nuklear-Whistleblower, Mordechai Vanunu.) Zur selben Zeit fordern die Weißhelme bei öffentlichen Auftritten und auf einer von der Syrien-Kampagne erstellten Website Flugverbotszonen.

Die Syrien-Kampagne hat Unterstützung für die Weißhelme von einer Reihe Hollywood-Stars, einschließlich Ben Affleck, Alicia Keyes und Justin Timberlake, erhalten. Und durch von der Syrien-Kampagne veranstaltete Spendenaktionen und "Öffentlichkeitsarbeit" wurden die Weißhelme zu den Stars einer aalglatt produzierten Netflix-Dokumentation, die über Medienkanäle für großen Rummel im Westen sorgte.

Aber die Weißhelme zu einer internationalen Sensation zu machen ist nur einer von vielen Erfolgen, die die Syrien-Kampagne bei ihren Bemühungen um den Sturz der syrischen Regierung erreicht hat.


Die Vereinten Nationen in Damaskus im Visier

Als ein vom Syrisch-Arabischen Roten Kreuz und dem Büro für die Koordination humanitärer Hilfe der Vereinten Nationen organisierter Hilfskonvoi auf seinem Weg in das von Rebellen kontrollierte Umland von West-Aleppo am 18. September angegriffen wurde, haben die Weißhelme die Schuld sofort der syrischen und russischen Regierung gegeben. Tatsächlich hat ein Mitglied der Weißhelme, als einer der ersten am Ort des Geschehens aufgenommenen Zivilisten, auf Englisch erklärt, daß "Regierungshubschrauber den Ort mit vier Faßbomben angegriffen haben". Die Weißhelme produzierten auch eines der Hauptbeweismittel, auf das sich westliche Journalisten bei ihrer Beschuldigung der russischen und syrischen Regierung für den Angriff verlassen haben: ein Photo zeigt angeblich das Fragment des Heckteils einer russischen Splitterbombe des Typs OFAB 250-270. (Diese Darstellung wurde weder von den Vereinten Nationen noch vom Syrisch-Arabischen Roten Kreuz bestätigt und Hinweise auf Faßbomben haben sich nicht ergeben.)

Ironischerweise sind die Weißhelme, bei den Bemühungen der Syrien-Kampagne die humanitäre Arbeit der Vereinten Nationen innerhalb Syriens zu unterminieren, auffällig in Erscheinung getreten. Über Monate hinweg hat Die Syrien-Kampagne die Vereinten Nationen, für die Koordination der Hilfslieferung mit der syrischen Regierung, als Handlanger Bashar Al-Assads bezeichnet, was die VN mit Regierungen von Konfliktgebieten in aller Welt praktiziert haben. Kereem Shaheen, vom Guardian, pries einen 50-seitigen Bericht, in dem Die Syrien-Kampagne die Arbeit der Vereinten Nationen als "verdammenswert" angreift. Ein darauffolgender Artikel des Guardian zitierte den Bericht als Teil der Inspiration für die "exklusive" Untersuchung der Zeitung, welche die Koordination der VN mit der syrischen Regierung verurteilt.

Auf einer von der Syrien-Kampagne erstellten Website, die den Bericht beherbergt, werden deren Besucher mit einem blutgetränkten Logo der Vereinten Nationen begrüßt.

Die Syrien-Kampagne hat sogar Anteil an der Entlassung des ehemaligen Koordinator der VN für humanitäre Maßnahmen, Yacoub El-Hillo, aus seinem Amt in Damaskus. Eine Falschbehauptung, die sie später gezwungen war zu entkräften. Unter den Oppositionsgruppen, die den anti-VN-Bericht beworben haben, befand sich auch Ahrar Al-Sham, eine jihadistische Rebellenfraktion, die sich mit Al-Qaida verbündet hatte, um einen ausschließlich Islamischen Staat in ganz Syrien zu errichten.

Ein Vertreter der westlichen Welt, der eine politisch neutrale NGO in Damaskus leitet, präsentierte mir eine vernichtende Beurteilung der Angriffe der Syrien-Kampagne auf die Vereinten Nationen. Die Quelle, die ungenannt bleiben möchte, weil es Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen wie ihm grundsätzlich verboten ist mit Medien zu sprechen und sich oft Repressalien ausgesetzt sehen, wenn sie es tun, beschuldigte Die Syrien-Kampgne einer politisch beeinflußten "Spaltung und Polarisierung der humanitären Gemeinschaft", während humanitäre Organisationen die humanitäre Organisationen "zu Entscheidungen auf Grund des Medien-Echos nötige, anstatt sich auf die aktuellen Bedürfnisse vor Ort zu konzentrieren".

Die Führungskraft der NGO warf der von ihr kritisierten Syrien-Kampagne und ihren Partnern des weiteren vor "die humanitären Helfer aus Damaskus der einseitigen Zusammenarbeit mit einer der Konfliktparteien zu beschuldigen" und damit deren Möglichkeit über den Zugang zu dem von Rebellen besetzten Gebieten einzuschränken. "Ich, als humanitärer Helfer, weiß selbst, daß mich und meine Gruppen dies in große Gefahr bringt, da es den Konfliktparteien erlaubt uns wie einen verlängerten Arm des Gegners zu behandeln", sagten sie.

"Die Tausenden Syrer, die sich den Vereinten Nationen oder humanitären Organisationen angeschlossen haben, sind Zivilisten", fuhren sie fort. "Sie haben das nicht nur getan um ein Gehalt zu bekommen, sondern um anderen Syrern etwas Gutes zu tun. Diese Kampagne (von Der Syrien-Kampagne) demütigt sie alle, weil sie sie als Unterstützer einer Seite darstellt und sie die Hoffnung verlieren läßt zu Mitarbeiter eines positiven Wandels in ihrer eigenen Gesellschaft zu werden."

"Im September hat Die Syrien-Kampagne, einige Tage bevor der Angriff auf den Hilfskonvoi die VN veranlaßt hat einen großen Teil ihrer Arbeit einzustellen, 73 der in den von Rebellen besetzten Gebieten arbeitenden Hilfsorganisationen, einschließlich der Weißhelme, aufgerufen ihre Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen zu beenden. Der Guardian merkte in seiner Reportage an, "Die Entscheidung sich vollständig aus dem Syrien-Programm zurückzuziehen, in dem die Organisationen sich über die Hilfslieferungen gegenseitig austauschen, bedeutet, daß die VN den Überblick über die Geschehnisse im Norden Syriens und in den von Rebellen besetzten Gebieten verliert, wo die Nichtregierungsorganisationen den Großteil ihrer Arbeit leisten."

Trotz des Einflusses der der Syrien-Kampagne auf der Bühne der internationalen Medien, ist es schwierig Informationen über ihre innere Struktur zu erhalten. Die Syrien-Kampagne ist in England als Privatunternehmen namens "The Voices Project" unter einer Adresse registriert, die 91 andere Unternehmen mit ihm teilen. Abgesehen von Asfari, sind die meisten Spender der Syrien-Kampagne anonym.

Langsam tauchen Fragen darüber auf, ob diese undurchsichtige Organisation Verbindungen zu Avaaz hat, einer weltweit tätigen PR-Gruppe, die eine führende Rolle bei der Gewinnung von Unterstützern einer Flugverbotszone in Libyen gespielt hat, und ob Die Syrien-Kampagne nicht eine zweckorientiert gegründete PR-Filiale von Avaaz ist. James Sadri sträubte sich, als ich ihn darauf ansprach und wies den Gedanken, als von russischen Staatsmedien und Assad-Jüngern aufgebaute "krumme Verschwörung", zurück.

Allerdings entstehen bei einer sorgfältigen Betrachtung der Herkunft und Handlungsweise der Syrien-Kampagne Zweifel am Bild dieser Organisation als authentische Stimme für syrische Zivilisten, was zu ernsthafte Fragen nach ihrer Agenda ermuntern sollte.


Die Entstehung internationaler PR-Agenturen

Am bekanntesten für ihre Arbeit an sozialen Themen für kapitalkräftige Klienten, wie ACLU und die Polizeireform-Gruppe, Campain Zero, verspricht das in New York und London ansässige Unternehmen, Purpose, kreatuv gestaltete Kampagnen, die entweder zu einem "Verhaltenswandel", einem "Meinungswandel", einem "Strategiewechsel" einem "Wandel der Infrastruktur" führen. Als der Syrien-Konflikt in sein drittes Jahr ging, war dieses Unternehmen bereit einen Regierungswechsel herbeizuführen.

Am 3. Februar 2014, veröffentlichte die strategische Leiterin bei Purpose, Anna Nolan, eine Stellenausschreibung. Laut Nolans Ausschreibung suchte ihr Unternehmen "zwei Praktikanten, für das Team von Purpose, um eine neue Bewegung für Syrien aus der Taufe zu heben."

Etwa zur selben Zeit veröffentlichte eine anderer Mitarbeiterin von Purpose, namens Ali Weiner, eine Stellenausschreibung, in der sie nach einem bezahlten Praktikanten für das neue Projekt der Werbeagentur, Syrian Voices, suchte. "Gemeinsam mit Syrern in der Diaspora und NGO-Partnern" schrieb Weiner, "baut Purpose eine Bewegung auf, welche die Stimmen moderater, nicht gewalttätiger Syrer und Menschen im Mittleren Osten sowie auf der gesamten Welt verstärken wird, um spezielle Veränderungen der politischen sowie humanitären Situation in der Region zu fordern". Sie erklärte, daß der Mitarbeiter "einem hauptsächlich in London ansässigen Strategen auskunftspflichtig sei, jedoch eng mit den Teams in London und in New York zusammenarbeiten würde".

Am 16. Juni 2014 entwarf der Gründer von Purpose, Jeremy Heimans, einen Gesellschaftsvertrag für die Muttergesellschaft der Syrien-Kampagne. Die The Voices Project genannte Firma ließ Heimans bei 3 Bull Lane, St Ives Cambridgeshire, England, registrieren. Es war eine der 91 unter dieser Adresse gelisteten GmbHs.

Gemeinsam mit Heimans, wurde der Direktor von Purpose, Tim Dixon, zum den Aufsichtsrat von Die Syrien-Kampagne ernannt. Hinzu kam John Jackson, ein Stratege von Purpose, der zuvor Co-Direktor der Burma Campaign U.K. gewesen ist, die Lobbyarbeit für Sanktionen gegen das herrschende Regime in diesem Land bei der EU betrieben hat. (Jackson forderte Anerkennung für die erfolgreiche Arbeit der Syrien-Kampagne bei der Entfernung der Facebook-Ads für die Wiederwahl Bashar Al-Assads bei den Präsidentenwahlen.) Anna Nolan wurde Projektleiterin bei Die Syrien-Kampagne, obwohl weiterhin als strategische Leiterin bei Purpose gelistet blieb.

"Purpose ist nicht in unsere Tätigkeiten involviert", erzählte mir James Sadri von Die Syrien-Kampagne. Auf die Anwesenheit verschiedener Strategen von Purpose im Aufsichtsrat von Die Syrien-Kampagne angesprochen, entgegnete Sadri, "Wir sind nicht Teil von Purpose. Es gibt keine finanziellen Verbindungen und wir sind unabhängig."

Sadri wies Vermutungen über die Entstehung von Die Syrien-Kampagne bei Avaaz von sich. "Wir haben keinerlei Verbindungen zu Avaaz", erklärte er und rügte das Verbinden der beiden PR-Organisationen verschwörerisch mit den Worten, "Russia Today-Zeug".

Allerdings prahlte Purposes Original-Stellenausschreibung für das Syrian Voices-Projekt mit folgenden Worten: "Purpose entstand aus einigen der wirkungsvollsten neuen Modelle für den sozialen Wandel, "einschließlich" des derzeit 30 Millionene Mitglieder starken Aktionsnetzwerks avaaz.org". Tatsächlich war der Gründer von Die Syrien-Kampagne, Mitbegründer von Purpose, Jeremy Heimans, auch einer der ursprünglichen Gründer von Avaaz. Forbes erzählte er: "Ich war Mitbegründer von Avaaz und (der australischen Aktivistengruppe) Get Up, was die Entstehung von Purpose inspiriert hat."


Die neue und verbesserte Flugverbotszone

Die Abwehrhaltung von Die Syrien-Kampagne gegenüber Verbindungen zu Avaaz ist unverständlich.

Im Jahr 2011, startete Avaaz eine öffentliche Kampagne für eine Flugverbotszone in Libyen und sandte eine Petition mit 1.202.940 Unterschriften an die Vereinten Nationen, welche die westliche Intervention unterstützte. John Hillary, der Vorstandsvorsitzende von War On Want, der größten Wohltätigkeitsorganisation gegen Armut und Krieg im Vereinigten Königreich, warnte damals: "Die meisten dieser generell wohlmeinenden Aktivisten wissen wenig darüber, daß sie hiermit die Kräfte jener westlichen Regierungen stärken, die sich verzweifelt darum bemühen ihre Interessen in Nord-Afrika wieder geltend zu machen... Sicherlich klingt es danach, als würde eine Flugverbotszone die Intervention des Auslands humanitärer gestalten – mit der Betonung auf das Ende der Bombardements, obwohl sie ebenso gut zu einer Eskalation der Gewalt führen kann."

John Hillarys dringende Warnungen haben sich erfüllt, nachdem die NATO mit dem Inkrafttreten der Flugverbotszone die Amtsenthebung des ehemaligen Präsidenten Muammar al-Gaddafi veranlaßt hat. Monate später wurde Gaddafi von einem fanatischen Mob auf offener Straße sexuell angegriffen und totgeprügelt (tatsächlich wurde er mit einer Bajonettklinge gepfählt und halbseitig skalpiert / Anm. d. Übers.). Der Islamische Staat und eine Gruppe Militanter füllten die in der Regierung verbliebene Lücke während der Totenwache der libyschen Volksrepublik. Diese politische Katastrophe sollte ernsthaft genug gewesen sein um künftige Interventionen dieser Art in Frage zu stellen. Jedoch hat das libysche Vermächtnis Avaaz nicht davon abgehalten eine neue Kampagne für eine andere Flugverbotszone zu starten – diesmal in Syrien.

"Für einige könnte eine Flugverbotszone Bilder von George W. Buschs Außenpolitik und seinen illegalen westlichen Interventionen heraufbeschwören. Doch das ist eine andere Sache", beharrte Avaaz in einem Kommuniqué, daß seine Unterstützung einer Flugverbotszone in Syrien verteidigt. James Sadri porträtierte die Unterstützung einer Flugverbotszone durch Die Syrien-Kampagne als Ergebnis eines "tiefen Anhörungsprozesses", in den Umfragen unter syrischen Zivilisten aus von Rebellen besetzten Gebieten und unter Flüchtlingen außerhalb des Landes eingeflossen sind. Er behauptete, daß sein Unternehmen eine "Solidaritätsorganisation" sei und keine PR-Agentur und behauptete unerbittlich, daß, wenn eine Flugverbotszone über Syrien eingerichtet werden würde, sie sich von früheren unterscheiden würde.

"Es scheint auch Kritik an einer Flugverbotszone zu geben, die sich an Vorlagen anderer Konflikte mißt und in Syrien zu demselben Ergebnis führen würde", kommentierte Sadre. Er fügte hinzu: "Ich versuche dazu zu ermutigen, uns von einer vereinfachenden Debatte wegzubewegen. Es ist eine reflexartige Reaktion über Syrien zu sagen, ´wie im Irak oder in Lybien´, aber so ist es nicht. Es handelt sich um einen völlig anderen Konflikt."


Die Finanzierung eines "glaubwürdigen Wandels"

Für den Petroleum-Mogul, der den Beginn des Syrien-Projekts finanziert hat, rechtfertigt ein Ausgang, nach dem er in sein Geburtsland zurückkehren und am wirtschaftlichen Leben nach seinen Vorstellungen teilnehmen kann, das Mittel der Militärintervention.

Obwohl Die Syrien-Kampagne Die Syrien-Kampagne behauptet "Spendengelder aller am Konflikt in Syrien beteiligten Parteien zu verweigern", wurde sie von einem der einflußreichsten im Exil lebenden Oppositionellen, dem im Vereinigten Königreich lebenden Vorstand des britischen Öl- und Gasversorgungsunternehmens Petrofac Limited, Ayman Asfari, gegründet und nach wie vor ununterbrochen mit großzügiger finanzieller Unterstützung versorgt. Der Wer von Asfaris Vermögen beträgt 1,2 Milliarden Dollar und er hält ein fünftel der Aktien seines Unternehmens, das 18.000 Beschäftigte beherbergt und jährlich nahezu 7 Milliarden Dollar an Umsatz erzielt.

Über seine Asfari Foundation hat er Hunderttausende Dollar an Die Syrien-Kampagne gespendet und seiner Frau, Sawsan, einen Sitz in deren Vorstand gesichert. Er war in finanzieller und politischer Hinsicht auch einer der Hauptunterstützer der Syrischen Nationalen Koalition, der größten der, nach dem Beginn der Revolte entstandenen, im Exil lebenden, selbständigen Gruppen von Regierungsgegnern. Die Gruppe hat sich in den Kopf gesetzt Assad zu entmachten und ihn durch einen der ihren zu ersetzen. Asfaris Unterstützung oppositioneller Kräfte war dermaßen markant, daß die syrische Regierung ihn der Unterstützung des "Terrorismus" beschuldig und einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hat.

In London war Asfari einer der großen Spender der ehemaligen britischen Premierministers David Cameron und dessen Konservativen Partei. Im Mai dieses Jahres hat David Cameron einen Spender von Hands Up for Syria Appeal, einer von Asafari massiv unterstützten Wohltätigkeitsorganisation, welche die Ausbildung von in Flüchtlingslagern lebenden syrischen Kindern finanziell unterstützt, besonders betont. Der Premierminister schien, wegen seiner entschiedenen Widerstands gegen die Aufnahme von nach Europa geflüchteten unbegleiteten syrischen Minderjährigen, eine ungewöhnliche Wahl für die Veranstaltung zu sein. Allerdings hat Asfari Camerons ausschließende Politik prinzipiell unterstützt.

In einer Sendung aus der Serie Hardtalk darüber ausgequetscht, erklärte Asfari: "Ich möchte nicht, daß das Land menschenleer wird. Ich träume immer noch davon, daß es diesen Typen (den Flüchtlinge) möglich sein wird in ihre Wohnungen zurückzukehren und eine konstruktive Rolle beim gemeinsamen Wiederaufbau Syriens zu spielen."

In Washington wird Asfari als bedeutende Kontaktperson der syrischen Opposition betrachtet. Er hat seit 2014 ahttp://www.mmnews.de/index.php/politik/98092-wegen-politik-satire-2-jahre-knast-facebookcht Mal das Weiße Haus besucht und sich dort mit Beamten wie Phillip Gordon, dem ehemaligen Koordinator für den Mittleren Osten, der sich früher für die Bewaffnung der Aufstandsbewegung eingesetzt hat, getroffen. Seit er die Regierung verlassen hat, hat Gorden allerdings bedauert eine Politik des Regime Change vertreten zu haben. In einem ausführlichen Leitartikel für Politico vom Septembter 2015 verurteilte Gordon die Obama-Administration für ein Weiterführen des Regime Change mit den Worten: "Es gibt nun buchstäblich keine Möglichkeit mehr, daß ein militärischer ´Sieg´ der Opposition in absehbarer Zukunft zu einer stabilen oder friedlichen Regierung in Syrien führen wird und es besteht die hohe Gewißheit, daß das Verfolgen dieses Ziels den grausamen Bürgerkrieg nur um Jahre verlängert."

Asfari strafte Gordon einige Tage später bei Hardtalk ab. "Ich habe eine E-Mail an Gordon geschrieben, als ich diesen Artikel in Politiko gesehen habe und habe ihm respektvoll widersprochen", merkte Asfari an, "Ich halte die Idee, daß wir mit Assad in Syrien einen Wandel erleben werden, für unrealistisch. Weil was die Menschen letztlich wollen ein glaubwürdiger Wandel ist".

Für Asfari würde es für einen "glaubwürdigen" Wandel nach dem Krieg mehr bedürfen als die Rückführung von Flüchtlingen und die Integration von Oppositionskräften in die Armee: "Werden Sie die syrische Diaspora, einschließlich Menschen wie mich, dazu bewegen zurückzukehren und in das Land zu investieren?", fragte er bei Hardtalk. "...Wenn wir nicht jedes dieser Ziele erreichen, wozu benötigen wir dann ein freies Syrien?"

Der Independent hat Asfari als einen jener aus dem Pantheon der Super-Reichen Exilanten beschrieben, die auf den Wiederaufbau eines Syrien nach Assad beharren – und ansehnliche Verträge während des Prozesses einheimsen. Um sein Ziel, einer triumphalen Rückkehr nach Syrien nach dem Sturz von Assad, zu erreichen, hat Asfari der Syrien-Kampagne nicht nur Stammkapital zur Verfügung gestellt, sondern den Erhalt der Gruppe auch mit deftigen Spenden unterstützt.

Allein in diesem Jahr hat die Asfari Foundation, laut der Medien-Chefin der Syrien-Kampagne, Laila Kiki, 180.000 Dollar an die Organisation gespendet. Asfari ist allerdings nicht der einzige Spender von Die Syrien-Kampagne. Gemäß Kiki hat der Rockefeller Brothers Fund ebenfalls 120.000 Dollar zu dem diesjährig 800.000 Dollar hohen Budget der Gruppe beigetragen. "Der Rest der Spenden kommt von Spendern, die anonym bleiben wollen", erklärte sie.


Das Gestalten der Botschaft

Zu den vorrangigen Aufgaben der Syrien-Kampagne, für die sie offensichtlich den Großteil ihrer Ressourcen verwendet, zählt es, die Medien zu einer interventions-freundlicheren Berichterstattung zu bewegen.

Als Die Syrien-Kampagne bei ihrer Entstehung im Jahr 2014 die Stelle für einen leiten Pressereferenten auf ihrer Website ausgeschrieben hat, betonte sie die die Suche nach "jemand, der in derselben Woche Artikel auf den Medienmärkten der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreichs und Europas plazieren kann". Der ideale Kandidat des Unternehmens wäre fähig "enge Beziehungen zu Presse, Rundfunk, Online Redakteuren und Herausgebern zu pflegen, um sie zu ermutigen Die Syrien-Kampagne als Leitmedium in der Syrien-Berichterstattung zu betrachten". PR-Erfahrung gegenüber politischem Verständnis bevorzugend, versicherte Die Syrien-Kampagne den Bewerbern: "Sie müssen kein Syrien-Experte sein oder arabisch sprechen." Schließlich würde die Person in eng mit einem ungenannten "syrischen Kommunikationsbeamten zusammenarbeiten, der bei beim Sammeln von Nachrichten und Beziehungen innerhalb Syriens Unterstützung leistet".

Sadri bestätigte, daß Die Syrien-Kampagne in Kauf von Redaktionen bei wesentlichen Publikationen verwickelt gewesen ist. "Es gab in der Vergangenheit Gastbeiträge von Leuten vor Ort, bei deren Veröffentlichung wir geholfen haben. Es gibt eine Menge Gastbeiträge von Menschen innerhalb Syriens", erzählte er mir. Jedoch würde er mir weder sagen welche das waren noch wer ihre Autoren seien, oder ob sein Unternehmen irgendeine Rolle bei deren Auswahl gespielt habe.

Kürzlich hat ein Ereignis den geschickten Umgang der Syrien-Kampagne mit Pressebeziehungen aus Aleppo zu den westlichen Medienmärkten verdeutlicht. Es war am 17. August, kurz nachdem ein syrisches oder russisches Kampfflugzeug ein Wohngebäude im östlichen Teil von Aleppo beschossen hatte, als Sopie McNeill, eine Korrespondentin für den Mittleren Osten einer australischen Fernsehanstalt, ein Photo von einer syrisch-amerikanischen Ärztevereinigung erhielt, das den Hinweis auf eine WhatsApp-Gruppe von mit internationalen Medien vernetzten Ärzten innerhalb des von Rebellen besetztem Territorium enthielt.

Das Photo zeigte den fünfjährigen Jungen, Omran Dagneesh, der von Mitgliedern der Weißhelme aus dem Gebäude gerettet und in einen Krankenwagen gehoben worden war, wo er von Mitgliedern des Medienzentrums in Aleppo gefilmt wurde. Das abschreckende Bild zeigt einen aufrecht sitzenden und  ins Leere blickenden benommenen kleinen Jungen, an dessen Pausbäckchen Blut und Asche klebten. "Dann erschien das Video von Omran, wie er blinzelnd im Heck des Krankenwagen saß", schrieb McNeill, ohne zu erklären wer ihr das Video zukommen ließ. Umgehend postete sie das Beweismittel auf Twitter.

"Schaut Euch das Video vom heutigen Abend aus Aleppo an. Und schaut es Euch noch einmal an. Und erinnert Euch daran, daß wir in #Syrien #nichtsagenkönnenvonnichtsgewußtzuhaben", erklärte McNeill. Ihr post wurde 17.000mal retweeted und den hashtag, den sie entworfen hat und der die internationale Untätigkeit implizierte, wurde ebenso zur Sensation. (McNeill ließ Fragen aus einer an sie gesandten, öffentlich gelisteten E-Mail unbeantwortet.)

Stunden später erschien das Bild von Omran auf den Titelseiten Dutzender internationaler Zeitungen, von der New York Times über das Wall Street Journal bis zur Londoner Times. Kate Bolduan, während der israelischen Bombardierung des Gaza-Streifens im Jahr 2014 darauf hingewiesen hat, daß es sich bei zivilen Kriegsopfern in Wahrheit um menschliche Schutzschilde handle, brach während einer verlängerten Sendung, die die Rettung Omrans detailliert beschrieb, in Tränen aus.

Abu Sulaiman Al-Muhajir, der australische Staatsbürger, der als der Kopf und Sprecher von Al-Qaidas syrischem Ableger, Jabhat Fateh Al-Sham, gilt, hatte ein ganz besonderes Interesse an dem Jungen. "Ich kann mich nicht an den Anblick verletzter/ermordeter Kinder gewöhnen", schrieb Al-Muhair bei Facebook. "Ihre unschuldigen Gesichter sollten uns an unsere Verantwortung erinnern."

Die Gelegenheit beim Schopf packend, sammelte Die Syrien-Kampagne Zitate des Photographen, Mahmoud Raslan, der dieses ironische Photo aufgenommen hat, und versorgte eine Reihe von Medienunternehmen mit ihnen. Während viele Kanäle Raslans Erklärungen veröffentlichten, war Public Radio International unter den wenigen, die auf die Rolle der Syrien-Kampagne bei ihrer Verbreitung hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht haben, daß diese Organisation "eine pro-oppositionelle Interessenvertretung mit einem Netzwerk von Kontakten innerhalb Syriens ist".

Am 20. August stellte McNeill eine Forderung auf Facebook: "Hat Euch das Photo des kleinen Omran erschreckt?", fragte sie ihre Leser. Könnt Ihr nicht aufhören an ihn zu denken? Nun, dann retweeted nicht nur, sondern werdet für 24 Stunden zornig und fahrt damit fort. Hört Euch an, was die beiden großen Humanisten zu Syrien, Zaher Sahloul und James Sadri, Euch mitteilen wollen."

Sadri ist der Direktor der Syrien-Kampagne und Sahloul war der Direktor der syrisch-amerikanischen Ärztevereinigung, die mit der Syrien-Kampagne zusammengearbeitet haben. In dem Artikel, den McNeill über das Photo von Omran, der in ihrem Facebook-Eintrag verlinkt war, geschrieben hat, drängten sowohl Sahloul sowie Sadri westliche Leser sich an ihrer Forderung nach einer Flugverbotszone zu beteiligen – eine Strategie, die McNeill stillschweigend billigte. (Shahloul wurde kürzlich von dem neokonservativen Kolumnisten Eli Lake für seine Anschuldigungen an Obama, "in Syrien einen Genozid erlaubt zu haben", beworben. Im September traf sich Shahloul mit der Jewish United Federation, einer führenden Gegner der Organisation von Solidarität mit Palästina, um Werbung für seine Bemühungen zu machen.

Als die, durch das Bild von Omran verursachte Empörung um sich griff, forderte der Kolumnist der New York Times, Nicholas Kristof (ein Freund und Verleger des Mitglieds der Syrien-Kampagne Lina Sergie Attar), "den Raketenbeschuß militärischer Startbahnen in Syrien vom Ausland aus, um sie  hierdurch unbrauchbar zu machen". In der Zwischenzeit hat der Moderator von MSNBCs "Morning Joe", mit dem Photo von Omran herum gewunken und entrüstet erklärt: "Die Welt wird zurückblicken. Beendet das Händeringen...Noch könnt Ihr etwas tun. Aber geschehen ist nichts."

Währenddessen hat der Moderator der Sendung "Morning Joe" bei MSNBC, Joe Scarborough, mit dem Photo von Omran herumgewinkt und entrüstet erklärt, "Die Welt wird zurückblicken. Sparen Euch das Händeringen...noch könnt Ihr etwas tun. Aber geschehen ist nichts."

Als atemlose Leitartikel und Tiraden der Nachrichtenkanäle die Obama-Administration der "Utätigkeit" beschuldigten, erreichte der öffentliche Druck für eine westliche Militärinterventation ein unvorhersehbares Ausmaß.

Schadensbegrenzung für oppositionelle Extremisten

Der Tag nach Omran machte Schlagzeilen, als die linksgerichtete Nachrichtenplattform, the Canary, ein anderes Photo veröffentlichte, das die bittere Realität hinter dem ironischen Bild darstellte.

Es entstamme der Facebook-Seite von Mahmoud Raslan, dem Aktivisten des amerikanisch betriebenen Medienzentrums in Aleppo, der das ursprüngliche Video von Omran aufgenommen hatte, und zeigte Raslan mit einer Gruppe von Rebellen-Kämpfern für ein triumphierendes Selfie posieren. Die bewaffneten Männer gehörten der Splittergruppe Nour Al-Din Al-Zenki an. Mindestens zwei der Kommandeure, die mit Raslan auf dem Bild erschienen haben kürzlich einen Jungen, den sie gefangen hatten, geköpft, und bezeichneten ihn in der Videoaufnahme als "Kind", während sie ihn verhöhnten und mißbrauchten. Es wurde berichtet, daß es sich um den einen Zwölfjährigen namens Abdullah Issa gehandelt hat der möglicherweise ein Mitglied der regierungstreuen palästinensischen Liwah Al-Quds-Miliz gewesen sein kann.

Es war nicht das erste Mal, daß Raslan mit Al-Zenki Kämpfern aufgetreten ist oder seine Sympathie mit ihnen bekundet hat. Am 2. August hatte er ein Selfie auf Facebook gepostet, das ihn mit einer Gruppe von meist heranwachsenden, in Al-Zenki-Kämpfern zeigt. "Mit den Selbstmordattentätern, aus dem Land des Krieges und Schlachtens, aus dem Aleppo der Märtyrer, bringen wir Euch, mit Gottes Erlaubnis, die Botschaft nahender Freude", schrieb Raslan. Er trug ein Kopfband, das denen der "Selbstmordattentäter" entsprach.

Trotz ihrer widerlichen Neigungen und extremistischen ideologischen Tendenzen, gehörte Al-Zenki bis 2015 zu den Empfängern umfangreicher amerikanischer Finanzierung, wobei sich mindestens 1000 ihrer Kämpfer auf den Lohnabrechnungen der CIA befandenden. Charles Lister, ein ranghohes Mitglied des Middle East Institute, der gesagt hat, daß seine Forschungsarbeit zur syrischen Opposition "zu 100% von westlichen Regierungen finanziert wurde", hat Al-Zenki als moderate oppositionelle Kämpfer bezeichnet.

Nachdem im August das Video über den von Al-Zenki-Mitglieder geköpften Jugendlichen im Internet erschienen ist, hat Sam Heller, ein Mitglied der in Washington ansässigen Century Foundation, dafür plädiert die Finanzierung der Rebellengruppe durch den CIA einzustellen. Heller, der Al-Zenki als einen "natürlichen, wenn auch widerwärtigen Partner" bezeichnete, argumentierte, daß, "wenn Washington darauf besteht seine Hände in kompletter Unschuld zu waschen, gibt es wahrscheinlich keine Fraktion in Syrien – weder bei der Opposition noch auf irgendeiner anderen Seite der Kriegsteilnehmer – die Unterstützung verdient.

Am 24. September dieses Jahres, verbündete sich Al-Zenki formell mit der der "jihadistischen Armee der Eroberung", einer von Al-Qaida eingeführten Jihadistenruppe, namens Jabhat Fateh Al-Sham. Als ihren Beitrag koordinierte Die Syrien-Kampagne die Verbreitung einer Stellungnahme in der Raslan seine offensichtliche Zugehörigkeit zu Al-Zenki bestreitet. Sophie McNeill, die Reporterin der australischen Fernsehanstalt, eine der Ersten, die das berühmte Omran-Photo veröffentlicht haben, veröffentlichte Raslans Erklärung pflichbewußt bei Twitter und bestätigte Die Syrien-Kampagne als Quelle.

Merkwürdigerweise beschrieb Raslan das enthauptete Opfer als 19-Jährigen und nicht als "Kind", wie ihn seine Schlächter bezeichnet haben, und erklärte seine Unwissenheit über den Hitergrund der Al-Zenki-Kämpfer: "Es war ein geschäftiger Tag mit einer Menge verschiedener Leute und Gruppen auf den Straßen. Als Kriegsphotograf machte ich viele Photos von Zivilisten und Kämpfern."

Mahmoud Raslan mag nicht der effektivste der lokalen Partner gewesen sein, aber Die Syrien-Kampagne kann weiterhin auf die Weißhelme zählen.

In Teil II: Wie die VS-finanzierten Weißhelme Zivilisten vor syrischen und russischen Bomben retten, während sie den Einsatz von eigenen Bomben des VS-Militärs bewerben.

*******

Max Blumenthal ist leitender Redakteur des Grayzone Project und bei AlterNet sowie preisgekrönter Autor von Goliath und Republican Gomorrah. Der Titel seines jüngsten Buches lautet "The 51 Day War: Ruin and Resistance in Gaza". Folgen Sie ihm auf Twitter unter @MaxBlumenthal.


Quelle: http://www.alternet.org/world/inside-shadowy-pr-firm-thats-driving-western-opinion-towards-regime-change-syria


Zusätzlich eingefügter Link: http://www.kriegsberichterstattung.com/id/1428/peter-scholl-latour-irrt-gaddafi-wurde-nicht-gepfahlt-sondern-durch-messerstiche-in-den-after-und-halbseitige-skalpierung-ermordet/


Ähnliche Beiträge:

    Wenn Sie die Übersetzungen und Beiträge auf diesem Blog schätzen, lassen Sie es mich wissen, nutzen Sie die E-Mail Benachrichtigung über neue Beiträge und empfehlen Sie sie bitte weiter.


    Creative Commons Lizenzvertrag

    Diese Übersetzung des Artikels Inside the Shadowy PR Firm That’s Lobbying for Regime Change in Syria durch wunderhaft ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

    Keine Kommentare:

    Kommentar veröffentlichen

    Konstruktive Kommentare und Kritik zu den jeweiligen Beiträgen sind erwünscht, solange sie die geltenden rechtlichen Bestimmungen und die Regeln des friedlichen Miteinander wahren.