Mittwoch, 9. November 2016

Chemiewaffen: In Syrien wurde die "rote Linie" überschritten – aber nicht von Assad!

Von Kevin Barrett
Übersetzt von wunderhaft


8. November 2016, Interview von Press TV mit VT-Autor Kevin Barrett
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (VN), Ban Ki-moon, zeigte sich alarmiert über die, von ihm so genannte, Aufweichung des Tabus vom Gebrauch chemischer Waffen in Syrien. Ban sagte, er sei darüber besorgt, daß der Gebrauch von Chemiewaffen in Konflikten auf der ganzen Welt zur Normalität werden könnte. Das Thema war bereits Gegenstand hitziger Debatten darüber, wer für Giftgasangriffe in Syrien verantwortlich sein könnte, und welche Rolle die VN hierbei spielen sollte. Wir sprachen mit dem Politik-Analysten Kevin Barrett über seine Meinung zu dieser Thematik.

Barrett meint, daß die westlichen Medien einen Nachrichtenstopp über die Verwendung von Chemiewaffen durch die von den Vereinigten Staaten unterstützten Terroristen in Syrien verhängt haben. 
"Es handelt sich hier um etwas, worüber in den westlichen Mainstream-Medien nie präzise berichtet wird, weil es tatsächlich die syrische Regierung ist, die über den Einsatz von Chemiewaffen durch die, mit Hilfe der VS, von den (persischen) Golf-Staaten unterstützten Rebellen. Das konterkariert die Darstellung, daß die Propagandakräfte versucht haben, sich gegen die syrische Regierung aufzustellen", wiederholte Barrett.
Als Beispiel verwies er auf den eklatanten Giftgasangriff "unter falscher Flagge", der im August 2013 im syrischen Ghouta inszeniert worden ist und sagte, daß der Angriff "vom saudischen Geheimdienst organisiert worden war", um den VS-Präsidenten Obama zu der Aussage zu drängen, daß die rote Linie überschritten und hiermit die Bühne für umfangreiche Bombardements der VS gegen die syrische Regierung bereitet worden war.
"Die Sichtweise, mit der wir hier im Westen gefüttert worden sind ist, daß die syrische Regierung hinter allen  Arten von Kriegsverbrechen steckt", sagte der Analyst und fügte hinzu: "(der Einsatz von) Chemiewaffen waren das Flaggschiff, daß sie ihnen anheften wollten. Allerdings",sagte er, "ging der Plan nach hinten los, nachdem aufgedeckt worden ist, daß es sich um falschen Alarm gehandelt hat, der Obama drängen sollte seinen Plan, Syrien zu bombardieren, umzusetzen. Und nun sehen wir, daß es in Wahrheit diese Rebellen sind, die den Einsatz von Giftgas fortsetzen."
Er beschrieb die Vereinten Nationen als "unlauteren Broker", der über den Chemiewaffeneinsatz seit dem Beginn des Konflikts in Syrien schwafelte, ohne spezielle Bemühungen zu seiner Beendigung zu unternehmen.

Unglücklicherweise scheint es, als ob Giftgasangriffe, wie andere Kriegsverbrechen auch, zur Normalität werden, merkte Barrett an und sagte, daß die chaotische Situation dazu geschaffen worden ist, um einen Glaubenskrieg zu entfachen und Syrien zu einem gescheiterten Staat zu verwandeln, wie Libyen oder das balkanisierte Land, Sudan.
"Diese Plan besteht darin jede Form kohärenter Staaten in Israels Nachbarschaft zu stürzen, die für Israel irgendwann eine strategische Bedrohung darstellen könnten", schlußfolgerte Barrett.
Am 30. Oktober wurden etwa drei Dutzend Menschen durch eine Flut von mit Giftgas gefüllten Granaten vergiftet, die von Milizen gegen zwei benachbarte Wohnviertel in Aleppo abgefeuert worden waren.

Auch am 16. September litten mindestens acht Menschen an Atemproblemen, nachdem Daesh-Terroristen mit Giftgas gefüllte Mörsergranaten auf die beiden nördlich von Aleppo gelegenen Städte, Harbal und Um Hosh, abgefeuert hatten.


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Dr. Kevin Barrett, für PH.D. in Arabistik und Islamwissenschaft, ist einer der bekanntesten Kritiker des Kriegs gegen den Terror in Amerika. 

Er ist Moderator von TRUTH JIHAD RADIO, einer LIVE-Radiosendung im Internet. Auch trat er viele Male bei Fox, CNN, PBS und anderen Sendeanstalten auf und hat viele themenbezogene Artikel und Kommentare in der New York Times, dem Christian Science Monitor, der Chicago Tribune, und anderen führenden Zeitungen inspiriert.

Dr. Barrett hat an Colleges und Universitäten  in San Francisco, Paris, und Wisconsin gelehrt, wo er 2008 für den Kongreß kandidierte. Derzeit arbeitet er als gemeinnütziger Organisator, Autor und Rundfunk-Gesprächsmoderator.


Quelle: http://www.veteranstoday.com/2016/11/08/chemweap/



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