Montag, 5. Dezember 2016

Angela Merkels milde Diktatur

By Michael Werbowski
Übersetzt von wunderhaft


5. Dezember, Global Research
Die Mainstream-Medien stellen die deutsche Kanzlerin als Hüterin der freiheitlich demokratischen Werte des Westens dar.

Die Europäer sollen glauben, daß die deutsche Regierungschefin auf den Wegen von Philosophen der Aufklärung, wie Thomas Paine, Jefferson oder ihrem Landsmann Wilhelm Humboldt, wandelt. Und sie setzt bestimmt nicht die Tradition der Tyrannei ehemaliger ostdeutscher Herrscher, wie Walter Ulbricht oder Erich Honecker, fort. Oder etwa doch?


Merkel Über alles

Allerdings muß man sich, nach ihrer offiziellen Stellungnahme zum Antritt für eine vierte Amtszeit als Kanzlerin, die Frage stellen, auf welchem Weg sich die so genannte "Freiheitliche Demokratie" befindet (1). Merkel sieht sich scheinbar innerhalb ihrer eigenen Partei kaum einer Opposition gegenüber. Außerdem ist die deutsche Linke schwach, zersplittert und zu sehr mit der Debatte darüber beschäftigt, wie mitfühlend das Land bezüglich dem andauernden Zustrom von Migranten oder Flüchtlingen (sowohl der tatsächlichen als auch der falschen, von denen einige Verbindungen zu radikal islamischen Gruppen haben) sein kann oder sollte. Ihr Machtanspruch ist unangefochten. Merkel hat niemanden zum offiziellen Nachfolger ihres Amtes nominiert, und jene, die dafür gehalten werden, sind mehrheitlich "Jasager (und Jasagerinnen)" aus dem inneren Kreis ihrer Berater und Strippenzieher. Die einzige Ausnahme oder "Außenseiterin" ist die wesentlich jüngere Vorsitzende der Partei AFD, Frauke Petry. Sie ist der Kopf der rechtsextremen, einwanderungsfeindlichen Gruppierung, deren Mitglieder noch gewählt werden müssen und die höchstwahrscheinlich zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg in den Bundestag einziehen kann (2).

Trumplandia versus Merkeland

Mit der diesjährigen Wahl Donald Trumps zum Prädidenten der Vereinigten Staaten ist Frau Merkels humanitäre Hauptdoktrin oder ihr bestimmender politischer Grundsatz der "offenen Grenzen" bedroht. Als ein Parteiführer die Errichtung einer Mauer  forderte, um Migranten den Zutritt nach Amerika zu verwehren, besteht der andere auf seine puristische und kompromißlose Politik des "freien Zustroms" der Masseneinwanderung. Reibung ist bei dieser Politik der politischen Staatsraison absehbar, wenn sie als Kanzlerin wiedergewählt wird. Weitere ideologische Auseinandersetzungen zwischen Trump und Merkel, wie die Haltung gegenüber der russischen Führung, sind vorherbestimmt. Andere wiederum meinen, daß "Mutti" Merkel der Ideologie der uneingeschränkten Einwanderung verpflichtet ist.

Die folgenden Worte sprach sie seinerzeit zu dem nun scheidenden Präsidenten der Vereinigten Staaten:
"Welche Kraft die Sehnsucht nach Freiheit entfalten kann, hat die Geschichte schon oft gezeigt. Sie bewegte Menschen dazu, Ängste zu überwinden und sich offen gegen Diktaturen zu stellen – so auch im Osten Deutschlands und Europas vor rund 22 Jahren. [...]  Die Sehnsucht nach Freiheit läßt sich nicht dauerhaft einmauern. Sie war es auch, die den Eisernen Vorhang zu Fall brachte, der Deutschland und Europa, ja sogar die Welt in zwei Blöcke teilte."
Reden von Präsident Obama und Kanzlerin Merkel bei der Preisverleihung der "Presidential Medal of Freedom" am 7. Juni 2011. (englisch)

Die Rede der Kanzlerin bei der Preisverleihung (deutsch)

Diese Erklärung spiegelt ihren entschlossenen Glauben in die Migrationsfreiheit von Menschen, ohne Rücksicht auf ihre Herkunft und ihre wahren Motive ihrer Einreise nach Deutschland. Eine solche Überzeugung steht diametral zu den Ansichten von Staatschefs weniger mächtiger jedoch engagierter Nationen. EU-Mitgliedsstaaten, wie Ungarn, die tschechische Republik, Österreich und Frankreich und sicherlich, nach dem Brexit, auch Großbritannien, sind äußerst skeptisch bezüglich der Frage nach ungeschützten Grenzen.

Bei der Wirtschaft erhält Merkel gute Noten. Sie hielt die Wirtschaftslokomotive behutsam auf Fahrt. Die Arbeitslosenzahl ist eine der geringsten innerhalb der EU. Ihre Verpflichtung zu dem nach der Krise schwankenden Euro ist unerschütterlich. Oder, in ihren Worten: "Der Euro ist unser gemeinsames Schicksal, und Europa ist gemeinsame Zukunft."

Jedoch ist der Kater oder Fallout der tiefen Rezession, die Berlins Sparpolitik im Süden Europas verursacht hat, bis zum heutigen Tage eine schmerzliche Wahrheit. Schließlich wird der Streit um die Terroranschläge des vergangenen Jahres in Deutschland und die schockierenden Nachrichten über die Infiltration der seiner Geheimdienstnetzwerke (3) durch islamistische Maulwürfe Merkels Flüchtlingspolitik unzweifelhaft unterminieren und Deutschlands guten Willen sowie seine Großzügigkeit gegenüber Ausländern und anderen Neuankömmlingen in Frage stellen. Als Resultat mag Merkel die Zügel der Herrschaft im Jahr 2017 fester anziehen müssen. Wenn sie im kommenden Jahr für eine weitere Amtszeit Kanzlerin wird, ist eine "milde Diktatur" so gut wie sicher.


Anhang:

1: (http://www.cbc.ca/news/world/merkel-fourth-term-annoucement-1.3859221

2: http://www.ibtimes.co.uk/angela-merkel-six-contenders-who-dream-toppling-germanys-embattled-chancellor-1549678

3: https://www.ft.com/content/933979c8-b6e3-11e6-961e-a1acd97f622d


Quelle: http://www.globalresearch.ca/angela-merkels-benign-dictatorship/5560379


[Anm. d. Übers.: Der Übersetzer teilt die schmeichelhaften Ansichten des Autors, der Deutschland offensichtlich schon länger nicht besucht hat, nicht. Merkels Regierung und das gesamte Parlament dienen schon seit vielen Jahren ausschließlich Konzerninteressen sowie denen seiner kriegstreibenden "Verbündeten" und fahren dieses Land anscheinend vorsätzlich mit Volldampf in den wirtschaftlichen, finanziellen und kulturellen Untergang. Viele Menschen hier machen sich berechtigte Sorgen um unser Land, das sich, neben vielen anderen gesellschaftlichen Mißständen, immer mehr zu einem orwellschen Polizei- und Überwachungsstaat entwickelt.]


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