Donnerstag, 1. Dezember 2016

Falsche katholische Gruppierungen und die E-Mails über den "Katholischen Frühling"

Von Anne Herndershott
Übersetzt von wunderhaft


Nun ist nicht mehr zu leugnen, daß  Catholics in Alliance for the Common Good und Catholics United über Jahre an der Unterminierung und Manipulation der katholischen Führung gearbeitet haben

John Podesta lächelt am 27. April 2014 bei einem Treffen mit Papst Franziskus nach der Heiligsprechung der Päpste, Johannes XXIII und Johannes Paul II im St. Peters Dom im Vatikan (CNS Photo, Paul Haring)

13. Oktober 2016, THE CATHOLIC WORLD REPORT
Von 2007 an haben orthodox katholische Autoren, wie, ich dutzende Artikel geschrieben, um die Finanzierung und Heuchelei zweier falscher katholischer Gruppierungen aufzudecken: Die von George Soros finanzierten Catholics in Alliance for the Common Good (Katholische Allianz für das Gemeinwohl) sowie Catholic United (Vereinigte Katholiken). (Sehen sie bspw. hier und hier und hier.) Nun gibt es, durch die Veröffentlichung der durchgesickerten E-Mails des langjährigen Mitarbeiters der Demokratischen Partei und derzeitigen Wahlkampfleiters von Hillary Clinton, John Podesta, die Bestätigung, daß Podesta den Aufstieg dieser progressiven Gruppen persönlich unterstützt hat, um die katholische Kirche, bei dem Versuch eine liberale Revolte gegen Bischöfe der Vereinigten Staaten (VS) zu initiieren, zu infiltrieren.
In einer E-Mail aus dem Jahr 2012 – mit der Betreffzeile, "Eröffnung eines Katholischen Frühlings", – verschwor sich ein progressiver Aktivist, namens Sanford Newman, Präsident von Voices for Progress, mit John Podesta zur Gestaltung eines "Katholischen Frühlings, in dem Katholiken selbst das Ende der mittelalterlichen Diktatur und den Beginn von ein wenig Demokratie und Respekt vor der Geschlechtergleichheit in der Katholischen Kirche fordern". Posesta antwortete auf den Vorschlag mit der Erklärung, daß er katholische Gruppen geschaffen hätte, die, wenn benötigt, zum Handeln bereit sein: "Wir haben Catholics in Alliance for Common Good geschaffen, um in einem Moment wie diesem aktiv zu werden".

Das ist keine Überraschung, aber eine Bestätigung für jene, die vor diesen Gruppen annähernd ein Jahrzehnt lang gewarnt haben. Im Jahr 2008 begannen einige von uns damit die Quelle der Finanzierung von Catholics in Alliance for the Common Good und Catholics United ebenso aufzudecken wie die hinterlistigen Aktivitäten, an denen sie sich bei dem Versuch der Reduzierung der Autorität jener Bischöfe beteiligen, die sich gegen Affordable Care Act (die Reformation des Gesundheitswesens / "Obama Care") gewandt haben. Einige unter uns wurden von der Obama-Administration für unsere journalistische Arbeit mit politisch motivierten Prüfungen durch den IRS  (Bundessteuerbehörde) bestraft. Jedoch setzten die meisten von uns ihre Arbeit fort, um die Kirche und ihre Führer gegen diesen orchestrierten Angriff der Obama-Regierung zu verteidigen. Im Jahr 2009 schrieb ich in einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal: "Während Mr. Obamas gesamten Wahlkampf haben Catholics in Alliance for the Common Good und Catholics United durchgehend versucht die Abtreibungsfrage zu neutralisieren – indem sie suggerierten, daß seine Lösungsvorschläge zu Fragen der sozialen Gerechtigkeit, wie Armut, der richtige Weg seien, um die Abtreibungsraten ohne Verschärfung des Rechts auf Abtreibung zu verringern."

In den aufgeflogenen E-Mails an Podesta, schlägt der Aktivist Newman vor die Ablehnung der VS-Bischöfe für den Auftrag des Affordable care Acts zur Empfängnisverhütung zu nutzen und fragt, ob die Catholic Health Association (etwa Kahtholischer Gesundheitsverband) sich am Widerstand der Progressiven gegen die Kirche beteiligen würde. Nun wissen wir, daß Schwester Keehan, als Vorsitzende der Catholic Health Association, sich mit der Unterstützung von Obamas Gesundheitsverordnung tatsächlich am Widerstand gegen die USCCB (Bischofskonferenz der VS) beteiligt hat – einer Verordnung, die für Abtreibung reichliche Mittel bereitstellt und zur Empfängnisverhütung bevollmächtigt.

Als Präsident Obama erst gewählt war, berief er Alexia Kelley, die ehemalige Gründerin und Vorsitzende von Catholics in Alliance for the Common Good, zur Leiterin seines Center for Faith Based and Community Initiatives ( etwa Zentrum für glaubensbasierte und gemeinschaftliche Initiativen). Ihre Behörde war, trotz Protesten aus der Bischofskonferenz, sehr in die Unterstützung der Verabschiedung des Affordable Care Act involviert. Kelley besaß eine neunjährige (1993-2002) Erfahrung in der Arbeit bei der Catholic Campaign for Human Development (etwa Katholische Aktion für menschliche Entwicklung) für die Bischofskonferenz, während der sie geholfen hat sieben Millionen Dollar zu ACORN (Association of Community Organsisations for Reform Now / etwa Verband der Gesellschaftsorganisationen für sofortige Reformen) zu schleusen. Laut strafrechtlichen Ermittlungen in verschiedenen Bundesstaaten war ACORNs Wählerverzeichnis-Management bei der Wahl von Präsident Obama behilflich. Chris Korzen, der damalige Vorsitzende von Catholics United – der Schwesterorganisation von Catholics in Alliance for the Common Good – und einer der Köpfe des Catholic Voting Project (Katholisches Wahlprojekt) im Jahr 2004 (einer anderen von den Demokraten finanzierten Organisation) organisierte, mit der Sammlung von Unterschriften für eine Petition mit dem Titel "Katholiken für Sebelius", Unterstützung für die Wahl von Kathleen Sebelius zur Gesundheitsministerin. Durch die Herbeiziehung der Hilfe progressiver katholischer Führer, wie Schwester Carol Keehan und den katholischen Senator Robert Casey (Demokrat), um die Menschen davon zu überzeugen, daß es sich bei dem Affordable Care Act um ein "Gesetz für das Leben" handle, versuchten diese Organisationen jeden, der eine alternative Schilderung anbot, zu marginalisieren.

Während Schwester Keehan behauptete, daß Obamas Gesundheitsreform "auf der katholischen Soziallehre beruhe" und eine "ethische Notwendigkeit, einen Grundstein für das Gemeinwohl der Nation" darstelle, wurde den Bischöfen klar, daß die Gesundheitsreform Aufträge zur Empfängnisverhütung, inklusive Abtreibungen, beinhaltete, die nicht erlaubt werden konnten. Für all ihre Lobbyerfolge wurde Schwester Keehan von Präsident Obama mit einem der Signierstifte belohnt, mit denen er das Gesetzt zur Gesundheitsreform unterzeichnet hat. Im Juni 2015 wurde Präsident Obama gebeten bei der alljährlichen Konferenz der Catholic Health Associatio in Washington, D.C., eine Grundsatzrede zu halten. "Ich hatte das Privileg", sagte Schwester Keehan bei der Einführung von Obama, "in den vergangenen sieben Jahren mit dem Präsidenten und seinem Team zusammenzuarbeiten."

Korzen erklärte, als Direktor von Catholics United, daß seine Organisation schlicht eine unparteiische katholische Organisation für soziale Gerechtigkeit ist, die an "künftigen Lehren der Kirche" interessiert sei. Bisher haben seine Aktivitäten immer seinen Aussagen widersprochen. Die Website von Catholics United offenbart, daß die Organisation ihre Lobbyarbeit im Frühjar 2004, als "eine Gruppe katholischer Aktivisten und Freunde das katholische Wahlprojekt gründeten, um für das Dokument, Faithful Citizenship (treue Staatsbürgerschaft), zu werben: Ein katholischer Aufruf zu politischer Verantwortung." Das Catholic Voting Project, das die Ermutigung zu einem öffentlichen Dialog über Glauben und Politik zu seiner Mission erklärte, wurde von Beginn an von orthodoxen Katholiken, wie dem Gründer von Catholic Answers, Karl Deating, als "Front" für die Präsidentschaftswahl von John Kerry, kritisiert.

Während des Präsidentschaftswahlkampfs des Jahres 2008 arbeitete Kelley mit Mitgliedern der Demokratischen Partei, wie James Salt, Korzen und anderen Anführern von Catholics United daran die Abtreibungsfrage mit Begriffen der Demokratischen Partei zu neutralisieren, indem sie erklärten, daß die Verringerung von Armut der bessere Weg sei um Abtreibung zu verringern. Kelley schlossen sich bei Catholics in Alliance for the Common Good andere Kollegen der Bischofskonferenz an, einschließlich John Gehring, Tom Chabolla und Francis Xavier Doyle. Gehring gelang aus seiner Position des stellvertretenden Mediendirektors bei der USCCB in eine Position im Kommunikationswesen bei Catholics in Alliance for the Common Good. Heute arbeitet Gehring als leitender Autor und Koordinator des katholischen Zweigs bei dem Soros-unterstützten Faith in Public Life von Jim Wallis, wo er seine Angriffe auf die katholischen Bischöfe koordiniert, die seine progressive Politik ablehnen. Gehring, der im Jahr 2015 ein Buch über Papst Franziskus "radikale" Herausforderung für die "amerikanische Katholische Kirche" schrieb, wurde bei seiner Arbeit, der Hilfe bei der Wahl progressiver Politiker in Ämter von Faith in Public Life, von Nick Sementelli, einem anderen ehemaligen Mitarbeiter von Catholics in Alliance for the Common Good, unterstützt.

 Wie Alexia Kelley, hat auch Tom Chabolla bei der katholischen Kampagne für Menschliche Entwicklung der Bischofskonferenz gearbeitet, bevor er Assistent des Vorsitzenden von SEIU, dem Service Employees International Union (Internationale Dienstleistungsgewerkschaft), wurde. Chabella diente, als einer von verschiedenen Gewerkschaftsführern, im Aufsichtsrat der Catholics in Alliance for the Common Good. Der hochrangiste "Absolvent" der USCCB ist Francis X. Doyle, der stellvertretender Generalsekretär der Bischofskonferenz gewesen ist, bevor er Schatzmeister bei Catholics in Alliance for the Common Good wurde. In seiner Funktion spielte er eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Einführung der Gesundheitsreform. Der sich in öffentlich als ehemaliger stellvertretende Generalsekretär des USCCB darstellende Doyle, erwckte immer den Anschein für Katholiken zu sprechen.

Während der Zeit, in der Korzen Catholics United als Lobbyorganisation (501c4 / IRS-Code für steuerbefreite soziale Wohlfahrtsunternehmen) leitete, verwendete er Mobbingtechniken gegen gläubige katholische Autoren, die versuchten seine fragwürdigen Aktivitäten aufzudecken. Korzen war der Auslöser für die politische Finanzprüfung von William Donohue, dem Leiter der Catholic League. Donohue fand Korzons Rolle bei der Prüfung eines CNN-Reporters heraus. Wahrscheinlich spielte Korzon auch bei meiner Prüfung durch den IRS eine wichtige Rolle – obwohl die Obama-Administration sich geweigert hat diesbezügliche Anfragen des Anwalts Charles LiMandari gemäß dem Informationsfreiheitsgesetz vollständig zu beantworten.

Nun bestätigt sich, mit der Veröffentlichung von Podestas E-Mails, daß die Behauptungen der beiden Organisationen von Anfang an gelogen waren. Die beiden Gruppen wurden niemals geschaffen, um die Bischöfe zu unterstützen. Im Gegenteil. Sie wurden mit der Absicht geschaffen, eine Revolte gegen die Bischöfe zu schaffen, die, wie Sandford Newman höhnisch schrieb, noch "im Mittelalter stecken". Während Korzen aus der Politik verschwunden zu sein scheint, hat sich Alexia Kelley jetzt als Leiterin einer weiteren großen katholischen, philantropischen Organisation niedergelassen. Und Catholics in Alliance for the Common Good setzen ihre Verpflichtung zur Wahlbeeinflussung zugunsten der Demokraten durch ihre neue Initiative, Millennial, fort – einem Journal, das von Catholics in Alliance for the Common Good gegründet worden ist und finanziert wird, und sich an junge Katholiken wendet. Wie ihre Mutterorganisation, hört Millennial nicht auf zu behaupten, daß sie "beabsichtigen über parteiischen und ideologischen Unterschieden stehen, und alle zusammenbringen, die das globale Gemeinwohl sowie den Wert und die Würde der menschlichen Person unterstützen". Während sie versucht haben alle Spuren ihrer Verbindung zu Podestas Catholics in Alliance for the Common Good von ihrer Website zu entfernen, wird ihre Spendensite weiterhin von der Website von Catholics in Alliance for the Common Good betrieben.

Newmann schrieb am 11. Februar 2012 in seiner E-Mail an John Podesta:
Diese ganze Kontroverse mit den Bischöfen, die sich gegen Berichte über Empfängnisverhütung wehren, obwohl 98% der katholischen Frauen (und ihrer Ehepartner) Empfängisverhütungsmittel benutzt haben, macht mich nachdenklich... Es muß einen Katholischen Frühling geben, in dem die Katholiken selbst das Ende der mittelalterlichen Diktatur und den Beginn von ein wenig Demokratie und Respekt vor der Geschlechtergleichheit in der Katholischen Kirche fordern. Sind Berichte über Empfängnisverhütung ein Thema, durch das dies geschenen könnte? Die Bishöfe werden ihren Kampf unzweifelhaft fortsetzen.
Ja, es braucht einen "Katholischen Frühling" aber nicht der Art, wie ihn sich der ahnungslose Newman vorstellt (der sein "völliges Unverständnis der Katholischen Kirche" zugegeben hat), und Kirchenführer müssen weiterkämpfen, selbst wenn einigen unter ihnen wegen der so genannten "Kulturkriege" schlecht wird. Es braucht, unter anderem, Achtsamkeit dafür, wie hinterhältig, irreführend, zynisch und selbst engstirnig die dauernden politischen Intrigen sind.

Dankenswerterweise verstehen einige. In einem heute von Erzbischof Charles J. Chaput früher bei First Things veröffentlichten Essay erzählt er von einem Besuch zweier Aktivisten von Catholic United im Jahr 2008, vor der Obama-McCain-Präsidentschaftswahl:
Sie äußerten große Besorgnis über die manipulativen Fähigkeiten katholischer Agenten für die Republikanische Partei. Und sie hofften, daß meine Bischofsbrüder und ich widerstehen könnten, die Kirche mit Einzelfragen und Parteipolitik (sprich Abtreibungspolitik) zu identifizieren.

Es war eine interessante Erfahrung. Beide Männer waren offensichtlich Sprecher der Demokratischen Partei – Kreaturen der politischen Maschine und keine Kirchenmänner, weniger besorgt um die Katholische Lehre als um ihren Einfluß. Und vermutlich waren Bischöfe (für sie) dumm genug als Werkzeuge benutzt zu werden, oder sich zumindest davon abhalten zu lassen der anderen Seite zu helfen. Diese beiden jungen Männer glichen ihren republikanischen Cousins nicht nur, sie übertrafen sie mit ihren Talenten in kriecherischem, parteiischen Treiben sogar. Dank ihrer Arbeit und Aktivitäten von Aktivisten wie ihnen, haben amerikanische Katholiken dabei geholfen eine Administration zu wählen, die gegenüber religiösen Meschen, Institutionen, Bedenken und Freiheiten die starrköpfigste und unfreundlichste seit Generationen ist.
Erzbischof Chapur merkt an: "Ich habe die beiden jungen Männer nie wiedergesehen. Der kulturelle Schaden, den die derzeitige Regierung – allem Anschein nach – angerichtet hat, hat das Werben um Amerikas Bischöfe überflüssig gemacht." Vielleicht. Aber was es bedarf ist eine klaren Vorstellung der ernsthaften Herausforderungen, denen sich Katholiken heute und bis weit in die Zukunft hinein von jenen gegenübersehen, die nicht nur an der Beeinflussung der Kirche arbeiten, sondern sie in "katholischen" Gewändern manipulieren und und irreführen.

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Anne Hendershott ist Professorin für Soziologie und Direktorin des Veritas Center for Ethiks in Public Life an der franziskanischen University of Steubenville. Sie ist die Co-Autorin von Renewal: How a New Generation of Priests and Bishops are Revitalizing the Church (Enounter Books)


Quelle: http://www.catholicworldreport.com/Item/5125/fake_catholic_groups_and_the_catholic_spring_emails.aspx


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