Sonntag, 26. März 2017

Die Türkei fährt damit fort Nord-Syrien in eine türkische Provinz zu verwandeln

Von Ian Greenhalgh
Übersetzt von wunderhaft


Ein Mitglied der Freien Polizei mit türkischer Flagge an seinem Barett bei einer Zeremonie zur Einführung der "Freien Polizei" in der syrischen Grenzstadt Jarablus am 24. Januar 2017.

24. März 2017, Veterans Today
[Anmerkung des Herausgebers: Uns ist seit langem klar, daß es sich bei der Freien Syrischen Armee (FSA) um nichts weiter handelt als um eine Tarnorganisation des türkischen Militärs. Nun sehen wir die Freie Syrische Polizei (FSP), die aus türkischen Polizeikräften besteht, in den von der FSA besetzten Regionen operieren.

Die Türkei verfolgt einen Plan zur Besetzung weiter Teile Nord-Syriens und des Irak, einschließlich der Städte Aleppo und Mosul, zwei der größten und wichtigsten im Mittleren Osten. Dieser Plan wurde im Jahr 2001 in dem Buch des ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Davatoglu 'Strategic Depth´ veröffentlicht. In diesem Buch deckt er den neu-osmanischen Plan über die Süd- und Osterweiterung der modernen Türkei zur Schaffung von ´Lebensraum´ für das türkische Volk auf.

Die türkische Antiterror-Operation ´Euphrates Shield´, unter der die türkische Armee zur Bekämpfung von Terroristen nach Nord-Syrien gesandt worden ist, war in Wirklichkeit eine leicht durchschaubare Invasion Syriens, die geschaffen worden war, um so viel Territorium wie möglich zu einzunehmen.

Obwohl die türkischen Pläne für Aleppo derzeit von den Erfolgen der syrischen Armee und ihren Verbündeten aus Rußland, dem Iran und der Hisbollah vereitelt werden und Mosul im Begriff ist von der irakischen Armee und deren Verbündeten eingenommen zu werden, steht fest, daß die Türkei ihre Agenda nicht aufgeben und die Eroberung von mehr Territorium fortsetzen wird. Außerdem beabsichtigen die Türken dieses Gebiet zu halten und es wie einen Teil der Türkei zu verwalten – daher die Schaffung der FSP.

Die Türkei scheint zu denken, daß die Vereinigten Staaten, die NATO und Rußland mit ihren eigenen Problemen zu beschäftigt sind (die in vielen Fällen, wie die ´Flüchtlingskrise´ in Europa, gänzlich oder teilweise von der Türkei selbst erschaffen worden sind). Die Türken versuchen einzunehmen, was immer sie können, bevor ihnen mit Worten oder Taten Einhalt geboten wird, und sie scheinen damit Erfolg zu haben. Ian]

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Al-Monitor

Die Freie Syrische Armee erhält Unterstützung von in der Türkei ausgebildeten Polizisten

Die Türkei hat eine Polizei-Organisation namens Freie Syrische Polizei (FSP) ausgebildet um mit Sekundäroperationen in der Provinz Aleppo auszuhelfen, damit die Freie Syrische Armee sich auf die Kämpfe und den Kontrollerhalt über die von ihr besetzten Gebiete konzentrieren kann.

"Wir arbeiten an der Übernahme sämtlicher militärischen Kontrollpunkte der FSA an den Stadt- und Ortseingängen, an der Durchführung regulärer Patroulien, der Förderung der Rolle der Verkehrspolizei, dem Verkehrsmanagement und der Bereitstellung einer schnellen Eingreiftruppe", sage Oberstleutnant der FSA, Wael Fouad, kürzlich gegenüber Al-Monitor. Seine Einheit begann ihre Arbeit nach der Beendigung ihrer Ausbildung im türkischen Mersin in diesem Monat in Azaz, im Norden Aleppos nahe der syrisch-türkischen Grenze.
"Die meisten der Einsätze konzentrierten sich auf Kontrollen, Organisiertes Verbrechen, Verhaftungen, bewaffnete Angriffe und Terrorismusabwehr", sagte Fouad."
Fouads 1.300 Mitglieder starke Einheit erstreckt sich auch über die Grenzstadt al-Rai und andere Städte, wie Mare´, Suran und Akhtarin. Eine zusätzliche Einheit von 450 Mitgliedern begann ihre Arbeit im Januar in der Gegend von Jarablus, einer nördlichen Provinz von Aleppo nahe der türkischen Grenze.

Die FSP wurde speziell für den Einsatz in den Teilen Aleppos geschaffen, in denen bewaffnete Gruppen das Regime von Präsident Bashar al-Assad bekämpfen. Diese Kräfte kämpfen under der türkisch geführten Operation Euphrates Shield, einschließlich der FSA.

Am 10. März forderten Demonstranten unter dem Schutz der FSP von der FSA die Wiedereinnahme von Dörfern und Städten, die seit Anfang 2016 von der VS-unterstützten Koalition syrisch-demokratischer Streitkräfte in Nord-Aleppo gehalten werden. Auch riefen sie die verschiedenen bewaffneten Gruppen auf sich zu vereinigen und die vereinzelten Militärstützpunkte der FSA in der Nachbarschaft von Azaz zu beseitigen. Durch die Anwesenheit der FSA werden dortige Einwohner zu Zielen des Islamischen Staats (IS).

Fouad betonte, daß die FSP die FSA nicht ersetzen werde. Vielmehr bestehe die Arbeit der FSP in der Unterstützung der FSA, der Erleichterung deren Arbeit und in der Übernahme von Sicherheitsaufgaben in einer Art, die es der FSA erlaubt sich – bei einer Fortsetzung der Operation Euphtates Shield – vollkommen auf die Kämpfe auf dem Schlachtfeld außerhalb von Städten und Dörfern zu konzentrieren. "Viele der bewaffneten Gruppen, einschließlich Jahbat al-Shamiyah, haben damit begonnen Militärstützpunkte ind Azaz zu evakuieren, was die Chancen der FSP für ihren Erfolg und zur Übernahme der Polizeiaufgaben verbessert."

Fouad sagte, daß beiden FSP-Einheiten nicht ausreichen. Er sagte: "Nachdem es den Gruppen der FSP gelungen ist al-Bab vom IS zu befreien, stieg der Bedarf an zusätzlichen Polizeikräften an. Anfang März reiste eine dritte FSP-Einheit in die Türkei zur Ausbildung ein, die wahrscheinlich Ende März beendet sein wird und deren Polizisten in al-Bab und seinen Vorstädten stationiert werden." Er fügte hinzu, daß mehr als 5.000 Polizisten benötigt werden könnten.

Bemerkenswert ist, daß die erste Gruppe der FSP in Jarublus Ende 2016 aus in Gaziantep und Kilis im Süden der Türkei verstreut gelegenen Flüchtlingslagern rekrutiert worden ist, anders als die zweite, in der Nähe von Azaz gelegenen Ortschaften stationierte, deren Teilnehmer meist aus der Provinz Aleppo kamen. Es hat keinen Mangel an Rekruten gegeben.

Der Polizist Mohamed Kousa, der im Februar ausgebildet worden und in Mare´ stationiert ist, erzählte Al-Monitor, "der Aufruf zur Rekrutierung in die FSP hat die Jugend im Umland von Aleppo mit Arbeitsplätzen versorgt. Viele der ehemaligen Kämpfer der FSA, die nach stabileren Einkommensquellen gesucht haben, hielten es für unwiderstehlich innerhalb der Ränge der nationalen Polizeikräfte zu arbeiten, seit die [offensiven] Kämpfe unter der Operation Euphrat nach der Eroberung al-Babs beendet worden sind."

Er fügte hinzu: "Ein Polizist verdient 600 türkische Pfund, annähernd 200 Dollar, genug um (im Umland von Aleppo) eine fünfköpfige Familie zu versorgen."

Die Stationierung von in der Türkei ausgebildete Polizeikräften in von der FSA besetzten Gebieten könnte den Einfluß der Türkei in Teilen der Provinz Aleppo vertiefen. Der Medien-Aktivist Firas Mawla erzählte Al-Monitor, daß die FSP unter der direkten Aufsicht von türkischen Offizieren steht, "selbst erfahrene und kompetente syrische Offiziere arbeiten Seite an Seite mit ihnen, um Sicherheit zu schaffen und den Einfluß der FSA-Gruppen zu minimieren, welche die Städte in der nächsten Zeit vollständig verlassen werden".

Mawda ergänzte: "Es gibt auch türkische Pläne zur Restrukturierung der Justiz durch den Aufbau verschiedener Gerichte. Tatsächlich geht die Sicherheit Hand in Hand mit der Justiz, und die Türkei muß die Kontrolle über beide übernehmen, solange sie gewillt ist ihren Einfluß zu vergrößern. Ich glaube, daß dies positive Auswirkungen auf die ehemals chaotische Region haben wird."

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Jan Greenhalgh ist Fotograf und Historiker mit einem besonderem Interesse an Militärgeschichte und den tatsächlichen Gründen von Konflikten.

Sein Studium der Geschichte und der Medienwirtschaft haben ihm einen tiefen Einblick in den Gebrauch der Massenmedien beim Erzeugen von Konflikten in der Moderne ermöglicht.

 
Seine bevorzugten Studiengebiete umfassen staatlich finanzierten Terrorismus, von Medien hergestellte Realität und die Rolle von Geheimdiensten bei der Manipulation der Bevölkerung und der Wahrnehmung von Ereignissen.


Quelle: http://www.veteranstoday.com/2017/03/24/444912/


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