Sonntag, 13. August 2017

Die CIA und der Drogenhandel

Von James Corbett via BoilingFrogsPost.com
Übersetzt von wunderhaft


[Anmerkung: Kürzlich hat der amerikanische Präsident, Donald Trump, angekündigt wegen der vielen Drogentoten aufgrund des Mißbrauchs von Opiaten den nationalen Notstand in den Vereinigten Staaten ausrufen zu wollen.
In diesem Artikel aus dem Jahr 2011 weist James Corbett auf staatliche Hintermänner und die Profiteure des internationalen Drogenhandels hin.

Alle mit einem * versehenen Verweise wurden für geschichtlich interessierte Leser zusätzlich hinzugefügt. Die wenigen mittlerweile nicht mehr erreichbaren Links wurden aus Gründen der Anschaulichkeit übernommen. A.]


16. Oktober 2011, The Corbett Report
Die Geschichte der Kultivierung einer heute als Schlafmohn bekannten Pflanze reicht bis an die Anfänge der Geschichtsschreibung zurück, als sie von den Sumerern im alten Mesopotamien unter der Bezeichnung "Pflanze der Freude" angebaut worden ist. Diese Art des Anbaus wurde über die Assyrer an die Babylonier und von dort an die Ägypter weitergegeben, von wo aus der Opiumhandel zu blühen begann und sich schnell zum Dreh- und Angelpunkt des internationalen Handels über das Mittelmeer nach Europa entwickelt hat.

Tatsächlich ist der Opiumhandel, so weit man zurückblickt, ein Hauptfaktor beim Aufstieg und Fall von Imperien gewesen.

Während des 18. Jahrhunderts machten die Briten den Opiumhandel zu ihrem Monopol in Indien und verschifften jährlich Abertausende Kisten davon nach China, um ihr gewaltiges Handelsdefizit mit dieser Nation zu finanzieren. Als die Chinesen den Opiumhandel im 19. Jahrhundert verboten haben, fochten die Briten zwei Kriege aus, um sich ihren Opium Markt in China zu erhalten.

Während der 1830er Jahre beteiligten sich auch die Amerikaner mit Samuel Russels “Russell & Company”, welche zur größten Handelsgesellschaft in China wurde, an dem Geschäft. Russels Cousin, William Huntington Russel, hat in Yale eine Geheimgesellschaft namens Skull and Bones gegründet, die der Kern beim Aufbau der amerikanischen Geheimdienste gewesen ist, wobei die etablierten Medien den Zugriff auf dokumentierte Fakten hierzu zu unterdrücken scheinen.

Die Verbindug von Skull and Bones zu den amerikanischen Geheimdiensten, vom OSS* bis zur CIA, gilt mittlerweile als gesichert, und eine Litanei von Agenten, Direktoren, und sicherlich auch dem Direktor der CIA, George "Poppy"* Bush, selbst, sind vor ihrer Rekrutierung in den Dienst Bonesmen gewesen. Jedoch ist die Verbindung der CIA zum internationalen Drogenhandel nicht nur hinsichtlich der Opiumhändler des 19. Jahrhunderts schlicht historisch gewachsen.

So, wie das Britische Empire teilweise über seine Kontrolle des Opiumhandels durch die British East India Company finanziert worden ist, wurde die CIA Schritt für Schritt zum Kernstück des modernen internationalen Dgenhandels.

Seit ihren Anfängen war die CIA in die finstere Unterwelt des Drogenhandels verwickelt.

 In den ausgehenden 1940er Jahren hat die CIA, als Gegenleistung für deren Unterstützung bei der Niederschlagung der ausgedehnten Streiks in Frankreich, die drohten den Alten Hafen in Marseille unter kommunstische Kontrolle zu bringen, Waffen und Gelder an die korsichsche Mafia geschleust. Das korsische Verbrechersyndikat nutzte im Gegenzug die Unterstützung der CIA zum Aufbau eines als "French Connection" bekannten Handelsnetzwerks, das von der Türkei nach Frankreich geschmuggeltes Heroin in die Vereinigten Staaten lieferte und so einer Heroin-Epidemie in den VS Nahrung gab.

In Burma hat die CIA im Jahr 1950* die Reste der besiegten chinesischen Nationalen Armee*, oder KMT*, umgruppiert, um mit einer Invasion im südlichen China zu beginnen und chinesische Truppen von der Front in Korea abzuziehen. Da diese von Maos Truppen mit Leichtigkeit zurückgeschlagen wurde, wandte die KTM ihre Aufmerkamkeit auf die Besetzung Burmas und erhob von allen Bauern im opiumreichen Shan-Hochland eine Opium-Steuer. Angehörige des burmesischen Militärs behaupteten, daß das Opium der KMT mit derselben unmarkierten C-47 nach Thailand und Taiwan ausgeflogen worden ist, die die CIA in erster Linie für die Versorgung der Gruppe benutzt hatte.

In den 1960er und 1970er Jahren hat die CIA den laotischen Stamm der Hmong rekrutiert, um kommunistische Kräfte in der Region zu bekämpfen. Die CIA ermutigte die Hmong zum Anbau von Opium anstatt von Reis, um sie von Lebensmittellieferungen durch die CIA abhängig zu machen. Danach konnte die Agentur ihre Komplizen mit der Einstellung der Lebensmittelhilfe bedrohen. Um den Handel noch zu versüßen, haben sie im Hauptquartier der CIA in Nord-Laos sogar Heroin-Raffinerien errichtet und eine Passagier- und Frachtflugzeuggesellschaft, Air America, die insgeheim von der CIA betrieben worden ist, für den Transport des laotischen Opiums und Heroins benutzt. Vieles davon landete schließlich in Vietnam, wo es zu einer sich epidemieartig ausbreitenden Heroinabhängigkeit unter US-Soldaten geführt hat.

In den 1980er Jahren verlegte sich der Ort der Opium Produktion vom Goldenen Dreieck, von wo sich die CIA zurückgezogen hat, zum Goldenen Halbmond, wo sie mit den afghanischen Mudschaheddin in ihrem von der CIA finanzierten Kampf gegen die Sowjets kämpfte. Opium wurde zum Hauptfinanzierungsmittel für den Aufstand, und der Zusammenhang zwischen der Beteiligung der CIA und der ansteigenden Opiumproduktion in der Region war nicht zufällig, wie Peter Dale Scott im Frühjahr dieses Jahres in The Eyeopener erläutert hat.

Im Jahr 1980 haben die Vereinigten Staaten ebenfalls die Contras in ihrem Kampf gegen die sandanistische Regierung in Nikaragua unterstützt. Offiziell vom Kongreß an der Bewaffnung und Finanzierung der Contras gehindert, entwickelte die CIA einen Plan zum Verkauf von Waffen in den Iran und der Verwendung der Einnahmen zur illegalen Bewaffnung und Versorgung der Contras. Die CIA beschützte die Drogenschmuggler, die, mit Waffen zur Versorgung der Contras beladen, nach Nikaragua geflogen und mit kolumbianischem Kokain zurückgekehrt sind. Ein Jahrzehnt später hat der investigative Journalist, Gary Webb, offizielle Regierungsdokumente benutzt, um zu beweisen, daß die CIA diese Drogenschmuggeloperationen gedeckt hat und hat die Spur dieses billigen kolumbianischen Kokains bis zu den Anfängen der Crack-Epidemie im Süden und dem Zentrum von Los Angeles zurückverfolgt.

Trotz der zahlreichen, dokumentierten und vollständig bewiesenen Beispiele für die Beteiligung der CIA am Drogenhandel in der Vergangenheit, wird die Vorstellung, daß die Agentut immer noch Verbindungen zum internationalen Drogenhandel hat, als Gegenstand von Verschwörungstheorien diskreditiert.

In den vergangenen Jahren haben allerdings einige sensationelle, jedoch kaum erwähnte Berichte von Flugzeugabstürzen in Mexiko erneut für Aufmerksamkeit auf die Frage nach der Beteiligung der Agentur am Drogenhandel gesorgt.

Im Jahr 2004 wurde eine Beech 200 in Nikaragua mit 1100 Kilo Kokain an Bord entdeckt. Sie trug eine falsche Kennung eines CIA-Flugzeugs am Heck, dessen Eigentümer eine Mantelgesellschaft der CIA gewesen ist.

Im Jahr 2006 ist eine DC9 auf einem Dschungelflug* in Yucatán beschlagnahmt worden, die 5,5 Tonnen Kokain, die in 126 identische Koffer verpackt waren, transportiert hat. Die Flugzeugeigentümer hatten Verbindungen zu einem Unternehmen namens Skyway Communications, dessen Geschäftsführer, James Kent, in der Vergangenheit Vertragspositionen an Unterstützungsprojekten für das Verteidigungsministerium gehalten hat.

Im Jahr 2007, ist eine Grumman Gulfstream II in Mexiko abgestürzt, die 3.3 Tonnen kolumbianischen Kokains transportiert hat, das dem mexikanischen Drogenkartell, Sinaloa, zugeordnet wurde. Später stellte sich heraus, daß das Flugzeug vorher von der CIA für Auslieferungsflüge nach Guantanamo Bay benutzt worden war.

Im Jahr 2008 wurde eine Cessna 402c mit, für die Vereinigten Staaten bestimmten, 850 Kilo Kokain in Kolumbien beschlagnahmt. Die Bestellhistorie weist auf ein Unternehmen hin, das von einem ehemaligen CIA Agenten zu einem Unternehmen geformt worden war, welches in der Vergangenheit Beziehungen zur Regierung der VS gepflegt hat.

Nun ist die Frage der Beteiligung des Geheimdienstes am Drogenhandel erneut an einem wirklich unüblichen Ort aufgetaucht: in einem Gerichtssaal in Chicago.

Dieser Fall dreht sich um die Anklage des beschuldigten mexikanischen Drogenhändlers, Jesus Vincente Zambada Niebla. Zambada Niebla Mitglied des berüchtigten Drogenkartells Sinola, einer Organisation, die in Mexiko unter Präsident Calderon zu einem der mächtigsten Drogenkartelle in der Region, wenn nicht der Welt, aufgestiegen ist.

Sein Fall dreht sich um die Operation “Fast and Furious”, einem Ableger des Projekts Gunrunner* des ATF (Amt für Alkohol-, Tabak-, Schusswaffen- und Sprengstoffmißbrauch), das angeblich zur Beendigung der illegalen Waffenexporte nach Mexiko gegründet worden ist, tatsächlich jedoch den Schmuggel von über 2000 Schußwaffen in die Hände von mexikanischen Drogenbanden unter der Nase der ATF ermöglicht hat.

Zambala wird beschuldigt dem Sinola Kartell als logistischer Koordinator gedient und dabei geholfen zu haben Tonnen von Kokain auf dem Land-, Schienen- und Luftweg in die VS zu importieren.

Das einige Problem besteht darin, daß Zambala Niebla nun behauptet, Agent der US-Regierung zu sein. Als Antwort auf seine Behauptung versuchen die Staatsanwälte der Regierung den “Classified Information Procedures Act” anzuwenden, um Verschlußsachen bezüglich der Nationalen Sicherheit außerhalb des öffentlichen Gerichtsverfahrens zu belassen.

Laut einem ehemaligen Geheimdienstagenten, zu dem Bill Conroy von Narco News zwecks eines Kommentars Kontakt aufgenommen hat, ist die Anwendung von CIPA ein "sehr schlüssiger Hinweis" auf Verstrickungen der CIA in diesen Fall und daß "dort heiße Eisen versteckt werden müssen".

Anfang der Woche hatte ich die Gelegenheit zu einem Interview mit Bill Conroy sowohl über diesen Fall als auch über die mögliche Beziehung zwischen der CIA und dem mexikanischen Drogenkartell.

Trotz dieses aufsehenerregenden Falls und der wahrscheinlichen, wiederholten Beteiligung der Agentur am Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten, verschweigen fast sämtliche etablierten Medien diesen Aspekt des Fast and Furious Skandals*, und Bill Conroy ist einer der wenigen Reporter, die derzeit hierzu am Ball bleiben.

Wahrscheinlich ist das, bei der beschämenden Geschichte der amerikanischen Berichterstattung über Drogenverbindungen der CIA in der Vergangenheit, auch nicht verwunderlich.

Nach der Veröffentlichung von Gary Webbs Enthüllung über die CIA-Contra Drogenverbindungen in der San Jose News im Jahr 1996, war er der erbitterten Kritik der Washington Post, der LA Times und der New York Times ausgesetzt. Die Gegendarstellung wurde, um von dem Bericht abzulenken, schließlich von Webbs Herausgebern bei den Mercury News erzwungen. Die von Generalinspektor Frederick Hitz durchgeführte eigene, interne Untersuchung durch die CIA hat vieles aus Webbs Bericht bestätigt, jedoch blieb Webb ein ausgestoßener Journalist und sein Bericht wurde allgemein diskreditiert.

Im Jahr 2004 wurde Gary Webb tot, mit zwei Kopfschüssen aufgefunden. Sein Tod wurde als Selbstmord dargestellt.

Am Ende geht es vielleicht schlicht um wirtschaftliche Interessen. Mit einer Fortsetzung des Drogenhandels lassen sich jährlich Milliarden Dollar verdienen, und es ist längst bekannt, daß sich die Wall Street und die großen amerikanischen Banken auf Drogengelder als Quelle für flüssiges Kapital verlassen.

Ende 2009 hat Antonio Maria Costa, der Kopf des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, sogar zu Protokoll gegeben, daß es während der Finanzkrise im Jahr 2008 hauptsächlich Drogengelder waren, die den weiteren Betrieb des amerikanische Finanzsystems gewährleistet haben, und geschätzt, daß sich die Summe der durch die großen Banken der VS gewaschenen Drogengewinne auf etwa $352 Milljarden Dollar belaufen.

Wenn diese Art der Finanzierung auf dem Spiel steht, ist es wenig erstaunlich, daß das Geflecht aus Medien, der Regierung und Banken den Status Quo eines nie endenden Kriegs gegen Drogen zu Grunde legt, der durch die British East India Company unserer Tage, der CIA, unterstützt, eingebettet und ermöglicht wird.

Wir können nicht nicht eher damit beginnen, worauf schon der damalige Präsidentschaftskandidat, Ron Paul, während seiner Kandidatur für das Weiße Haus im Jahr 1988, hingewiesen hat, uns mit den tatsächlichen Wurzeln des Drogenproblems zu befassen und gleichzeitig die CIA von einer der Haupteinnahmequellen für ihre illegalen Operationen abzuschneiden, bis das Volk nicht die Kontrolle über seine Regierung wiedererlangt und die Drogengesetze, die den Erhalt dieses verlogenen Kriegs gegen Drogen und die künstlich aufgeblasenen Preise für dieses uralte Übel ermöglichen, außer Kraft gesetzt hat.


Quelle: https://www.corbettreport.com/the-cia-and-the-drug-trade-eyeopener-preview/

Zuletzt editiert am 14. August 2017, 12:55 Uhr


Wenn Sie die Übersetzungen und Beiträge dieses Blogs für lesenswert und wichtig halten, verbreiten Sie sie und unterstützen Sie dessen ungewissen weiteren Erhalt mit einer Spende.

Herzlichen Dank!


Creative Commons Lizenzvertrag




Kommentare:

  1. ist ja Alles seit vielen Jahren bekannt auch die Iran Contra Affäre zeigte Abgründe.

    AntwortenLöschen
  2. Drogenschmuggler Nr.1 sind Nato, CIA, HSBC Bank...!
    https://www.google.de/search?q=Nato+poppy+field+pics&client=firefox-b&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwiwo_DM-dnVAhVEPRoKHT5HBYcQsAQIKQ&biw=1280&bih=611

    AntwortenLöschen

Konstruktive Kommentare und Kritik zu den jeweiligen Beiträgen sind erwünscht, solange sie die geltenden rechtlichen Bestimmungen und die Regeln des friedlichen Miteinander wahren.