Dienstag, 19. September 2017

Jimmy Carter: "Die Vereinigten Staaten sind eher eine "Oligarchie als eine Demokratie"

Jimmy Carter: "Die Vereinigten Staaten sind eher eine "Oligarchie als eine Demokratie"

Von Jonas E. Alexis
Übersetzt von wunderhaft


Jimmy Carter: "Es wäre für Kongreßmitglieder nahezu politischer Selbstmord eine ausgewogene Position zwischen Israel und Palästina zu befürworten, Israel die Einhaltung des Völkerrechts zu empfehlen oder die Rechte bzw. Menschenrechte von Palästinensern zu verteidigen... Weit schwerer nachvollziehbar ist, warum die Redaktionen der großen Tageszeitungen und Magazine in den Vereinigten  Staaten, trotz der von ihren Korrespondenten im Heiligen Land mit Nachdruck hierzu abgegebenen privaten Stellungnahmen, dieselbe Selbstbeschränkung pflegen."


Jeder ernsthafte Politiker weiß, daß Israel ein Apartheidstaat ist, aber haben sie auch den Mut dies so deutlich zu sagen, wie Jimmy Carter dies tut?

17. September 2017, Veterans Today
Jimmy Carter hat kürzlich seine Vorwürfe an US-Politiker mit den Worten konkretisiert, daß sie das Land eher zu einer "Oligarchie als zu einer Demokratie" gemacht haben, und daß dies keine gute Richtung sei. Wie soll es mit uns weitergehen?

Carter sagte: "Halten Sie Frieden, fördern Sie die Menschenrechte und sagen Sie die Wahrheit."[1] Das ist in der Tat ein indirekter Angriff auf das israelische Regime und seinen, als Vereinigte Staaten von Amerika bekannten, Hampelmann. Das Regime in Tel Aviv und seine Marionetten im Westen wollen genau deswegen keinen Frieden, weil Frieden ein unveränderliches oder logisches moralisches oder politisches Gesetz impliziert, das gegnerischen Seiten erlaubte vernünftige Lösungen zu erzielen. Für sie ist Frieden beängstigend.

Stattdessen wollen das Regime und seine Marionetten Blutvergießen, sie wollen um jeden Preis Leben, Existenzgrundlagen und Nationen vernichten. Dies ist ein Grund, aus dem Carter in seinem 2006 erschienen Buch, Palästina - Frieden, nicht Apartheid, schrieb:
"Israels fortgesetzte Kontrolle und Kolonisierung des palästinensishen Landes gehörte zu den primären Hindernissen für einen umfassenden Friedensvertrag im Heiligen Land".

Durch das gesamte Buch verurteilt Carter das Regime für die Errichtung "eines Apartheidsystems, in dem zwei komplett voneinander getrennte Völker dasselbe Land beanspruchen, wobei die Israelis die Palästinenser durch total dominante und unterdrückende Gewalt ihrer fundamentalen Menschenrechte berauben."

Dies ist noch immer so, und diese Fakten, sagte Carter:
"sind in Amerika weitgehend unbekannt... In den vergangenen 30 Jahren habe ich die schweren Einschränkungen jeder ausgewogenen Diskussion über diese Tatsachen selbst erlebt und erfahren. Diese Zurückhaltung bei aller Kritik an der Politik der israelischen Regierung ist der außerordentlichen Lobbyarbeit des American-Israel Political Action Committee* sowie des völligen Mangels an bedeutsamen Gegenstimmen geschuldet."[2]
Carter weiß, daß Israel den Kongreß der Vereinigten Staaten kontrolliert, und der Kongreß nicht beabsichtigt das israelische Regime aufzufordern sich an internationales Recht zu halten. Carters eindringlicher und überzeugender Angriff gegen das Regime in den Vereinigten Staaten und dessen Medien ist wirklich atemberaubend:
"Es wäre für Kongreßmitglieder nahezu politischer Selbstmord eine ausgewogene Position zwischen Israel und Palästina zu befürworten, Israel die Einhaltung des Völkerrechts zu empfehlen oder die Rechte bzw. Menschenrechte von Palästinensern zu verteidigen. Nur wenige von ihnen würden sich überhaupt dazu herablassen die palästinensischen Städte Ramallah, Nablus, Hebron, Gaza-Stadt oder gar Bethlehem zu besuchen und mit deren belagerten Bewohnern zu sprechen."

"Weit schwerer nachvollziehbar ist, warum die Redaktionen der großen Tageszeitungen und Magazine in den Vereinigten  Staaten, trotz der von ihren Korrespondenten im Heiligen Land mit Nachdruck hierzu abgegebenen privaten Stellungnahmen, dieselbe Selbstbeschränkung pflegen."[3]
Soweit ich weiß, hat kein US-Präsident je die moralische und intellektuelle Courage besessen dem Regime in Tel Aviv so zu trotzen wie Carter. Das ist einer der Gründe, warum man ihn in manchen Gegenden als Antisemit bezeichnet hat.[4]

Die Gedankenpolizistin, Deborah Lipstadt, sagt, daß Carter ein "jüdisches Problem" habe.[5] Carter, so eklärt Lipstadt perverserweise, "Carter hat zu seiner Verteidigung auf antisemitische Stereotypen gesetzt".[6] Laut Alan Deshowitz war "Carter mit einem unverbesserlichem und totalem Eiferer" befreundet, was auch ihn zu einem "unverbesserlichen Antisemiten" macht.[6]

Solche Leute wollen sich offensichtlich nicht mit den Tatsachen beschäftigen. Sie wollen die israelische Kolonisierung verteidigen, weil sie meinen, daß das Vorbringen idiotischer Vorwürfe konstruktive Kritik an Israel irgendwie zerstreuen würde. Wie sonst sollte es Israel erlaubt sein Syrien unter Vorspiegelung falscher Tatsachen anzugreifen? Wie sonst sollte das Pentagon verrückte Ideen aufbieten, um mit seiner Unterstützung der so genannten syrischen Rebellen fortzufahren? Wie sonst sollten die Vereinigten Staaten ihre Forderung nach einem Regime Change in Syrien aufrecht erhalten? Die US-Botschafterin Nikki Haley sagte am vergangenen Freitag bei einem Pressetermin im Weißen Haus:

"Wir werden nicht eher ruhen, bis wir ein starkes und stabiles Syrien sehen. Und das ist mit Assad nicht der Fall."[8]

Die Wahrung des Friedens bedingt auch einen ehrlichen Dialog mit Nationen, die andere Ansichten haben. Das israelische Regime will das nicht. Sie wollen die Medien dazu benutzen, um jedes Land, das ihnen nicht gefällt, des "staatlich gesponserten Terrorismus" zu bezichtigen. Benjamin Netanyahu ist ein klassisches Beispiel. Im Jahr 2015 sagte dem Kongreß:

"Irans oberster Führer, Ajatollah Khamenei, speit den ältesten Haß, er speit den ältesten antisemitischen Haß mit der neusten Technologie. Er twittert, daß Israel vernichtet werden müsse – twittert er. Wissen Sie, im Iran gibt es kein wirklich freies Internet. Aber er twittert auf Englisch, daß Israel vernichtet werden muß."[9]

An dieser Stelle können wir diesen Verrückten ignorieren.

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Wie würde Carter mit Kim Jung-un umgehen? "Ich würde- meinen kompetentesten Mann nach  Pjöngjang schicken, wenn ich nicht selbst dorthin reisen würde", sagte er. "Solange wir nicht mit ihnen reden und sie respektvoll behandeln – als menschliche Wesen, die sie sind – denke ich nicht, daß wir irgendeinen Fortschritt machen."[10]

Das zeugt von Geist. Und es ist wieder ein gezielter Vorwurf an die Neokonservativen und Figuren wie Nikki Haley, die immer noch denken, daß Drohungen der Weg sind, um friedliche Lösungen zu erzielen. Der Weekly Standard hat vor einigen Tagen einen Artikel mit dem Titel veröffentlicht "Kim Jong-un muß gehen. Es ist Zeit für eine demokratische Vereinigung Koreas".[11]

Demokratische Vereinigung? Hat das im Irak, in Afghanistan, Libyen oder Syrien funktioniert? Wann haben die Neokons eigentlich zuletzt ihre Träume vom Paradies aktualisiert – im Namen von "Demokratie" und "Freiheit"?

Hinsichtlich des israelisch/palästinensischen Konflikts ist Trump, so Carter, eine Katastrophe gewesen. Er ist "praktisch hoffnungslos. Ich glaube nicht, daß Trump oder seine Familienmitglieder diesbezüglich irgendeinen Fortschritt machen werden."[12] Benjamin Netanyahu, sagt Carter, hat "beabsichtigt nicht im Mindesten eine Zwei-Staaten-Lösung.[13]

Das ist wohl war. Das ist einer der Gründe, warum er jede Terrorgruppe unterstützt, die versucht seinen Gegner zu vernichten. Wie sonst wäre Israel fähig ISIS in Syrien zu unterstützen?




[1] “Jimmy Carter says US has become more an ‘oligarchy than a democracy’ in speech critical of Trump,” Telegraph, September 13, 2017.

[2] Jimmy Carter, “Speaking frankly about Israel and Palestine,” LA Times, December 8, 2006.

[3] Ibid.

[4] Richard Benkin, “Why Jimmy Carter Really is an Anti-Semite,” Canada Free Press, June 15, 2009; Rabbi Shmuley Boteach, “The Moral Disintegration of Jimmy Carter,” Observer, August 11, 2014.

[5] Deborah Lipstadt, “Jimmy Carter’s Jewish Problem,” Washington Post, January 20, 2007.

[6] Ibid.

[7] Alan Dershowitz, “The Real Jimmy Carter,” FrontPage Magazine, April 27, 2007.

[8] “‘Not satisfied’ till Assad gone: US pushes for regime change as war in Syria winds down,” Russia Today, September 15, 2017.

[9] “The complete transcript of Netanyahu’s address to Congress,” Washington Post, March 3, 2015.

[10] “Jimmy Carter says US has become more an ‘oligarchy than a democracy’ in speech critical of Trump,” Telegraph, September 13, 2017.

[11] Dan Blumenthal, “Kim Jong-un Must Go. It’s Time For A Korean Democratic Unification,” Weekly Standard, September 13, 2017.

[12] Ibid.

[13] Ibid.


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Jonas E. Alexis absolvierte die Avon Park High School, studierte Mathematik und Philosophie an der Palm Beach Atlantic University, und erlangte einen Mastergrad in Pädagogik an der Grand Canyon University.

 Einige seiner Interessenschwerpunkte liegen in der Geschichte der Christenheit, der Außenpolitik der Vereinigten Staaten, der Geschichte des israelisch/palästinensischen Konflikts und der Geistesgeschichte. Er ist der Autor des neuen Buchs "Christianity & Rabbinic Judaism: A History of Conflict Between Christianity and Rabbinic Judaism from the first Century to the Twenty-first Century".

Derzeit lehrt er Mathematik in Südkorea. In seiner Freizeit spielt Fußball und Basketball und fährt Fahrrad. Zur Zeit versucht er sich an einem Buch mit dem Titel "Zionism and the West".

Gern erhält er Kommentare, Briefe und Anfragen, um fortzufahren sowie in einer rationalen und logischen Diskussion Sachverhalte wie den israelisch/palästinensischen Konflikt, die Geschichte der Christenheit und die Geistesgeschichte darzulegen und zu erklären.

Im Interesse des Erhalts eines bürgerlichen Forums bittet Alexis darum, daß alle Anfragen angemessen und respektvoll gestellt werden, um ein Maß des Miteinanders zu erhalten. Wie nach dem Sprichwort, nach dem "ein Eisen das andere schärft", ist der beste Weg den Verstand zu schärfen konstruktive Kritik. Gute und schlechte.

Allerdings kennt Alexis keine Geduld bei Beschimpfungen und persönlichen Angriffen. Aus diesem speziellen Grund hat er in der Vergangenheit viele Anfragen
bewußt ignoriert sowie irrationalen Personen nicht geantwortet und wird diese Strategie beibehalten.


Quelle: https://www.veteranstoday.com/2017/09/17/jimmy-carter-us-is-more-an-oligarchy-than-a-democracy/


* Zusätzlich eingefügter Link:


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Aktualisiert (Hinweis auf zusätzlich eingefügten Link): 19. September 2017, 12:15 Uhr

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