Montag, 23. Oktober 2017

Profite über Alles! Amerikanische Konzerne und Hitler

Von Dr. Jacques R. Pauwels
Übersetzt von wunderhaft 


[Anm: Auch für Leser, die nicht alle Ansichten des großartigen Autors teilen, fügt sich diese 42 Normseiten umfassende geschichtswissenschaftliche Betrachtung perfekt in ein Welt- und Geschichtsbild des 20. Jahrhundert ein, das an Schulen und Hochschulen wenig oder gar nicht gelehrt wird, jedoch der Wahrheit deutlich näher kommt. 

Was mir noch erwähnenswert erscheint, ist der weithin unbekannte weltweite Handelsboykott gegen deutsche Waren, welcher die deutsche Exportwirtschaft seit 1933 zunehmend gelähmt hat, und, meines Erachtens, gewiß ein, wenn nicht der wesentliche Faktor für die massive Aufrüstung in Deutschland ab 1936 und letztlich für den Ausbruch des 2. Weltkriegs gewesen ist, an dem sich auch verschiedene deutsche Unternehmen und Industrielle exorbitant bereichert haben. A.]


8. Juni 2004 / 17. Oktober 2017, Global Research

Anmerkung des Herausgebers:

Dieser Artikel wurde von Global Research zuerst vor mehr als 13 Jahren, am 8. Juni 2004 veröffentlicht.

Während Amerika sich, durch die Unterstützung eines sie stellvertretenden Neo-Nazi Regimes, in der Ukraine im Krieg befindet, vermittelt uns dieser stichhaltige Artikel von Dr. Jaques Pauwels ein historisches Verständnis der Beziehung zwischen amerikanischen Konzernen und Nazi-Deutschland.

Die Unterstützung von Neo-Nazis in der Ukraine ist Teil einer langwährenden Verbindung.

Michel Chossudovsky, Herausgeber von Gobal Research, Oktober 2017

***

In den Vereinigten Staaten ist der 2. Weltkrieg allgemein als "der gute Krieg" bekannt.


Im Gegensatz zu Amerikas anerkannten, bösen Kriegen, wie den fast genozidalen Indianer-Kriegen und dem barbarischen Konflikt in Vietnam, wird der 2. Weltkrieg weithin als "Kreuzzug" zelebriert, in dem die Vereinigten Staaten rückhaltlos auf Seiten von Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit gegen die Diktatur gekämpft haben.

Kein Wunder also, daß Präsident George W. Bush seinen andauernden "Krieg gegen den Terror" gern mit dem 2. Weltkrieg vergleicht und vorgibt, daß Amerika in einem apokalyptischen Konflikt zwischen Gut und Böse wieder einmal auf der richtigen Seite kämpft. Allerdings bestehen Kriege niemals nur aus Schwarz und Weiß, wie Mr. Bush uns gern glauben lassen würde, und das gilt auch für den 2. Weltkrieg. Sicherlich gebührt Amerika für seinen wichtigen Beitrag zu dem hart erkämpften Sieg, der letztlich von den Alliierten errungen worden ist, Ansehen. Jedoch läßt sich die Rolle amerikanischer Unternehmen in diesem Krieg kaum auf Präsident Roosevelts Behauptung aufbauen, daß die Vereinigten Staaten (VS) das "Arsenal der Demokratie" gewesen sind. Als Amerikaner im Juni 1944 in der Normandie gelandet sind und die ersten deutschen LKWs konfiszierten, haben sie entdeckt, daß diese Fahrzeuge von Motoren angetrieben wurden, die von amerikanischen Firmen, wie Ford und General Motors, produziert worden waren. Wie sich herausgestellt hat, haben amerikanische Unternehmen auch dem Nationalsozialismus als Arsenal gedient.[1]

Fans des Führers


Mussolini hat von dem Moment, als er durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen ist, der in den Staaten als "schöne, junge Revolution" bejubelt worden ist, bei amerikanischen Unternehmen großes Ansehen genossen. Hitler, andererseits, hat gemischte Signale gesandt.[2] Wie ihre deutschen Gegenüber, waren amerikanische Geschäftsleute lange besorgt über die Absichten und Methoden seines ungehobelten Aufstiegs, der sich Sozialsozialismus nannte, dessen Partei sich selbst als Arbeiterpartei bezeichnete und der einen unheilvollen revolutionären Wandel verkündete. Einige hochrangige amerikanische Unternehmensführer allerdings, wie bspw. Henry Ford, mochten und bewunderten den Führer in einer frühen Phase.[4]

Andere altkluge Hitler-Bewunderer waren der Presse-Zar Randolph Hearst und Irénée Du Pont, Kopf des Du Pont Konzerns, welcher, laut Charles Higham, "die Karriere des künfigen Führers bereit seit den 1920er Jahren begeistert verfolgt" und ihn finanziell unterstützt hat.[5]

Schließlich haben die meisten amerikanischen Industriekapitäne gelernt den Führer zu lieben. Es wird oft darauf verwiesen, daß die Faszination für den Führer eine Frage der Persönlichkeit war, eine Frage der Psychologie. Autoritäre Persönlichkeiten konnten vermutlich nicht anders als einen Mann zu mögen und zu bewundern, der die Vorzüge des "Führerprinzips" erst predigte und auch praktizierte, was er zunächst in seiner Partei und dann in ganz Deutschland getan hat.

Obwohl er auch andere Faktoren nennt, ist es in dieser Hinsicht wesentlich, daß Edwin Black, Autor des übrigens ausgezeichneten Buches, IBM and the Holocaust, den Fall des IBM-Vorsitzenden, Thomas J. Watson erläutert, der Hitler in den 1930er Jahren etliche Male getroffen hat und von Deutschlands neuem autoritären Herrscher fasziniert worden ist. Jedoch ist es der Bereich der politischen Wirtschaft und nicht der Psychologie, der einen am besten verstehen läßt, warum amerikanische Unternehmen von Hitler so begeistert gewesen sind.

In den 1920er Jahren erfreuten sich viele amerikanische Unternehmen ansehnlicher Investitionen in Deutschland. IBM errichtete nach dem 1. Weltkrieg mit der Übernahme der einstigen DEHOMAG* eine deutsche Niederlassung. In den 1920ern übernahm General Motors den größten deutschen Autohersteller, die Adam Opel AG, und Ford gründete eine Niederlassung, die später als die Ford Werke in Köln bekannt geworden sind. Andere VS-Unternehmen vereinbarten strategische Partnerschaften mit deutschen Unternehmen. Standard Oil of New Jersey – das heutige Exxon – entwickelte enge Beziehungen zu dem deutschen Konzern IG Farben. Ab den frühen 1930er Jahren hatte eine Elite von etwa zwanzig der größten amerikanischen Unternehmen Verbindungen nach Deutschland, einschließlich Du Pont, Union Carbide, Westinghouse, General Electric, Gilette, Goodrich, Singer, Eastman Kodak, Coca-Cola, IBM, und ITT. Schließlich waren viele amerikanische Anwaltskanzleien, Investmentunternehmen und Banken tief in Amerikas Investmentoffensive in Deutschland verstrickt, unter ihnen das angesehene Wall Street-Unternehmen Sullivan & Cromwell sowie die Banken J. P. Morgan und Dillon, Read and Company und auch die Union Bank of New York, die sich im Besitz von Brown Brothers & Harriman befand.

Die Union Bank war eng verbunden mit dem Finanz- und Industrieimperium des deutschen Stahl-Magnaten, Thyssen, dessen finanzielle Unterstützung es Hitler ermöglicht hat an die Macht zu kommen. Diese Bank wurde von Precott Bush, dem Großvater von George W. Bush, geführt. Prescott Bush war vermutlich auch ein eifriger Unterstützer Hitlers und hat ihm über Thyssen Geld zugeschleust sowie im Gegenzug beträchtliche Gewinne an Geschäften mit Nazi-Deutschland erzielt, mit denen er seinen Sohn, den späteren Präsidenten, ins Erdölgeschäft eingeführt hat.[6]

In den frühen 1930ern liefen die amerikanischen Geschäfte in Übersee schlecht, da die große Depression Deutschland besonders hart getroffen hatte. Die Produktion und die Profite schrumpften jäh und die politische Situation war extrem instabil. Es gab andauernd Streiks und Straßenkämpfe zwischen Nazis und Kommunisten, und viele fürchteten, daß Deutschland reif für eine "rote" Revolution sei, wie die, die im Jahr 1917 in Rußland die Bolschewisten an die Macht gebracht hatte.

Allerdings kam im Januar 1933, unterstützt durch die Macht und das Geld deutscher Industrieller und Banker, wie Thyssen, Krupp und Schacht, Hitler an die Macht, und die Situation veränderte sich drastisch.

Bald schon waren die deutschen Niederlassungen amerikanischer Unternehmen wieder profitabel. Warum? Nachdem Hitler an die Macht gekommen war, habe amerikanische Unternehmensführer mit großer Genugtuung registriert, daß seine so genannte Revolution den sozioökonomischen Status quo respektiert hat.

Die teutonische Sorte des Faschismus war, wie alle anderen Spielarten des Faschismus, reaktionärer Natur und äußerst nützlich für kapitalistische Ziele. Hitler, der von führenden Geschäftsleuten und Bankiers in Deutschland an die Macht gebracht worden war, diente den Interessen seiner "Befähigter". Seine erste große Initiative galt der Auflösung der Gewerkschaften und der Inhaftierung der Kommunisten und vieler militanter Sozialisten in Gefängnissen und den ersten Konzentrationslagern, die speziell für die Unterbringung von linksextremen politischen Gefangenen errichtet worden sind.

Diese skrupellose Maßnahme beseitigte nicht nur die drohende Gefahr eines durch die deutschen Kommunisten vollzogenen revolutionären Wandels, sondern entmannte auch die deutsch Arbeiterklasse und verwandelte sie in eine "machtlose" Masse von Gefolgsleuten (Gefolgschaft), um die Nazi-Terminologie zu benutzen, die ihren Arbeitgebern, den Thyssens und Krupps, bedingungslos zur Verfügung gestellt worden sind. Die meisten, wenn nicht alle deutschen Unternehmen, einschließlich der amerikanischen Niederlassungen, nutzten diese Situation in großem Stil aus und senkten daraufhin die Lohnkosten drastisch. Die Ford Werke, beispielsweise, senkten die Lohnkosten von 18% des Geschäftsvolumens im Jahr 1933 auf 11% im Jahr 1939. (Research Findings, 135–6)

Coca Colas Abfüllanlage in Essen steigerte seine Profitabilität beträchtlich, weil in dem Hitler-Staat, Arbeiter, "die nur wenig mehr als Leibeigene waren und denen nicht nur verboten war zu streiken, sondern auch ihren Arbeitsplatz zu wechseln", gezwungen waren "härter und schneller zu arbeiten", während ihre Löhne" vorsätzlich gesenkt worden sind.[7]

In Nazi-Deutschland fielen die Löhne rapide, während die Gewinne entsprechend angestiegen sind, dennoch gab es keine erwähnenswerten Probleme mit der Arbeiterschaft, da jeder Versuch einen Streik zu organisieren umgehend eine bewaffnete Antwort der Gestapo nach sich zog, die Festnahmen und Entlassungen zur Folge hatte. Dies war im Jahr 1936 bei GMs Opel Fabrik in Rüsselsheim der Fall.(Billstein et al., 25) Wie der thüringische Lehrer und Mitglied im anti-faschistischen Widerstand, Otto Jensen, nach dem Krieg geschrieben hat, waren Deutschlands Unternehmensvorstände froh darüber, "daß die Furcht vor den Konzentrationslagern die deutsche Arbeiterschaft sanftmütig wie Schoßhunde gemacht hat".[8] Die Eigentümer und Manager amerikanischer Unternehmer mit Investitionen in Deutschland waren nicht weniger entzückt, und wenn – wie der Vorsitzende von General Motors, William Knudson, und der ITT-Chef, Sosthenes Behn – sie ihre Bewunderung gegenüber Hitler offen ausdrückten, geschah dies unzweifelhaft deshalb, weil dieser die sozialen Probleme Deutschlands in einer Art gelöst hatte, die ihren Interessen diente.

Depression? Welche Depression?


Hitler schmeichelte den amerikanischen Unternehmern auch aus einem anderen, äußerst wichtigen Grund: Er hat eine Lösung der gewaltigen Problems der Großen Depression heraufbeschworen. Sein Mittel erwies sich als eine Art keyneanistische List, wobei staatlich verordnete Nachfrage die Produktion wieder in Gang brachte und es Unternehmen – einschließlich den ausländischen – in Deutschland ermöglichte das Produktionsniveau dramatisch zu erhöhen und beispiellose Gewinnspannen zu erreichen.

Was der Nazi-Staat allerdings von der deutschen Industrie bestellte, war Kriegsgerät, und es wurde bald klar, daß Hitlers Politik der Wiederbewaffnung unausweichlich zum Krieg führen würde, weil nur die Beute aus einem siegreichen Krieg dem Regime ermöglicht hätte die hohen Rechnungen der Lieferanten zu begleichen.

Das Wiederbewaffnungsprogramm der Nazis entpuppte sich als wunderbare Gelegenheit für Niederlassungen von VS-Konzernen. Ford behauptet, daß seine Ford Werke von den Nazis wegen seines ausländischen Besitzers diskriminiert worden wären, erkennt aber an, daß seiner Kölner Niederlassung in den 1930er Jahren [von den Nazi-Behörden] ... "deren deutsche Herkunft formell beglaubigt worden ist", und deswegen " berechtigt war Regierungsaufträge zu erhalten". (Research Findings, 21) Ford nutzte diese Gelegenheit, obwohl die Regierungsaufträge fast ausschließlich für militärisches Gerät bestimmt gewesen sind. Fords deutsche Niederlassung hatte in den frühen 1930er Jahren schwere Verluste verbucht, allerdings stiegen jährlichen Gewinne, dank Hitlers Schritt zur Wiederbewaffnung, von 63.000 Reichsmark im Jahr 1935 auf spektakuläre 1.287.800 Reichsmark im Jahr 1939 an.

GMs Opel-Fabrik in Rüsselsheim nahe Mainz fuhr noch besser. Ihr Anteil am deutschen Automarkt wuchs von 33% im Jahr 1933 auf 35% im Jahr 1935, und die GM-Niederlassung, die in den frühen 1930er Jahren Verluste gemacht hat, wurde durch den von Hitlers Wiederbewaffnungsprogramm ausgelösten Wirtschaftsboom extrem profitabel. Im Jahr 1938 wurde ein Rekordgewinn von 35 Millionen Reichsmark – fast 14 Millionen Dollar – erwirtschaftet.(Research Findings, 135–6; and Billstein et al., 24)[10] Im Jahr 1939, am Vorabend des Krieges, rechtfertigte der Vorsitzende von GM, Alfred P. Sloan, die Geschäfte mit Hitler-Deutschland, indem er auf die hoch profitable Natur der GM-Operationen im Dritten Reich verwies.[11]

Ein weiterer amerikanischer Konzern, der sich in Hiltlers Drittem Reich an außergewöhnlich hohen Gewinnen erfreute, war IBM. Seine deutsche Niederlassung, DEHOMAG, stattete die Nazis mit Lochkartenmaschinen – den Vorgängern der Computer – aus, welche für die Automatisierung der Produktion im Land erforderlich waren, und hiermit machte IBM einen Haufen Geld. Im Jahr 1933, dem Jahr als Hitler an die Macht gekommen ist, machte DEHOMAG einen Gewinn von einer Million Dollar, und während der frühen Jahre Hitlers bezahlte die deutsche Niederlassung dem Mutterkonzern in den VS 4.5 Millionen Dollar an Dividenden. Ab 1938, während die Depression noch in vollem Gange war, "betrug der Jahresgewinn etwa 2.3 Millionen RM, 16% des Nettovermögens", schreibt Edwin Black. (Black, 76–7, 86–7, 98, 119, 120–1, 164, 198, und 222)

Amerikanische Unternehmen mit Niederlassungen in Deutschland waren nicht die einzige, für die Hitlers Schritt zur Wiederbewaffnung als Geldregen erwies. Deutschland legte zur Vorbereitung auf den Krieg Erdöl-Vorratslager an, und viel von diesem Öl wurde von amerikanischen Unternehmen geliefert. Texaco profitierte hervorragend von Verkäufen nach Nazi-Deutschland und, wenig erstaunlich, wurde sein Vorsitzender, Torkild Rieber, zu einem weiteren mächtigen Unternehmer , der Hitler verehrte. Ein Mitglied des deutsche Geheimdienstes hat berichtet, daß er "absolut pro-deutsch" und ein inniger Bewunderer des Führers gewesen ist". Rieber wurde auch zu einem persönlichen Freund Görings, Hitlers Wirtschafts-Zar.[12]

Was Ford betrifft, produzierte der Konzern nicht nur in Deutschland für die Nazis, sondern exportierte teilgefertigte LKWs direkt von den VS nach Deutschland. Diese Fahrzeuge wurden in den Kölner Ford Werken zusammengebaut und standen im Frühjar 1939, Just in Time bei Hitlers Besetzung des Teils der Tschecheslowakei, der in dem berüchtigten Münchener Abkommen des Vorjahres nicht an ihn abgetreten worden war, zur Verwendung bereit. Außerdem hat Ford in den späten 1930er Jahren strategische Rohstoffe nach Deutschland geliefert und manchmal über Niederlassungen in Drittländern. Im Jahr 1937 umfassten allein diese Lieferungen fast 1 Million Tonnen Tonnen Gummi und 65.000 Tonnen Kupfer. (Research Findings, 24, and 28)

Amerikanische Konzerne haben in Hitler-Deutschland eine Menge Geld gemacht. Das, und nicht des Führers Charisma, ist der Grund, warum die Eigentümer und Manager dieser Unternehmen ihn vergöttert haben. Umgekehrt waren Hitler und seine Kumpane höchst zufrieden mit der Entwicklung des amerikanischen Kapitals in dem Nazi-Staat. Tatsächlich hat die Produktion von Kriegsgerät den Erwartungen der Nazi-Führung entsprochen, wenn nicht gar übertroffen.

Berlin bezahlte die Rechnungen prompt und Hitler zeigte seine persönliche Wertschätzung durch die Verleihung repräsentativer Auszeichnungen an seinesgleichen, wie Henry Ford, Thonas Watson von IBM sowie den Exportdirektor von GM, James D. Mooney. Der Anteil an amerikanischen Investitionen in Deutschland stieg beträchtlich, nachdem Hitler im Jahr 1933 an die Macht gekommen war. Der Hauptgrund hierfür war, daß das Nazi-Regime, zumindest in der Theorie, nicht erlaubt hat, daß Gewinne, die von ausländischen Unternehmen in Deutschland erzielt worden waren dort zu reinvestieren. Tatsächlich jedoch konnten die Hauptverwaltungen der Unternehmen dieses Embargo unter Anwendung von Listen, wie z.B. der Berechnung von "Lizenzgebühren" und aller Arten von "Honoraren" umgehen. Die Restriktion hat schlicht bedeutet, daß Profite weitgehend innerhalb des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten reinvestiert worden sind, worum es sich bei Deutschland, wie sich herausstellte, bspw. mit der Modernisierung bestehender Einrichtungen, der Konstruktion oder dem Erwerb neuer Fabriken und dem Kauf von Reichsanleihen und Immobilien, gehandelt hat. IBM hat auf diese Weise seine beträchtlichen Gewinne in eine neue Fabrik in Berlin Lichterfelde, in die Expansion seiner Einrichtungen in Sindelfingen nahe Stuttgart, in zahlreiche Büros seiner Niederlassungen im gesamten Reich und in den Erwerb von Mietobjekten und anderer Immobilien- sowie materieller Werte reinvestiert.(Black, 60, 99, 116, and 122–3)

Unter diesen Umständen stieg der Wert von IBMs Deutschland-Projekt erheblich, und Ende des Jahres 1938 hatte sich das Reinvermögen von DEHOMAG von 7.7 Millionen RM im Jahr 1934 auf 14 Millionen RM verdoppelt (Black, 76–7, 86–7, 98, 119–21, 164, 198, and 222). Ähnlich schoß der Gesamtwert der Ford Werke in den 1930ern von 25 Millionen RM im Jahr 1933 bis zur Zeit von Peearl Harbour auf um 475 Millionen Dollar in die Höhe (Research Findings, 6).[13]


Besser Hitler als "Rosenfeld"


Während der gesamten "schmutzigen Dreißiger" blieben die Unternehmensgewinne in den Vereinigten Staaten niedrig, und im eigenen Land konnten Unternehmen wie GM und Ford von den Gewinnen, die ihre Niederlassungen dank Hitler in Deutschland angehäuft habe, nur träumen. Außerdem hatten amerikanischen Unternehmen Probleme mit Gewerkschafsaktivisten, Kommunisten und anderen Radikalen. Wie war es dort um die bösen Eigenschaften von des Führers Persönlichkeit und denen seines Regimes bestellt?

Haben sich die Führer amerikanischer Unternehmen nicht daran gestört? Offenbar nur wenig, wenn überhaupt. Der von Hitler propagierte Rassenhaß , beispielsweise, hat sie nicht übermäßig in ihren Gefühlen verletzt. Schließlich gab es systembedingten Rassismus gegenüber nicht Weißen in den gesamten VS, und der Antisemitismus spaltete die unternehmerische Klasse. In den von Industriekapitänen gut besuchten exklusiven Clubs und feinen Hotels wurden Juden selten anerkannt, und einige amerikanische Unternehmensführer waren ausgesprochene Antisemiten.[14]

In den frühen 1920er Jahre hat Henry Ford ein vehement antisemitisches Buch mit dem Titel, Der internationale Jude, herausgegeben, was in viele Sprachen übersetzt worden ist. Hitler hat die deutsche Version gelesen und später anerkannt, daß sie ihn inspiriert und ermutigt hat. Ein anderer notorischer amerikanischer Antisemit war der Industriemagnat Irénée Du Pont, obwohl die Familie Du Pont jüdische Vorfahren hatte.[15] Der Antisemitismus amerikanischer Unternehmer glich dem von Hitler, dessen Ansicht über den Judaismus mit seiner Ansicht über den Marxismus eng verflochten war, wie Arno J. Mayer in seinem Buch, Why Did the Heavens not Darken, überzeugend dargestellt hat.[16]

Hitler hat behauptet Sozialist zu sein, aber sein Sozialismus war angeblich ein "nationaler", ein Sozialismus nur für reinrassige Deutsche. Der ursprüngliche Sozialismus, der die Solidarität der internationalen Arbeiterklasse predigte und seine Inspiration aus dem Werk von Karl Marx bezog, wurde von Hitler als eine jüdische Ideologie verachtet, die beabsichtigte die Deutschen oder andere "Arier" zu versklaven oder gar zu vernichten. Hitler verachtete alle Formen des Marxismus als "jüdisch", jedoch keine mehr als den Kommunismus (oder Bolschewismus), und er brandmarkte die Sowjetunion als Heimat des "jüdischen", internationalen Sozialismus.

In den 1930er Jahren erwies sich der Antisemitismus amerikanischer Unternehmen gleichwohl als die andere Seite der antisozialistischen, antimarxistischen und kommunismus-feindlichen Medaille. Die meisten amerikanischen Geschäftsleute, verachteten Roosevelts New Deal als "sozialistische" Einmischung in die Wirtschaft. Die Antisemiten in amerikanischen Unternehmen haben Roosevelt für einen Krypto-Kommunisten und Agenten jüdischer Interessen, wenn nicht selbst für einen Juden gehalten. Er wurde gewohnheitsmäßig als "Rosenfeld" bezeichnet, und sein New Deal wurde als "Jew Deal" verunglimpft.[17]

In seinem Buch, The Flivver King, beschrieb Upton Sinclair den anrüchigen, antisemitischen Henry Ford-Traum von einer amerikanischen Faschistenbewegung, welche "verspricht die Roten umzulegen und die Eigentumsinteressen des Landes zu bewahren; den Bolschewiken [Roosevelt] aus dem Weißen Haus und all seine rosa Professoren aus den Regierungsämtern zu drängen ... [und] Gespräche über Kommunismus oder Streiks unter Strafe zu stellen".[18] Andere amerikanischen Industriemagnaten riefen nach einem faschistischen Retter, der Amerika von ihren "Roten" befreie, um so Wohlstand und Rentabilität wiederherzustellen. Du Pont stellte Amerikas eigenen faschistischen Organisationen, wie der berüchtigten "Black Legion" großzügige finanzielle Unterstützung zur Verfügung und war sogar in Pläne für einen faschistischen Staatsstreich in Washington involviert (Hofer and Reginbogin, 585–6). [19]

Warum Angst vor dem kommenden Krieg?


Es war offensichtlich, daß Hitler, der Deutschland bis an die Zähne wiederbewaffnete, früher oder später einen großen Krieg vom Zaun brechen würde. Die Bedenken, welche Amerikas Industriekapitäne diesbezüglich gehabt haben mögen, waren jedoch bald verflogen, da in den Kreisen der internationalen Diplomatie und Geschäftswelt der 1930er Jahre die am weitest verbreitete Erwartung bestand, daß Hitler die westlichen Länder verschonen und stattdessen, wie in Mein Kampf versprochen, die Sowjetunion angreifen und zerstören würde. Ihn in dieser Aufgabe, die er für die große Mission seines Lebens hielt[20], zu bekräftigen und zu unterstützen, war das verborgene Ziel der von London und Paris betriebenen Beschwichtigungspolitik sowie das der von Washington zugesagten taktischen Unterstützung.[21] 

Die Unternehmensführer aller westlichen Länder, einschließlich der entschiedendsten Vereinigten Staaten, hassten die Sowjetunion, weil dieser Staat die Wiege des der internationalen kapitalistischen Ordnung "feindlichen Systems" und Quelle der Inspiration für Amerikas eigene "Rote" war. Darüber hinaus, hielten sie es für besonders anstößig, daß die Heimat des Kommunismus nicht von der Großen Depression betroffen war, sondern eine industrielle Revolution erlebte, die der amerikanische Historiker, John H. Backer wohlwollend mit dem weithin gefeierten Wirtschaftswunder in Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg verglichen hat.[22]

Die Beschwichtigungspolitik ist ein hinterhältiger Plan, dessen wahres Ziel von der britischen und französischen Öffentlichkeit verborgen werden mußte. Das war ein spektakulärer Fehlschlag, da ihre Verrenkungen Hitler schließlich mißtrauisch über die wahren Absichten von London und Paris werden machten, was ihn bewog einen Pakt mit Stalin zu schließen, was wiederum zu Deutschlands Krieg gegen Frankreich und Großbritannien, anstatt gegen die Sowjetunion, führte.

Nichtsdestotrotz bestand der Traum von einem deutschen Kreuzzug gegen die kommunistische Sowjetunion zu Gunsten des kapitalistischen Westens weiter fort. London und Paris haben, in der Hoffnung, daß Hitler sich schließlich gegen die Sowjetunion wenden würde, einen "Täuschungskrieg" gegen Deutschland begonnen. Dies war auch die Idee hinter der quasi-offiziellen Mission nach London und Berlin die James D. Moony von GM unternommen und sich – ebenso wie der Vater von John F. Kennedy, damaliger US-Botschafter in London, Josehp Kennedy – sehr bemüht hat die deutschen und britischen Führer zu überreden, ihren lästigen Konflikt beizulegen, damit Hitler seine ungeteilte Aufmerksamkeit seinem großen Projekt im Osten hätte widmen können.

Bei einem Treffen mit Hitler im März 1940 bat er um Frieden in Westeuropa und wies darauf hin, "daß die Amerikaner Verständnis für Deutschlands Standpunkt bezüglich der Frage des Lebensraums haben" – sie hatten,mit anderen Worten, nichts gegen seine territorialen Ansprüche im Osten (Billstein et al., 37–44). [23]

Diese amerikanischen Initiativen führten jedoch nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Die Eigentümer und Manager amerikanischer Unternehmen mit Niederlassungen in Deutschland haben den Krieg, den Hitler im Jahr 1939 gegen den Westen entfesselt hatte, bereut, jedoch war diese abschließende Analyse wenig bedeutsam. Was von Bedeutung war ist Folgendes: Hitler bei Kriegsvorbereitungen zu unterstützen ist ein gutes Geschäft gewesen, und der Krieg selbst eröffnete weitere, noch ausgefallenere Perspektiven für künftige Geschäfte und Gewinne.

Die Zündung des Blitzes im Blitzkrieg


Deutschlands militärische Erfolge von 1939 und 1940 basierten auf einer neuen und extrem beweglichen Form der Kriegsführung, dem Blitzkrieg, der aus extrem schnellen und äußerst gut synchronisierten Angriffen aus der Luft und am Boden bestand.

Um "Blitzkriege" zuführen benötigte Hitler Maschinen, Panzer, LKWs, Flugzeuge, Motoren, Öl, Benzin, Gummi, und ausgereifte Kommunikationssysteme, um sicher zu sein, daß sie Stukas gemeinsam mit den Panzern zuschlagen. Vieles dieser Ausrüstung ist von amerikanischen Unternehmen geliefert worden, hauptsächlich von deutschen Niederlassungen großer amerikanischer Konzerne, obschon einiges aus den VS, wenn auch für gewöhnlich über Drittländer, exportiert worden ist. Ohne diese Form amerikanischer Unterstützung hätte der Führer in den Jahren 1939 und 1940 von auf "Blitzkriegen" folgenden "Blitzsiegen" nur träumen können.

Viele von Hitlers Reifen und Tragflächen sind in den deutschen Niederlassungen von GM und Ford produziert worden. Am Ende des Jahres 1939 hatten diese Unternehmen die zivile Produktion ausgelagert, um sich ausschließlich auf die Entwicklung von militärischer Technik für das deutsche Heer und die Luftwaffe zu konzentrieren.

Dieser von den „Nazis geforderte – wenn nicht angeordnete – Wechsel ist von den Unternehmenszentralen in den VS nicht nur genehmigt, sondern sogar empfohlen worden. Die Ford Werke in Köln fuhren damit fort nicht nur zahllose LKWs und Truppentransporter zu bauen, sondern auch Motoren und Ersatzteile für die Wehrmacht zu produzieren. GMs neues Opel Werk in Rüsselsheim produzierte hauptsächlich für die Luftwaffe und montierte Flugzeuge wie die JU-88, das Arbeitspferd der deutschen Bomberflotte. Zu einem gewissen Zeitpunkt soll der der gemeinsame Anteil von GM und Ford nicht weniger als die Hälfte der gesamten Panzerproduktion betragen haben (Billstein et al., 25,).[24]

Währenddessen hatte ITT ein Viertel der Anteile des Flugzeugherstellers Focke-Wulf erworben und so die Konstruktion von Kampfflugzeugen unterstützt.[25] Vielleicht hätten die Deutschen Fahrzeuge und Flugzeuge ohne amerikanische Hilfe bauen können, jedoch fehlte es Deutschland an hierfür dringend benötigten Rohstoffen, wie Gummi und Öl, die für einen auf Beweglichkeit und Schnelligkeit basierenden Krieg notwendig waren. Amerikanische Unternehmen versprachen die Rettung. 

Wie oben erwähnt, half Texaco den Nazis bei der Bevorratung von Benzin. Außerdem wurden, als der Krieg in Europa absehbar war, nicht nur von Texaco große Mengen an  Diesel-Treibstoff, Schmierölen und anderen Erdölprodukten, sondern auch von Standard Oil und meist über spanische Häfen. Die deutsche Marine wurde, gelegentlich, von dem texanischen Ölhändler, William Rhodes Davis, mit Treibstoff versorgt.[26] In den 1930er Jahren hat Standard Oil den IG Farben bei der Entwicklung von synthetischen Benzin, als Alternative zu regulärem Öl geholfen, geholfen, von dem Deutschland jeden einzelnen Tropfen importiere mußte (Hofer and Reginbogin, 588–9).

Albert Speer, Hitlers Architekt und während des Krieges Rüstungsminister, hat nach dem Krieg erklärt, daß Hitler, ohne bestimmte Arten von synthetischem Treibstoff, dessen Herstellung amerikanische Unternehmen ermöglicht hatten, Hitler "niemals daran gedacht hätte in Polen einzumarschieren".[27] Die Focke-Wulfs und andere schnelle deutsche Kampfflugzeuge hätten ohne eine, als Teraethyl bekannte, Treibstoffkomponente niemals ihre todbringenden Geschwindigkeiten erreichen können. Die Deutschen haben später eingeräumt, daß das gesamte Konzept des Blitzkriegs ohne Tetraethyl undenkbar gewesen wäre.

Dieser magische Zusatz wurde von einem Unternehmen namens Ethyl GmbH produziert, einem Tochterunternehmen eines Trios, das sich aus Standard Oil und deren deutschen Partnern, IG Farben, sowie GM gebildet hatte (Hofer and Reginbogin, 589).[28] Der Führung von Blitzkriegen beinhaltete perfekt aufeinander abgestimmte Angriffe vom Boden und aus der Luft, was wiederum eine hoch entwickelte Kommunikationstechnik vorausgesetzt hat. Die deutsche Niederlassung von ITT hat die meisten dieser Geräte geliefert, während andere hochmoderne Technologie, die zur Führung von Blitzkriegen nützlich waren, auf Empfehlung von IBM über dessen deutsche Niederlassung, DEHOMAG, zur Verfügung gestellt wurden. Laut Edwin Black  versetzte das Know-How von IBM die Kriegsmaschine der Nazis in die Lage "Reichweite, Geschwindigkeit und Effizienz zu erreichen". IBM, so faßt er zusammen, "brachte den Blitz in den Krieg von Nazi-Deutschland" (Black, 208). Aus der Sicht amerikanischer Unternehmen war es keine Katastrophe, daß Deutschland ab dem Sommer 1940 seine Herrschaft über den europäischen Kontinent ausgedehnt hatte.

Einige der deutschen Filialen amerikanischer Unternehmen – wie z.B. die Ford Werke und die Abfüllanlage von Coca Cola in Essen – profitierten von der siegreichen Wehrmacht und expandierten in die besetzten Länder. Der Präsident von IBM, Thomas Watson, war zuversichtlich, daß seine deutsche Niederlassung Vorteile aus Hitlers Triumphen ziehen würde. Black schreibt: „Wie viele [andere amerikanische Geschäftsleute]“, erwartete Watson, daß Deutschland Europa weiterhin beherrschen würde, und das IBM durch die „Herrschaft über die Daten-Domäne" Wie viele [andere amerikanische Geschäftsleute]“ hiervon profitiere, was bedeutet Deutschland die technischen Instrumente zur totalen Kontrolle zur Verfügung zu stellen (Black, 212).

Am 26. Juni 1940 organisierte eine deutsche Wirtschaftsdelegation ein Dinner im Waldorf-Astoria Hotel in New York, um auf die Siege der Wehrmacht in Westeuropa anzustoßen. Viele leitende Industrielle, einschließlich D. Mooney, der vorsitzende Geschäftsführer von GM, haben daran teilgenommen. Fünf Tage später wurden die deutschen Siege erneut in New York gefeiert, diesmal hatte der faschistophile Rieber, der Boss von Texaco zu einer Party eingeladen. Unter den anwesenden Vorsitzenden amerikanischer Unternehmen befanden sich auch James D. Mooney und Henry Fords Sohn, Edsel.[29]

Welch wundervoller Krieg!


Das Jahr 1940 erwies sich als außergewöhnlich gutes Jahr für amerikanische Unternehmen. Abgesehen davon, daß die deutschen Niederlassungen Anteil an der Kriegsbeute der Triumphe Hitlers hatten, schuf der europäische Konflikt andere wundervolle Gelegenheiten. Amerika bereitete sich nun selbst auf einen möglichen Krieg vor, und aus Washington begannen Aufträge für LKWs, Panzer, Flugzeuge und Schiffe einzutrudeln. Außerdem erlaubte Präsident Roosevelt der amerikanischen Industrie, nachdem diese zunächst nur gegen Bargeld geliefert hat, auch Großbritannien über Leih- und Pachtverträge mit Militärgerät und anderer Ausrüstung zu versorgen, was den tapferen kleinen Albion befähigte den Krieg gegen Hitler endlos fortzusetzen.

Am Ende des Jahres 1940 waren alle kriegsführenden Länder sowie die VS selbst umgeben von Waffen, ob nun in den Staaten, in Großbritannien (wo Ford et al. auch Filialen betrieben) oder in Deutschland. Es war in der Tat ein wundervoller Krieg, und je länger er dauerte, um so besser – aus unternehmerischer Sicht.

Die amerikanischen Konzerne wollten weder, daß Hitler den Krieg verlor noch, daß er ihn gewann. Stattdessen wollten sie, daß dieser Krieg so lang wie möglich andauerte. Henry Ford hatte sich ursprünglich geweigert Waffen für Großbritannien zu produzieren, aber nun änderte er seine Haltung. Laut seines Biographen, David Lanier Lewis, "brachte er die Hoffnung zum Ausdruck, daß weder die Alliierten noch die Achsenmächte [den Krieg] gewinnen", und er er schlug vor, daß die VS beide Seiten, sowohl die Alliierten als auch die Achsenmächte "so lange mit den Werkzeugen zur Weiterführung des Krieges zu versorgen, bis beide kollabieren".[30]

Am 22. Juni 1941 überquerte die Wehrmacht die sowjetische Grenze, angetrieben durch Motoren von Ford und GM und ausgerüstet mit den Instrumenten die in Deutschland mit amerikanischen Kapital und know-how produziert worden waren.

Während viele Vorstände amerikanischer Unternehmen hofften, daß die Nazis und die Sowjets so lange wie möglich in einem Krieg gefangen waren, der sie beide schwächte[31], was den europäischen Krieg, der sich als so profitabel erwies, verlängert hätte, sagten Experten in Washington und London voraus, daß die Sowjet von der Wehrmacht "wie ein Ei" aufgeschlagen werden würden.[32] Die UDSSR wurde indes zum ersten Land, daß den Blitzkrieg zum Stillstand brachte.

Am 5. Dezember 1941 begann die Rote Armee sogar mit einer Gegenoffensive.[33] Fortan war es wesentlich, daß die Deutschen für eine ganze Zeit an der Ostfront beschäftigt sein würden, was den Briten erlaubt hat die Kriegsführung fortzusetzen, und das profitable Leih- und Pachtgeschäft sich deshalb endlos fortsetzen ließe. Die Situation wurde noch vorteilhafter für amerikanische Unternehmen, als es so schien als ob sich das Geschäft auch auf die Sowjets ausdehnen ließe. Als bereits klar war, daß die Sowjetunion nicht kollabieren würde, stimmte Washington tatsächlich einer Ausweitung der Kredite an Moskau zu und schloß ein Leih- und Pachtabkommen mit der UDSSR, was den amerikanischen Unternehmen noch einen weiteren Markt für ihre Produkte eröffnet hat.

Amerikanische Hilfe für die Sowjets...und für die Nazis


Nach dem Krieg wurde es im Westen üblich zu behaupten, daß der unerwartete sowjetische Erfolg gegen Nazi-Deutschland durch die massive amerikanische Unterstützung durch das Leih- und Pachtabkommen zwischen Washington und Moskau möglich geworden ist, und die Sowjetunion den Angriff der Nazis andernfalls nicht überlebt hätte. Diese Behauptung ist zweifelhaft.

Erstens war die materielle Unterstützung der Amerikaner vor 1942 nicht von Bedeutung, also lange nachdem die Sowjets dem Fortschreiten der Wehrmacht eigenhändig ein Ende gesetzt und ihre erste Gegenoffensive begonnen hat. Zweitens betrug die amerikanische Hilfe nie mehr als vier oder fünf Prozent der gesamten Militärausgaben, obwohl man zugeben muß, daß sich möglicherweise selbst ein solch kleiner Beitrag in einer Krisensituation als wesentlich erweisen kann. Drittens haben die Sowjets selbst alles an leichten und schweren Qualitätswaffen aufgeboten – wie etwa den Panzer T-34, vielleicht der beste Panzer des 2. Weltkriegs –, was ihren Erfolg gegen die Nazis mögliche gemacht hat.[34] Schließlich wurde die häufig veröffentlichte Hilfe an die UDSSR durch die inoffizielle und diskrete jedoch sehr wichtige Unterstützung amerikanischer Unternehmen umfänglich neutralisiert – und unter Umständen geschmälert.

Der amerikanische Anteil von deutschen Importen an aüßerst wichtigem Motoröl stieg von 44% im Juli 1941 auf 94% im September 1941 rapide an. Laut Tobias Jersak, einer Autorität auf dem Gebiet des amerikanischen "Öl für den Führer", wäre der deutsche Überfall auf die Sowjetunion ohne den von den Vereinigten Staaten gelieferten Treibstoff nicht möglich gewesen.[35] Hitler hat die katastrophalen Nachrichten von der Gegenoffensive der Sowjetunion und dem Versagen des Blitzkriegs im Osten noch wiedergekäut, als er hörte, daß die Japaner  am 7. Dezember 1941 einen Überraschungsangriff auf Perl Harbor durchgeführt hatten. Die Vereinigten Staaten befanden sich nun im Krieg mit Japan, aber Washington machte keine Anstalten Deutschland den Krieg zu erklären.

Hitler war nicht verpflichtet den japanischen Freunden zu Hilfe zu eilen, jedoch hat er den Vereinigten Staaten am 11. Dezember 1941 den Krieg erklärt, möglicherweise in der – ,wie sich herausstellte, vergeblichen – Erwartung, daß Japan dies mit einer Kriegserklärung an die Sowjetunion erwidern würde. Hitlers überflüssige Kriegserklärung, die von einer ähnlich leichtfertigen Kriegserklärung Italiens begleitet worden ist, machte die VS zum aktiven Kriegsteilnehmer in Europa. Welche Auswirkung hatte das auf die Anteile großer amerikanischer Unternehmen in Deutschland?[36]

Business as Usual 


Die deutschen Niederlassungen amerikanischer Konzerne wurden bis zur deutschen Niederlage im Jahr 1945 nicht skrupellos von den Nazis konfisziert und gänzlich der Kontrolle der Geschäftssitze in den Vereinigten Staaten entzogen, wie die Muttergesellschaften nach dem Krieg behaupten wollten. Hinsichtlich der Anteile von Ford un GM, beispielsweise, hat der deutsche Experte, Hans Helms, erklärt, "daß die Nazis nicht ein einziges Mal während ihres Terror-Regimes den leisesten Versuch unternahmen die Eigentumsverhältnisse bei Ford [sprich den Ford Werken] oder Opel zu ändern"[37] Selbst nach Perl Harbor behielt Ford seinen Mehrheitsanteil von 52% an den Kölner Ford Werken, und GM behielt Opel als alleiniges Eigentum. (Billstein et al., 74, and 141)

Es existieren Hinweise darauf, daß die Unternehmensstützpunkte in den VS und die Niederlassungen in Deutschland entweder indirekt, über Filialen in der unabhängigen Schweiz, oder direkt, über moderne Kommunikationsmittel miteinander in Kontakt geblieben sind. Letztere sind von ITT in Zusammenarbeit mit Transradio, einem Gemeinschaftsunternehmen von ITT selbst, RCA (einem anderen amerikanischen Unternehmen) sowie den deutschen Unternehmen Siemens und Telefunken zur Verfügung gestellt worden.[38]

In dem kürzlich erschienenen Bericht über seine Aktivitäten in Nazi-Deutschland behauptet Ford, daß seine Unternehmenszentrale in Dearborn nach Perl Harbor keinen direkten Kontakt zu der deutschen Niederlassung gehabt zu haben. Über die Möglichkeit der Kommunikation über seine Filialen in neutralen Ländern erklärt der Bericht, daß "keine Hinweise auf eine gemeinsame Kommunikation über diese Niederlassungen vorliegen" (Research Findings, 88).

Allerdings mag der Mangel an solchen "Hinweisen" schlicht daran liegen, daß jegliche Beweise für solche Kontakte verloren gegangen oder vernichtet worden sind, bevor den Autoren des Berichts der Zugang zu hierfür relevanten Archiven, gestattet worden ist, denn schließlich ist dieser Zugang erst mehr als 50 Jahre nach den tatsächlichen Ereignissen erlaubt worden. Außerdem bekennt der Bericht selbst, etwas gegensätzlich, daß ein Vorstand der Ford Werke im Jahr 1943 nach Lissabon gereist ist, um die portugiesische Ford-Niederlassung zu besuchen, und es ist äußerst unwahrscheinlich, daß dies ohne Kenntnis von Dearvorn stattgefunden hat. Bezüglich IBM schreibt Edwin Black, daß der Geschäftsführer von Ford-Eurpa, der Niederländer Jurrian W. Schotte, in dem gemeinsamen Geschäftssitz in New York stationiert war, von wo er "die Kommunikation mit den IBM-Niederlassungen auf dem Nazi-Territorium, wie etwa in seinem Herkunftsland Holland oder in Belgien, weiterhin aufrecht erhalten hat". IBM war auch in der Lage "die Geschehnisse in Europa über seine Niederlassung im schweizerischen Genf zu verfolgen, dessen Direktor, ein Schweizer Staatsbürger, "frei in und den von Deutschland besetzten Gebieten und neutralen Ländern ein- und und ausgereist ist, und Entscheidungen zu treffen".

Schließlich konnte IBM, wie viele andere Unternehmen der VS auch, darauf vertrauen, daß in den besetzten und neutralen Ländern stationierte Diplomaten Botschaften über das Diplomatengepäck weitergaben (Black, 339, 376, and 392–5). Die Nazis erlaubten den amerikanischen Eigentümern nicht nur ihren Besitz sowie ein gewisses Maß an Entscheidungsgewalt über ihre Anlagen und Niederlassungen in Deutschland zu behalten, sondern auch ihre eigenen Eingriffe in das Management von Opel und Ford, zum Beispiel, blieben weiterhin minimal.

Nach der deutschen Kriegserklärung gegen die VS verschwanden die amerikanischen Mitarbeiter zwar von der Bildfläche, jedoch behielten die verbliebenen deutschen Manager – als Vertraute der Bosse in den VS – im allgemeinen ihre Entscheidungspositionen und setzten die Geschäftsführung fort, wobei sie die Interessen der Unternehmenszentralen und der amerikanischen Aktionäre im Auge behielten.

So schreibt der amerikanische Historiker, Bradford Snell, der sich diesem Thema in der 1970er Jahren gewidmet hat, dessen Erkenntnisse jedoch von GM  bestritten worden sind, schreibt, daß der Unternehmenszentrale von GM in den VS die totale Kontrolle über die Manager von Opel in Rüsselsheim erhalten geblieben ist. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der deutschen Forscherin Anita Kugler bestätigt Snells Ergebnisse, wobei sie ein detaillreicheres und nuancierteres Bild beschreibt. Nach der deutschen Kriegserklärung an die VS, schreibt sie, hat die Nazis das Management von Opel zu ursprünglich nicht im Geringsten gestört. Erst am 25. November 1942 hat Berlin einen Verwalter für "feindliche Unternehmensanteile" eingesetzt, jedoch erwies sich die Bedeutung dieses Schrittes als rein symbolisch. Die Nazis wollten schlicht das Bild eines deutschen Unternehmens erschaffen, daß sich während des gesamten Krieges zu 100% im Besitz von GM befunden hat. (Billstein et al., 61)

Während des Krieges war Robert Schmidt, angeblich ein leidenschaftlicher Nazi, der Geschäftsführer der Ford Werke und seine Leistung hat sowohl die Verantwortlichen in Berlin als auch die Ford-Manager in Amerika überzeugt. Regelmäßig erreichten ihn Anerkennungsschreiben von der Unternehmenszentrale in Dearborn und sogar – von Edsel Ford selbst unterzeichnete – Glückwünsche. Die Nazis waren ebenso begeistert von Schmidts Arbeit und so verliehen sie ihm zu gegebener Zeit den Titel, "Führer auf dem Gebiet der Militärökonomie". Selbst als, Monate nach Perl Haebor, ein Verwalter zur Kontrolle von Fords Fabrik in Köln ernannt worden ist, behielt Schmidt seine Privilegien und die Handlungsfreiheit.[39] Während des Krieges blieben auch IBMs Erfahrungen mit Verwaltern der Achse in Deutschland, Frankreich, Belgien und anderen Ländern vergleichsweise weit entfernt von jeglichem Trauma.

Laut Black, "haben sie dienstbeflissen die Anteile geschützt, die Produktivität ausgeweitet und die Gewinne erhöht. Außerdem blieben die vorhandenen Manager für das Tagesgeschäft im Amt und haben, in einigen Fällen, sogar die feindlichen Verwalter selber ernannt" (Black, 376, 400–2, 405, and 415). Die Nazis waren weit weniger an der Nationalität der Eigentümer der Unternehmen oder an der Identität ihrer Manager interessiert als an der Produktion, da sie, nach dem Fehlschlag ihrer Blitzkrieg-Strategie eine in der Sowjetunion einen ständig wachsenden Bedarf an massenhaft produzierten Flugzeugen und LKWs hatten.

Seit Henry Ford der Verwendung des Fließbands und anderen von ihm entwickelten Produktionstechniken den Weg bereitet hat, waren amerikanischen Unternehmen führend der industriellen Massenproduktion geworden, und deren Niederlassungen in Deutschland, einschließlich der Opel-Filiale von GM, stellten bei dieser allgemeinen Regel keine Ausnahme dar. Nazi-Planer wie Göring und Speer haben begriffen, daß radikale Veränderungen in Opels Management die Produktion in Brandenburg und Rüsselsheim behindert hätten. Um die Produktionsleistung von Opel auf hohem Niveau zu halten, wurde den Geschäftsführen erlaubt fortzufahren, da sie mit den besonders effizienten amerikanischen Produktionsmethoden vertraut gewesen sind. Anita Kugler faßt zusammen, daß Opel "seine gesamte Produktion und Forschung den Nazis zur Verfügung gestellt hatte und daher – um sachlich zu bleiben – zur Weiterentwicklung deren langfristigen Fähig zur Kriegsführung beigetragen haben" (Billstein et al., 81).[40]

Experten glauben, daß GMs und Fords beste technologischen Innovationen während des Krieges ihren Niederlassungen in Nazi-Deutschland zugute gekommen sind. Als Beispiele nennen sie die allradgetriebenen LKWs von Opel, die sich für die Deutschen sowohl im Schlamm an der Ostfront als auch in der nordafrikanischen Wüste als äußerst brauchbar erwiesen haben sowie auch die brandneuen Motoren für die ME-262, den ersten Düsenjäger, die auch in Rüsselsheim zusammengebaut worden sind.[41] Bezüglich der Ford Werke hat auch diese Unternehme im Jahr 1939 einen hochmodernen LKW entwickelt – das Maultier –, der vorne mit Reifen und hinten mit Ketten bestückt gewesen ist. Die Ford Werke haben auch ein "Tarn-Unternehmen", die Arendt GmbH, zur Produktion von anderen Geräten als Fahrzeugen, speziell Maschinenteilen von Flugzeugen gegründet. Allerdings behauptet Ford, daß dies ohne Wissen und Genehmigung von Dearborn geschah.

Gegen Ende des Krieges ist diese Fabrik in die streng geheime Entwicklung von Turbinen für die legendäre V-2 Raketen verwickelt gewesen, die in London und Antwerpen für schwere Verwüstungen gesorgt haben (Research Findings, 41–2). ITT setzte auch nach Pearl Harbor seine Versorgung von Deutschland mit modernen Kommunikationssystemen weiter fort, zum Nachteil der Amerikaner selbst, deren diplomatischer Kodex durch die Unterstützung der Nazis mit solchen Einrichtungen gebrochen wurde.[42] Bis zum Ende des Kriege haben die Produktionsanlagen von ITT sowohl in Deutschland als auch in neutralen Ländern, wie in Schweden, der Schweiz und Spanien die deutschen Streitkräfte mit hochmodernem Kriegsspielzeug versorgt. Charles Higham liefert Einzelheiten:

"Nach Perl Harbor beauftragten das deutsche Heer, die Kriegsmarine und die Luftwaffe ITT mit der Herstellung von Telefonzentralen, Telefonen, Alarmglocken, Bojen, Sirenen für den Luftalarm, Radarausrüstung und dreißigtausend Zünder für Artilleriegranaten ... die ab 1944 auf monatliche fünfzigtausend gesteigert werden sollte. Zusätzlich lieferte ITT Teile für die Raketen, die auf London fielen, Selen-Zellen für Trockengleichrichter, Hochfrequenzradioausrüstung sowie Befestigungs- und Kommunikationssätze. Ohne diese Versorgung mit entscheidendem Material, wäre es der deutschen Luftwaffe unmöglich gewesen amerikanische und britische Soldaten zu töten, dem deutschen Heer die Alliierten zu bekämpfen, England zu bombardieren oder alliierte Schiffe auf See anzugreifen.[43]

Kein Wunder also, daß die deutschen Niederlassungen amerikanischer Unternehmen bei den Planern im Wirtschaftsministerium und anderen Behörden des Deutschen Reichs, die in die Kriegsbemühungen involviert gewesen sind, als "Wegbereiter für die technische Entwicklung" galten.[44]

Edwin Black behauptet auch, daß die fortschrittliche Lochkartentechnologie von IBM, dem Vorläufer des Computers, den Nazis ermöglicht hat die Verfolgung zu automatisieren. IBM hat zu den phantastischen Zahlen des Holocaust beigetragen, weil es das Hitler-Regime mit Hollerith-Rechenmaschinen und anderen Werkzeugen versorgt hat, die "zur Erstellung von Listen von Juden und anderen Opfern, die dann für die Deportation anvisiert worden sind" und zur "Registrierung von Insassen [von Konzentrationslagern] und der Kontrolle der Zwangsarbeit" benutzt worden sind. (Black, xx) Allerdings behaupten Kritiker von Blacks Studie, daß die Nazis auch ohne den Nutzen von IBMs Technologie in der Lage gewesen wären und waren iher tödliche Effizienz zu erreichen. Wie dem auch sei, ist der Fall von IBM ein weiteres Beispiel dafür, wie Konzerne der VS die Nazis mit hochmoderner Technologie versorgt und sich offensichtlich wenig darum geschert haben, zu welch bösem Zweck diese Technologie genutzt werden würde.

Profit über Alles!


Die Besitzer und Manager der Muttergesellschaften in den Vereinigten Staaten kümmerten sich wenig darum, welche Produkte dort entwickelt worden und von den deutschen Fließbändern gerollt sind. Das Einzige, was für sie und ihre Aktionäre zählte, waren die Gewinne. Die Niederlassungen amerikanischer Unternehmer in Deutschland erzielten beträchtliche Gewinne während des Kriegs, und dieses Geld haben sich nicht die Nazis eingesteckt. Für die Ford Werke sind Zahlen erhältlich:

Die Gewinne von Deasborns deutscher Niederlassung stiegen von 1,2 Millionen RM im Jahr 1939 auf 1,7 Millionen RM im Jahr 1940, auf 1,8 Millionen RM im Jahr 1941, auf 2,0 Millionen RM im Jahr 1942, auf 2,1 Millionen RM im Jahr 1943 (Research Findings, 136).[45] Die Ford-Niederlassungen in Frankreich, Holland und Belgien, wo der amerikanische Industriegigant auch Anteil den Kriegsbemühungen der Nazis hatte, waren ebenso außergewöhnlich erfolgreich. Ford Frankreich zum Beispiel – vor dem Krieg kein blühendes Unternehmen – wurde, dank seiner bedingungslosen Kollabotation mit den Deutschen, nach 1940 sehr profitabel. Im Jahr 1941 betrugen die verzeichneten Gewinne 58 Millionen Francs, eine Leistung für die sich Edsel Ford herzlich bedankt hat (Billstein et al, 106; and Research Findings, 73–5).[46]

Die Gewinne von Opel schossen dermaßen in die Höhe, daß der Wirtschaftsminister der Nazis ihre Veröffentlichung verboten hat, um kein böses Blut bei dem Teil der Bevölkerung zu schüren, von dem gefordert worden ist den gemeinsamen Gürtel immer enger zu schnallen (Billstein et al, 73). [47] IBM erfuhr nicht nur in seiner deutschen Niederlassung steigende Gewinne, sondern sah, ähnlich wie Ford, auch seine Gewinne in Frankreich in die Höhe schnellen, besonders wegen der eifrigen Zusammenarbeit mit den deutschen Besatzungsbehörden. Schon bald wurde es nötig neue Fabriken zu bauen. Vor allem jedoch blühte IBM in Deutschland und den besetzten Ländern deswegen auf, weil es den Nazis die technischen Instrumente verkauft hat, die zur Identifizierung, Deportation, Ghettoisierung, Versklavung und schließlich zur Vernichtung von Millionen europäischer Juden, mit anderen Worten, zur Organisation des Holocaust benötigt worden sind (Black, 212, 253, and 297–9).

Es ist weitgehend unklar, was mit den von amerikanischen Konzernen in Deutschland während des Krieges erwirtschafteten Gewinnen geschehen ist, aber einige verlockende Leckerbissen an diesbezüglichen Informationen kamen nichtsdestotrotz an die Oberfläche. In den 1930er Jahren hatten amerikanische Unternehmen zahlreiche Strategien entwickelt, um das Embargo der Nazis zur Reinvestition von Gewinnen zu umgehen. Der Hauptsitz von IBM in New York, zum Beispiel, hat DEHOMAG für die Rückzahlung vergebener Kredite sowie anderer Entgelte und Betriebsausgaben regelmäßig für den Mutterkonzern bestimmte Lizenzgebühren ausbezahlt. Diese Praxix und andere byzantinische innerbetriebliche Transaktionen minimierten die Gewinne in Deutschland und funktionierten daher als effektives Mittel zur Steuerhinterziehung. Außerdem gab es andere Möglichkeiten, wie die Reinvestition innerhalb Deutschlands, das Embargo zur Gewinnrückführung zu umgehen, obwohl diese Option nach 1939 nicht mehr verfügbar war, zumindest nicht in der Theorie.

In der Praxis haben die amerikanischen Niederlassungen auf diesem Weg ihr Vermögen beträchtlich erhöht. Opel, zum Beispiel, hat im Jahr 1942 in Leipzig eine Gießerei übernommen.[48] Außerdem war es immer noch möglich die Gewinne zur Verbesserung und Modernisierung der niederlassungseigenen Infrastruktur zu verwenden, was bei Opel ebenfalls geschehen ist.

Es existierten auch Möglichkeiten zur Expansion in den anderen besetzten europäischen Ländern. Fords Niederlassung in Frankreich verwendete seine Gewinne im Jahr 1941 zum Bau einer Panzerfabrik im algerischen Organ. Diese Fabrik soll angeblich Rommels Afrikakorps mit dem für den Weg ins ägyptische El Alamein benötigen Gerät ausgerüstet haben. Im Jahr 1943 haben die Ford Werke auch eine Gießerei zur Produktion von Ersatzteilen unweit von Köln, kurz hinter der belgischen Grenze, nahe Liége errichtet (Research Findings, 133). Es ist übrigens möglich, daß ein Teil der im Dritten Reich angehäuften Gewinne in die VS zurück transferiert worden sind, bspw. über die neutrale Schweiz. Viele VS-Konzerne haben dort Büros unterhalten, die als Vermittler zwischen den in den Staaten ansässigen Zentralen und ihren Niederlassungen beim Feind oder in den von ihm besetzten Ländern fungierten und auch in das "Schleusen von Gewinnen" verwickelt ware, wie Edwin Black im Zusammenhang mit dem schweizer Zweig von IBM schreibt (Black, 73).[49]

Zum Zweck der Gewinnrückführung, haben die Konzerne auch auf die erfahrenen Dienste der in Paris ansässigen Filialen amerikanischer Banken zurückgreifen können, wie etwa Chase Manhattan und J. P. Morgan sowie auf eine Reihe schweizerischer Banken. Chase Manhattan war ebenso Teil des Rockefeller-Imperiums wie Standard Oil, der amerikanische Partner von IG Farben. Seine Niederlassung in Paris blieb während des gesamten Krieges geöffnet und profitierte stattlich an der engen Kollaboration mit den deutschen Behörden. Auf der schweizerischen Seite sind auch einige Finanzinstitute darin verwickelt gewesen, die um das den Juden von den Nazis geraubte Gold gekümmert haben– ohne unbequeme Fragen zu stellen. Eine wichtige Rolle hat diesbezüglich die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel gespielt, eine mutmaßlich internationale Bank, die im Jahr 1930 im Rahmen des Joung Plans* zum Zweck der Regelung der Reparationszahlungen des Deutschen Reichs nach dem 1. Weltkrieg gegründet worden war.

Amerikanische und deutsche Banker (wie Hjalmar Schacht) beherrschten die BIZ von Beginn an und kollaborierten lauschig bei diesem finanziellen Unternehmen. Während des Kriegs hat ein deutsches Mitglied der NSDAP, Paul Hechler, als Direktor der BIZ fungiert, während ein Amerikaner, Thomas H. McKittrick, als Präsident gedient hat. McKittrick war ein guter Freund des amerikanischen Botschafters in Bern und Agenten des Amerikanischen Geheimdienstes  [OSS, ein Vorgänger der CIA] in der Schweiz, Allen Dulles*. Vor dem Krieg waren Allen Dulles und sein Bruder John Foster Dulles* Partner in der New Yorker Wirtschaftskanzlei Sullivan & Cromwell* und hatten sich auf den äußerst profitablen Umgang mit amerikanischen Investitionen in Deutschland spezialisiert. Sie hatten ausgezeichnete Verbindungen zu den Besitzern und Managern amerikanischer Konzerne und zu Bankern, Geschäftsleuten und Regierungsbeamten – einschließlich zu Nazi-Größen – in Deutschland. Nach dem Ausbruch des Krieges wurde John Foster Unternehmensanwalt für die BIZ in New York, während Allen dem OSS beigetreten ist und einen Posten in der Schweiz aufnahm, wo er sich mit McKrittick angefreundet hat. Es ist weithin bekannt, daß die BIZ während des Krieges enorme Mengen an aus Nazi-Deutschland stammendem Geld und Gold verwaltet hat.[50] Ist die Annahme unbegründet, daß in diese Transfers VS-gebundene Profite amerikanischer Konzern-Niedelassungen verwickelt waren oder, mit anderen Worten, haben dort Klienten und Partner der omnipräsenten Dulles Brüder Geld gehortet?

Auf zur Sklavenarbeit!


Vor dem Krieg hatten deutsche Unternehmen eifrig von dem großen Gefallen profitiert, den die Nazis ihnen, namentlich durch die Vernichtung der Gewerkschaften und die hieraus folgende Transformation der einst kämpferischen deutschen Arbeiterklasse in eine sanftmütige "Herde von Gefolgsleuten", getan hatten. Es erstaunt nicht, daß in Nazi-Deutschland die Löhne rapide sanken, während die Gewinne dementsprechend angestiegen sind. Während des Krieges sind die Preise kontinuierlich gestiegen, während die Löhne ausgehöhlt worden und die Arbeitsstunden angestiegen sind.[51] Dieselbe Erfahrung hat die Arbeiterschaft der amerikanischen Unternehmensfilialen gemacht. Um den Arbeitskräftemangel in den Fabriken zu bekämpfen vertrauten die Nazis zunehmend auf ausländischen Arbeiter, die in Deutschland unter oft unmenschlichen Bedingungen eingesetzt worden sind.

Gemeinsam mit Hunderttausenden russischen und andersstämmigen Kriegsgefangenen sowie Insassen von Konzentrationslagern, bildeten diese Fremdarbeiter (Zwangsarbeiter) einen gigantischen Pool von Arbeitern, die, gegen eine bescheiden Vergütung an die SS, willentlich ausgebeutet werden konnten, von wem immer sie eingesetzt worden sind. Auch sorgte die SS mit eiserner Hand für die erforderliche Disziplin. Aus diesem Grund sanken die Kriegskosten auf ein Niveau, von dem heutige Gesund-Schrumpfer nur träumen können, und die Unternehmensgewinne stiegen dementsprechend an.

Die deutschen Niederlassungen amerikanischer Konzerne machten ebenfalls eifrigen Gebrauch von der Sklavenarbeit durch die ihnen von den Nazis bereitgestellten Fremdarbeitern aber auch Kriegsgefangenen und sogar Insassen von Konzentrationslagern. So setzte bspw. die im rheinländischen Velbert ansässige Yale & Towne Company, um beträchtliche Gewinne zu erwirtschaften, auf "die Hilfe von Arbeitskräften aus Osteuropa"[52] [wie das auch heute, bspw. in fast jeder deutschen Schlachterei, der Fall sein dürfte, nur daß die eben "freiwillig" kommen / Anm. d. Übersetzers], und auch von Coca Cola wird berichtet durch die Verwendung von Fremdarbeitern profitiert zu haben, ebenso wie von Kriegsgefangenen in seinen Fanta-Fabriken.[53] Die spektakulärsten Beispiele für die Verwendung von Zwangsarbeitern durch amerikanische Konzerne, allerdings, scheinen Ford und GM in zwei Fällen zu bieten, die kürzlich Gegenstand gründlicher Ermittlungen gewesen sind.

Von den Ford Werken wird behauptet, daß dieses Unternehmen seit 1942 eifrigen, aggressiven und erfolgreichen Gebrauch von der Verwendung von Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion, Frankreich, Belgien und anderen besetzten Ländern gemacht hat – anscheinend mit dem Wissen der Konzernzentrale in den VS.[54] Karola Fings, eine deutsche Historikerin, die sich mit den Aktivitäten der Ford Werke während des Krieges eingehend befaßt hat, schreibt:

"[Ford] hat wundervolle Geschäfte mit den Nazis gemacht. Weil der Produktionsanstieg während des Krieges völlig neue Möglichkeiten bot das Lohnniveau niedrig zu halten. Obwohl bei den Ford Werken die Löhne seit 1941 generell eingefroren waren, konnten die höchsten Gewinnmargen durch den Einsatz von sogenannten Ostarbeitern [Zwangsarbeitern aus Osteuropa] erzielt werden.[55] Die Tausenden in den Ford Werken eingesetzten ausländischen Zwangsarbeiter wurden wurden gezwungen jeden Tag, außer sonntags, zwölf Stunden lang zu schuften und erhielten hierfür überhaupt keinen Lohn."

Vermutlich noch schlechter waren die Bedingungen, die für die relativ geringe Anzahl von Insassen des Konzentrationslager aus Buchenwald vorgesehen waren, welche für die Ford Werke im Sommer des Jahres 1944 verfügbar gewesen sind. (Research Findings, 45–72) Im Gegensatz zu den Ford Werken hat Opel niemals Insassen von Konzentrationslager benutzt, zumindest nicht in den Hauptfabriken des Unternehmens in Rüsselsheim und Brandenburg. Der deutsche Verwalter von GM allerdings hatte einen unstillbaren Appetit auf andere Arten von Zwangsarbeitern, wie etwa Kriegsgefangene. Typisch war der Einsatz von speziell russischen Zwangsarbeitern bei Opel, wo "sie maximal ausgebeutet worden und schlechtest möglich behandelt worden sind sowie ... selbst bei geringem Widerstand hohe Strafen erhalten haben", schreibt die Historikerin Anita Kugler. Die Geheime Gestapo führte die Aufsicht über die Fremdarbeiter.[56]

Eine Arbeitsgenehmigung für den Feind


In den VS haben die Mutterkonzerne der deutschen Niederlassungen äußerst hart daran gearbeitet die amerikanische Öffentlichkeit von ihrem Patriotismus zu überzeugen, sodaß kein gewöhnlicher Amerikaner auf die Idee kommen gekommen wäre anzunehme, daß GM, zum Beispiel, die im eigenen Land anti-deutsche Plakate finanzierten, an den entfernten Ufern des Rheins in Aktivitäten verwickelt war, die auf Hochverrat hinausgelaufen sind.[57]

Washington war weitaus besser informiert, als John Doe, aber die amerikanische Regierung hielt sich an das ungeschriebene Gesetz, "was für General Motors gut ist, ist gut für Amerika", und drückte vor der Tatsache, daß amerikanische Konzerne durch ihre Investitionen in oder dem Handel mit einem Land, das sich mit den VS im Krieg befand, Reichtümer anhäuften, ein Auge zu.

Dies hatte eine Menge mit der Tatsache zu tun, daß amerikanische Unternehmen während des Krieges noch in Washington noch einflußreicher geworden sind als vorher. Tatsächlich haben sich nach Perl Harbor Vertreter des "big business" mit dem Kapital zusammengerottet um viele wichtige Regierungsposten zu übernehmen.

Angeblich waren sie von bestem Patriotismus geleitet, haben ihre Dienste für einen Hungerlohn angeboten und wurden als "ein Dollar pro Jahr Männer" bekannt. Viele von ihnen schienen jedoch dort zu sein um ihre Gewinne aus Deutschland zu sichern. So wurde der ehemalige Präsident von GM, seit 1933 ein ausgesprochener Bewunderer von Hitler und Freund Görings, Direktor des Amts für Produktionsmanagement. Ein anderer GM-Vorstand, Edward Stettinius Jr., wurde Außenminister und Charles E. Wilson, Präsident von General Electric, wurde "die mächige Nummer Zwei im Ausschuß für Rüstungsproduktion (WPB*).[58]

Ist es unter solchen Umständen ein Wunder, daß die amerikanische Regierung es vorzog wegzuschauen, während die größten Konzerne des Landes sich im Land des deutschen Feindes hamsterten? Tatsächlich hat Washington diese Aktivitäten buchstäblich legitimiert. Kaum eine Woche nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, am 13. Dezember 1941, hat Präsident Roosevelt persönlich, insgeheim eine Verordnung erlassen, die es amerikanischen Konzernen erlaubt hat mit feindlichen Ländern Handel zu treiben – mittels spezieller Ermächtigung.[59]

Diese Verordnung verletzt eindeutig die vermeintlich strikten Gesetzte gegen jede Form des "Handels mit dem Feind". Vermutlich konnte es sich Washington nicht leisten die größten Konzerne des Landes, deren Sachverstand für eine erfolgreiche Beendigung des Krieges benötigt wurden, zu verärgern. Wie Charles Higham geschrieben hat, war die Roosevelt-Administration "gezwungen mit den Ölgesellschaften [und den anderen Großkonzernen] gemeinsame Sache zu machen, um den Krieg zu gewinnen". Die Regierungsbehörden haben vor dem unpatriotischen Umgang mit amerikanischem Investitionskapital folglich ein Auge zugedrückt, jedoch gab es verschiedene Ausnahmen bei dieser generellen Regel. "Um die Öffentlichkeit zufriedenzustellen", schreibt Higham, ist im Jahr 1942 gegen den bekanntesten Mißachter der "Gesetze gegen den Handel mit dem Feind" ein symbolisches Gerichtsverfahren eröffnet worden, Standard Oil. Aber Standard wies darauf hin, daß es "die Army, die Navy und die Air Force, zu einem hohen Anteil mit Treibstoff versorgte, was es Amerika ermöglichte den Krieg zu gewinnen".

Rockefellers Unternehmen war schließlich bereit eine kleinere Gebühr dafür zu entrichten, "daß es Amerika betrogen hatte", aber es wurde ihm erlaubt seinen profitablen Handel mit den Feinden der Vereinigten Staaten fortzusetzen.[60] Ähnlich wurde eine zaghafte Untersuchung der vertretbaren verräterischen Handlungen von IBM im Land des Nazi-Feindes abgebrochen, weil die VS IBMs Technologie ebenso dringend benötigt haben wie die Nazis. Edwin Black schreibt: "IBM stand gewissermaßen über dem Krieg". Beide Seiten konnten es sich nicht leisten auf die hochwichtige Technologie des Unternehmens zu verzichten. "Hitler benötigte IBM. Und so ging es auch den Alliierten."(Black, 333, and 348) Onkel Sam drohte Standard Oil und IBM mit dem erhobenen Zeigefinger, jedoch hat das die Eigentümer und Manager von Konzernen, die mit Hitler Handel betrieben niemals auch nur im Geringsten gestört. Beispielsweise waren Verbindungen des Gründer von ITT, Sosthenes Behn, zu Nazi-Deutschland in Washington ein offenes Geheimnis, jedoch hat er deswegen niemals Schwierigkeiten bekommen. Unterdessen schien es, als sei der Hauptsitz der westlichen Verbündeten um einen möglichst schonenden Umgang mit den amerikanischen Unternehmen in Deutschland bemüht gewesen. Laut dem deutschen Experten, Hans G. Helms, hat Bernard Baruch, ein hochrangiger Berater von Präsident Roosevelt, angeordnet bestimmte Fabriken in Deutschland gar nicht oder nur minimal zu bombardieren, und es es erstaunt wenig, daß die Niederlassungen amerikanischer Unternehmen unter diese Kategorie gefallen sind. Und tatsächlich genossen die am Stadtrand gelegenen großen Ford Werke, während der historische Stadtkern von Köln durch wiederholte Bombenangriffe dem Erdboden gleich gemacht wurde, den Ruf, während der Bombenangriffe der sicherste Platz der Stadt zu sein, wenn auch gelegentlich bestimmt auch ein paar Bomben auf ihre Grundstücke fielen. (Billstein et al, 98-100) [61]

Nach dem Krieg gingen GM und andere amerikanische Unternehmen, die in Deutschland Geschäfte gemacht hatten, nicht nur straffrei aus, sondern wurden für die Schäden die ihre deutschen Tochtergesellschaften durch die anglo-amerikanischen Bombenangriffe erlitten hatten noch entschädigt. General Motors erhielt 33 Millionen Dollar und ITT 27 Millionen Dollar an Schadensersatz von der amerikanischen Regierung. Die Ford Werke, die während des Kriegs relativ unbeschädigt geblieben sind, haben von dem Nazi-Regime selbst 100.000 Dollar als Entschädigung erhalten. Der Ford-Niederlassung in Frankreich ist es gelungen dem Vichi-Regime 38 Millionen Francs abzuknöpfen. Nichtsdestotrotz beantragte Ford in Washington 7 Millionen Dollar für Beschädigungen und erhielt nach einigem Ringen eine Gesamtsumme von fp785.321 Dollar "für seinen Anteil an abzugsfähigen Verlusten bei den Ford Werken und Ford-Österreich während des Krieges", wie das Unternehmen in seinem kürzlich veröffentlichten Bericht eingeräumt hat.
(Research Findings, 109)

Amerikanische Unternehmen im Nachkriegs-Deutschland


Als der Krieg in Europa vorbei war, waren amerikanische Konzerne gut aufgestellt, um zu bestimmen wie mit dem bezwungenen Deutschland im Allgemeinen und mit ihren deutschen Vermögenswerten im Besonderen zu verfahren sei. Lange bevor die Waffen verstummt sind, hat Allan Dulles von seinem Beobachtungsposten schweizerischen Bern Kontakte zu den deutschen Partnern jener amerikanischen Unternehmen aufgebaut, die er als Anwalt bei Sullivan & Cromwell vertreten hatte, und als Patoons Panzer im Frühjahr 1945 tief in das Reich vorgedrungen waren, legte sich der ITT-Boss, Sosthenes Behn eine amerikanische Offiziersuniform an und fuhr in das geschlagene Deutschland, um seine Filialen dort persönlich zu inspizieren. Darüber hinaus wimmelte es in der amerikanischen Besatzungszone von Vertretern von Unternehmen wie GM und ITT.[62] Selbstverständlich waren sie dort, um sicherzustellen, daß sich amerikanische Unternehmen auch künftig am vollen Nutzungsrecht ihrer profitablen Investments im besiegten und besetzten Deutschland erfreuen konnten. Eines ihrer ersten Anliegen galt der Verhinderung des Morgenthau-Plans. Henry Morgenthau war Roosevelts Finanzminister, der vorgeschlagen hatte die deutsche Industrie zu demontieren und Deutschland hierdurch zu einem rückständigen, armen und daher harmlosen Agrarstaat zu machen.

Die Besitzer und Manager von Unternehmen mit deutschen Vermögenswerten waren sich völlig darüber im Klaren, daß die Umsetzung des Morgenthau-Plans den finanziellen Todesstoß für ihre deutschen Niederlassungen bedeutet hätte, wogegen sie sich daher mit Hände und Füßen gewehrt haben. Ein besonders unverblümter Gegner dieses Plans war Alfred P. Solan, der einflußreiche Vorstandsvositzende von GM. Solan bevorzugte, gemeinsam mit anderen Industriekapitänen sowie deren Vertretern und Kontaktpersonen eine alternative Option: Den wirtschaftlichen Wiederaufbau von Deutschland, der sie in die Lage versetzen würde in Deutschland Handel zu treiben und Geld zu verdienen, und letzlich erhielten sie, was sie wollte. Nach dem Tod Roosevelts wurde der Morgenthau-Plan, sang- und klanglos, ad acta gelegt, und Morgenthau wurde am 5. Juli 1945 von Präsident Harry Truman aus seiner hochrangigen Regierungsposition entlassen. Deutschland – oder zumindest West-Deutschland – sollte einen wirtschaftlichen Wiederaufbau erleben und die dortigen Niederlassungen der Vereinigten Staaten sollten sich als größte Profiteure dieser Entwicklung erweisen.[63]

Die amerikanischen Besatzungsbehörden im Allgemeinen und die Vertreter der amerikanischen Mutterkonzerne deutscher Filialen innerhalb dieser Verwaltung im Besonderen sahen sich einem anderen Problem gegenüber. Nach dem generellen Untergang des Nazismus und des europäischen Faschismus, war die allgemeine Stimmung in Europa – und so sollte es für ein paar wenige Jahre bleiben – entschieden antifaschistisch und zugleich mehr oder weniger antikapitalistisch, da die Menschen zu jener Zeit begriffen hatten, daß der Faschismus eine Manifestation des Kapitalismus gewesen ist. Fast überall in Europa, und besonders in Deutschland, entstanden radikale Graswurzel-Verbände, wie die deutschan antifaschistischen Gruppen oder Antifas (womit  der Autor keinesfalls die heutige "Antifa" gemeint haben kann / Anm. d. Übers) und gewannen an Einfluß. Arbeitergewerkschaften und linke politische Parteien erlebten ebenfalls eine erfolgreiche Rückkehr. Sie erhielten umfangreiche gesellschaftliche Unterstützung, als sie Deutschlands Banker und Industrielle dafür brandmarkten Hitler an die Macht gebracht und eng mit seinem Regime kollaboriert zu haben und dafür mehr oder weniger radikale antikapitalistische Reformen, wie die Verstaatlichung gewisser Konzerne und Industriezweige, anzuregen.

Solche Reformpläne, allerdings, verletzten die amerikanischen Dogmen bezüglich der Unverletzlichkeit von Privateigentum sowie der freien Marktwirtschaft und waren für amerikanische Industrielle mit Vermögenswerten in Deutschland offenbar sehr besorgniserregend.[64] Auch waren Letztere bestürzt über das Entstehen demokratisch gewählter "Betriebsräte", die Einblick in Unterehmensangelegenheiten verlangten. Zu allem Übel haben die Arbeiter oft Kommunisten in diese Räte gewählt. Dies geschah in den wichtigsten amerikanischen Niederlassungen, den Ford Werken und bei Opel.

Die Kommunisten haben bis 1948 eine wichtige Rolle in den Betriebsräten bei Opel gespielt, als GM das Management von Opel wieder selbst selbst in die Hände genommen und diesem Experiment ein sofortiges Ende bereitet hat. Die amerikanischen Behörden haben die Antifaschisten bekämpft und ihre Pläne für soziale und wirtschaftliche Reformen auf allen Ebenen, sowohl in der öffentlichen Verwaltung als auch in der Privatwirtschaft, sabotiert. Beispielsweise haben die amerikanischen Behörden bei Opel in Rüsselsheim nur widerwillig mit den Antifaschisten zusammengearbeitet, während sie alles in ihrer Macht stehende unternommen haben, um die Entstehung neuer Gewerkschaften zu verhindern und  jegliche Form von Betriebsräten in Unternehmensverwaltungen zu verbieten. Anstatt die geplanten, "vom Grund aufbauenden" demokratischen Reformen erblühen zu lassen, haben die Amerikaner die Wiederherstellung der von oben nach unten gerichteten "pyramidalen" Strukturen betrieben, wo immer es möglich war.

Sie haben die Antifaschisten, zu Gunsten konservativer, autoritärer und rechtsextremer Persönlichkeiten, einschließlich vieler Nazis, beiseite geschoben. In den Kölner Ford Werken sahen sich die Amerikaner durch antifaschistischen Druck zunächst gezwungen den Nazi-General, Robert Schmidt, zu entlassen. Dank Dearborn und den amerikanischen Besatzungsbehörden saß er, viele andere Nazi-Manager auch, jedoch schon bald wieder fest im Sattel.[65]

Kapitalismus, Demokratie, Faschismus und Krieg


"Wovon man nicht sprechen kann, daüber muß man schweigen", erklärte der berühmte Philosoph, Ludwig Wittgenstein, und einer seiner Kollegen, Max Horkheimer, umschrieb dessen Worte bezüglich des Phänomens des Faschismus und seiner deutschen Variante, dem Nazismus, mit der Betonung darauf, daß, wer über Faschismus reden möchte, den Kapitalismus nicht verschweigen kann.

Hitlers Drittes Reich war ein monströses System, das durch die Spitzen der wichtigsten Konzerne in Deutschland ermöglicht wurde, für deren deutsche Unternehmen das, was sich für Millionen Menschen als Katastrophe erwies, ein Nirwana gewesen ist. Ausländischen Unternehmen war es ebenfalls erlaubt die Ausübung dieser wundervollen Dienste zu genießen.

Hitlers Regime bereicherte das Kapital mit Dingen, wie der Vernichtung sämtlicher Parteien und Gewerkschaften, einem Wiederbewaffnungsprogramm, daß ihnen enorme Gewinne beschert hat und einem Eroberungskrieg, der die Auslandskonkurrenz vernichtet und neue Märkte bereitgestellt hat, mit billigen Rohstoffen und einem unbegrenzten Angebot von noch billigerer Arbeit durch Kriegsgefangene und Insassen von Konzentrationslagern. Die Eigentümer und Manager von Amerikas führenden Konzernen bewunderten Hitler, weil sie in seinem Dritten Reich Geld machen konnten wie sonst nirgendwo, und weil er die Deutschen Arbeiter eingestampft und geschworen hat die Sowjetunion, die Heimat des internationalen Kommunismus, zu vernichten.

Edwin Black glaubt fälschlicherweise, daß IBM Blüte, durch die Teilnahme an dem Festgelage an den Ufern des Rheins, atypisch für amerikanische Unternehmen war. Viele, wenn nicht alle dieser Unternehmen haben die Vernichtung der Arbeitergewerkschaften und linker Parteien sowie die Befehlsorgie und die durch die Wiederbewaffnung ermöglichten Gewinne voll ausgeschöpft. Sie haben, durch die Produktion aller Arten von Waffen für Hitlers Kriegsmaschinerie, selbst nach Perl Harbor, ihr Land betrogen, und sie haben den Nazis dabei geholfen schreckliche Verbrechen zu begehen.

An solcherlei Formalitäten haben sich die Unternehmenseigentümer und -Manager in Deutschland und selbst in den VS, die sich darüber im Klaren waren, was in Übersee vor sich ging, anscheinend nicht gestört. Ihr einziges Streben galt eindeutig der bedingungslosen Kollaboration mit Hitler, die es ihnen ermöglicht hat nie da gewesene Profite einzustreichen. Ihr Motto mag wohl: "Profite über Alles", gewesen sein. Nach dem Krieg haben sich die Herren des Kapitals und ihr Mitarbeiterstab, à la Dr. Frankenstein, von ihrer Kreatur distanziert und laut ihren Vorzug demokratischer Regierungsformen proklamiert. Heute wollen uns die meisten unserer politischen Führer und unserer Medien glauben machen, daß "Freie Marktwirtschaft – ein euphemistsches Codewort für Kapitalismus – und Demokratie siamesische Zwillinge seien. Selbst nach dem 2. Weltkrieg jedoch kuschelte der Kapitalismus, und besonders der amerikanische Kapitalismus, weiterhin mit faschistischen Regimen in Ländern wie Spanien, Portugal, Griechenland und Chile, während er rechtsextreme Bewegungen, einschließlich Todesschwadronen und Terroristen, in Lateinamerika, Afrika und anderswo unterstützt hat.

Man könnte sagen, daß in den Unternehmenszentralen, deren gemeinsames Interesse sich klar in der amerikanischen Regierungspolitik spiegelt, die Nostalgie der guten alten Tage von Hitlers Drittem Reich verweilt, das sowohl für deutsche als auch für amerikanische und andere ausländische Firmen ein Paradies gewesen ist: Keine linken Parteien, keine Gewerkschaften, unbegrenzte Mengen an Arbeitssklaven und ein autoritärer Staat, der für die hierfür notwendige Disziplin, einen "Rüstungs-Boom" und letztlich für einen Krieg gesorgt hat, der "grenzenlose Gewinne" erschuf, wie Black, hinsichtlich des Falls von IBM, geschrieben hat.

Solcherlei Gewinne können eher von einer faschistischen Diktatur als von einer echten Demokratie erwartet werden, daher stammt die Unterstützung all der Francos, Suhartos und anderer Pinochets in der Nachkriegswelt. Aber selbst innerhalb demokratischer Gesellschaften versucht der Kapitalismus die billigen und unterwürfigen Arbeitskräfte zu erzeugen, welche ihm von Hitlers Regime auf einem silbernen Tablett serviert worden ist, und die in jüngster Zeit mit eher verdeckten als faschistischen Maßnahmen, wie etwa Stellenabbau und Globalisierung, geschaffen werden, und nach denen das amerikanische sowie der internationale Kapital verlangt, um ein gemeinsames Nirwana zu erreichen, von dem Hitler-Deutschland einen verlockender Vorgeschmack gewesen ist.


Wichtige Referenzen:

See Edwin Black, IBM and the Holocaust: The Strategic Alliance between Nazi Germany and America’s Most Powerful Corporation (London: Crown Publishers, 2001)

Walter Hofer and Herbert R. Reginbogin, Hitler, der Westen und die Schweiz 1936–1945 (Zürich: NZZ Publishing House, 2002)

Reinhold Billstein, Karola Fings, Anita Kugler, and Nicholas Levis, Working for the Enemy: Ford, General Motors, and Forced Labor during the Second World War ( New York: Berghahn, 2000) Research Findings About Ford-Werke Under the Nazi Regime (Dearborn, MI: Ford Motor Company, 2001)


Quellenangaben:

1 Michael Dobbs, “US Automakers Fight Claims of Aiding Nazis,” The International Herald Tribune, 3 December 1998.

2 David F. Schmitz, “‘A Fine Young Revolution’: The United States and the Fascist Revolution in Italy, 1919–1925,” Radical History Review, 33 (September 1985), 117–38; and John P. Diggins, Mussolini and Fascism: The View from America (Princeton 1972).

3 Gabriel Kolko, “American Business and Germany, 1930–1941,” The Western Political Quarterly, 25 (December 1962), 714, refers to the “‘skepticism’ displayed by the American business press with respect to Hitler because he was ‘a political and economic nonconformist.'”

4 Neil Baldwin, Henry Ford and the Jews: The Mass Production of Hate (New York 2001), especially 172–91.

5 Charles Higham, Trading with the Enemy: An Exposé of The Nazi-American Money Plot 1933–1949 (New York 1983), 162.

6 Webster G. Tarpley and Anton Chaitkin, “The Hitler Project,” chapter 2 in George Bush: The Unauthorized Biography (Washington 1991). Available online at < http://www.tarpley.net/bush2.htm >.

7 Mark Pendergrast, For God, Country, and Coca-Cola: The Unauthorized History of the Great American Soft Drink and the Company that Makes It (New York 1993), 221.

8 Cited in Manfred Overesch, Machtergreifung von links: Thüringen 1945/46 (Hildesheim Germany 1993), 64.

9 Knudsen described Nazi Germany after a visit there in 1933 as “the miracle of the twentieth century.” Higham, Trading With the Enemy, 163.

10 Stephan H. Lindner, Das Reichskommissariat für die Behandlung feindliches Vermögens im Zweiten Weltkrieg: Eine Studie zur Verwaltungs-, Rechts- and Wirtschaftsgeschichte des nationalsozialistischen Deutschlands (Stuttgart 1991), 121; Simon Reich, The Fruits of Fascism: Postwar Prosperity in Historical Perspective (Ithaca, NY and London 1990), 109, 117, 247; and Ken Silverstein, “Ford and the Führer,” The Nation, 24 January 2000, 11–6.

11 Cited in Michael Dobbs, “Ford and GM Scrutinized for Alleged Nazi Collaboration,” The Washington Post, 12 December 1998.

12 Tobias Jersak, “Öl für den Führer,” Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11 February 1999.

13 Higham, Trading With the Enemy, xvi.

14 The authors of a recent book on the Holocaust even emphasize that “in 1930 anti-Semitism was much more visible and blatant in the United States than in Germany.” See Suzy Hansen’s interview with Deborah Dwork and Robert Jan Van Pelt, authors of Holocaust: a History,< http:/salon.com/books/int/2002/10/02/dwork/index.html. >

15 Henry Ford, The International Jew: The World’s Foremost Problem (Dearborn, MI n.d.); and Higham, Trading With the Enemy, 162.

16 Aino J. Mayer, Why Did the Heavens not Darken? The Final Solution in History (New York 1988).

17 Neil Baldwin, Henry Ford and the Jews: The Mass Production of Hate, 279; and Higham, Trading With the Enemy, 161.

18 Upton Sinclair, The Flivver King: A Story of Ford-America (Pasadena, CA 1937), 236.

19 Higham, Trading With the Enemy, 162–4.

20 See Bernd Martin, Friedensinitiativen und Machtpolitik im Zweiten Weltkrieg 1939–1942 (Düsseldorf 1974); and Richard Overy, Russia’s War (London 1998), 34–5.

21 See Clement Leibovitz and Alvin Finkel, In Our Time: The Chamberlain-Hitler Collusion (New York 1998).

22 John H. Backer, “From Morgenthau Plan to Marshall Plan,” in Robert Wolfe, ed., Americans as Proconsuls: United States Military Governments in Germany and Japan, 1944–1952 (Carbondale and Edwardsville, IL 1984), 162.

23 Mooney is cited in Andreas Hillgruber, ed., Staatsmänner und Diplomaten bei Hitler. Vertrauliche Aufzeichnungen über Unterredungen mit Vertretern des Auslandes 1939–1941 (Frankfurt am Main 1967), 85.

24 Anita Kugler, “Das Opel-Management während des Zweiten Weltkrieges. Die Behandlung ‘feindlichen Vermögens’ und die ‘Selbstverantwortung’ der Rüstungsindustrie,” in Bernd Heyl and Andrea Neugebauer, ed., “… ohne Rücksicht auf die Verhältnisse”: Opel zwischen Weltwirtschaftskrise and Wiederaufbau, (Frankfurt am Main 1997), 35–68, and 40–1; “Flugzeuge für den Führer. Deutsche ‘Gefolgschaftsmitglieder’ und ausländische Zwangsarbeiter im Opel-Werk in Rüsselsheim 1940 bis 1945,” in Heyl and Neugebauer, “… ohne Rücksicht auf die Verhältnisse,” 69–92; and Hans G. Helms, “Ford und die Nazis,” in Komila Felinska, ed., Zwangsarbeit bei Ford (Cologne 1996), 113.

25 Higham, Trading With the Enemy, 93, and 95.

26 Jersak, “Öl für den Fühier”; Bernd Martin, “Friedens-Planungen der multinationalen Grossindustrie (1932–1940) als politische Krisenstrategie,” Geschichte und Gesellschaft, 2 (1976), 82.

27 Cited in Dobbs, “U.S. Automakers.”

28 Jamie Lincoln Kitman, “The Secret History of Lead,” The Nation, 20 March 2002.

29 Higham, Trading With the Enemy, 97; Ed Cray, Chrome Colossus: General Motors and its Times (New York 1980), 315; and Anthony Sampson, The Seven Sisters: The Great Oil Companies and the World They Made (New York 1975), 82.

30 David Lanier Lewis, The Public Image of Henry Ford: an American Folk Hero and His Company (Detroit 1976), 222, and 270.

31 Ralph B. Levering, American Opinion and the Russian Alliance, 1939–1945 (Chapel Hill, NC 1976), 46; and Wayne S. Cole, Roosevelt and the Isolationists, 1932–45 (Lincoln, NE 1983), 433–34.

32 The hope for a long, drawn-out conflict between Berlin and Moscow was reflected in many newspaper articles and in the much-publicized remark uttered by Senator Harry S. Truman on 24 June 1941, only two days after the start of Operation Barbarossa, the Nazi attack on the Soviet Union: “If we see that Germany is winning, we should help Russia, and if Russia is winning, we should help Germany, so that as many as possible perish on both sides ….” Levering, American Opinion, 46–7.

33 Even as late as 5 December 1941, just two days before the Japanese strike against Pearl Harbor, a caricature in Hearst’s Chicago Tribune suggested that it would be ideal for “civilization” if these “dangerous beasts,” the Nazis and the Soviets, “destroyed each other.” The Chicago Tribune caricature is reproduced in Roy Douglas, The World War 1939–1943: The Cartoonists’ Vision (London and New York 1990), 86.

34 Clive Ponting, Armageddon: The Second World War (London 1995), 106; and Stephen E. Ambrose, Americans at War (New York 1998), 76–77.

35 Jersak, “Öl fürden Führer.” Jersak used a “top secret” document produced by the Wehrmacht Reichsstelle für Mineralöl, now in the military section of the Bundesarchiv (Federal Archives), File RW 19/2694. See also Higham, Trading With the Enemy, 59–61.

36 James V. Compton, “The Swastika and the Eagle,” in Arnold A. Offner, ed., America and the Origins of World War II, 1933–1941 (New York 1971), 179–83; Melvin Small, “The ‘Lessons’ of the Past: Second Thoughts about World War II,” in Norman K. Risjord , ed., Insights on American History. Volume II (San Diego 1988), 20; and Andreas Hillgruber, ed., Der Zweite Weltkrieg 1939–1945: Kriegsziele und Strategie der Grossen Mächte, 5th ed., (Stuttgart 1989), 83–4.

37 Helms, “Ford und die Nazis,” 114.

38 Helms, “Ford und die Nazis,” 14–5; and Higham, Trading With the Enemy, 104–5.

39 Silverstein, “Ford and the Führer,” 15–6; and Lindner, Das Reichskommüsariet, 121.

40 Kugler, “Das Opel-Management,” 52, 61 ff., and 67; and Kugler, “Flugzeuge,” 85.

41 Snell, “GM and the Nazis,” Ramparts, 12 (June 1974), 14–15; Kugler, “Das Opel-Management,” 53, and 67; and Kugler, “Flugzeuge,” 89.

42 Higham, Trading With the Enemy, 112.

43 Higham, Trading With the Enemy, 99.

44 Lindner, Das Reichskommissariet, 104.

45 Silverstein, “Ford and the Führer,” 12, and 14; Helms, “Ford und die Nazis,” 115; and Reich, The Fruits of Fascism, 121, and 123.

46 Silverstein, “Ford and the Führer,” 15–16.

47 Kugler, “Das Opel-Management,” 55, and 67; and Kugler, “Flugzeuge,” 85.

48 Communication of A. Neugebauer of the city archives in Rüsselsheim to the author, 4 February 2000; and Lindner, Das Reichskommissariat, 126–27.

49 Helms, “Ford und die Nazis,” 115.

50 Gian Trepp, “Kapital über alles: Zentralbankenkooperation bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich im Zweiten Weltkrieg,” in Philipp Sarasin und Regina Wecker, eds., Raubgold, Reduit, Flüchtlinge: Zur Geschichte der Schweiz im Zweiten Weltkrieg (Zürich 1998), 71–80; Higham, Trading With the Enemy, 1–19 and 175; Anthony Sampson, The Sovereign State of ITT (New York 1973), 47; “VS-Banken collaboreerden met nazi’s,” Het Nieuwsblad, Brussels, 26 December 1998; and William Clarke, “Nazi Gold: The Role of the Central Banks — Where Does the Blame Lie?,” Central Banking, 8, (Summer 1997),< http://www.centralbanking.co.uk/cbv8n11.html. >

51 Bernt Engelmann, Einig and gegen Recht und Freiheit: Ein deutsches Anti-Geschichtsbuch (München 1975), 263–4; Marie-Luise Recker, “Zwischen sozialer Befriedung und materieller Ausbeutung: Lohn- und Arbeitsbedingungen im Zweiten Weltkrieg,” in Wolfgang Michalka, ed., Der Zweite Weltkrieg. Analysen, Grundzüge, Forschungsbilanz (Munich and Zürich 1989), 430–44, especially 436.

52 Lindner, Das Reichkommissariat, 118.

53 Pendergrast, For God, Country, and Coca-Cola, 228.

54 “Ford-Konzern wegen Zwangsarbeit verklagt,” Kölner Stadt-Anzeiger, 6 March 1998 as cited in Antifaschistisck Nochrichten, 6 (1998),< http://www.antifaschistischenachricten.de/1998/06/010.htm. >

55 Karola Fings, “Zwangsarbeit bei den Kölner Ford-Werken,” in Felinska, Zwangsarbeit bei Ford, (Cologne 1996), 108. See also Silverstein, “Ford and the Führer,” 14; and Billstein et al., 53–5, 135–56.

56 Kugler, “Das Opel-Management,” 57; Kugler, “Flugzeuge,” 72–6, quotation from 76; and Billstein et al., 53–5.

57 GM-financed patriotic posters may be found in the Still Pictures Branch of the National Archives in Washington, DC.

58 Michael S. Sherry, In the Shadow of War:The United States Since the 1930s (New Haven and London 1995), 172.

59 Higham, Trading With the Enemy, xv, and xxi.

60 Higham, Trading With the Enemy, 44–6.

61 Helms, “Ford und die Nazis,” 115–6; Reich, The Fruits of Fascism, 124–5; and Mira Wilkins and Frank Ernest Hill, American Business Abroad: Ford on Six Continents (Detroit 1964), 344–6.

62 Higham, Trading With the Enemy, 212–23; Carolyn Woods Eisenberg, “U.S. Policy in Post-war Germany: The Conservative Restoration,” Science and Society, 46 (Spring 1982), 29; Carolyn Woods Eisenberg, “The Limits of Democracy: US Policy and the Rights of German Labor, 1945–1949,” in Michael Ermarth, ed., America and the Shaping of German Society, 1945–1955 (Providence, RI and Oxford 1993), 63–4; Billstein et al., 96–97; and Werner Link, Deutsche und amerikanische Gewerkschaften und Geschäftsleute 1945–1975: Eine Studie über transnationale Beziehungen (Düsseldorf 1978), 100–06, and 88.

63 Gabriel Kolko, The Politics of War: The World and United States Foreign Policy, 1943–1945 (New York 1968), 331, and 348–9; Wilfried Loth, Stalins ungeliebtes Kind: Warum Moskau die DDR nicht wollte (Berlin 1994), 18; Wolfgang Krieger, “Die American Deutschlandplanung, Hypotheken und Chancen für einen Neuanfang,” in Hans-Erich Volkmann, ed., Ende des Dritten Reiches — Ende des Zweiten Weltkriegs: Eine perspektivische Rückschau (Munich and Zürich 1995), 36, and 40–1; and Lloyd C. Gardner, Architects of Illusion: Men and Ideas in American Foreign Policy 1941–1949 (Chicago 1970), 250–1.

64 Kolko, The Politics of War, 507–11; Rolf Steininger, Deutsche Geschichte 1945–1961: Darstellung und Dokumente in zwei Bänden. Band 1 (Frankfurt am Main 1983), 117–8; Joyce and Gabriel Kolko, The Limits of Power: The World and United States Foreign Policy, 1945–1954 (New York 1972), 125–6; Reinhard Kühnl, Formen bürgerlicher Herrschaft: Liberalismus — Faschismus (Reinbek bei Hamburg 1971), 71; Reinhard Kühnl, ed., Geschichte und Ideologie: Kritische Analyse bundesdeutscher Geschichtsbücher, second edition (Reinbek bei Hamburg 1973), 138–9; Peter Altmann, ed., Hauptsache Frieden. Kriegsende-Befreiung-Neubeginn 1945–1949: Vom antifaschistischen Konsens zum Grundgesetz (Frankfurt-am-Main, 1985), 58 ff.; and Gerhard Stuby, “Die Verhinderung der antifascistisch-demokratischen Umwälzung und die Restauration in der BRD von 1945–1961,” in Reinhard Kühnl, ed., Der bürgerliche Staat der Gegenwart: Formen bürgerlicher Herrschaft II (Reinbek bei Hamburg 1972), 91–101.

65 Silverstein, “Ford and the Führer,” 15–6; and Lindner, Das Reichskommissariat, 121.

Copyright © Dr. Jacques R. Pauwels, Global Research, 2017


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Jacques R. Pauwels wurde im Jahr 1946 in Belgien geboren, lebt jedoch seit 1969 in Kanada.

Studien und wissenschaftliche Grade:
Lizenziat in Geschichte an der Universität in Gent, Belgien, 1969;  PhD in Geschichte an der York University, 1976; MA in Politikwissenschaften, University of Toronto, 1984; PhD in Politikwissenschaften, University of Toronto, 1995.

Jacques R. Pauwels hat an verschiedenen Universitäten in Ontario, einschließlich der Universitäten in  Toronto, Waterloo und Guelph gelehrt.

Er ist Autor zahlreicher Bücher und auch als Reiseleiter für den Familienbetrieb, Pauwels Travel Bureau of Brantford, Ontario, tätig.

Er ist mit Danielle Van Laere verheiratet und Vater von David und Natalie, die 1971 beziehungsweise 1974 zur Welt gekommen und beide Absolventen der University of Toronto sind.



Quelle: https://www.globalresearch.ca/profits-ber-alles-american-corporations-and-hitler/4607

Alle mit einem * versehenen Verweise wurden zusätzlich eingefügt.


Weiterfühernde Beiträge:
Auf dem Blog finden sich zahlreiche Artikel, die sich mit Hintergründen der beiden Weltkriege befassen, jedoch das mir hierbei wichtig erscheinende Thema der Entwicklung der innenpolitischen Verhältnisse in den Vereinigten Staaten jener Zeit nicht hinreichend genug beschreiben. Allen Lesern mit guten Englischkenntissen sei hierzu die Lektüre des Buchs, The Iron Curtain over America, von John Beaty empfohlen, der sich diesbezüglich in dessen 4. Kapitel der Zeitspanne des 2. Weltkriegs ausführlich gewidmet hat.


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