Montag, 27. November 2017

Überleben? Symptome des Zusammenbruchs

Von David Cromwell
Übersetzt von wunderhaft




22. November 2017, Media Lens
Falls die Menschheit lange genug überlebt, dürften künftige Historiker sich sehr darüber wundern, was sich in "Mainstream" Medien und Politik im frühen 21. Jahrhundert ereignet hat.

Sie werden sehen, daß ein Verteidigungsminister des Vereinigten Königreichs wegen Vorwürfen des sexuellen Fehlverhaltens zurücktreten mußte oder, wie er er selbst es euphemistisch ausgedrückt hat, wegen "Unzulänglichkeiten". Jedoch ist er weder wegen des unsäglichen Leids im Jemen zurückgetreten, das er geholfen hat diesem Land anzutun, noch wurde er zum Rücktritt gezwungen, als er Parlamentariern zu erkennen gab Saudi-Arabien nicht zu kritisieren, weil das, während die britische Regierung versuchte dem menschenrechtsverletzenden, extremistischen Regime in Riad mehr Kampfflugzeuge und Waffen zu verkaufen, "nicht konstruktiv" sei. Schließlich belief sich die Summe der Waffenverkäufe in der ersten Hälfte des Jahres 2017 auf nur £1.1 Milliarden Pfund. (Lesen Sie für mehr Information hierüber unseren kürzlichen Medienalarm.) Derzeit ist das Vereinigte Königreich Komplize bei der Blockade jemenitischer Häfen und des Luftraums, was dessen Versorgung mit wichtigen Medikamenten und die Nahrungsmittelhilfe verhindert. 7,3 Millionen Jemeniten stehen bereits am Rand einer Hungerkatastrophe und das Welternährungsprogramm hat vor dem Tod von 150.000 unterernährten Kindern in den kommenden Monaten gewarnt.

Währenddessen haben Robert Petson, der Politredakteur von ITV* und Laura Kuessenberg, die Politredakteurin der BBC, Premierministerin Theresa May anscheinend niemals nach der beschämenden Rolle des Vereinigten Königreichs bei der Bewaffnung und der Unterstützung von Jemens grausamen Peiniger gefragt oder Stellungnahmen für ihr Schweigen abgegeben, als sie dazu aufgefordert worden sind. Martin Chulov, der Mittel-Ost Redakteur der Zeitung

Künftige Historiker werden auch feststellen, daß britische Zeitungen, insbesonders The Times und der "linkslastige" Guardian, verschiedene unterwürfige Propagandaartikel zugunsten des saudischen Kronprinzen, Mohammed bin Salman, "einem Risikoträger und leidenschaftlichen Reformer", veröffentlicht haben. "Nimmt er zu schnell, zu viel in Angriff?", fragt ein verzückter Patrick Wintour, der diplomatische Redakteur des Guardian. Martin Chulov, der Mittel-Ost Redakteur der Zeitung wurde lyrisch über des Kronprinzen "mutigen Schritt" bei der Inhaftierung führender Angehöriger der königlichen Familie, eines Milliardärs sowie zahlreicher ehemaliger Minister als eine der Maßnahmen zur "Korruptionsbekämpfung". Das dramatische Vorgehen sollte der "Machtsicherung" dienen, während bin Salman "sich bemüht die Wirtschaft und Gesellschaft des Königreichs zu reformieren". Wie Adam Johnson in einer Medienanalyse für Fairness in Accuracy And Reporting festgestellt hat, gleicht der Bericht des Guardian einer Art "atemlosen Berichterstattung". Eine von Johnson beobachtete Artikelserie von Chulov, "brachte die schmeichelhafte Berichterstattung in neue Extreme". Der "Drang nach Reformen" wurde von der Zeitung, die den Kronprinz als eine Art Volkshelden darstellte, unkritisch vorgestellt. Ein seltsamer Rahmen, der mehr nach PR als nach Journalismus riecht.

Währenddessen hat der Mittel-Ost Redakteur der Times, Richard Spencer, Artikel verfaßt, in denen er verkündete, daß "des Prinzen mutige Vision in Saudi-Arabien vorantreibt" und "es falsch ist die Saudis allen Terrors zu beschuldigen", indem er Propagandapunkte wie diesen vorgetragen hat:
"die Saudis sind auf unserer Seite, indem sie Militante inhaftieren und uns wichtige Informationen geben"
Im Oktober 2017 hat die Times sogar eine vier-teilige Serie veröffentlicht, die für ein Saudi-Arabien-Konferenz geworben hat, um Investoren mit dem Köder "beeindruckender sozialer und wirtschaftlicher Reformen" in das Königreich des Köpfens zu locken. Sämtliche misslichen Fragen nach der Brutalität, die Saudi-Arabien dem Jemen zufügt, wurden hierbei vom Tisch gewischt.

Historiker, die in Medienarchiven dieser Zeit forschen, werden auch feststellen, daß Gordon Brown, der Finanzminister in der Regierung Tony Blairs, der Meinung war, daß das Vereinigte Königreich über die mutmaßlichen Massenvernichtungswaffen des Irak "in die Irre geführt worden ist":
"Streng geheime US-Geheimdienstinformationen äußern ernsthafte Zweifel daran, daß Britannien das Zerstörungspotential [Saddam Husseins] nicht bekannt gewesen ist."
Daher behauptete Brown, daß Blair bei der Invasion des Irak "überlistet" worden ist. Und diese "List" führte zur gemeinsamen Verantwortung für den Tod von etwa einer Million Iraker.

Die Nachrichtenreporter des "Mainstream" haben bedenkenlos, schmeichelnd über Browns miserable Entschuldigungen berichtet. Sie haben unterlassen zu erwähnen, daß der ehemalige Chef-Waffeninspekteur der Vereinten Nationen, Scott Ritter, die Propagandakampagne über Saddam als Bedrohung lange vor der US-geführten Invasion vom März 2003 abgelehnt hat. Ritters Team war zu dem Schluß gekommen, daß der Irak "grundlegend entwaffnet" worden war, bis auf zurückgebliebenen und der begrenzten Haltbarkeit chemischer und biologischer Waffen geschuldeten schlicht "nutzlosen Schlamm" Diese wesentliche Information war bereits ab dem Oktober des Jahres 2002 verfügbar, fünf Monate vor der Invasion, in einem handlichen kleinen Buch, daß der Aufmerksamkeit der britischen Regierung, einschließlich der Browns sowie der konformer Medienunternehmen, die endlos westliche Propaganda ausstrahlen, irgendwie "entgangen war".

Nichtsdestotrotz haben, bevor dieser begann, Millionen von Menschen in der ganzen Welt gegen den Irak-Krieg protestiert, weil sie die von Washington und London ausgehende Flut an Falschdarstellungen nicht geschluckt haben. Brown hat Blair allerdings voll und ganz unterstützt, indem er der Untersuchungskommission des Chilcot-Berichts* erzählte, daß Blair im Jahr 2010 "aus verständlichen Gründen die richtige Entscheidung getroffen hat" und daß alles, was Mr. Blair während dieser Zeitspanne getan hat, angemessen war.

Künftige Historiker werden auch die Medienhysterie über das "Russiagate" im Jahr 2017 untersuchen, die sich zwanghaft auf empörte Behauptungen über den angeblich entscheidenden Einfluß Rußlands bei der Wahl Trumps zum US-Präsidenten konzentrierte. Wie jedoch der investigative US-Rporter, Glenn Geenwald, berichtet hat:
"werden agitatorische Behauptungen über Rußland medial aufgebauscht, die fast immer auf nichts weiter als beweislose Erklärungen von Regierungsbeamten beruhen und schon bei der geringsten Untersuchung in sich zusammenzubrechen, weil sie sämtlicher Beweise entbehren."
Greenwald sagt nicht, daß es definitiv keine russische Einmischung gegeben hat. Aber die präsentierten "Beweise" für einen entscheidenden Eingriff sind, bisher zumindest, quasi nicht überzeugend. Der wesentliche Punkt ist, daß die westlichen Medienunternehmen den jahrelangen Bemühungen der US-Regierung bei der Intervention in andere Länder nur minimale Beachtung geschenkt haben – von Propagandakampagnen über die Einmischung in ausländische Wahlen bis hin zu Attentaten, Staatsstreichen und ausgewachsenen Invasionen. Eine Titelgeschichte des TIME Magazine aus dem Jahr 1996 prahlte sogar damit, daß die Eingriffe der VS Boris Jelzin zu seiner Wiederwahl als russischer Präsident verholfen haben:
"Exklusiv: Yanks für die Rettung. Die geheime Geschichte über die Hilfe amerikanischer Berater beim Sieg Jelzins."

Die historischen Aufzeichnungen werden auch die offensichtlich Blindheit und Taubheit gegenüber den umfangreichen Aufzeichnungen über strafbare Handlungen der Vereinigten Staaten aufdecken, mit der dort stationierte BBC-Journalisten schließlich regelmäßig über die Größe von "Amerika" geschwärmt haben.

Es wird künftige Historiker nicht überraschen, daß renommierte Rundfunk- und Medienpreise an jene Journalisten verliehen worden sind, deren Berichterstattung sich innerhalb der von der etablierten Macht gezogenen Grenzen bewegt hat. Die, die es gewagt haben Verbrechen des Westens oder "unserer" Verbündeten bloßzustellen, haben nur wenige solcher Preise erhalten.

Einer, und der wohl wichtigste, dieser "Verbündeten" im Mittleren Osten ist Israel. Anfang dieses Monats ist Priti Patel als Britaniens Ministerin für Internationale Entwicklung zurückgetreten, nachdem aufgedeckt worden war, daß sie während eines ´Familienurlaubs´ an zahlreichen geheimen Treffen mit israelischen Amtsträgern, einschließlich Benjamin Netanyahu, teilgenommen hat. Auch hat sie ein israelisches Militärhospital besucht, in dem Kämpfer mit Beziehungen zur Al-Qaida behandelt werden. Im Anschluß an ihre Reise wollte sie der mächtigen israelischen Armee finanzielle Unterstützung des Vereinigten Königreichs zukommen lassen, selbst während der Blockade der lebensnotwendigen Hilfe für palästinensische Projekte in Gaza. Wie Jonathan Cook feststellte, hat die Episode  für kurze Zeit ein ´kleines, undurchsichtiges Fenster der mächtigen Israel-Lobby des Vereinigten Königreichs´ geöffnet. Aber das Thema, Israel-Lobby, ist in der vornehmen britischen Gesellschaft anscheinend tabu. Laura Kuenssberg hat beeilte sich damit einen Tweet zu löschen, in den sie einen nicht genannten führenden Parlamentarier der Torys zitiert hat, der die ´korrupten´ Beziehungen beklagte, die es Israel ermöglicht haben den Zugang nach Westminster zu erkaufen.

Die ohrenbetäubende Stille, auf den am 26. Oktober 2017 mit markanten Worten vom Spezialberichterstatter über die Besetzten Gebiete der Vereinten Nationen in New York veröffentlichten Bericht, war daher vielleicht keine Überraschung. Michael Lynk, ein kanadischer Professor der Rechtswissenschaften und Menschenrechtsexperte, forderte die Welt auf Israel für fundamentale Verletzungen des Völkerrechts während der fünfzig Jahre dauernden Besatzung zur Verantwortung zu ziehen.  Dies geschah zeitgleich zum hundertsten Jahrestag der Balfour Deklaration, mit der Palästina den Palästinensern gestohlen wurde, deren Land, das zum Staat Israel wurde, ´ethnisch gesäubert´ worden ist

Lynk ermutigte die Internationale Gemeinschaft zu ´erhöhten gemeinsamen Anstrengung´, um die Besatzung für illegal zu erklären und Israels Rückzug zu fordern. Gaza, sagte er, war in Not und die fortgesetzte illegale Besetzung der West Bank und Ostjerusalems durch Israel war ein ´dunkler Fleck´. Trotz der Ernsthaftigkeit dieser Vorwürfe und ihrer verbindlichen Quelle bei den Vereinten Nationen, konnten wir nicht eine einzige Erwähnung hierüber in der britischen Presse oder auf den Nachrichtenwebseiten der BBC finden. Die Gelehrten der Zukunft werden sich über diese erstaunliche Medienhörigkeit in die Macht des Westens, die ohne sichtbaren Zwang erreicht worden ist, wundern.

´Eine existentielle Bedrohung für unsere Zivilisation´


Was künftige Historiker am meisten entsetzen wird ist, daß die akuten, katastrophalen Risiken eines von Menschen induzierten Klimawandels wohlbekannt gewesen sind, jedoch nichts unternommen worden ist, um das sich abzeichnende Chaos aufzuhalten. Schlimmer noch: Mächtige Geschäfts-, Finanz- und Wirtschaftseliten sowie Regierungen, die sie im Wesentlichen vereinnahmt hatten, setzten eine Politik fort, die die Klimakrise weiterhin erhöhte.

Die Hinweise darauf waren bereits seit vielen Jahren unmißverständĺich. Im November 2017 fasste eine umfassende klimawissenschaftliche Untersuchung von dreizehn Bundesbehörden der VS in einem 477-seitigen Bericht zusammen, daß die Hinweise auf eine globale Erwärmung ´stärker waren als jemals zuvor´. Sie sagten, daß es äußerst wahrscheinlich sei – was eine Wahrscheinlichkeit von 95 bis 100% bedeutet –, daß die globale Erwärmung vom Menschen induziert ist, großteils durch die beim Verbrennen von Kohle, Erdöl und Erdgas entstehenden Kohlendioxidemissionen.

Einer der Klimawissenschaftler sagte:
´Vieles von dem, was wir in den vergangen vier Jahren gelernt haben, weist auf die Möglichkeit hin, daß die Dinge vielleicht ernsthafter waren, als wir gedacht haben.´
Die Sprache war in typisch wissenschaftlicher Vorsicht gehalten. Aber der das Entsetzen über die Entwicklung war sicherlich nicht weit von der Oberfläche wissenschaftlichen Denkens entfernt.

Ein weiteres Zeichen für den Wahnsinn in kurzen Zeiträumen zu denken, der die Politik von Staaten und die Unternehmen antreibt, ist der immer noch fortgesetzte Fluß enormer Summen von Steuergeldern in für den Planeten mörderische Industrien. Die europäischen Staaten, einschließlich der britischen Regierung, haben für die Unterstützung von Produktion und Konsum auf der Basis von fossilen Brennstoffen jährlich mehr als 112 Milliarden Euro an Subventionen ausgegeben.

Im Jahr 2016 haben Erdgasunternehmen 104 Millionen Euro in intensive Lobbykampagnen gesteckt, um bei ihren Bemühungen, fossile Brennstoffe für die kommenden Jahrzehnte zu ´erhalten´, zu versuchen die europäischen Politiker den Mythos akzeptieren zu lassen, daß es sich bei Erdgas um ´sauberen Brennstoff´ handelt. Darüber hinaus haben die Erdölunternehmen sowohl massive Lobbyarbeit hinter den Kulissen der Pariser Klimagespräche betrieben als auch Folgeverhandlungen vorbereitet, um den Ausgang zu ihrem privaten Vorteil zu manipulieren. Letztlich kennt der zynische unternehmerische Wahnsinn keine Grenzen, wenn Gewinne das vorrangige Anliegen sind. Absurder Weise enthält der Text der Pariser Vereinbarung über den Klimawandel aus dem Jahr 2015 den Begriff, ´fossile Brennstoffe´ nicht einmal. Wissenschaftler haben davor gewarnt, daß die Verbrennung fossiler Brennstoffe im Jahr 2017 einen Rekordwert erreicht.

In der Zwischenzeit wurde berichtet, daß 2017 zu einem der drittwärmsten Jahre seit Beginn der wissenschaftlichen Messungen wird. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat festgestellt, daß die atmosphärischen Werte von Kohlendioxid mit ´beispielloser Geschwindigkeit auf den höchsten Wert seit 800.000 Jahren angestiegen sind´.

Wir sind überall von den Zeichen des ökologischen Zusammenbruchs umgeben. Im vergangenen Monat hat eine neue Studie aufgedeckt, daß die Fülle von Fluginsekten in den letzten 25 Jahren um drei Viertel abgenommen hat. Dieses Ergebnis ´hat die Wissenschaftler schockiert´. Das resultiert weitgehend aus der Tatsache, daß Fluginsekten ein wesentliches Merkmal für den Zustand der Nahrung-, Wasser- und Sauerstoffqualität des Ökosystems sind, auf dem unsere Existenz beruht. Robert Hunziker beobachtet kurz und bündig, daß dieses Ökosystem, ´die Quintessenz des Lebens auf unseren Planeten´, zusammenbricht. Unser Lebenserhaltungssystem wird zerstört.

Eines von vielen Symptomen dieses Zusammenbruchs, welches die menschliche Gesellschaft voraussichtlich überfordert ist die Massenmigration als Resultat des Klimawandels. Zig Millionen Menschen werden allein im nächsten Jahrzehnt aufgrund der klimatischen Störungen zur Migration gezwungen sein. Diese Flut von Flüchtlingen wird die Anzahl derer, die wegen des Syrien-Konflikts nach Europa fliehen, wie ein Rinnsal erscheinen lassen.

Sir David King, der ehemalige wissenschaftliche Chefberater der britischen Regierung sagte:
Wovon wir hier sprechen, stellt längerfristig eine existentielle Bedrohung für unsere Zivilisation dar. Kurzfristig birgt sie ebenfalls alle möglichen Risiken und benötigt eine menschliche Antwort in einer Größenordnung, die bislang noch nie erreicht worden ist.
 Hätten Regierungen allerdings wirklich die Absicht die Öffentlichkeit zu schützen, wie sie immer behaupten, wenn sie die Bedrohung durch den Terrorismus aufbauschen, hätten sie längst das Ende der fossilen Brennstoffe und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien verkündet. Kürzlich hat eine bahnbrechende Studie gezeigt, daß die weltweite Umweltverschmutzung jährlich neun Millionen tötet und das ´Überleben menschlicher Gesellschaften´ bedroht. Wenn jährlich neun Millionen Menschen durch Terrorismus ums Leben kämen, und das Überleben der menschlichen Gesellschaft ernsthaft bedroht wäre, würden Medienunternehmen sowie Politiker völlig anders reagieren. Weil es sich jedoch nur um globale Umweltverschmutzung handelt, kann lediglich ein externer wirtschaftlicher Faktor einer privaten Macht weiterhin auf seine Forderungen nach Dominanz und Gewinnen bestehen.

Die derzeitige Situation ist wirklich ausweglos. Wir reden buchstäblich über das Überleben der Menschheit. Es wird Menschen geben, die, entweder mit schwarzem Humor oder moralisch zweifelhaftem Leichtsinn erklären, daß ´es dem Planeten ohne uns besser ginge´. Aber wir können sicherlich nicht beiläufig das Leben und die Perspektiven von buchstäblich Milliarden derzeit lebender Menschen sowie das ihrer Nachkommen aufgeben.

Regierungspolitik wird hauptsächlich von kurzfristigen politischen Vorteilen und unternehmerischer Macht bestimmt, weshalb es einer massive öffentlichen Forderung nach der Kontrolle der Wirtschaft bezüglich der Nachhaltigkeit bedarf. Die Alternative ist das Ende der menschlichen Zukunft. Doch gerade zu einer Zeit, in der es am dringendsten öffentlichem Widerstands und radikaler Handlungen bedarf, werden Regimekritiker von in den Händen großer Konzerne befindlichen sozialen Mediennetzwerken unterdrückt. Ein Großteil des Kampfs um das Überleben der Menschheit, wird daher darin bestehen, die unverantwortlichen und Technologiegiganten, die versuchen zu definieren was an Nachrichten und Kommentaren als ´akzeptabel´ erachtet wird zu bezwingen.

A major part of the struggle for human survival, then, will be to overcome the unaccountable media corporations and tech giants that are attempting to define what is deemed 'acceptable' news and commentary.

DC

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David Cromwell wurde 1962 in Glasgow geboren und studierte Naturphilosophie und Astronomie, dann erhielt er einen PhD für Sonnenphysik, arbeitete eine Weile für Shell in den Niederlanden und bekam dann eine Forschunsstelle am National Oceanography Centre in Southampton, die er im Jahr 2010 verließ, um hauptberuflich für Media Lens zu arbeiten. Er ist Autor von Why Are We The Good Guys? (Zero Books, 2012), gemeinsam mit David Edwards Co-Autor der beiden Bücher von Media Lens: Guardians of Power(Pluto Books, 2006) und Newspeak In the 21st Century (Pluto Books, 2009), Autor von Private Planet (Jon Carpenter Publishing, 2001) sowie gemeinsam mit  Mark Levene Co-Autor von Surviving Climate Change (Pluto Books, 2007).


Quelle: http://www.medialens.org/index.php/alerts/alert-archive/2017/859-survival-symptoms-of-breakdown.html


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