Mittwoch, 17. Januar 2018

Alles bestens, Mama... ich blute nur! (It’s All Right Ma… I’m Only Bleeding!)

Von Philip Farruggio
Überestzt von wunderhaft

17. Januar 2018, Global Gesearch
Vielen Dank an Bob Dylans großartiges Lied mit dem gleichnamigen Titel. Was mir zu schaffen macht ist, wie so viele meiner Freunde, Nachbarn und Bekannten zu akzeptieren scheinen, wie tief unsere gesamte amerikanische Gesellschaft in den Kaninchenbau gefallen ist. Wir leben unter dem zerbrochenen Schirm eines Imperiums, das sich nicht um den Schutz der überwältigenden Mehrheit von uns kümmert. Wir leben unter der Schirmherrschaft eines Regimes, das die Hälfte unserer hart verdienten Steuergelder für verlogene Kriege, illegale Besatzungen im Ausland und exzessiven Militarismus im eigenen Land ausgibt. Die meisten der Lemminge, mit denen ich zusammenlebe, interessieren sich sogar nur für Müll-Nachrichten über Sexualskandale und andere grundlegenden Ereignisse, die nicht das Geringste mit ihrem eigenen gesundheitlichen oder finanziellen Wohlbefinden zu tun haben. Für jede Person, die an diesem verrückten Börsenaufschwung profitiert, gibt es tausend Mal mehr Menschen, die froh sind sich nur das Nötigste zum Leben leisten zu können. Viele von uns, selbst wenn wir mehr als ein mittleres Einkommen verdienen, benötigen immer noch Zahnersatz oder Knie- oder Rückenoperationen etc.

Wir Amerikaner sind zu etwas wie jenen hart arbeitenden Sklaven feudaler Lehnsgüter geworden, die sich auch noch verbeugen, wenn der Lehnsherr vorbeifährt. Wovor sollten die Bosse der meisten Unternehmen sich fürchten, wenn weniger als 10% der Arbeiter von Privatunternehmen in einer Gewerkschaft sind? Es gibt immer weniger Schutz für Arbeiter in Amerika, und das Imperium weiß das. Wenn wir, die es besser wissen, noch so laut rufen, daß die Konzernbonzen 300 Mal mehr verdienen als ihre Arbeiter, antworten einige Sklaven, "Gut, sie haben hart für ihren Erfolg gearbeitet, und sie verdienen es!" Wirklich? Nun, im Jahr 1960 lag der Steuerhöchstsatz bei 90%, und den Bonzen ging es ausgezeichnet (selbstverständlich hat niemand 90% gezahlt – sie alle hatten Wirtschaftsprüfer und eine Menge Abschreibungen). Im Jahr 1985 lag der Spitzensteuersatz bei 50%... heute liegt er unter 39% und sinkt mit jedem Satz, den ich schreibe. Rechnen Sie also selbst: Ein Vorstandsbonze, der oder die 300 Mal mehr als seine oder ihre Arbeiter verdient, behält höchstwahrscheinlich das zwei- oder dreifache seines Pendants vor 32 oder 57 Jahren. Wo bleibt die Entrüstung meiner Arbeitskollegen?

Der Aufenthalt eines einzigen Soldaten in Afghanistan kostet dasselbe wie die Einstellung von 25 neue Feuerwehrleuten, Polizisten oder Lehrern, mit einem Jahresgehalt von $40.000 Dollar. Von einer $28 Millionen Dollar teuren Reaper-Drohne* abgeschosse Hellfire Raketen* (zum von Stückpreis $70.000Dollar) töten oft nicht nur Unschuldige in Form von Kollateralschäden, sondern deren Kosten können bei ihrer Umverteilung helfen die Öffnungszeiten unserer Stadtbüchereien zu verlängern und sie mit Tonnen neuer Bücher zu versorgen! Das wahre Verbrechen jedoch ist, daß unser Imperium keine Geschäfte mit jenen Ländern macht... Punkt! Der 15. Januar war der Geburtstag von Martin Luther King, und im nächsten April wird, aus diesem Grund, der 50. Jahrestags des Attentats auf ihn sein. Ein Jahr vor seiner Ermordung hat Reverand King eine seiner denkwürdigsten Reden in der Riverside Church in New York City gehalten. Zum ersten Mal verurteilte er dort die Verwicklung unseres Imperiums in Indochina:
"Dieses Geschäft mit dem Verbrennen von Menschen mit Napalm, oder der Bestückung der Wohnungen unserer Nation mit Witwen und Waisen, der Injektion giftiger Drogen des Hasses in die Venen normaler Menschen und der Rückkehr behinderter und psychisch gestörter Männern aus dunklen und blutigen Schlachtfeldern läßt sich nicht mit Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe vereinbaren... Eine Nation, die Jahr um Jahr mehr Geld für die militärische Verteidigung ausgibt als für soziale Reformprogramme geht ihrem spirituellen Tod entgegen."
Amerika geht wahrhaftig das Wundpflaster aus!

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Philip A Farruggio ist Sohn und Enkel von Hafenarbeitern aus Brooklyn, New York. Seit 2001 ist er freiberuflicher Kolumnist und Autor von über 300 Essays, die auf Seiten wie Information Clearing House, Nation of Change, World News Trust, Op Ed News, Dissident Voice, Counterpunch, Activist Post, Sleuth Journal, Truthout und vielen weiteren veröffentlicht worden sind. Sein Blog kann in Gänze bei World News Trust gelesen werden, wo er vorwiegend über die Notwendigkeit der drastischen Kürzung des Militärhaushalts und darüber schreibt das so gesparte Geld zum Erhalt unserer Städte zu verwenden. Philip ist Moderator der Interviews der von Chuck Gregory im Internet produzierten Sendung, “It’s the Empire… Stupid”, und ist unter paf1222@bellsouth.net erreichbar.


Quelle: https://www.globalresearch.ca/its-all-right-ma-im-only-bleeding/5626280

Sämtliche mit einem * versehenen Links im Text wurden zusätzlich eingefügt.


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