Dienstag, 20. Februar 2018

Syrischer Kriegsbericht - 19. Februar 2018: Syrische Armee und YPG arbeiten an Verhandlungslösung über Afrin

Von SouthFront
Übersetzt von wunderhaft




19. Februar 2018, SouthFront
Das syrische Militär hat große Kräfte, einschließlich der Tiger-Kräfte*, der Syrisch Arabischen Armee  (SSA), der Republikanischen Garde und weitere regierungsfreundliche Gruppen nahe der von Milizen besetzten Tasche in der Region Ost Goutha bei Damaskus stationiert. Die Streitkräfte werden von dem Kommandeur der Tiger-Kräfte, General Suheil al-Hassan angeführt.

Am Abend des 18. Februars haben Artillerieeinheiten und Raketenwerfer der SAA damit begonnen Stellungen von Hayat Tahrhir al-Sham* (der ehemaligen Jabhat al-Nusra) sowie Ahrar al-Sham* und andere militante Gruppen in der Nachbarschaft von Nashabiyah, Tel Ferzat, Mesraba, Hawsh Ashari, Autaya, Eyen Tarma, Irbin, Harasta und Jobar anzugreifen.

Auch flogen Kampfflugzeuge der Syrischen Luftwaffe Luftangriffe gegen aufgedeckte Munitionsdepots und Hauptquartiere der Milizen.

Am Morgen des 19. Februars wurde von vereinzelten Gefechten an wenigen Orten der Tasche berichtet. Allerdings hat ein großer Vormarsch der SAA noch nicht begonnen.

Am 18. Februar haben Ahrar al-Sham und Nour al-Din al-Zenki* eine offizielle Erklärung veröffentlicht, in der sie verkünden, daß sie zu einer neuen militanten Gruppe mit dem Namen "Syrische Befreiungsfront" fusioniert sind. Das erklärte Ziel dieser neuen Miliz ist die Bekämpfung der SAA, ihrer Verbündeter sowie anderer Feinde der so genannten "Syrischen Revolution".

Berichten nach steht die Gruppe unter dem Kommando von Jaber Ali Basha, einem ehemaligen leitenden Kommandeur von Ahrar al-Sham. Syrienexperten glauben, daß die Gruppen versuchen mit der Fusion eine Spur von Köpfungen und Terroranschlägen zu verschleiern, in die sowohl Ahrar al-Sham als auch Nour al-Din al-Zenki verwickelt sind und sie als Trumpf für den Wettbewerb mit Hayat Tahrir al-Sham um die Macht in Idlib verwenden wollen.

Angesichts einiger Verbindungen beider Gruppen zu Ankara, kann die Fusion innerhalb des größeren türkischen Plans zur Erweiterung ihres Einflusses in der Region vollzogen worden sein.

Die Geschichte der Verhandlungen von Damaskus mit der YPG über eine mögliche Stationierung der SSA in Afrin entwickelt sich weiter, während kurdische Quellen widersprüchliche Berichte über dieses Thema verbreiten.

Während die politische Führung der Kurden verhandelt, setzten die türkischen Streitkräfte (TAF) und die Freie Syrische Armee ihren Vormarsch fort und haben die Dörfer Hecika Fuqani, Hecika Tahtani und Dervish Ubashi besetzt.

In der Zwischenzeit haben Medien der YPG erklärt, daß Mitglieder der YPG* einen Anschlag auf das Hauptquartier der Türkischen Streitkräfte in dem Dorf Qiri Xane in der südtürkischen Provinz verübt und dort 7 Soldaten der TAF getötet haben. Die Berichte wurden von türkischer Seite nicht bestätigt.

Am 18. Februar hat ein Medienzweig der Hisbollah in Syrien ein Video veröffentlicht das für den Fall eines israelischen Angriffs mit Angriffen auf küstennahe israelische Erdöl- und Erdgasbohrinseln droht.

Das Video zitiert Äußerungen des Anführers der Bewegung, Hassan Nasrallah, von kürzlichen israelisch-libanesischen Erdölauseinandersetzungen über das Öl- und Gasfeld von Block 9*.

"Wenn Sie uns behindern, werden wir Sie behindern. Wenn Sie auf uns feuern, werden wir auf Sie feuern. Wenn Sie uns treffen, werden wir Sie treffen."

Das Video zeigt die Förderanlagen von Karish, Tamar und Lavthan als Ziele möglicher Raketenangriffe.

Im Dezember hatte der Libanon ein Angebot des aus dem französischen Unternehmen Total, dem italienischen Unternehmen Eni und Rußlands Novakek bestehenden Konsortiums bei der Ausschreibung für zwei der fünf Blöcke in Libanons erster Runde zur Vergabe von Erdöl- und Gasförderlizenzen angenommen. Allerdings gibt Israel vor, daß sich Block 9 zumindest teilweise in seinen Hoheitsgewässern befindet. Am 31. Januar hat der israelische Verteidigungsminister, Avigdor Liebermann, den Unternehmen, die die Ölfelder erschließen wollen sogar gedroht und gesagt, daß sie "einen schweren Fehler begehen".


Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-february-19-2018-syrian-army-and-ypg-working-to-reach-deal-over-afrin/

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