Mittwoch, 21. Februar 2018

Syrischer Kriegsbericht – 21. Februar 2018: Regierungskräfte in Afrin einmarschiert

Von SouthFront
Übersetzt von wunderhaft




21. Februar 2018, SouthFront
Während der letzten Tage haben die türkischen Streitktäfte (TAF) und die von der Türkei unterstützte Freie Syrische Armee (FSA) über ein Dutzend der von den Kurdischen Volksverteidigungskräften (YPG) gehaltenen Dörfer in der Region Afrin besetzt.

Die komplizierte Situation am Frontverlauf zwang die YPG, zumindest einstweilig, dazu das Mantra, "die Vereinigten Staaten (VS) sind unsere Verbündeten", zu vergessen und ein von Quellen vor Ort als Damaskus-YPG-Übereinkommen umzusetzen, das die Stationierung von Regierungstruppen in der Region erlaubt.

Am 20. Februar ist eine Kolonne von etwa 20 Fahrzeugen der regierungstreuen Nationalen Verteidigungskräften in dem von der YPG gehaltenen Gebiet eingetroffen und bewegte sich auf die Stadt Afrin zu. Die Kolonne war etwa 10 Kilometer von der Stadt entfernt, als sie unter türkischen Beschuß geriet. Mindestens zwei Mitglieder der NDF sind bei den türkischen Angriffen gefallen.

Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hat erklärt, daß die Kolonne sich nach diesem Vorfall zurückgezogen hat. Allerdings hat, nach vorliegenden Videobeweisen, zumindest ein Teil der Kolonne die Stadt, Afrin, erreicht.

Während 20 Fahrzeuge nicht ausreichen um die Gebietsgewinne der TAF zu kontern, können sowohl die Stationierung von Regierungstruppen in der Region  als auch die diplomatische Unterstützung des Iran und Rußlands einen Großteil der militärischen Pläne der Türkei begrenzen oder ihm sogar entgegenwirken. Wenige Stunden vor dem Einsatz der Kolonne hat Erdogan gelobt die Stadt Afrin in drei Tagen zu belagern.

Die Situation bleibt angespannt. Viel wird von den Bedingungen des YPG-Damaskus Deals abhängen.

Am 20. Februar haben militante Gruppen die von der Regierung gehaltenen Gebiete von Damaskus unter massiven Beschuß genommen. Auch das russische Zentrum für die Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien befand sich unter den Zielen. Bei dem Beschuß wurden mindestens 4 Zivilisten getötet und über 40 weiter verwundet. Es wurden keine Opfer unter den russischen Soldaten gemeldet.

Obwohl Ost Ghouta bisher noch keine Bodenoffensive gestartet worden ist, sind westliche Medien voll von Berichten über Angriffe auf Zivilisten durch so genannte Kräfte Assads. Diese Meldungen ignorieren die Tatsache, daß ein Großteil der Tasche von Gruppen der Hayat Tahrir al-Sham, Ahrar al-Sham und Faylaq al Rahman kontrolliert wird, die sich nie an die Waffenruhe gehalten haben.


Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-february-21-2018-government-forces-entered-afrin/


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