Mittwoch, 7. März 2018

Die Freak Show der AZZer mit Tom Pessha in der Hauptrolle

Von Gillad Atzmon
Übersetzt von wunderhaft


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Bislang wird der Diskurs der Unterdrückten über die Befindlichkeiten des Unterdrückers definiert.


5. März 2018, GILAD ATZMON
Wenn Sie verstehen wollen, wie die jüdische Herrschaft über die palästinensische Solidaritätsbewegung deren Bemühen zum Entgleisen gebracht und die völlige Erstarrung der Bewegung verursacht hat, können Sie die Erklärung bei 972.com und Tom Pessah finden.

Pessah schreibt dort: "Antisemitismus unterscheidet sich von den meisten anderen Formen des Hasses". Und warum? Weil "es sich hierbei sowohl um eine Form der Bigotterie als auch der Falschbeschuldigung handelt". Ein israelischer, palästinenserfreundlicher Jude erzählt uns, daß während Judenhaß auf Lügen basiert, andere Formen des Hasses ( wie Frauenfeindlichkeit, Haß auf Schwarze und Islamophobie) tatsächlich unterstützt werden müssen. Kennen Sie ein prägnanteres Beispiel für morbiden Judaeo-Zentrismus?

"Bigotterie ist immer schlecht", schreibt Pessah. Und es scheint, als habe der stammeszugehörige Händler ein allgemeines Gefühl zum Ausdruck gebracht, bis klar wird, daß er sich wieder nur auf seinen eigenen Stamm bezieht. Es ist schlecht für Juden Mitglied der Palästinenserbewegung zu sein... es ist schlecht Juden von außerhalb der Bewegung dafür zu begeistern... und es bietet denjenigen eine Menge Munition, die versuchen den Solidaritätsaktivismus der Palästinenser durch seine Gleichsetzung mit dem Antisemitismus zum Schweigen zu bringen." Laut Pessah, ist es nur Juden erlaubt die ‘Scheinheiligkeit‘ anderer anzugreifen.

Wäre Eigenliebe eine jüdische Sportart, wäre Pessah Olympiasieger darin: Die neue Broschüre seiner rein jüdischen Organisation, Juden Für Rassische und Ökonomische Gerechtigkeit (JFREJ), "ist gut dazu geeignet Antisemitismus als Ideologie zu definieren, die Lügen und Stereotype über Juden verwendet, um sie fuer die Probleme der Gesellschaft verantwortlich zu machen". Kann uns Pessah erklären wie viele Goyim im Vorstand seiner rein jüdischen Organisation sitzen? Ich habe mir die Broschüre angesehen und sah eine Menge des üblichen ‘Zionismus, nicht des Judaismus‘, jedoch habe ich nicht den Ansatz eines Versuches gefunden, der erklärt was mit dem Begriff, Judentum, gemeint ist. Ich fand dort keinen Bezug vom Judentum auf den jüdischen Staat. Die Demographie des zio-konservativen Klubs wurde in der Broschüre ebensowenig erwähnt. Was die JFREJ hingegen anbieten, ist die gewöhnliche, wenig überzeugende Solidaritäts-Hasbara* - ein verzweifelter Versuch den beschämenden Umstand zu verschleiern, daß Israel sich selbst als jüdischen Staat definiert und dabei von der überwiegenden Mehrheit jüdischer Institutionen unterstützt wird.
In seinem Artikel versucht Pessah, ein israelischer Jude, der auf palästinensischem Territorium lebt, der palästinensischen Solidaritätsbewegung Grenzen aufzuerlegen. Es ist kein Geheimnis, daß sich jüdische Aktivisten vom Rückkehrrecht der Palästinenser bedroht fühlen. Tatsächlich kann das gesamte jüdische Solidaritätsprojekt als Versuch betrachtet werden, das Rückkehrrecht, durch die Verwässerung seiner Inhalte durch so viele irreführende Parolen wie möglich, zu entkräften. Zum Beispiel: ‘das Ende der Besatzung‘, ‘Kolonisation‘, ‘Koloniaation durch die Siedler‘, ‘Apartheid‘ etc. Diese Begriffe wurden geschaffen, um die Solidaritätsbewegung in wesentlichen Punkten der palästinensischen Fragen zu spalten und, in der Praxis, Israel so das Existenzrecht zu verleihen.

Lesen Sie hier mehr über den israelischen Solidaritätsdrall.

Pessah gibt zu, daß er ursprünglich besorgt über das Rückkehrrecht der Palästinenser war, jedoch beschwichtigt wurde, als ihm "nicht-arabische Palästinenser" erklärt haben, daß "die Rückkehr der Palästinenser in ihre Heimat nicht bedeuten muß die derzeit dort lebenden jüdischen Bewohner von dort zu vertreiben. "Von da an begann ich das Rückkehrrecht zum zentralen Punkt meiner Überzeugungsarbeit zu machen."

Und noch einmal, wieder einmal sehen wir, daß Pessahs ‘Solidarität’ sich allein auf die Juden bezieht. Erst als er begriffen hat, daß die Israelis nicht vom Rückkehrrecht beeinträchtigt würden, nahm er den Slogan in seinen palästinenserfreundlichen Sprachführer auf.

Ist nun ein israelischer Jude zu einem Experten für die wahre Bedeutung des Rückkehrrechts geworden? Ich frage mich, ob Pessah bestätigt hat, daß die Palästinenser ihre Dörfer, Städte, Obstgärten und Felder aufgegeben haben? Wenn dem so ist, dann vereinbaren Sie bitte umgehend ein Treffen mit Pessahs 972-Herausgeberstab und Bibi Netanyahu, um einen Friedensvertrag zu besiegeln und diesen israelisch/palästinensischen Konflikt ein für allemal hinter uns zu lassen.

Was jedoch ist dann die Bedeutung des mächtigen palästinensischen Sprechchors , “From the River to the Sea, Palestine Will Be Free" (Vom Fluß bis zum Meer wird Palästina befreit sein)? Pessah bietet eine Interpretation an. "Wir meinten Freiheit für alle". Offenbar haben ihm die Zionisten diesen Unsinn nicht abgekauft. Also haben Pessah und ‘seine‘ Solidaritätsgruppe "versprochen, diesen Schlachtruf nicht mehr zu verwenden".

Pessah schreibt, "Wir haben den Weg der Empfindsamkeit verlassen und die Forderung nach der Sicherheit der Juden erst genommen, während wir die Politik dieser, in Propaganda geübten, (jüdischen) Lobbygruppen ignoriert haben." Ist das nicht edel? Die Anhänger (Freunde) meiner Arbeit wissen, daß ich davon überzeugt bin, daß sich das Ergebnis jüdischer Dominanz innerhalb der palästinensischen Solidaritätsbewegung in klare Worte fassen läßt: Der Diskurs der Unterdruckten wird über die) Befindlichkeiten des Unterdrückers definiert. Pessah war dumm genug diese Entwicklung ans Licht zu bringen.

"Weil einen unserer Verbündeten die Begriffe, ‘Juden’ und ’Zionisten’, verwirrt haben, schrieb ich meinen Kollegen einen langen Brief über die Unterschiede dieser beiden. Wir brauchen keinen Pessah oder Ali Avunimah, um uns erzählen zu lassen, daß Zionismus und das Judentum nicht identisch sind. Leibnitz hat uns das Prinzip der Identitaet des Unterscheidbaren* hinterlassen. Das Problem ist, daß wir nicht bestimmen können wo der Zionismus aufhört und das Judentum beginnt. Ähnlich unmöglich ist es zu bestimmen, wo Pessah und die AZZer aufhoeren und Netanyahu beginnt. Von ihnen sorgen sich alle in erster Linie um ihre eigenen Interessen, wenn sie sich auch über Details uneinig sein mögen.

Pessah informiert seine jüdischen 972-Anhaenger stolz darüber, wie er dabei geholfen hat den muslimischen Prediger, Abdul Malik, zum Schweigen zu bringen, weil jener behauptet hatte, dass (a) "zionistische Juden" hinter gewaltsamen Ereignissen, einschließlich 9/11, steckten, für die Muslime verantwortlich gemacht worden sind, und (b) ebendiesen Juden die Medien gehörten. "Von da an", schreibt Pessah, "ist Abdul Malik Ali nie mehr zu Vorträgen eingeladen worden, und wir haben uns sehr bemüht zu zeigen, daß wir den Antisemitismus nicht mit dem Widerstand gegen die Politik Israels verschmelzen lassen."

Die generell sehr angesehene Alison Weir ist ebenso eine "Gegnerin" Pessahs und dieser ist offenbar stolz über ihren Rauswurf aus der führenden BDS-Koalition. 

Wie gewohnt, bin ich hierbei der ultimative Feind. Es ist an der Zeit daß mir vorgeworfen wird "ein Holocaustleugner und aktiver Unterstützer der Nationalsozialismus" zu sein. Ich glaube es geht diesen Stämmen wirklich unter die Haut, daß ich darauf beharre den Holocaust wie eine Religion zu behandeln und ihn stattdessen zum Gegenstand der üblichen historisch-wissenschaftlichen Forschung erheben. Pessah prahlt damit, mich im Jahr 2012 aufgefordert zu haben mich von solchen Gerüchten zu distanzieren. Wie Pessah und andere sicherlich wissen, hatte diese Forderung keinerlei Einfluß auf meine Arbeit oder meine Karriere. Wenn überhaupt, hat es viele davon überzeugt, was ich über das Auserwähltsein und die dem Lager der AZZer innewohnenden Doppelzüngigkeit sage. Ich habe niemals mit irgendwelchen jüdischen Gruppen oder Solidaritätsorganisationen eng zusammengearbeitet, die von Stammesinteressen dominiert worden sind. Ich habe "Der wandernde – Wer?*" geschrieben, was zweifelsfrei das meist verkaufte Buch über die jüdische Identitätspolitik ist. Das Buch taucht tief in die zersetzende Arbeit der jüdischen Solidaritätsgruppen ein. Es erklärt die Stammesideologie, die Pessah, Mondoweiss*, JVP*, 972 und künftige judaeo-zentrische Gruppen antreibt.

Wenn Pessah kein Gegner meiner Arbeit wäre und mich nicht versuchen würde zu diskreditieren, würde ich das als Beleidigung betrachten und erwägen vorzeitig in den Ruhestand zu gehen.

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Gilad Atzmon ist ein in Israel geborener britischer Jazz-Saxophonist, Romancier, politischer Aktivist und Schriftsteller.

Atzmons Album, Exile, wurde im Jahr 2003 von der BBC zum Jazz-Album des Jahres gekürt.  Mit jährlich über 100 Auftritten ist er als der "sicherlich am häufigsten auftretende Mann des britischen Jazz" bezeichnet worden. In seinen bisher neun aufgenommenen Alben erkundet er die Musik des Mittleren Ostens und politische Themen.  Er hat sich selbst als "hingebungsvollen politischen Künstler" bezeichnet. Er unterstützt das Rückkehrrecht der Palästinenser und die Einstaatenlösung in dem israelisch-palästinensischen Konflikt.

Seine Kritik am Zionismus, der jüdischen Identität und dem Judaismus haben ebenso wie seine kontroversen Ansichten über den Holocaust und die jüdische Geschichte, zu Vorwürfen des Antisemitismus geführt. Ein Profil des Guardian aus dem Jahr 2009, das ihn als "einen der besten Saxophonisten Londons" bezeichnet wird wird erklärt: "Es ist vielmehr Atzmons ungeschminkter Antisemitismus als seine Musik, der ihm, besonders in der arabischen Welt, wo seine Essays weit verbreitet sind, ein internationales Profil gegeben hat.


Quelle: http://www.gilad.co.uk/writings/2018/3/5/the-azz-freak-show-staring-tom-pessah

Alle mit einem * gekennzeichneten Links wurden zusätzlich eingefügt.

zuletzt editiert: 12. März 2018, 04:55 Uhr

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