Freitag, 2. März 2018

Eskalation in Syrien – wie weit läßt Rußland sich schikanieren?

Von The Saker
Übersetzt von wunderhaft


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16. Februar 2018, The Unz Review
Die Ereignisse in Syrien haben sich in jüngster Zeit zum Schlechten gewendet, und es gibt zunehmende Hinweise darauf, daß die russische Eingreiftruppe in Syrien zum Ziel einer systematischer Kampagne "schikanöser Angriffe" geworden ist.

Zunächst gab es den (relativ erfolgreichen) Drohnen- und Mörserangriff auf den russischen Luftwaffenstützpunkt in Kmeimin. Dann folgte der Abschuß einer russischen SU-25 über der Stadt Maasrasn in der Provinz Idlib. Nun hören wir von russischen Opfern bei einem Angriff der Vereinigten Staaten (VS) auf einen syrischen Konvoi (mit weit übertriebenen Behauptungen von "Hunderten" getöteten Russen). Im ersten Fall haben russische Behörden offen ihren starken Verdacht geäußert, daß der Angriff, wenn nicht von den VS selbst geplant und ausgeführt, zumindest mit VS-Streitkräften in der Nachbarschaft koordiniert worden ist.

Im Fall der abgeschossenen SU-25 sind keine öffentlichen Anschuldigungen erfolgt, aber viele Experten haben erklärt, daß die Höhe, in der die SU-25 getroffen wurde, die Vermutung sehr nahe  legt, daß es sich bei dem Geschoß um ein modernes MANPADS* eines Typs gehandelt hat, der in Syrien gewöhnlich nicht zum Einsatz kommt (der Hiweis, es habe sich dabei um eine Stinger gehandelt, welche die die Kurden von den VS erhalten haben, war wenig feinsinnig). Bei dem letzten Angriff auf einen syrischen Konvoi lautet die Frage nicht, wer ihn ausgeführt, sondern ob es sich um russische Soldaten oder um private Dienstleister gehandelt hat (letzteres ist wahrscheinlicher, da der syrische Konvoi ohne jegliche Luftsicherung unterwegs gewesen ist). Einzeln betrachtet, ist keiner dieser Zwischenfälle von allzu großer Bedeutung, zusammengenommen jedoch können sie ein Hinweis auf eine neue VS-Srategie in Syrien sein: die Russen so oft und kurz wie möglich durch offene Angriffe der VS gegen ihre Streiträfte zu malträtieren. Mir erscheint diese Hypothese aus folgenden Gründen plausibel:

Erstens, befinden die VS und Israel immer noch im Taumel der Demütigung und ohnmächtigen Wut über ihre Niederlage in Syrien: Assad ist immer noch an der Macht, Daesh ist mehr oder weniger besiegt, die Russen waren nicht nur bei ihren Militäroperationen gegen Daesh, sondern auch bei ihrer Kampagne erfolgreich, so viele "gute Terroristen" wie möglich an den Verhandlungstisch zu bekommen. Mit dem Abschluß einer einer erfolgreichen Syrien-Konferenz in Rußland und dem generellen Einverständnis aller Parteien an einer neuen Verfassung zu arbeiten, bestand die realistische Gefahr eines Friedensausbruchs, etwas, dem die Anglo-Zionisten entschlossen haben sich entschieden zu widersetzen (prüfen Sie dieses anscheinend durchgesickerte Dokument, in dem, wenn es echt ist, deutlich erklärt wird, daß die Politik der VS den Rusen nicht erlaubt das Geringste zu tun).

Zweitens, haben Trump und Netanyahu versprochen eine Menge Siege einzufahren, um zu beweisen wir männlich und stark sie sind (im Vergleich zu den Weicheiern vor ihnen). Einen offenen Krieg gegen Rußland zu beginnen, wäre definitiv ein Beweis für Männlichkeit, jedoch ein viel zu gefährlicher. Ein paar Russen, entweder unter glaubhafter Bestreitbarkeit oder, alternativ hierzu von privaten russischen Vertragsunternehmen, sozusagen am Rande, zu töten, ist wesentlich sicherer und die bei weitem verlockendere Option.

Drittens, stehen die Präsidentschaftswahlen in Rußland bevor und die Amerikaner halten verzweifelt an ihrer arroganten Vorstellung fest, daß sie die die Beliebtheit Putins in Rußland irgendwie negativ beeinflussen können, wenn sie ihm  nur Probleme bereiten (in Wirklichkeit erreichen sie hiermit die gegenteilige Wirkung, aber sie sind zu dumm und unwissend, um das zu begreifen).

Und nicht zuletzt, weil die logische Alternative der Anglo-Zionisten, seit dem Verlust ihrer Fähigkeit überhaupt irgend etwas bewerkstelligen darin besteht, auch niemanden sonst erfolgreich sein zu lassen. Das ist das Hauptanliegen des gesamten VS-Einatzes in Nordsyrien: der Türkei, dem Iran, Syrien und, ganz bestimmt, Rußland Probleme zu bereiten.

Das Fazit lautet: Seit die Amerikaner erklärt haben, daß sie (illegal) in Syrien bleiben werden, bis sich die Situation "stabilisiert" hat, müssen sie alles in ihrer Macht stehende tun, um Syrien zu destabilisieren. Ja, das alles beinhaltet eine gewissermaßen perverse Logik...

Für Rußland könnte das Ergebnis wie folgt lauten: Während Rußland Syrien Daesh in Syrien besiegt hat, ist sie noch weit von einem Sieg über die Anglo-Zionisten im Mittleren Osten entfernt. Die gute Nachricht ist allerdings, daß Rußland verschiedene Möglichkeiten hat mit der Situation umzugehen.


Der erste Schritt: Die Unterstützung der Türken


Es erscheint widersinnig, ist aber für Rußland in vieler Hinsicht die ideale Lösung sich der Invasion der VS in Syrien zu widersetzen: die Beteiligung der Türken. Wie?  Nicht durch Angriffe auf die Streitkräfte der VS selbst, sondern durch die auf kurdische Milizen, hinter denen sich die Amerikaner derzeit "verstecken" (zumindest politisch). Denken Sie hierüber nach, denn während die VS (oder Israel) ohne Skrupel bereit sein werden Syrien oder den Iran anzugreifen, würde dieses Vorgehen gegen türkische Streitkräfte erhebliche politische Risiken bergen: Nach dem von den VS unterstützten Putschversuch gegen Erdogan und, was noch schwerer wiegt, der von den VS unterstützten Errichtung eines "Klein-Kurdistan" im Irak und Syrien, sind die amerikanisch-türkischen Beziehungen an einem Allzeittief angelangt, und es würde nicht viel benötigen um die Türken, mit verheerenden Folgen für die VS, die EU, die NATO, CENTCOM*, Israel und all den anglo-zionistischen Interessen in der Region, in den Wahnsinn zu treiben. Sicherlich darf die strategische Bedeutung der Türkei für Europa, die Mittelmeerländer und den Mittleren Osten nicht übertrieben werden, und die Amerikaner wissen das. Hieraus ergibt sich eine sehr reale, wenn auch wenig verstandene Konsequenz: Die türkischen Streitkräfte erfreuen sich in Syrien, was ich als "politische Immunität" gegenüber jeglichen Angriffen durch die VS bezeichnen würde, wobei sich die Türken (fast) alles erlauben können, ohne daß die VS (fast) jemals überlegen wurden tatsächlich offene Gewalt gegen sie anzuwenden, weil die Konsequenzen, etwa eines Angriffs der USAF auf einen türkischen Konvoi, zu ernsthaft wären, um überhaupt darüber zu nachzudenken.

In der Tat, halte ich die VS-türkischen Beziehungen für so schlecht, daß ich einen türkischen Angriff auf einen Konvoi der Kurden (oder "guter Terroristen") für wesentlich wahrscheinlicher halte, als einen VS-amerikanischen Angriff auf einen türkischen Militärkonvoi. Das mag unverständlich erscheinen, aber nehmen wir an,  daß die Türken einen Konvoi oder eine Stellung der Kurden (oder "guter Terroristen") angegriffen hätten und daraufhin VS-Soldaten gestorben seien. Was sollten/könnten die VS tun? Vergeltung üben? Auf gar keinen Fall! Nicht nur der Gedanke eines Angriffs der VS gegen ein NATO-Mitgliedsland ist völlig unvorstellbar, denn das hätte höchstwahrscheinlich zur Folge, daß die Türkei den vollständigen Rückzug sämtlicher VS/NATO-Partner aus ihrem Territorium und Luftraum fordert. Theoretisch könnten die VS die Israelis darum bitten diesen schmutzigen Job für sie zu erledigen, jedoch sind die Israelis nicht dumm (auch wenn sie verrückt sind) und haben kein Interesse in einem heißen Krieg mit der Türkei, wegen eines von den VS verursachten Problems beim Aufbau eines "Klein-Kurdistan", auch nur einen Tropfen heiligen "jüdischen Blutes" für ein paar imgrunde wertlose Goyim zu vergießen.

Nein, wenn die Türken tatsächlich VS-Soldaten töten würden, gäbe es Proteste und hastige "Konsultationen" sowie andere symbolische Handlungen, aber darüber hinaus würden die VS die Verluste hinnehmen und nichts dagegen unternehmen. Und Erdogans Popularität im eigenen Land würde nur noch weiter steigen. Was das alles in praktischer Hinsicht bedeutet ist, daß, wenn es einen Akteur gibt, der die Operationen der VS in Nordsyrien ernsthaft zum Erliegen bringen oder diese sogar zum Rückzug zwingen kann, ist es die Türkei. Dieses Potential gibt der Türkei auch eine Menge Verhandlungsspielraum mit Rußland und dem Iran, den Erdogan meiner Überzeugung nach sorgsam zu seinen Gunsten verwenden wird. Bisher hat Erdogan den VS nur einen "osmanischen Klaps" angedroht, und schon reist Außenminister Tillerson  nach Ankara um ein Desaster abzuwenden, jedoch schränkt die türkische Position die Chancen auf jeden wirklichen Durchbruch stark ein (die Israel-Lobby steht zu 100% hinter den Kurden). Man darf ja niemals nie sagen, aber ich meine, daß es derzeit einer Art Wunder bedarf, um die amerikanisch-türkischen Beziehungen wirklich zu retten. Rußland kann versuchen aus dieser Dynamik Gewinn zu schlagen.

Der Hauptangriffspunkt dieses gesamten Konzepts ist, daß die VS, einschließlich innerhalb der Türkei, immer noch mächtig genug sind, und es für Erdogan äußerst gefährlich wäre zu versuchen sich Uncle Sam zu widersetzen oder ihm zu trotzen. Erdogan hat mutig und in offener Mißachtung der VS gehandelt, aber kennt auch die Risiken der Übertreibung und er wird sich gut überlegen ob die hiermit verbundenen Risiken ihm Vorteile versprechen. Hieraus ergeben sich für Rußland zwei grundlegende Optionen: Entweder  den Türken etwas sehr Vorteilhaftes zu versprechen oder die derzeitigen Beziehungen zwischen den VS und der Türkei weiterhin zu beeinträchtigen. Die gute Nachricht hierbei ist, daß die Unterstützung Israels, der Kurden und der Gülenisten durch die VS den russischen Anstrengungen, einen Keil zwischen die VS und die Türkei zu treiben, erheblich entgegenkommt.

Das andere offensichtliche Risiko besteht darin, daß jede kurdenfeindliche Operation zu einer noch weiteren Aufteilung Syriens, diesmal durch die Türken führen kann. Allerdings sieht die Realität so aus, daß die Türken wirklich nicht zu lange in Syrien bleiben können, besonders nicht, wenn Rußland und der Iran sich dem widersetzen. Das ist auch eine Frage des Völkerrechts, dessen Nichtbeachtung für die VS viel einfacher ist, als für die Türken.

Aus all diesen Gründen hat die Verwendung der Türken, um Druck auf die VS auszuüben, ihre Grenzen. Dennoch bricht, wenn die Türken weiterhin auf ein Ende der VS-amerikanischen Unterstützung der Kurden bestehen, oder sie weiterhin militärischen Druck auf die kurdischen Milizen ausüben, das gesamte VS-Konzept eines von den VS unterstützten Klein-Kurdistan in sich zusammen und mit ihm der gesamte VS-amerikanische Teilungsplan für Syrien.

Bisher haben sich die Iraker beeilt sich um das von den VS-gesponserte "Klein-Kurdistan" im Irak zu kümmern, und die Türken leiten die notwendigen Schritte ein, um mit dem VS-gesponserten "Klein-Kurdistan" in Syrien klar zu werden, an welchem Punkt *ihr* Problem gelöst sein wird. Die Türken sind nicht daran interessiert Assad zu helfen oder, eigentlich, Putin, und es ist ihnen gleichgültig was mit Syrien geschieht, solange *ihr* Kurden-Problem unter Kontrolle ist. Das bedeutet, daß die Syrer, die Russen und die Iraner nicht zu viel Hoffnung darauf setzen sollten, daß die Türken sich gegen die VS wenden, solange nicht tatsächlich die richtigen Umstände dafür geschaffen worden sind. Nur die Zukunft wird zeigen, ob die Russen und die Iraner in der Lage sein werden bei der Schaffung solcher Umstände behilflich zu sein.


Schritt zwei: Die Versorgung Syriens mit genügend mobilen Kurz- und Mittelstreckenflugabwehr-Systemen


Derzeit weiß niemand welche Art von Flugabwehr-Systeme die Russen den Syrern in den vergangenen Jahren geliefert haben, aber das ist ganz klar der Weg den die Russen beschreiten müssen: den Syrern so viele moderne und mobile Flugabwehr-Systeme zu liefern wie möglich. Auch wenn dies sehr teuer wäre, bestünde die beste Lösung darin den Syrern und Iranern so viele mobile Flugabwehr-Systeme vom Typ Pantsir-S1* sowie schultergestützte Kurzstrecken-Flugabwehrraketen vom Typ 9K333 Werba* zu liefern wie möglich. Die Kombination dieser beiden Systeme würde jede Form von Luftoperationen der Amerikaner und Israelis erheblich komplizieren, besonders weil praktisch keine Vorhersage über den Ort ihrer Stationierung gemacht werden könnte. Und weil sowohl die VS als auch Israel unter vollkommener Verletzung des Volkerrechts in syrischen Luftraum operieren, während die syrischen Streitkräfte ihren eigenen souveränen Luftraum beschützen würden, wäre die Auslieferung russischer Flugabwehrraketen an Syrien rechtlich einwandfrei. Das Beste an all dem ist, daß es für die Anglo-Zionisten absolut unmöglich wäre zu wissen sie tatsächlich beschossen hat, da diese Waffensysteme mobil und leicht zu verbergen sind. Wie in Korea, Vietnam oder dem Libanon, könnten russische Einheiten sogar nach Syrien gesandt werden, um die syrischen Flugabwehr-Systeme zu bedienen, und es bestünde für niemanden die Möglichkeit zu beweisen, daß "die Russen es waren", wenn VS-amerikanische und israelische Flugzeuge anfangen würden vom Himmel zu fallen. Die Russen würden sich daran erfreuen, was die CIA "glaubhafte Bestreitbarkeit" nennt. Die Amerikaner und Israelis würden sich, ganz gewiß, gegen die schwächere Partei, die Syrer, wenden, aber das würde, mit allem anderen als einem guten Gefühl, am Boden keine Abhilfe schaffen, da der syrische Luftraum für die VS-amerikanische oder israelische Luftwaffe nicht sicherer werden würde.

Eine andere Option für die Russen wäre es, aktualisierte Versionen (von Software und Raketen) für die bestehenden syrischen Luftabwehr-Systeme anzubieten, besonders für ihre beweglichen 2K12 Kub*- und  9K37 Buk-Systeme. Solche aktualisierten Versionen, besonders in Kombination mit genügend ausgelieferten Pantsirs und Verbas wären sowohl für die Amerikaner als auch für die Israelis ein Albtraum. Weder die Türken würde das nicht weiter kümmern, da sie imgrunde ohnehin mit voller Genehmigung der Russen fliegen, nóch die Iraner, die, soweit ich weiß, keine Luftoperationen in Syrien durchführen.

Ein Einwand gegen diesen Plan wäre, daß diese Spiel nur zu zweit gespielt werden kann und die VS nichts davon abhält noch mehr moderne MANPADS an ihre verbündeten "guten Terroristen" zu liefern, jedoch geht diese Einwand komplett am Thema vorbei: Wenn beide Seiten dasselbe tun, hat die Seite, die am dringendsten auf Luftoperationen angewiesen ist (die VS) wesentlich mehr zu verlieren, als die Seite, die den Vorteil am Boden hat (die Russen).

Außerdem verlieren die VS durch die Lieferung von MANPADS nach Syrien einen vermeintlichen Verbündeten, die Türkei, während sich nur Israel über die Lieferung von MANPADS und anderen Flugabwehrraketen nach Syrien durch Rußland beklagen wird. Sollte das geschehen, werden die Russen eine einfache und zutreffende Antwort haben: Wir haben dieses Spiel nicht begonnen, es waren Eure  Verbündeten, die Vereinigten Staaten. Geht, und bedankt Euch bei denen für dieses Chaos.

Das Hauptproblem in Syrien ist die Tatsache, daß die VS und Israel derzeit völlig straffrei in syrischem Luftraum operieren. Sollte sich das ändern, wird dies ein langsamer, schrittweiser Prozeß sein. Zunächst würde es ein paar vereinzelte Verluste geben (wie kürzlich die israelische F-16), dann würden wir beobachten, daß sich die VS-amerikanischen und/oder israelischen Luftangriffe sich schrittweise von urbanen Zentren und zentralen Kommandostützpunkten auf kleinere Ziele (wie etwa Fahrzeugkonvois) richten würden. Das wäre ein Hinweis darauf, daß die lohnendsten Angriffsziele bereits zu gut geschützt sind. Schließlich würde die Anzahl der geflogenen Lufteinsätze schrittweise durch Angriffe von ballistischen- und Mittelstreckenraketen ersetzt. Zugrunde läge dem Ganzen ein Wechsel von offensiven Luftangriffen hin zum Schutz der eigenen Truppen, was im Gegenzug Syrern, Iranern und der Hisbollah ein wesentlich einfacheres Handlungsumfeld böte. Aber der erste notwendige Schritt für all das bestünde in einer drastischen Erhöhung der Schlagkraft der syrischen Luftverteidigung.


Die Hisbollah hat über Jahrzehnte sehr erfolgreich unter totaler israelischer Luftüberlegenheit operiert und ihre Erfahrung mit dieser Art von Operationen wäre für die Syrer von unschätzbarem Wert, bis sie ihre Fähigkeiten zur Luftraumverteidigung hinreichend aufgebaut hat.


Schlußfolgerung: Ist gegenseitige Eskalation wirklich die einzige Option?


Um ehrlich zu sein, beginne ich zu glauben, daß das Empire eine teilweise  Rückeroberung Syriens beschlossen hat, und selbst Macron lamentiert laut darüber die Syrer zu schlagen, um sie für den Einsatz (nicht existierender) Chemiewaffen zu bestrafen. Zu allermindest wollen die VS den Preis für die Russen für deren Rolle in Syrien so weit erhöhen wie möglich. Weitere Ziele der Vereinigten Staaten in Syrien sind:
  • Die Durchsetzung einer de facto Teilung Syriens mit der Kontrolle des syrischen Territoriums östlich des Euphrats (wir nennen das "Plan C, Version 3.0)
  • Der Diebstahl der im Nordosten Syriens gelegenen Erdgasfelder
  • Die Errichtung eines VS-kontrollierten Sammelpunktes, von der aus Operationen der Kurden sowie der guten und bösen Terroristen geplant und ausgeführt werden können
  • Die Sabotage jeglicher von Rußland unterstützten Friedensverhandlungen
  • Die Unterstützung israelischen Operationen gegen den Iran und Kräfte der Hisbollah im Libanon und Syrien
  • Die Beteiligung an regelmäßigen Angriffen gegen syrische Streitkräfte, die sich bemühen ihr Land von ausländischen Invasoren zu befreien
  • Die Darstellung der Invasion und Besatzung Syriens als einen der "Siege", die Trump dem Militärisch Industriellen Komplex und der Israel-Lobby versprochen hat
Bisher ist die russische Reaktion auf diese sich entwickelnde Strategie eine eher passive gewesen und die derzeitige Eskalation spricht stark dafür, daß eventuell eine neue Herangehensweise benötigt wird. Der Abschuß der israelischen F-16 ist ein guter erster Schritt, jedoch muß mehr unternommen werden, um die Kosten des Empires für seine Strategie gegenüber Syrien drastisch zu erhöhen. Die steigende Anzahl russischer Kommentatoren und Analysten, die eine härtere Reaktion auf die derzeitigen Provokationen fordern, ist möglicherweise ein Zeichen dafür, daß irgend etwas in der Mache ist.

Quelle: http://www.unz.com/tsaker/escalation-in-syria-how-far-can-the-russians-be-pushed/


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