Dienstag, 3. April 2018

Syrien – Kriegsbericht vom 2. April 2018: Milizen beginnen mit dem Abzug aus ihrer Hochburg, Douma

Von SouthFront
Übersetzt von wunderhaft




2. April 2018, SouthFront
Seit dem 31. März haben die Syrisch Arabische Armee (SAA) und ihre Verbündeten die volle Kontrolle über den südlichen Teil des damaszenischen Umlands in der Ost Ghouta erlangt haben, nachdem Einheiten von Faylaq al-Rahman und Hayat Tahrir al-Sham (ehemals Jabhat al-Nusra) vollständig aus der Region abgezogen sind.

Das russische Zentrum für die Aussöhnung der Konfliktparteien in Syrien hat bekanntgegeben, daß  insgesamt 41.126 Milizen und deren Familienmitglieder die Siedlungen Erbin, Jobar, Ein Tarma und Zamalka verlassen haben. Unterdessen sind 153.140 Zivilisten seit  Beginn der humanitären Feuerpausen aus der Region evakuiert worden.

Das von Jaish al-Islam kontrollierte Umland von Douma verbleibt als einziger Spannungspunkt in der Gegend. Am 1. April hat die staatliche Nachrichtenagentur, Sana, berichtet, daß mit der Evakuierung von Militanten in Douma begonnen worden sei. Allerdings dementierte der politische Führer von Jaysh al-Islam, Mohamad Alloush, am selben Tag später, daß seine Gruppe ein Evakuierungsabkommen mit Damaskus geschlossen habe. Laut Alloush hatte die einzige Vereinbarung zum Ziel die Feuerpausen in der Region auszudehnen.

Laut regierungsnaher Quellen waren die aus Douma evakuierten Milizen Mitglieder von  Faylaq al-Rahman, nicht von Jaysh al-Islam. Diese Milizen hatten sich während der früheren Vorstöße in das Zentrum Ost Ghoutas von dort nach Douma zurückgezogen.

Am 31. März hat die SAA Jaish al-Islam noch einmal mit einer Militäroperation gedroht, falls die Gruppe das Schlichtungsabkommen nicht akzeptiere. Dennoch hat die Operation bis zum Morgen des 2. April noch nicht begonnen.

Am 30. März sind zwei Soldaten der von den VS geführten Koalition bei der Explosion eines improvisierten Sprengsatzes (USBV*) in Syrien getötet worden. Am 31. März hat die Koalition ihre Identitäten veröffentlicht: Hauptfeldwebel Jonathan Dunbar, vom Militär der VS und Matt Tonroe, von den Streitkräften des Vereinigten Königreichs (VK).

Laut der Journalistin, Jenan Mosua, hat sich der Vorfall, bei dem auch zwei Angehörige der Kurdischen Frauenschutzeinheiten verwundet worden sind, nahe des Friedhofs, Sheikh Akil, im Süden der Stad Manbij, ereignet.

Auch haben Quellen vor Ort hervorgehoben, daß die von den VS angeführte Koalition nach dem Vorfall die Anzahl ihrer Truppen in Manbij erhöht hat.

Pro-kurdische Quellen beschuldigen von der Türkei unterstützte bewaffnete Gruppen den USBV-Anschlag begangen zu haben. Laut dieser Version,  soll die Türkei ihre Stellvertreter dazu benutzen die "Kosten" für die Präsenz der von den VS angeführten Koalition in Manbij zu erhöhen. Die türkische Führung hat wiederholt erklärt, daß Manbij zum Ziel türkischer Militäroperationen werden würde.

Laut pro-oppositioneller Quellen, haben russische Kampfflugzeuge eine Reihe von Luftangriffen auf Stellungen der Milizen in der Umgebung von Ariha, al-Dana und Jisr al-Shughur, südwestlich von Hama, geflogen. Auch hat der oppositionsfreundliche Kanal Enab Baladi berichtet, daß russische Kampfflugzeuge die Brücken von al-Jaid, al-Sharia und Twinah zerstört haben.

Einige regierungsnahe Aktivisten haben die angeblichen russischen Luftangriffe umgehend als Zeichen einer bevorstehenden Militäroperation in der Region beschrieben. Allerdings ist dieses Szenario aus folgenden Gründen höchst unwahrscheinlich:
  • Diese Region ist Teil der Deeskalationszone in Idlib
  • Die SAA ist derzeit mit einer Reihe komplizierter Operationen im damaszenischen Umland beschäftigt

Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-april-2-2018-militants-start-their-withdrawal-from-key-town-of-douma/

Der mit einem * versehene Link wurde zusätzlich eingefügt

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