Freitag, 4. Mai 2018

Die Wiederherstellung des strategischen Gleichgewichts: Rußlands ´unbezwingbare´ Nuklearwaffen

Von SouthFront
Übersetzt von wunderhaft




1. Mai 2018, SouthFront
Am 1. März 2018 hat Wladimir Wladimirowitsch Putin, seit der im Jahr 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz, seine wohl wichtigste Rede gehalten. Als er vor 11 Jahren erklärt hat, daß Rußland kein Auseinanderbrechen des strategischen Gleichgewichts und den Verlust ihres Großmachtstatus dulden würde, hat sich im Jahr 2018 herausgestellt, daß dies auch nicht nicht geschehen ist und in absehbarer Zukunft nicht geschehen wird.

Während seiner Rede hat der russische Präsident 6 Hochtechnologie-Waffensysteme vorgestellt, die entwickelt worden sind, um das strategische Gleichgewicht zu erhalten, das von den VS und der NATO untergraben worden war.

Der Kern des Ganzen ist der Tatsache geschuldet, daß, die Vereinigten Staaten im Jahr 2002, als Rußland geschwächt war, den ABM-Vertrag annulliert und dann das Ziel verfolgt haben Rußlands nukleare Abschreckung zu neutralisieren, Rußland zwei groß angelegte Programme begonnen hat.

Das Erste bezog sich auf das weltweite ABM-System, das Rußland und China umgibt. Landgestützte ABM-Stützpunkte sind in Kalifornien, Alaska, Rumänien und Polen stationiert und umfassen 100 GBIs* und SM 3*-Trägerraketen. Außerdem ist der Errichtung solcher Einrichtungen für Japan, Süd-Korea und Katar geplant.

Die Vereinigten Staaten sind derzeit nur in der Lage russische Abfangeinheiten während der Endphase ihrer ballistischen Flugbahn abzufangen. Allerdings können modernere Raketen vom Typ SM3 Block II A und IB theoretisch auch während der Beschleunigungsphase, vor dem Absetzten der Sprengköpfe, eingreifen. Außerdem haben die VS eine seegestützte ABM-Komponente im Einsatz, die 30 Zerstörer und 5 Kreuzer umfaßt und in unmittelbarer Nähe zu Rußland, im Mittelmeer, dem Schwarzen Meer, der Japanischen See sowie im Pazifik und Atlantik stationiert sind. Diese Schiffe können ebenfalls mit bis zu 150 SM3-Raketen bestückt werden. Diese Starteinrichtungen sind doppelt verwendbar, da sie nicht nur SM3-Raketen, sondern auch U-Boot-gestützte Tomahawk-Raketen mit Nuklearsprengköpfen abfeuern können.

Auch haben die VS damit begonnen das Promt Global Strike-Programm* (PGS) umzusetzen, dessen Ziel es ist jedes beliebige Ziel auf dem Planeten innerhalb einer Stunde mit konventionellen Raketen angreifen zu können. Das PGS beinhaltet den Einsatz verschiedener Hyperschallwaffensysteme, einschließlich den von Marschflugkörpern und Gleitflugsprengköpfen*. Da diese Maßnahmen die Grundlagen der Abschreckung, namentlich Das Gleichgewicht des Schreckens*, unterminieren, sah sich Rußland gezwungen darauf zu reagieren. Es hat mit der Entwicklung verschiedener Waffenprogramme begonnen, um die Vormachtstellung von VS und NATO auf diesem Gebiet aufzuheben.


Sarmat

Am 1. März 2018 hat Wladimir Putin die 5.Generation der Silo-gestützten Interkontinentalraketen*, vom Typ RS-28 Sarmat*, vorgestellt, eine mehrstufige mit Flüssigtreibstoff angetriebene Rakete, die schon bald die noch aus der Sowjetära stammende R-36M2 Voyevoda (SS-18) ersetzen soll. Während die meisten Details dieser Rakete der Geheimhaltung unterliegen, ist bekannt, daß die 200 Tonnen schwere Rakete nur eine kurze aktive Antriebsphase hat, um ihr Abfangen durch Raketenabwehrsysteme (ABM) zu erschweren. Die Rakete kann eine Flughöhe von 100 km und Geschwindigkeiten von Mach 7-10 erreichen. Während die Reichweite der Voyevodas ca. 11.000 km betrug, beträgt die der Sarmat mehr als 16-18.000 km, und ermöglicht so Angriffe aus verschiedenen Richtungen, einschließlich Flügen über den Atlantik, den Pazifik und die beiden Pole. Dies würde das Zielland dazu zwingen Raketenabwehrsysteme in regelmäßigen Abständen entlang seiner Grenzen zu stationieren, was sowohl ausgesprochen teuer als auch physikalisch schwer durchführbar wäre. Fachleute sind der Ansicht, daß zwei verschiedene Versionen der Rakete mit verschiedenen Treibstoffmengen zum Einsatz kommen, um Ziele in den VS und in Westeuropa erreichen zu können.

Das Startgewicht einer auf die VS gerichtete Rakete dürfte zwischen 150 und 200 Tonnen liegen, und ihre Reichweite 16-18.000 km betragen, wobei das Gewicht der Gefechtsköpfe etwa 5 Tonnen beträgt. Eine auf Europa gerichtete Rakete hätte eine Reichweite von 9-10.000 km, ihr Startgewicht läge bei 100-120 Tonnen und das Gewicht der Gefechtsköpfe bei 10 Tonnen.

Beim Austritt der Gefechtsköpfe wird sie, während des Eintritts in die Atmosphäre wird sie Ausweichmanöver gegen Raketenabwehrsysteme (ABM) fliegen und etwa 10-15 Gefechtsköpfe verschiedener Kaliber mit sich führen. Wenn ihre Nutzlast aus 10 Gefechtsköpfen besteht, wird deren Detonationswert* bei jeweils 750 Kilotonnen liegen, beim Einsatz der Hyperschall-Gleitflugkörper vom Typ Avangard* allerdings, wird die Sarmat mit 3-5 von ihnen bestückt sein, deren Gewicht jeweils 1 Tonne beträgt.

Ein großer Teil des Gewichts der Rakete besteht aus traditionellen anti-ABM-Vorrichtungen, wie etwa Ködern oder aufblasbarer Sprengkopfimitationen, Spiral-, Eck- und Dipol-Reflektoren und auch aus Raketen, welche die Flugbahn sowie die Wärmecharakteristik von Sprengköpfen imitieren. Sprengköpfe vom Ty Avangard können auch mit konventionellem Sprengstoff bestückt werden, was der Langstreckenrakete erlaubt sehr weit entfernte Marinegeschwader anzugreifen. Es ist unwahrscheinlich, daß die Sarmat zum Einsatz kommt, ohne daß der Start irgendeiner Langstreckenrakete als Nuklearangriff in Betracht käme, was einen Vergeltungsschlag provozieren würde..

Die Sarmat und die Voyevoda haben identische Abmessungen, um die Voyevoda-Start-Silos verwenden zu können, die noch bis zu den Jahren 2021-2023 in Betrieb sein werden. Sarmat befindet sich in der letzten Testphase. Es wird erwartet, daß sie zwischen 2018 und 20120 in Dienst gestellt und zwischen 2020 und 2021 betriebsbereit sein wird. Hierbei wird die Produktion neuer Raketen simultan zur Reduktion der alten stattfinden, was den Strategischen Raketenstreitkräften erlaubt ihre Waffen zu modernisieren, ohne an Stärke einzubüßen. Laut Vertretern des Verteidigungsministeriums sind sämtliche praktischen, technologischen und industriellen Probleme gelöst worden, sodaß die für die Erfüllung künftiger Aufträge notwendige Produktionskapazität bereits existiert.

Obwohl die Trockentests bereits im Jahr 2017 erfolgreich abgeschlossen worden sind, werden sie bis in die nahe Zukunft fortgesetzt, um die Zuverlässigkeit des Systems zu erhöhen. Auch existieren Pläne zur Verwendung von ausgemusterten Sarmat-Raketen für den Start von Satelliten, um die Kosteneffizienz dieses Systems zu erhöhen.


Burevestnik [Sturmvogel] –  ein atomar angetriebener Marschflugkörper

Eine weitere vom russischen Präsidenten vorgestellte Waffe war ein atomar angetriebener Marschflugkörper, der, nach einer Umfrage auf der Website des Verteidigungsministeriums, auf den Namen Burevestnik getauft worden ist. Russischen Wissenschaftlern ist es gelungen einen kompakten Atomreaktor zu konstruieren und ihn in dem begrenzten Raum eines Marschflugkörpers, wie der Kh-101*, zu plazieren. Er fliegt unterhalb der Schallmauer, hat jedoch eine so hohe Reichweite wie keine andere Waffe, die praktisch unbegrenzt ist. Die Rakete kann darüber hinaus im Extremtiefflug operieren und ist getarnt sowie hoch manövrierfähig. Das macht sie für existierende und künftige Luft-Luft-Raketensysteme quasi unangreifbar. Die im Jahr 2017 durchgeführten Tests hat die Rakete bestanden, und ihre Antriebsquelle hat die erforderliche Stärke erreicht, was die benötigte Schubkraft gewährleiste.

Laut Wladimir Putin, gestattet sie die Entwicklung einer völlig neuen Art von Angriffswaffen, die in der Lage sind Ziele auf dem gesamten Planeten zu treffen, während sie selbst für Abwehrsysteme unangreifbar ist. Diese Raketen können von strategischen Bombern und U-Booten transportiert und mit konventionellen oder Nuklearsprengköpfen bestückt werden.

Es wird vermutet, daß die Rakete von einem nuklearen Staustrahltriebwerk angetrieben wird, welche seit den 1960er Jahren, unter anderem für den Antrieb künftiger Flugzeuge, entwickelt worden sind. Ihre Entwicklung wurde jedoch wegen ihrer geringen Zuverlässigkeit und der hohen Kontaminationsrisiken eingestellt. Falls es den russischen Ingenieuren gelungen ist, das Kontaminationsproblem in den Griff zu bekommen, ist es wahrscheinlich, daß sie künftig in Langstreckendrohnen eingesetzt werden, woran es den russischen Luftstreitkräften derzeit mangelt.


Poseidon (Status-6)  –  ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug (UUF)

Der russische Präsident hat erklärt, daß es dem Land gelungen sei UUFs mit einer einzigartigen Kombination aus Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit und Reichweite zu entwickeln. Wahrscheinlich bezog er sich  auf ein als Status-6* bekanntes UUF, das im Anschluß an eine Umfrage des Verteidigungsministeriums in Poseidon umbenannt worden ist. Daß Rußland an einer solchen Waffe gearbeitet hat, ist, dank eines im Jahr 2015 speziell dafür vorbereiteten Nachrichtenlecks, lange bekannt. Laut der CIA, hat es sich um einen Weg gehandelt, die VS vor einer wahrscheinlichen Antwort auf den Einsatz von Raketenabwehrsystemen zu warnen.

Die grundlegenden Eigenschaften dieses Systems sind folgende: Durchmesser: 1,6m, Länge: 24m, Gewicht: etwa 40 Tonnen, Reichweite: 10.000km, Höchstgeschwindigkeit: 100-186km/h, Operationstauchtiefe: bis zu 1 km. Das UUF tritt in die Fußstapfen des Torpedos, T-15*, der während der 1940er und 1950er Jahre entwickelt worden ist, um, wegen des Mangels an zuverlässigen Raketenträgern, thermonukleare Sprengköpfe an Küsten der VS zu transportieren. Anders als der T-15 ist Poseidon ein multifunktionales, tauchfähiges System, das in der Lage ist viele verschiedene Ziele, wie etwa Flugzeugträgerverbände, Marinestützpunkte und küstennahe Infrastrukturen anzugreifen. Eine seiner Hauptaufgaben bestünde in dem Transport von Nuklearmunition an feindliche Gestade, um wichtige kommerzielle Ziele anzugreifen und den Gegner mit unakzeptabel hohen Kosten, durch großflächige radioaktiv verseuchte Bereiche, Tsunamis und anderen Folgen von Nuklearexplosionen zu konfrontieren. Ebenso kann das UUF Raketen und Minen transportieren, um verschiedene Ziele an der Wasseroberfläche, an Land und unter Wasser anzugreifen. Es könnte, durch den Einsatz eines so genannten Multiple All Up Round Canisters*, auch Raketen abfeuern.

Laut seinen Konstrukteuren, soll das UUF in der Lage sein einen Behälter mit einem Verbund von Marschflugkörpern absetzten und sich schnell entfernen können, um dem gegnerischen Feuer zu entgehen. Der Behälter kann am Meeresboden installiert werden und dort für lange Zeit bis zu seiner Aktivierung verbleiben. Es existieren Berichte, nach denen diese Technologie Bestandteil des Skif-Projekts auf dem einem U-Boot der Sarov-Klasse*, gewesen sein ist. Die UUFs sollten, unter Verwendung des hierfür üblichen Kommunikationsmittels für Unterwasserfahrzeuge, dem ZEVS-Transmitter*, von speziellen "Kommandofahrzeugen" aus kontrolliert werden. Das UUF würde, abhängig von seiner Mission, wahrscheinlich mit einem Sonar für die Orientierung, einem modernernen Navigationssystem und anderen Hochtechnologieinstrumenten ausgerüstet. Putin erklärte, daß der langjährige Testzyklus im Dezember 2017 abgeschlossen worden ist.

Diese Einheit hat sehr kleine Abmessungen und eine sehr hohe Leistungsdichte. Es ist hundertmal kleiner als ein U-Boot-Reaktor, hat jedoch eine höhere Leistung und ist in der Lage seine volle Leistung 200-mal schneller zu erreichen. Experten glauben, daß das UUF möglicherweise einen Nuklearreaktor mit einem AMB-8 Flüssigmetall-Wärmeträger und einer Leistung von 8-10 MW verwendet, um seine einmalige Geschwindigkeit und Reichweite gewährleisten, selbst wenn seine Höchstgeschwindigkeit wahrscheinlich nur selten genutzt wird. Zur akustischen Tarnung und um es als Frachtschiff erscheinen zu lassen, dürfte seine Reisegeschwindigkeit 30-50 km/h bei einem Ortungsbereich von 2-3 km betragen und seine Höchstgeschwindigkeit von über 180 km/h. dürfte nur zum Einsatz kommen, um einem Angriff auszuweichen oder um Nuklearmunition zu transportieren. Auf alle Fälle ist das UUF für herkömmliche Unterwasserwaffen unerreichbar. Der bisher schnellste (und wahrscheinlich beste) Torpedo, der Mark 54*, ist mit einer Geschwindigkeit von 74 km/h nicht in der Lage ihn einzuholen oder seine Tauchtiefe zu erreichen. Man könnte nukleare Unterwasserminen verwenden, um UUFs dieser Art zu zerstören. Solche Waffen (bsp. der UMM-125A) wurden bis in die 1980er Jahre in den VS entwickelt, jedoch wurde die Entwicklung auf Grund ihrer hohen Kosten und Umweltverschmutzung eingestellt.

Künftige Träger von Poseidon werden die Atom-U-Boote, Belogorod* und Khabarovk*, sein, von denen jedes bis zu sechs solcher UUFs mit sich führen würde. Poseidon könnte sowohl Kampf- als auch Aufklärungseinsätze durchführen, ohne mit dem Gegner in direkten Kontakt zu kommen, was es zu dem ersten Unterseeboot der 5. Generation macht. Fachleute glauben, daß die durchschnittlichen Kosten eines solchen UUFs bei $30-40 Millionen Dollar liegen dürften.


Kinzhal, das luftgestützte Hyperschall-Raketensystem

Auch hat die Öffentlichkeit von der Rakete Kh-47M2*, Kinzhal, erfahren. Diese Waffe basiert, laut Experten, auf der ballistischen Rakete, Iskandar* und repräsentiert die erste erfolgreiche Adaption einer luftgestützten ballistischen Rakete.

Bekannt ist, daß die Höchstgeschwindigkeit von Kinzhal sich nahe Mach 10 oder über 12.000 km/h und ihre Kampfreichweite ca. 2000 km beträgt, während sie ihre Flugbahn bis auf eine Höhe von 50-80 km über die Erdoberfläche bringt.

Das derzeitige Trägerflugzeug der Kinzhal ist der Allwetter-Abfangjäger, MIG-31*, jedoch soll diese Aufgabe künftig auch von dem Mehrzweckkampfflugzeug der 5.Generation, Su-57* übernommen werden können.

Die Eigenschaften dieser Hochgeschwindigkeits-Kampfflugzeug erlauben es die Rakete innerhalb von Minuten an ihre Startposition zu transportieren. Laut Experten, läuft die Startprozedur der Kinzhal folgendermaßen ab: Nach dem Aufstieg in die Stratosphäre erfolgt der Start der Rakete in Höhen nahe der Umlaufbahn, wo sie Hyperschallgeschwindigkeit erreichen kann, bevor sie bei weiterer Beschleunigung zu ihrem Ziel herabsteigt. Aerodynamische Kontrollinstrumente auf ihrer Oberfläche erlauben es der Rakete außerhalb ihrer Flugbahn zu manövrieren, um so Raketenabwehrregionen auszuweichen. Ihre Fähigkeit bei Hyperschallgeschwindigkeit manövrieren zu können verleiht der Rakete ihre Unverwundbarkeit, was ihre Treffsicherheit erhöht. Eine Patriot PAC-3* Luftabwehrrakete, müßte eine Geschwindigkeit von Mach 15 erreichen, um eine Kinzhal abzufangen, und derzeit existiert keine solche Rakete im VS-Waffenarsenal.

Die Rakete ist außerdem schwer zu orten. Es nähert sich seinem Ziel in einem Winkel von 90°, oberhalb des von dem AN/SPY-1* Radar des seegestützten Luftabwehrsystems, Aegis, abgedeckten Kegels. Daher könnte die Rakete im blinden Bereich des VS-Radars operieren.

Die meisten Informationen über diese Rakete unterliegen derzeit der Geheimhaltung, obgleich bekannt ist, daß sie sowohl mit konventionellen als auch mit Nuklearsprengköpfen ausgerüstet werden kann. Selbst wenn ihre Reichweite nur 2000 km beträgt, nehme Fachleute an, daß sie mit einem nuklearen Antriebssystem ausgerüstet wird, was sie zu einer Atomwaffe machen würde. Unbekannt ist, in welchem Umfang es den Konstrukteuren gelungen ist, das Hitzeproblem zu lösen. Bisher wurden zur Wärmedämmung gewöhnlich Keramikplatten verwendet (die VS-amerikanischen und russischen Shuttles, X-51A* Waverider). Jedoch scheint die Kinzhal eine glatte Oberfläche zu besitzen. Experten glauben daher, daß dies dank der Entwicklung neuer Materialien für die Außenhaut, die Struktur und die Wärmeisolation der Rakete möglich war.

Die ersten Kinzhals sind im Dezember in begrenztem Umfang in Dienst gestellt worden, und sie sind bereits für den südlichen Militärdistrikt, wo die Doktrin für ihren Einsatz entwickelt wird, erhältlich.


Der Gleitflugkörper, Avangard

Die Entwicklung künftiger Langstreckenraketen mit einem brandneuen Typ von Nutzlast in Form eines Gleitflugkörpers war der tatsächliche technologische Durchbruch. Die Tests des Avangard sind erfolgreich abgeschlossen worden. Laut erhältlichen Informationen, kann der Avangard eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 20 erreichen und ist eine der möglichen Nutzlastoptionen für Sarmat.

Der Sprengkopf kann sich in dichten Atmosphärenschichten über interkontinentale Entfernungen bewegen, währenddessen er sowohl horizontale (bis zu mehreren tausend Kilometern reichende) als auch vertikale bogenförmige Ausweichmanöver fliegt. Nach der Meinung von Experten, muß Avangard sowohl über ein aerodynamisches System als auch über ein Antriebssystem verfügen, das ihm solche Manöver ermöglicht.

Obwohl er sich innerhalb einer Plasmawolke bewegt, kann der Gefechtskopf Signale von seiner Befehlszentrale empfangen. Dies gehörte bisher zu nicht zu bewältigenden Aufgaben, da Plasma für Funkwellen undurchdringlich ist. Eine weitere erfolgreich gemeisterte Herausforderung ist die Lösung des Problems der Wärmedämmung gewesen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß bei Avandard neuartige Generationen von Keramikverbundstoffen, die Siliciumcabid* verwenden, eingesetzt werden, um Temperaturen von über 2000° C standzuhalten.

Mitte März wurde bekanntgegeben, daß die ersten Anandard-Trägerraketen  aus UR-100N UTTKh* (SS-19 Stiletto) Langstreckenraketen bestehen würden, die höchstwahrscheinlich Bestandteil des strategischen Raketenabwehrsystems RS-24 Yars* werden. Am Anfang des Jahrhunderts wurden etwa 30 dieser Raketen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von der Ukraine unbetankt eingelagert worden waren, von dort ausgeliefert, um Schulden für Erdgaslieferungen zu begleichen. Sobald Sarmat offiziell im Einsatz ist, werden sie ebenfalls Avangard-Gefechtsköpfe tragen. Das russische Verteidigungsministerium hat bereits einen Vertrag über die Serienbelieferung mit Avangards unterzeichnet, und wird in naher Zukunft deren Inbetriebnahme vornehmen.


Das Laserwaffensystem, Peresvet*

Unter den vorgestellten Waffensystemen, welche "neuartige physikalische Prinzipien anwenden" befand sich auch ein Laserwaffensystem. Laut Wladimir Putin ist es ebenfalls bereits im Jahr 2017 in Dienst gestellt worden und hat, nach einer Abstimmung auf der Website des Verteidigungsministeriums, den Namen Peresvet erhalten. Obgleich es bereits in Dienst gestellt worden ist, ist relativ wenig darüber bekannt. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um ein Luftabwehrsystem gegen Drohnen, Hubschrauber und tief fliegende Flugzeuge. Möglicherweise besteht sein Zweck in der Verteidigung gegen die sich in Entwicklung befindlichen, neuen Raketenabwehrsysteme und Hyperschallwaffen der Vereinigten Staaten. Fachleute glauben, daß es gegen Landziele eingesetzt werden kann und von einem Miniatur-Kernreaktor "gespeist" wird. Bekannt ist seine Reichweite, und daß es dazu eingesetzt werden kann, um gegnerische Satelliten auszuschalten.

Man sollte bedenken, daß, abgesehen von "Enttäuschung" über die Art der Präsentation, weder Offizielle der VS noch der NATO Zweifel an der Existenz dieser russischen Erfindungen geäußert haben. Tatsächlich sind diese Waffen innerhalb der Gemeinschaft der Experten in verschiedenem Umfang bereits bekannt gewesen, jedoch hat ihre Präsentation durch den Oberbefehlshaber die Wellen selbstverständlich höher schlagen lassen. Innerhalb weniger Stunden nach ihrer Bekanntgabe haben die Weltleitmedien mit Zurückhaltung darauf reagiert, obwohl klar war, daß dies eine eklatante Überraschung für sie gewesen ist. Am Ende wurde verkündet, daß das Pentagon schon lange Kenntnis über die russischen Waffenentwicklung besitzt, die VS eine angemessene Antwort auf solche "Superwaffen" haben und daß Putins Rede am Vorabend der Wahl an das einheimische Publikum gerichtet war. Dies entsprach dem indirekten Eingeständnis, daß der Versuch, einen einseitigen strategischen Vorteil durch die Stationierung von Raketenabwehrsystemen rings um Rußland zu erreichen, gescheitert ist und hunderte Milliarden Dollar von VS-Steuergeldern umsonst ausgegeben worden sind. Nichtsdestotrotz hat das Pentagon umgehend große Mehrausgaben gefordert, um "mit den Russen gleichzuziehen", was zu nichts weiter beitragen kann, als das Interesse des Militärisch-Industriellen-Komplexes der VS zu wecken, der Trump unterstützt, und dessen politischer Einfluß hierdurch nur steigen wird.

Auf alle Fälle bleibt, trotz der Entwicklung von Hyperschall-Nuklearwaffen durch Rußland, das strategische Gleichgewicht stabil. Beide Seiten erhalten sich die garantierte Möglichkeit sich gegenseitig zu vernichten. Sie werden ihre Nuklearstrategien überdenken und verfeinern, weil sich die Reaktionszeit durch den Einsatz von Hyperschall-Gleitflugkörpern von 20-30 Minuten auf einen weitaus kürzeren Zeitraum verkürzt hat, was die Wahrscheinlichkeit eines Vergeltungsschlags vor der Bestätigung eines Nuklearangriffs erhöht.

Die neuen Gleitflugkörper sind nicht im START-3 Vertrag* enthalten, der die Anzahl der Gefechtsköpfe, der ballistischen Raketen und der strategischen Bomber im Besitz der Vereinigten Staaten und Rußlands reguliert. Hyperschallraketen und autonome Nukleartorpedos befinden sich auch außerhalb der Vertragsbestimmungen, weswegen der START-3 Vertrag ohne seine zeitnahe Aktualisierung irrelevant wird. Das bedeutet, daß wir beide Seiten bald hinter den Verhandlungstischen sehen werden, was wiederum heißt, daß das strategische Gleichgewicht erhalten bleibt und die Welt sicherer wird.


Quelle: https://southfront.org/restoring-strategic-balance-russias-invincible-nuclear-weapons/

Sämtliche mit einem * versehenen Links wurden zusätzlich eingefügt


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