Freitag, 25. Mai 2018

Konflikt in der Ost-Ukraine könnte sich bald zu einem offenen Krieg ausweiten

Von SouthFront
Übersetzt von wunderhaft




24. Mai 2018, SouthFront
In dieser Woche ist die militärische Situation in der Ukraine erneut eskaliert, als Kiew-treue Kräfte nahe der Stadt Gorlowka auf von Verteidigungskräften der Volksrepublik Donetzk (VRD) gehaltene Stellungen vorgerückt sind.

Gorlovka liegt nördlich der Hauptstadt der VRD und ist eine von der VRD kontrollierte Stadt. Sie zählte vor dem Krieg etwa 256.000 Einwohner.

Am 21. Mai haben durch Artillerie- und Maschinengewehrfeuer unterstützte Kiew-nahe Truppen bei der Siedlung Golmowskiy, nördlich von  Gorlowka, Stellungen von Kräften der VRD gestürmt. Zwar scheiterten sie daran die Abwehr der VRD zu überrennen, jedoch haben sie mindestens einen VRD-Kämpfer getötet und 3 weitere gefangen genommen. Laut Berichten aus der VRD sind mindestens 10 Soldaten aus Kiew getötet und 4 weitere verletzt worden.

Am 22. Mai ist eine Gruppe Kiewer Soldaten, unterstützt von Kampf- und Schützenpanzern auf die Stadt Chigary, nordwestlich von Gorlowka vorgerückt. Auch in dem Dorf Zaitsewo und in der Region des Südbergwerks sind Feuergefechte ausgebrochen. Berichten nach, sind bei diesen Gefechten mindestens 2 Soldaten aus Kiew getötet und 4 weitere verletzt worden.

Am 23. Mai dauerten sporadische Zusammenstöße in der Region Gorlowka an. Die Gesamtzahl der Opfer der Kiew-nahen Streitkräfte belief sich auf mindestens 31 Gefallene und 40 Verwundete.

Seit Wochenbeginn haben Artillerieeinheiten der ukrainischen Streitkräfte die Angriffe auf Gorlowka und die angrenzenden Dörfer erhöht. Der Beschuß forderte Opfer unter der Zivilbevölkerung und hatte die Zerstörung von Gebäuden in Wohngebieten zur Folge.

Laut Erklärungen ukrainischer Beamter und Personen des öffentlichen Lebens verfolgen die Kiew-nahen Kräfte folgende Ziele:
  • Den Gewinn der Kontrolle über die bei Golowka gelegenen wichtigsten geographischen Höhenlagen
  • Die Verwendung diese Höhenlagen, um die Stadt zu isolieren und die VRD-Truppen zum Rückzug von dort zu zwingen
  • Die Verwendung der eingenommenen Gebiete als Standbein für künftige Operationen gegen die Regionen Enakiewo und Debaltsewo
Die Stadt Debaltsowo ist eine wesentliche logistische Drehscheibe zwischen der VRD und der Volksrepublik Luganzk (VRL). Im Jahr 2015 erlitten die Kiewer Streitkräfte eine verheerende Niederlage während der Schlacht um Debaltzewo. Hunderte von Soldaten sind dabei von den Truppen der VRD und der VRL getötet, verletzt und gefangengenommen worden. Der Plan Kiews, die Volksrepubliken mittels einer Bodenoffensive voneinander zu trennen, war gescheitert.

Allerdings hat die ukrainische Führung die Versuche zur Unterbrechung des Verkehrs zwischen den beiden Volksrepubliken nicht aufgegeben. Derzeit verwendet sie Gruppen von Saboteuren für diesen Zweck. Am 21. Mai ist eine Brücke im Umland von Iwanowka von ukrainischen Saboteuren gesprengt worden, was die Unterbrechung einer direkten Versorgungsstrecke zwischen Luganzk und Krasniy Luch zur Folge hatte.

Krasniy Luch ist als Ort für Waffenlager der VRL bekannt.

Quellen vor Ort berichten auch, daß die Kiewer Seite eine bedeutende Anzahl an Truppen und Militärgerät, ein schließlich Kampfpanzern, in der Region um Stanytsia Luganskaya zusammengezogen hat.

Die Organisation für Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat, aufgrund der jüngsten Eskalation, zwar beide Seiten dazu aufgerufen die Kämpfe einzustellen und ihre früheren Verpflichtungen zu erfüllen. Das offensive Vorgehen der Kiew-nahen Kräfte hat sie jedoch nicht verurteilt.

SouthFront hatte schon früher eine mögliche Eskalation in der Ost-Ukraine zwischen Mai und Juni vorhergesagt. Derzeit ist eine erste Phase einer neuen Spirale der Spannungen zu beobachten. Wenn internationale Beobachter und die ukrainischen Partner die ukrainische Regierung nicht dazu drängen ihr aggressives Vorgehen zu beenden, wird sich im Sommer 2018 ein neuer bewaffneter Konflikt in der Ost-Ukraine entzünden.

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Quelle: https://southfront.org/conflict-in-eastern-ukraine-can-soon-turn-into-open-war/


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