Samstag, 2. Juni 2018

Syrien – Kriegsbericht vom 1. Juni: Wachsende US-türkische Spannungen in der Manijb-Frage

Von SouthFront
Übersetzt von wunderhaft




1. Juni 2018, SouthFront
Die Spannungen zwischen den VS und der Türkei über die so genannte Manbij-Frage im Norden Syriens nehmen weiterhin zu.

Am 30. Mai sagte der türkische Außenminister, Melvlut Davutoglu, daß Akara und Washington sich auf einen Plan für ihr gemeinsames Vorgehen in Manbij geeinigt haben. Er sagte, daß die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) sich, gemäß der abgesprochenen Vorgehensweise, sogar von vor Ende dieses Sommers aus Manbij zurückziehen könnten.

Allerdings haben die von den VS unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), deren Kern aus YPG-Kämpfern besteht, bestritten, daß sie ihren Abzug aus Manbij planen.

Am 31. Mai hat die Sprecherin des VS-Außenministeriums, Heather Nauert, erklärt, daß die VS keinerlei Abkommen mit der Türkei über Manbij vereinbart haben. Nauerts Erklärung war deswegen besonders merkwürdig, weil die VS-Botschaft in der Türkei am 25. Mai verlautbart hatte, daß beide Seiten die wichtigsten Konturen dieses Planes umrissen haben.

Diese Entwicklungen heben erneut die tiefe Uneinigkeit zwischen Washington und Ankara über die Situation in Nord-Syrien hervor.

Zur selben Zeit, sehen sich die SDF mit  Problemen arabisch-kurdischer Spannungen, wegen der Dominanz der YPG innerhalb der SDF, bei der Festigung der politischen Kontrolle in den eroberten Gebieten gegenüber.

Am 31. Mai kam es in Jarabulus, in dem von der Türkei kontrollierten Teil Syriens, zu Zusammenstößen zwischen den Gruppen Aharar al-Sham und der Nördlichen Brigade, Ahrar al-Sharqiyah und der Sultan Murad Division. Bei den Zusammenstößen, deren Grund ein Streit in Geldfragen gewesen ist, kamen mindestens 3 Zivilisten und mehrere Milizen ums Leben. Bereits am 6. und am 26 Mai ist ebenfalls von Zusammenstößen in der ebenfalls türkisch besetzten Stadt, al-Bab, berichtet worden. Diese Vorfälle sind ein Beleg für die Unsicherheit, die in den von der Türkei, während der Operation Euphrates Shield, gekaperten Gebieten herrscht.

Die von der Türkei unterstützte Zweite Küsten Division der Freien Syrischen Armee hat in dem nördlich von Latakia gelegenen Dorf, al-Ziyarah, zwei Gruppen von Soldaten der Syrisch Arabischen Armee mit Panzerabwehrlenkraketen beschossen. Ein Offizier der SAA hat gegenüber SouthFront erklärt, daß bei dem Zwischenfall ein Soldat getötet und drei weitere verwundet worden sind.

Die Zahl der Opfer war nur deshalb gering, weil die Milizen Panzerabwehrlenkraketen vom Typ Fagot* mit hochexplosiven panzerbrechenden Sprengköpfen benutzt hatten, die zur Abwehr gepanzerter Ziele verwendet werden.

Anfang Mai hat das türkische Militär einen Beobachtungsposten nördlich von Latakia errichtet, um die dortige Deeskalationszone zu überwachen. Allerdings hält dieser die Milizen nicht davon ab Hinterhalte gegen die SAA zu legen.

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Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-june-1-2018-us-turkish-tensions-grow-over-manbij-issue/


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