Mittwoch, 6. Juni 2018

Syrien – Kriegsbericht vom 6. Juni: Rückzug der YPG aus Manbij

Von SouthFront
Übersetzt von wunderhaft


[Anmerkung des Blogbetreibers: Auf die Wahrscheinlichkeit und die Gründe dafür, daß die Kurden bei diesem "Spiel" von den Kolonialmächten und ihren Vasallen gewaltsam zur Ader gelassen und über den Tisch gezogen werden können, hat, neben anderen geopolitischen Analysten, Sarah Abed im September des vergangenen Jahres hingewiesen. A]





6. Juni 2018, SouthFront
Einheiten der 11. Panzerdivision der Syrischen Armee sind im Norden der syrisch-libanesischen Grenze stationiert worden, wo sie Hisbollah-Kämpfer ersetzen werden. Einer der Hauptstandorte der Hisbollah in West-Syrien war die Region um Qusayr. Noch ist unklar, ob sie diese verlassen wird.

Laut verschiedenen regierungs-freundlichen Quellen, haben sich Einheiten der russischen Militärpolizei ebenfalls aus der Grenzregion zurückgezogen.

Die Situation in der Stadt Manbij entwickelt sich rapide weiter, seit die Vereinigten Staaten (VS) und die Türkei einem gemeinsamen Strategieplan für die Region zugestimmt haben.

Am 5. Juni haben die Kurdischen Volksverteidigungseinheiten (JPG) erklärt, daß ihre "Militärbeobachter" die Stadt verlassen werden. Die Milizen haben erklärt, daß sich ihre Truppen bereits im November 2016 aus Manbij zurückgezogen haben, und nur Militärberater zur Zusammenarbeit mit dem militärischen Rat von Manbij (MMC) dort geblieben seien. Jedoch hat die Gruppe erklärt ihre Truppen erneut dort zu stationieren, wenn es dies erforderlich sei.

Sowohl der MMC als auch die YPG sind Teil der von den Vereinigten Staaten unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF). Allerdings dominieren die YPG und ihr politischer Flügel, die  PYD*, deutlich innerhalb dieser Gruppe.

Zur selben Zeit hat Ankara die YPG zum lokalen Zweig der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) erklärt und sie beide als Terrorgruppen beschrieben.

Am selben Tag hat der türkische Außenminister, Mevlüt Çavuşoğlu, behauptet, daß die kurdischen Streitkräfte im Rahmen des vereinbarten Strategieplans entwaffnet werden, was auch die Region östlich des Euphrat betreffen wird. Laut Çavuşoğlu haben Beamte des Geheimdienstes, des Militärs sowie des Verteidigungsminiserums der Vereinigten Staaten sich auf ein in 10 Tagen stattfindendes Vorbereitungstreffen zur Vereinbarung über die Durchführung dieses Plans geeinigt.

Laut der türkischen Seite soll der 3-stufige Strategieplan in weniger als 6 Monaten vollständig umgesetzt werden.

Während die Vereinigten Staaten Çavuşoğls Erklärung noch nicht kommentiert haben, wird deutlich, daß die YPG sich in einer sehr komplizierten Situation wiederfinden kann. Wenn Ankara und Washington eine gemeinsame Grundlage für die weitere Entwicklung in Syrien gefunden haben, wird der Wert der YPG als Instrument der US-amerikanischen Außenpolitik ebenso dramatisch schwinden wie deren Unterstützung und Belieferung an sie.

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Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-june-6-2018-ypg-forces-withdraw-from-manbij/

Der mit einem * versehene Link wurde zusätzlich eingefügt.

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