Freitag, 3. August 2018

Deutschland: Der Aufstieg der Salafisten

Von Soeren Kern
Übersetzt von wunderhaft


[Anm: Diese Übersetzung befaßt sich mit Erkenntnissen aus dem Inhalt des jüngsten Verfassungsschutzberichts. Um die Zitate nachvollziehen zu können, wird empfohlen, das Dokument selbst hier aufzurufen und/oder, als Quelle für Anfragen oder Gespräche mit Politikern oder Medienvertretern, möglichst herunterzuladen. A.]


  • "Salafisten sehen sich als Verfechter eines ursprünglichen, unverfälschten Islam. ... In dieser Konsequenz versuchen Salafisten, einen „Gottesstaat“ nach ihrer Auslegung der Regeln der Scharia zu errichten, in dem die freiheitliche demokratische Grundordnung keine Geltung mehr haben soll." – Verfassungsschutzbericht 2017
  • "Gerade  unter  dem  Deckmantel  humanitärer  Hilfe  könnte  es  Islamisten gelingen, Migranten zu radikalisieren. In der Vergangenheit bemühten sich insbesondere Salafisten um eine Kontaktaufnahme zu  Migranten.  Sie  besuchten  zu  diesem  Zweck Flüchtlingsunterkünfte und boten Unterstützungsleistungen an. – Verfassungsschutzbericht 2017
  •  Der Verfassungsschutzbericht sieht eine direkte Verbindung zwischen dem Anstieg des Antisemitismus in Deutschland und der Zunahme islamistischer Bewegungen dort: "Antisemitismus  ist  ein  konstitutives  Element  in  der  Ideologie  des  gesamten  islamistischen  Spektrums."

29. Juli 2018, GATESTONE INSTITUTE
Laut dem deutschen Inlandsgeheimdienst, Verfassungsschutz, hat sich die Anzahl der Salafisten* in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt und beträgt nun zum ersten Mal mehr als 10.000. Der Verfassungsschutz schätzt, daß in Deutschland mehr als 25.000 Islamisten beheimatet sind, wobei von annähernd 2.000 ein unmittelbares Anschlagsrisiko ausgeht. Die neuen Zahlen sind in dem jüngsten Jahresbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz* enthalten, der am 24. Juli von dessen Präsident , Hans Georg Maaßen, und Bundesinnenminister, Horst Seehofer vorgestellt worden ist.

Der Bericht, der als wichtigster Indikator für die Innere Sicherheit in Deutschland betrachtet wird, zeichnet ein düsteres Bild. Das BfV schätzt, daß die Anzahl der Islamisten in Deutschland von 24.425 im Jahr 2016 auf mindestens 25.810 am Ende des Jahres 2017 angestiegen ist.

Merkwürdigerweise enthält der Bericht keinerlei Schätzungen über die Anzahl von den in Deutschland lebenden Anhängern des Islamischen Staates oder von al-Qaida. Im Ergebnis beträgt die tatsächliche Anzahl der Islamisten in Deutschland zweifellos mehr als 25.810.

Laut dem Bericht stellen die Salafisten die größte der islamistischen Gruppen in Deutschland dar. Die Anzahl der Salafisten in Deutschland stieg von 4.500 im Jahr 2012, über 5.500 im Jahr 2013, auf 7.000 im Jahr 2014, 8.350 im Jahr 2015, 9.700 im Jahr 2015 und 10.800 im Jahr 2017 an.

Aus dem Bericht des BFV:
"Salafisten sehen sich als Verfechter eines ursprünglichen, unverfälschten Islam. Sie  geben  vor,  ihre  religiöse  Praxis  und Lebensführung  ausschließlich an  den  Prinzipien  des  Koran, dem Vorbild  des  Propheten Muhammad und der  ersten drei muslimischen Generationen, den  sogenannten rechtschaffenen Altvorderen (arab. al-Salaf al-Salih), auszurichten. In  dieser  Konsequenz versuchen Salafisten, einen „Gottesstaat“ nach ihrer Auslegung der Regeln der Scharia zu errichten, in dem die freiheitliche demokratische Grundordnung keine Geltung mehr haben soll."
"Politische  und jihadistische Salafisten teilen dieselben ideologischen Grundlagen. Sie unterscheiden sich primär in der Wahl der Mittel, mit denen sie ihr Ziel, den „salafistischen Gottesstaat“, verwirklichen  wollen. Politische Salafisten  versuchen, ihre islamistische Ideologie durch intensive Propagandaaktivitäten – die sie als „Missionierung“ (Dawa) bezeichnen – zu verbreiten und die Gesellschaft in  einem langfristig angelegten Prozess nach  salafistischen Normen zu verändern."
"In Teilbereichen positionieren sich die Anhänger des politischen Salafismus ausdrücklich gegen Terrorismus, heben den friedfertigen Charakter des Islam hervor und vermeiden offene Aufrufe zur Gewalt. Dennoch ist festzustellen, dass der politische Salafismus ein ambivalentes Verhältnis zur Gewalt als Mittel zur Durchsetzung seiner Ziele pflegt, da religiös legitimierte Gewalt nicht prinzipiell ausgeschlossen wird. Salafisten beziehen sich in ihrer Islamauslegung selektiv auf klassische Werke der islamischen Rechtsliteratur, die im Umgang mit Nichtmuslimen eine starke Affinität zur Gewalt aufweisen. Nach salafistischer Islamauslegung muss der universelle Geltungsanspruch des Islam aufgrund seiner Überlegenheit und nach göttlichem Heilsplan der gesamten Menschheit zuteil und notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden. Damit ist die grundsätzliche Bejahung von Gewalt ein immanenter Bestandteil salafistischer Ideologie"
"Die beiden salafistischen Strömungen haben unterschiedliche, aber leicht zu überbrückende Auffassungen darüber, unter welchen Voraussetzungen Gewalt angewendet werden darf. Das erklärt auch, weshalb der Übergang vom politischen zum jihadistischen Salafismus fließend ist."
Der Bericht des BfV stellt fest, daß Salafisten ihre Missionierungs- und Rekrutierungsbestrebungen auf Migranten konzentrieren, die in Deutschland Zuflucht suchen: 
"Gerade unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe könnte es Islamisten gelingen, Migranten zu radikalisieren. In der Vergangenheit bemühten sich insbesondere Salafisten um eine Kontaktaufnahme zu Migranten. Sie besuchten zu diesem Zweck Flüchtlingsunterkünfte und boten Unterstützungsleistungen an."
"Die vielfältigen Propagandaaktivitäten von Salafisten, die sie verharmlosend als „Missionierung“ oder „Einladung zum Islam“ bezeichnen – in Wahrheit ist es eine systematische Indoktrinierung und oftmals auch der Anfang einer noch weitergehenden Radikalisierung –, sind „erfolgreich“: Der Salafismus ist nach wie vor die am stärksten wachsende islamistische Strömung in Deutschland"
"Die salafistische Szene stellt das wesentliche Rekrutierungsfeld für den Jihad dar. Fast ausnahmslos alle Personen mit Deutschlandbezug, die sich dem Jihad angeschlossen haben, standen zuvor mit der salafistischen Szene in Kontakt."
Laut dem Bericht des BfV wird das Wachstum der deutschen Salafisten-Bewegung teilweise durch Migranten tschetschenischer Herkunft befeuert:
"Die nordkaukasische islamistische Szene ist durch weitläufige, zum Teil europaweite Netzwerke und Kennverhältnisse gekennzeichnet. Nach außen ist sie weitgehend abgeschottet. Entscheidender Faktor für eine Radikalisierung ist das persönliche Kontaktspektrum. Verbindende Elemente bilden die Religion und die traditionelle Clanstruktur. Von den „Erfolgen“ der nordkaukasischen Kämpfer in Syrien beziehungsweise im Irak inspiriert – so hatten auch Nordkaukasier bedeutende Positionen beim IS in Syrien beziehungsweise im Irak inne –, hat sich die nordkaukasische islamistische Szene in Deutschland in den vergangenen Jahren auch Terrororganisationen in dieser Region zugewandt."
Der Verfassungsschutzbericht sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der Zunahme des Antisemitismus in Deutschland und dem Entstehen einer islamistischen Bewegung in dem Land:
"In der islamistischen Propaganda verbinden sich oftmals religiöse, territoriale und/oder national-politische Motive zu einem antisemitischen Weltbild. Das „Feindbild Judentum“ bildet deshalb einen zentralen Pfeiler in der Propaganda aller islamistischen Gruppierungen..."
"Das BfV stellte im Jahr 2017 eine Vielzahl antisemitischer Vorfälle fest. Das Spektrum der Ereignisse reicht dabei von antiisraelischen Spruchbändern auf öffentlichen Veranstaltungen über antisemitische Predigten und judenfeindliche Postings in sozialen Medien bis hin zu verbalen oder körperlichen Attacken gegen einzelne jüdische Personen."
"Die Erkenntnisse des BfV zeigen, dass sämtliche in Deutschland aktive islamistische Organisationen antisemitisches Gedankengut hegen und auf unterschiedlichsten Wegen verbreiten. Dieses Gedankengut stellt eine erhebliche Herausforderung für das friedliche und tolerante Zusammenleben in Deutschland dar."
Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz, ist die zweitgrößte islamistische Bewegung in Deutschland Millî Görüş* (zu deutsch: "Nationale Sicht"), der etwa 10.000 Mitglieder im Land angehören. Diese Bewegung lehnt die Integration von Muslimen in die europäische Gesellschaft strikt ab:
"„Gerecht“ sind für Erbakan die Ordnungen, die auf „göttlicher Offenbarung“ gegründet, „nichtig“ jene, die von Menschen entworfen wurden. Gegenwärtig dominiere mit der westlichen Zivilisation eine „nichtige“, auf Gewalt, Unrecht und Ausbeutung der Schwachen basierende Ordnung. Dieses „nichtige“ System müsse durch eine „Gerechte Ordnung“ ersetzt werden, die sich ausschließlich an islamischen Grundsätzen ausrichte, anstatt an von Menschen geschaffenen und damit „willkürlichen Regeln“. Alle Muslime sollen an der Verwirklichung der „Gerechten Ordnung“ mitwirken. Hierzu müssen sie eine bestimmte Haltung einnehmen und einen bestimmten Blick („Görüş“) auf die Welt gewinnen, nämlich einen nationalen/religiösen („Millî“) Blick, einen „Millî Görüş"."
Abgesehen von den Salafisten und Millî Görüş, schätzt das BfV, daß Deutschland derzeit 1.040 Mitgliedern der Moslembruderschaft*, 950 Mitgliedern der Hisbollah* und 320 Mitgliedern der Hamas* eine Heimat bietet.

Nach der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts hat Innenminister Seehofer die Regierung aufgefordert, Abschiebungen von Islamisten zu beschleunigen. Zusammenfassend sagte er: „Wir haben in keinem Bereich die Dinge im Griff“



Tausende Zuhörer bei einer Rede des Slafistenpredigers, Pierre Vogel, auf einem Treffen von Sympathisanten am 9. Juli 2011 in Hamburg. (Photo: Christian Augustin/Getty Images)

Soeren Kern ist ein führendes Mitglied des in New York ansässigen Gatestone Institute.


Quelle: https://www.gatestoneinstitute.org/12773/germany-salafists

Alle mit einem * versehenen Links wurden zusätzlich eingefügt.

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