Mittwoch, 29. Mai 2019

Westliche Medien als Schlüssel zur Täuschung über Syrien, Al-Qaida Propaganda

Von Jonathan Cook
Übersetzt von wunderhaft


25. Mai 2019, Global Research
Allem Anschein nach, hätte die in dieser Woche von al-Qaida nahen Kämpfern aufgestellte Behauptung, sie seien in der Provinz Idlib – ihrer letzten Bastion – von der syrischen Regierung mit Chemiewaffen angegriffen worden, von den westlichen Medien mit äußerster Skepsis behandelt werden sollen.

Daß die Regierung der Vereinigten Staaten (VS) und die anderer westlicher Länder solche Behauptungen begeistert aufgegriffen haben, macht sie nicht glaubwürdiger.

Der Umstand, daß bisher keinerlei Beweise für eine Bestätigung der Behauptungen der Jihadisten erbracht worden sind, hätte die Medien um so skeptischer machen sollen. Auch die Tatsache, daß die syrische Regierung bereits dabei gewesen ist diese al-Qaida-Gruppen ohne den Einsatz von Chemiewaffen zu bekämpfen – und ohne (erneut) den vorhersehbaren Zorn des Westens auf sich zu ziehen – hätte die Medien mit aufmerksamer machen sollen.

Aber vor allem, weil diese jüngsten Behauptungen aufgetaucht sind, kurz nachdem wir gelernt hatten, daß es sich bei dem letzten großen, vermeintlichen Chemiewaffenangriff vom April 2018, der von allen westlichen Quellen, wie immer, dem syrischen Präsidenten, Bashar Assad zur Last gelegt worden ist, höchstwahrscheinlich um eine von denselben al-Qaida-Gruppen inszenierte Operation unter falscher Flagge gehandelt hat, die nun behaupten erneut von der syrischen Regierung angegriffen worden zu sein, wäre hier Skepsis besonders angebracht gewesen.


Der Inkompetenz verfallen

Am erstaunlichsten der Berichterstattung dieser Woche über die von al-Qaida-Gruppen aufgestellten Behauptungen ist der Fakt, daß die westlichen Medien sich weiterhin stur weigern zu lernen, den von ihnen als vertrauenswürdig erachteten Quellen gegenüber eine kritische Distanz aufzubauen, schon deshalb, weil sie von ebendiesen Quellen bereits mehrfach getäuscht worden sind.


Bildquelle rechts: Hürriyet Daily News

Das hat sich bei der vergeblichen Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak als ebenso wichtig herausgestellt und ist um so wichtiger, nachdem in diesem Monat die die extreme Verlogenheit der diesbezüglichen Kontrollinstanz der internationalen Gemeinschaft, der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), aufgedeckt worden ist.

Es ist schon schlimm genug, daß unsere Regierungen und unsere Fachinstitutionen uns täuschen und belügen. Aber weitaus schlimmer ist die Existenz von Medienunternehmen, die – nach der wohlmeinendsten Auslegung – ihrer eigenen Inkompetenz verfallen sind. Die diesbezüglichen Beweise werden von Tag zu Tag kräftiger.


Der  unbegründete Angriff

Im März hatte die OPCW einen Bericht erstellt, wonach die syrische Regierung im April letzten Jahres angeblich einen Chemiewaffenangriff in Douma verübt haben soll. Scheinbar sind mehrere Dutzend Zivilisten, worunter sich viele Kinder befanden, infolge dieses Angriffs gestorben.

Der Bericht der OPCW folgerte, daß es "nachvollziehbare Gründe" für die Annahme gab, daß in Douma eine toxische Form von Chlorgas benutzt worden war, und daß die wahrscheinlichste Methode seiner Freisetzung im Abwerfen von zwei Zylindern aus der Luft bestand.

Diese, als so gut wie bestätigt geltenden Behauptungen durch die von westlichen Staaten unterstützten Gruppen von al-Qaida erklären, daß die Zylinder vom syrischen Militär abgeworfen worden sind. Mit trockener Technikersprache schließt sich die OPCW den VS und Europa an und zeigt mit dem Finger direkt auf Assad.

Nicht nur wegen des vom Westen beabsichtigten Ziels eines Regime Change, war von wesentlicher Bedeutung, daß die OPCW zu diesem Schluß gekommen ist .

Als Reaktion auf den vermeintlichen Gasangriff vor einem Jahr, haben die VS eine Salve von Marschflugkörpern auf Stellungen der syrischen Armee und Regierung abgefeuert, noch ehe irgendwelche Ermittlungen zu den Verantwortlichen überhaupt aufgenommen worden sind.

Bereit der Abschuß dieser Marschflugkörper war ein Kriegsverbrechen – ein unbegründeter Angriff auf einen anderen souveränen Staat. Ohne den ausdrücklichen Seegen der OPCW jedoch, wären die VS selbst ihres fadenscheinigen humanitären Vorwands für deren Abschuß beraubt gewesen,


Das aufgeflogene Dokument

Bei der Aufgabe, zur "richtigen" Schlußfolgerung zu gelangen, befand sich die OPCW zweifelsohne unter gewaltigem politischen Druck. Als mit forensischen Ermittlungen betrautes wissenschaftliches Gremium, hätte sie jedoch sicherlich nicht ohne Weiteres die Daten manipulieren können.

Nichtsdestotrotz scheint es so, als hätte sie genau das getan.  Die Working Group on Syria, Propaganda and Media* – eine Gruppe von Wissenschaftlern, deren Skepsis gegenüber den Darstellungen des Westens zunehmend stärker wurde – hat in diesem Monat ein durchgesickertes, internes Dokument der OPCW veröffentlicht.

Ein paar Tage später hat die OPCW ihre Urheberschaft an diesem Dokument widerwillig bestätigt und mitgeteilt, daß sie die Verantwortlichen für dessen Weitergabe ausfindig machen und entsprechend behandeln werde.



Das Dokument war eine von Jan Henderson, einem leitenden Experten der OPCW, überprüfte Beurteilung der von der von den Mitgliedern der in Douma anwesenden Erkundungsmission zu dem Angriff gesammelten Daten. Seine Ergebnisse stehen im Widerspruch zu dem von der OPCW veröffentlichten Bericht.


Gelöschte Daten

Das durchgesickerte Dokument ist aus zwei Gründen hochproblematisch.

Einerseits ist widerspricht die auf den verfügbaren Daten basierende Beurteilung der Schlußfolgerung des Abschlußberichts der OPCW, nach dem die beiden Zylinder aus der Luft abgeworfen worden sind und Gebäudedächer durchschlagen haben. Stattdessen besagt es, daß die Zylinder wahrscheinlich an deren Fundort plaziert worden sind.

Wenn das stimmt, ist die wahrscheinlichste Erklärung hierfür die, daß die Zylinder von al-Qaida-Gruppen dort plaziert worden sind – voraussichtlich in einem letzten, verzweifelten Versuch den Westen zu einer Intervention zu bewegen und so zu verhindern, daß die Jihadisten aus Douma vertrieben werden.

Noch schockierender ist jedoch die Tatsache, daß dieses, auf den von dem OPCW-Team gesammelten Daten beruhende Gutachten in dem Abschlußbericht der OPCW überhaupt nicht erwähnt wird.

Nicht etwa, daß die OPCW in ihrem Abschlußbericht die Befunde ihrer eigenen Experten dementiert oder widerlegt. Sie ignoriert diese Ergebnisse einfach. Sie gibt vor, daß sie nicht existieren. Der Bericht unterdrückt sie und löscht sie aus den offiziellen Aufzeichnungen. Kurz gesagt, begeht sie eine massive Täuschung.


Fachleute ignoriert

All das stünde in den Schlagzeilen, wenn wir verantwortliche Medien hätten, die sich um die Wahrheit kümmern und ihre Leser dementsprechen informieren würden.

Zwei Dinge stehen nun fest. Daß die VS Syrien aus gänzlich gefälschten Gründen angegriffen haben, und daß die OPCW – eine der von der internationalen Gemeinschaft am meisten geachtete, maßgebliche Organisationen – auf frischer Tat bei einem ungeheuerlichen Betrug mit schweren geopolitischen Konsequenzen ertappt worden ist. (Es ist, wie ich hier schon früher erklärt habe, in der Tat, nicht das erste Mal, daß die OPCW hierbei erwischt worden ist.)

Der Umstand, daß die OPCW, beim Nachweis von politisch unverdaulichen Umständen, ihre eigenen Experten und ihre eigenen technischen Ergebnisse ignoriert, wirft einen dunklen Schatten auf die gesamte Arbeit der OPCW in Syrien und darüber hinaus.

Wenn sie bereit war in diesem Fall einen Betrug zu begehen, wieso sollten wir annehmen, daß sie das bei anderen Gelegenheiten nicht auch getan hat, wenn es sich als politisch zweckmäßig erwies?


Aktive Kombatanten

Die OPCW-Berichte über andere mögliche Giftgasangriffe – welche die westlichen Bestrebungen zur Anklage Assads unterstützen – sind nun ebenso skandalträchtig. Das ist insbesondere dem Umstand geschuldet, daß die OPCW in diesen anderen Fällen, durch das das Ziehen ungünstiger Rückschlüsse, ohne die Anwesenheit ihrer Experten am Ort der vermeintlichen Angriffe, ihre eigenen Regeln verletzt hat. Stattdessen erhielt sie Proben und Photos von al-Qaida-Gruppen, für die es ein Leichtes ist, sie mit Beweisen zu täuschen.

Und bislang ist nicht ein Pieps bei den Unternehmensmedien über diese Aufdeckung der Undredlichkeit der OPCW erschienen, abgesehen von Kommentaren zweier eigenwilliger Mainstream-Journalisten im Vereinigten Königreich  – Peter Hitchens, einem konservativen aber selbstständig denkenden Kollumnisten für die Sonntagsausgabe der Mail und dem altgedienten Kriegskorrespondenten von der wenig gelesenen Zeitung Independant, Robert Fisk, (gleich mehr über sein spezielles Engagement in Douma) 

Just als die OPCW die Ergebnisse ihrer technischen Experten gelöscht haben, um politisches Unannehmlichkeiten zu vermeiden, haben die Medien beschlossen, diese neue, politisch sensible Information zu verschweigen.

Sie haben es vorgezogen die in Verruf geratene Darstellung zu veröffentlichen, nach der unsere Regierungen zum Schutz der Menschenrechte von gewöhnlichen syrischen Staatsbürgern gehandelt hätten, anstatt die Wahrheit, daß sie selbst aktive Kombattanten  in diesem Krieg gewesen sind und die Destabilisierung des Landes mit Mitteln unterstützt haben, die in Syrien großes Leid und Tod verursacht haben.


Systematisches Versagen

Hierbei handelt es sich nicht um ein einmaliges Versagen. Es ist eine Reihe von Versäumissen der Medienunternehmen bei der Berichterstattung über Doume.

Sie haben ganz offensichtlich Gründe, die schon zur Zeit des vermeintlichen Angriffs zur Vorsicht mahnten, ignoriert. Der preisgekrönte Reporter, Robert Fisk, befand sich unter den ersten Journalisten, die Douma nach jenen Ererignissen betreten durften. Er und ein paar unabhängige Journalisten erzählten von Augenzeugenberichten, welche der von al-Qaida-Gruppen und westlichen Regierungen verbreiteten Darstellung, wonach Assad Douma mit Chemiewaffen angegriffen haben sollte, deutlich widersprachen.

Auch haben die Medienunternehmen über eine anschließende Pressekoferenz gespottet, auf der viele der dort anwesenden, vermeintlichen Opfer dieses angeblichen Giftgasangriffs gezeigt haben, daß sie unverletzt geblieben sind und davon sprachen, wie sie dazu verleitet worden sind ihre theatralischen Rollen zu spielen.

Und nun haben die westlichen Medien dieses Versagen auch noch durch das Ignorieren des durchgesickerten OPCW-Dokumentes bekräftigt – was seine systemische Natur offenbart.

Aber es kommt kommt noch weit schlimmer.


Al-Qaida Propaganda

In dieser Woche haben dieselbeb al-Qaida-Gruppen, die schon in Douma anwesend waren – und diesen inszenierten, tödlichen Angriff veranstaltet haben könnten – behauptet, daß die syrische Regierung erneut Chemiewaffen gegen sie eingesetzt hat, diesmal in ihrer letzten Bastion, Idlib.

Verantwortungsvolle Medien, die an Fakten, an Beweisen, an wahrheitsgemäßer Berichterstattung und daran interessiert wären, die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen, wären verpflichtet gewesen diese jüngste, unbestätigte Behauptung im Kontext der neuen Zweifel an dem OPCW-Bericht über den Giftgasangriff vom Vorjahr zu betrachten, für den Assad verantwortlich gewesen sein soll.

Nachdem technische Daten darauf hindeuten, daß al-Qaida-Gruppen und die Weißhelme, die eng mit diesen kooperieren, für eine Inszenierung des Angriffs verantwortlich waren – und möglicherweise sogar für die Ermordung von Zivilisten, um den Angriff überzeugender erscheinen zu lassen – hätten die Medienkonzerne eine berufliche und moralische Verpflichtung, auf das durchgesickerte Dokument hinzuweisen.

Da die Glaubwürdigkeit der jüngsten Behauptungen von al-Qaida allgemein anzweifelt wird, gehört das schlicht in den Gesamtzusammenhang. Den Lesern diese Information zu entziehen, wäre einseitige Berichterstattung für Propagandazwecke, nicht nur zu Gunsten westlicher Regierungen, sondern auch zu Gunsten al-Qaidas.

Und genau das haben die Medienunternehmen gerade getan, Und zwar alle von ihnen.


Die Medien sind Stalins würdig

Wie schwer ihre Verletzung der grundlegenden journalistischen Pflichten wiegt, wird deutlich, wenn wir an die unkritische Berichterstattung des Guardian über die Behauptungen der Jihadisten zu dem jüngsten vermeintlichen Giftgasangriff betrachten.

Ebenso wie in den meisten anderen Medien, beinhaltete der der Artikel des Guardian zwei merkwürdige Hinweise  auf den von der OPCW in deren jüngst erschienen Douma-Bericht begangenen Betrug – einer stammt aus Frankreich, der andere aus den VS. Der Guardian hat diese Hinweise veröffentlicht, obwohl zuvor nie ein Wort über diese Täuschung verloren hat.

Mit anderen Worten, sind die Medienkonzerne dermaßen in die Propaganda zu Gunsten der westlichen Machthaber eingebunden, daß sie wohl über die Dementi, bezüglich des offiziellen Fehlverhaltens, berichten, obwohl sie nie über das tatsächliche Fehlverhalten selbst berichtet haben. Ein solch feiges, unehrenhaftes Verhalten ist selbst bei den sowjetischen Medien unter Stalin kaum vorstellbar.

Die Medienkonzerne haben Frankreich und den VS eine Plattform geboten, um niemals vorgetragene Vorwürfe gegen die OPCW sowie gegen die Medien selbst zu zurückzuweisen.

 
Zweifel an der OPCW


Der folgende Auszug ist eine (ohne die Lektüre des oben beschriebenen Zusammenhangs unverständliche) vom Guardian veröffentlichte kurze Stellungnahme aus Frankreich bezüglich der jüngsten Behauptungen über den Chemiewaffeneinsatz durch Assads Streitkräfte in dieser Woche: "Wir haben volles Vertrauen in die Organisation für das Verbot chemischer Waffen."

Jedoch hat niemand, abgesehen von Medien und staatlichen Behörden ignorierte Blogger und Wissenschaftler, jemals Zweifel an der Arbeit der OPCW geäußert. Wieso sollte der Guardian diese Kommentare aus Frankreich für berichtenswert halten, wenn es keine Gründe gäbe an der Arbeit der OPCW zu zweifeln? Und wenn solche Gründe existieren, warum hat der Guardian nicht darüber nachgedacht sie für seine Leser zu veröffentlichen?

Das VS-Außenministerium kam der OPCW gleichermaßen zu Hilfe. In demselben Beitrag des Guardian wird ein VS-Regierungsbeamter mit den Worten zitiert, daß die OPCW "einer kontinuierlichen Schmutzkampagne" aus Syrien und Rußland ausgesetzt sei, und das diese Kampagne erfunden worden sei, "um den falschen Eindruck zu erwecken, daß andere [als Assad] für den Giftgasangriff verantwortlich sind".

Also hat Washington ebenfalls Vorwürfe gegen die OPCW zurückgewiesen, über die von den staatlichen Medienunternehmen niemals berichtet worden ist.

Interessant ist im Fall der VS-Beamten, daß sie behaupten, daß Syrien und Rußland hinter der "Desinformationskampagne" gegen die OPCW stecken, obwohl die OPCW zugegenben hat, daß das duchgesickerte Dokument, das ihre Arbeit in Mißkredit bringt, von ihr selbst stammt und von einem ihrer Experten geschrieben worden ist.

Die OPCW ist, in der Tat, nur deswegen diskreditiert, weil sie versucht hat in dem aufgeflogenen Dokument enthaltene Beweise zu verheimlichen, die Assad vom Vorwurf der Verantwortung an dem Chemiewaffenangriff vom letzten Jahr entlasten könnten. Es ist kaum begreiflich Syrien oder Rußland hierfür einen Vorwurf zu machen.


Komplizen der Täuschung

Noch erstaunlicher ist jedoch, daß die Medienkonzerne diese Zweifel einfach ignoriert haben, als würden sie nicht existieren, während Regierungsbeamte der VS und Frankreichs zumindest zugegeben haben, daß es sie gibt.

Die andauernde Nachrichtensperre über das durchgesickerte OPCW-Dokument kann nicht als Versehen betrachtet werden. Sie fand in sämtlichen Medien statt.

Selbst nachdem die OPCW ihre Urheberschaft an dem diskreditierenden Dokument zugegeben hatte, und selbst nachdem westliche Staaten ihrerseits auf das durchgesickerte Dokument angespielt haben, wurde die Sperre konsequent aufrechterhalten.

Die Medienunternehmen verschwören sich aktiv sowohl mit al-Qaida und den Westmächten bei der ursächlichen Täuschung, als auch mit der OPCW und deren Unehrlichkeit. Sie haben bei der Täuschung der westlichen Öffentlichkeit zusammengearbeitet.

Die Frage ist, warum die Medien dermaßen inkompetent sind? Warum sind sie so versessen darauf, sich selbst und ihre Leser über die Wahrheit im Dunkeln zu halten? Warum sind sie so gewillt, leichtgläubige Darstellungen zu Gunsten westlicher Regierungen zu verbreiten, von denen sie augenscheinlich schon wiederholt belogen worden sind?


Der Iran, das tatsächliche Ziel

Der Grund hierfür ist, daß die Medienunternehmen nicht das sind, was sie vorgeben. Sie sind keine Kontrollorgane über Macht oder eine vierte Staatsgewalt,

Tatsächlich sind die Medien der Propagandaflügel einer Handvoll gigantischer Konzerne – und Staaten –, die zwei Ziele im Nahen Osten verfolgen.

Zunächst wollen sie die Kontrolle über sein Erdöl. Die Unterstützung von al-Qaida in Syrien – einschließlich die von deren Propagandakrieg – gegen die Regierung Assads dient einer umfangreicheren Agenda des Westens. Die VS und der NATO-Block zielen letztlich auf den Iran, den einzigen großen Ölproduzenten in der Region, der sich nicht unter dem imperialen Daumen der VS befindet.

Mächtige schiitische Gruppen in der Region – Assad in Syrien, die Hisbollah in Syrien und durch unsere Invasion im Jahr 2003 beförderte irakische Führer – stellen Verbündete oder mögliche Verbündete des Irans dar. Wenn sie auf das Spielfeld gelangen, begrenzt das den Raum des VS-Imperiums bei Manövern für eine Übernahme des Irans. Werden diese kleineren Spieler entfernt, ist der Iran allein und verwundbar.

Das ist der Grund, aus dem Rußland vor einigen Jahren eingeschritten ist, um Assad, auf dessen Bitte zu schützen, das Fallen der Dominosteine und die Herbeiführung eines im Nahen Osten zentrierten Dritten Weltkriegs durch die VS zu verhindern,

Zweitens haben westliche Konzerne im von Erdöl durchfluteten Nahen Osten die Gelegenheit, weiterhin mehr der lukrativen Waffen zu verkaufen, die in offenen oder verdeckten Kriegen, wie in dem seit acht Jahren in Syrien tobenden, zum Einsatz kommen.

Was wäre ein besserer Profitgenerator für diese Unternehmen, als verheerende und sinnlose Kriege gegen erfundene Buhmänner wie Assad?


Einem Todeskult ähnlich

Von außen betrachtet, sieht und hört sich das an wie eine Verschwörung. Tatsächlich ist es jedoch etwas weitaus Schlimmeres – und es ist weitaus schwieriger zu bezwingen.

Die Konzerne, die unsere Medien und unsere Regierungen steuern, haben ihre gemeinsame Denkweise – und die unsere  –  schlicht mit der Vorstellung verschmolzen, daß ihre eingeschränkten Unternehmensinteressen mit "westlichen Interessen" identisch sind.

Die falschen Vorstellungen, die sie erzeugen, dienen, wie ich in früheren Beiträgen bereits erläutert habe, einem Machtsystem. Die Weltanschauung und Werte dieses System werden durch einen bezauberten Zirkel erzwungen, der Politiker, Militärgeneräle, Wissenschaftler, Journalisten und andere umfaßt, die handeln als wären sie von einer Art Todeskult besessen. Sie sehen die Welt durch ein einziges Prisma: das System benötigt für seien Fortbestand Macht. Alles andere – Wahrheit, Beweise, Gerechtigkeit, Menschenrechte, Liebe, Mitgefühl – muß sich dem unterwerfen.

Es ist dasselbe, paradoxe System, daß sich entschlossen hat, sich unter allen Umständen selbst zu erhalten, selbst wenn dies die Zerstörung des Planeten, die Plünderung unserer Ökonomien und den Beginn und die Fortsetzung endloser Kriege erfordert. Dieses System wird uns alle in den Abgrund reißen, sofern wir es nicht beenden.

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Verbreiten Sie ihn, wo immer es ihnen möglich erscheint.

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Jonathan Cook ist Gewinner des Martha Gellhorn Special Prize for Journalism. Seine Bücher umfassen “Israel and the Clash of Civilisations: Iraq, Iran and the Plan to Remake the Middle East” (Pluto Press) und “Disappearing Palestine: Israel’s Experiments in Human Despair” (Zed Books). Die Adresse seiner Website lautert: www.jonathan-cook.net. Er ist regelmäßiger Autor bei Global Research.


Quelle: https://www.globalresearch.ca/western-media-death-cult-perpetual-war/5678623


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